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Intelligenz-Blatt

der freie« Stadt /ra«ksurt, zf*^ verbunden mit dem Aâdtatt , Organ der hiesigen Staats- brhördrn, und den Fraukforter Nachrichten als Extrabeilage

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21).

JK 160. Donnerstag den 9. Juli 1857.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 ft. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

UeberblLcke der GreignMe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 9. Juli. Bei der Wichtigkeit der indischen Angelegenheiten ge­ben wir noch einige Einzelnhèiten über die innere Verfassung deS anglo-indischen Heeres. Dasselbe besteht in gewöhnlichen Zeiten aus 200,000 Mann, die in 27 Ba­taillone Artillerie zu Pferd und zu Fuß, in 46 Regimenter Reiterei verschiedener Gattung und in 188 Regimenter Infanterie zerfallen. Hiervon zählen die Europäer 6600 Offi­ziere und blos 10,000 Gemeine, denn Sipahi werden nur ausnahmsweise zu den höheren Stellen zugelaffen. Seit 1837 wurden die Truppen um 120,000 M. aller Waffen und 834 Offiziere vermehrt. 1847 entließ Lord Hardinge 50,000 Sipahi, behielt aber die Offiziere bei, denn Gemeine sann man zu jeder Zeit in Menge haben, nicht so kundige Hauptleute. Die europäischen Offiziere genießen im indischen Heere eines besonderen Ansehens. Der einheimische Führer steht in jeder Beziehung un­ter dem Engländer. Er wird nicht nur von den Sipahi, mit denen er zusammen dient, als G-nosse betrachtet, sondern man traut ihm auch nicht den Muth und die Ehrenhaftigkeit der Europäer zu und gehorcht ihm nicht selten mit Widerstre­ben, zumal wenn er aus einer niedrigeren Kaste ist. Auch behandeln ihn die Englän­der nicht als Ebenbürtigen, als Gentleman. Ein junger Mann auS der Militärschule von Addiscombe wiegt alte SubahdarS (Hauptleute) und DschamadarS (Lieutenants) auf, er muß aber auch in den vordersten Reihen kämpfen, nur dann folgen ihm seine Trup­pen. Sind die europäischen Offiziere gefallen, so ergreift wohl ein ganzes Regiment, eine ganze HeereSabtheilung, wie die indische Geschichte häufig lehrt, die Flucht. So war eS in der Schlacht bei Miani am 17. Februar 1843, wo Sir Charles Napier mit 2800 Mann und 12 Kanonen ein 22,000 Mann starkes, mit 15 Kanonen eine feste Stellung tapfer behauptendes Heer von Beludschen besiegte, nahe daran, daß der Man­gel an europäischen Hauptleuten den Verlust der Schlacht herbeigeführt hätte. Auch in dem Feldzug von 1846 war der Heerbann der SrkhS den Sipahi'S in jeder Beziehung überlegen und nur die europäischen Truppen haben die Ehre der englischen Waffen ge­rettet. Ein europäisches Reiterregiment von 745 Mann kostet in Indien jährlich 72,400,