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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Kanksurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Fravkstrttt Nachrichten als Ertrabeilage

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(Expedition : am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

M 174. Samstag den 25. Juli 1857.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 25. Juli. Daß dritthalb Millionen Menschen eine ungeheure Menge Brod, und also Getreide verzehren, bedarf keiner Auseinandersetzung. Hat man doch berechnen wollen, daß das jährlich in London verzehrte Brod eine vierseitige Pyra­mide bilden könnte, bei welcher jede Seite 600 Fuß, die Höhe aber 1300 Fuß messen würde. Wieviel dieses Kornes nun aber auch sei, und woher es kommen möge, beinahe alles wird verkauft an der Kornbörse. Das äußerlich etwas geschmacklos als griechi­scher Tempel verzierte Gebäude enthält im Innern einen ungeheuern Saal, welcher durch eine Glaskuppel in der Mitte erleuchtet wird. In diesem sind ringsum Stände ange­bracht, welche Kornmaklern, Kornhändlern, Müllern, Kornmagazineigenthümern gehören; hauptsächlich aber Maklern, welche als Mittelpersonen zwischen Käufern und Verkäufe' dienen. Die Verkäufer sind hauptsächlich Landwirthe und Kaufleute an w-r^- Korn­ladungen aus fremden Ländern consignirt sind; als Käufer aber treten Muller oder Speculanten auf. Montag, Mittwoch und Freitag ist Kornmarkt, und die ganze Halle ist voll. An 80 bis 100 Ständen sind eben so viele Makler und Commisfionäre in den Stunden zwischen 10 und 3 Uhr, und um jeden derselben ein größerer oder klemerer Haufen Menschen. Die meisten dieser Stände find dann bedeckt mit hölzernen Schusseln und kleinen Leinwandsäcken, welche Kornmuster enthalten; und daneben steht der Pult des Maklers, um schnell die Käufer zu Buche zu bringen. Der ganze Handel geht in dem unbedingtesten und auch verdientesten Vertrauen in die Ehrlichkeit der Makler vor fich, indem durchaus angenommen wird, daß die Waare selbst dem Muster vollkommen entspreche. Natürlich hängt das ganze Maklersystem von der größten Gewissenhastlgkelt in diesem Punkte ab. Langes Feilschen findet nicht statt, wie überall wo zwer Menschen vollkommen davon überzeugt sind, daß fie einander nicht täuschen könnten, wenn sie auch wollten. Der Käufer gibt gewöhnlich dem Makler einen aus 30 kus 60 Tage laufen­den Wechsel für das gekaufte Korn, und der Makler berechnet sich mit dem Verkäufer gegen eine Provision. L ,

Die Kornmagazine Londons find natürlich von großer Ausdehnung und von großer Wichtigkeit für den Handel. Die Eigenthümer derselben sind keineswegs nothwendiger-