Einzelbild herunterladen
 

Zntelligenz-Blatt

der freie« Stöbt /ranks«rt,

verbunden mit dem Avtsdiatt, Organ der hiesigen StaatS- behörden, und den /rmkfvrür Nachrichtea als Ertrabeilage f||||«

——^4*e©S®9«si—•—

(Trpedition: am Gristpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

M 194. Dienstag den 18. August 1857»

LbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. EinrückungSgebühren; 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke Her Greigmjse im Gebiete der politischere unH MaterLeKsn Juterejsen.

Frankfurt, den 18. August. Die neueren Agitationen in der Presse, eine Reform des deutschen Bundes betreffend, hat weniger positive Vorschläge hervor- gebracht, als sie vielmehr, von einer Seite wenigstens, benutzt zu werden scheint, syste­matische Verdächtigungen gegen Preußen auszustreuen. In den letzten Tagen ist man sogar bis zu der Insinuation vorgegangen, daß Preußen von jeher die Compktenzdes Bundes zu schwächen und ihm die Behandlung positiver und materieller Fragen zu entziehen beflissen gewesen ser. Wir wollen gegen diese Andichtung einen Zeugen auf# rufen, den man gewiß keiner Parteilichkeit gegen Preußen zeihen und dem man die genaueste Sachkenntnis nicht absprechen wird. Herr von Blitt-rsdorff hat in den Mittheilungen „aus seiner Mappe" (Mainz 1849) den Sitz deS Uebels wo ganz anders gesucht; auch er füllt seine Briefe und Denkschriften aus den Jahren 1833-47 mit Klagen über die „Mißachtung und Vernachlässigung, mit der man die Centralbehörde des deutschen Bundes behandle" (S. 56); auch er tadelt, „daß überall, in Berlin, Leipzig, Dresden, Hamburg, Lübeck, Kiel ic. von deutschen Angelegenheiten verhandelt werde, nur nicht in Frankfurt" (S. 70), aber eS ist nicht der preußische Hof an den st diese Vorwürfe richtet, sondern es ist der österreichische Präsidialgesandte, dem er tm November 1847 schreibt (S. 53): „Erwäge ich den Gang, den daS österreichi- lche Cabinet seit 25 Jahren in allenBundesangelegenheiten conscquent eingehalten hat, so ist eS mir nicht zweifelhaft, daß dasselbe kein geschloffenes Deutschland mit nationa­len Tendenzen und gemeinschaftlicher centraler Action will und wollen kann." Herr von BlwerSdorff hat dies Thema vielfach variirt und am Schlüsse .solcher mit Wünschen an# gefüllter Briefe immer es ausgesprochen, daß ein verändertes Verfahren von Oesterreich allem (S. 63) „ein lebendiges und belebendes Eingreifen der Verhandlungen deS Bun­destags in die gemeinschaftlichen Angelegenheiten Deutschlands" hervorrufen würde. Haben wir sonach im Vorhergehenden den Beweis geführt, daß nicht Preußen der Hemmschuh war, so brauchen wir nur an die Schrift von Radowitz: „Deutschland W »rudrich Wilhelm IV." zu erinnern, um nachzuweisen, daß im Gegentheil positive uorjchlage für die wichtigsten Reformen von Berlin ausgingen, in Wien zurückgewiesen