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Anteèltgenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, ^^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- MW'âH behörden, und den /raakfukttl Nachrichtty als Ertrabeilage

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21).

M 176. Dienstag den 28. Juli 1857.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 28. Juli. ES ist erwiesen, daß die agricole Production eines Landes einen natürliche» Einfluß auf die Zu- oder Abnahme und die mittlere Lebens­dauer der Bevölkerung hat. Sowie die Production nicht genügt, steigen von selbst die Preise der Lebensmittel, die Sterblichkeit nimmt zu, die Hospitäler füllen sich, die Ehen vermindern sich, werden weniger fruchtbar und die Bevölkerung sucht durch Veränderung des Ortes sich Linderung zu verschaffen, ohne sie zu erlangen. So werden die Quellen des Lebens selbst, wenigstens momentan, angegriffen. Am meisten tritt diese Wirkung in großen Städten hervor. Für Paris ist sie 1766 durch Zahlen schon von Meffance für den Zeitraum von 1724^-1766 und von Melier bis 1788 nachgewiesen. Auch für unser Jahrhundert liegen für Frankreich specielle Daten und Berechnungen mit Berück­sichtigung der übrigen Einwirkungen vor. Um nur ein Beispiel anzuführen, war im Jahre 1845 in Frankreich der mittlere Getreidepreis für den Hektoliter 19% Francs, im Jahre 1847 29 Francs (1 Scheffel ä resp. 2Vi und 4% Rthlr.) und während 1845 wurden 240,542, dagegen 1847 nur 58,807 mehr geboren als starben, und dies war eine Zeit der öffentlichen Prosperität, wo keine andere» Ursachen mitwirkten. Selbst bei einem geringen Steigen der Preise macht sich dies Gesetz bemerklich. In unserem Jahr­hundert ist aber keine Theuerung so verderblich gewesen, als die seit 1853, da sie durch den Ausfall der Ernten lange ayhielt und nach und nach alle Lebensmittel, die Cerealien, die Kartoffeln, den Wein, die Hülsenfruchte, endlich das Fleisch traf und nicht nur für die ärmeren arbeitenden Klassen, sondern auch für den Mittelstand drückend wurde. Wie die Bevölkerung dabei durch Abnahme in Frankreich litt, ist eine bekannte Thatsache. Bemerkenswerth aber ist die sich wiederholende Erscheinung, daß gerade in dem Jahre, in welchem eine Theuerung zu Ende zu gehen scheint, die Bevölkerung sich am meisten vermindert, indem die Unglücklichen, in Folge der früheren Entbehrungen, nach hartem Kampfe mit denselben an der Schwelle des UsberflusseS erschöpft hinsinken. Dies läßt sich für 1813 in Vergleich mit 1811 und 1812, für 1819 in Vergleich mit den Jahren 1817 und 1818, für 1848 in Vergleich mit den Jahren der Theuerung 1846 und 47 in