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dieser Ueberzeugung gekommen. Es wird nun daS ganz in Blut getränkte Hemd vorgezeigt. Bei dem Anblcke dieses gräßlichen Aktenstückes erbleicht der Ange- klagte sichtlich, währender bisher freche Blicke über das Publikum geworfen hat. DaS blutige Hemd und das Tischmeffer, das der Weigand in der Hand halte als er ge­funden wurde, wird den Geschworenen vorgezeigt. In ähnlicher Weise äußert sich Herr Dr. Me lber. Herr Dr. MappcS behauptet, wenn es auch möglich fei, daß Wei­gand mit jenem Tischmesser die Wunden im Halse sich selbst habe beibringen können, so habe doch die Leinwand mit jenem Messer nicht so ausgeschnitten werden können, wie es in dem Weigand'schen Hemde sich vorfinde. Er hat auch später selbst Versuche gemacht, sich so in den Daumen zu schneiden, wie der Daumen Weigand'S durchschnitten war; mit jenem Tischmeffer habe er sich die Wunde am Daumen nicht beibringen können, eben so wenig mit einem Federmesser, mit einem RasirMesser sei eS ihm aber geglückt, jedenfalls sei der Schnitt im Hemde mit einem sehr scharfen Messer geschehen, so scharf wie ein Rasinneffer. Auch Dr. Crailsheim spricht fdne volle Ueberzeugung dahin auS, daß hier kein Selbst­mord, sondern ein Mord vorliege, und daß mit dem in Weigand'S Hand gefun­denen Messer weder die Wunde am Halse, noch im Hemde, noch am Daumen deS Verblichenen habe vollbracht werden können, er stimmt mit 0r. Mappes in mancher Beziehung nicht ganz überein. Es wird nun das Protokoll einer damals im Hause wohnenden Zeugin Namens Wittlich verlesen, die jetzt im Versorgungshause und nach Aussage deS Verwalters wegen körperlicher Gebrechen verhindert ist, selbst zu erscheinen. Sie hat den Verblichenen noch an jenem Morgen 5 Minuten vor 12 Uhr lebend ge­sehen und ihn dann Nachmittags um halb 3 Uhr, als sie Erdbeeren in seiner Küche holen wollte, in seinem Blute schwimmend gesunden. Schlossermeister Schmidt von hier, der damals ebenfalls im Hause wohnte, erzählt, als er Mittags um 12'/» Uhr nach Hause gekommen, habe er das Fenster des Weigand verschlossen und die Vorhänge zugezogen gesehen, um halb drei Uhr ist er von der alten Frau Wittlich gerufen worden und hat den Weigand in seinem Blute gefunden. Die Vorhänge an Weigand'S Zimmer hat er früher nie geschloffen gesehen. Gensd'arm Hauff sagt aus, daß die Wittwe Wittlich um halb 3 Uhr die Anzeige auf der Polizeiwache gemacht habe, worauf er als Wache bei der Leiche aufgestellt worden sei. Er hat den Ermordeten und drei Blutlachen gesehen, und Niemand mehr in daS Zimmer gelassen, bis daS Untersuchungsgericht erschien. — Catharina Burkhard, Monatmädchen, sagt auf Befragen auS, daß sie den Weigand um 12Uhr noch lebend gesehen habe, sie wird nach der Anwesenheit eines gewissen Kritzler im Hause gefragt und gibt an, daß er bis halb 1 Uhr im Hause war. — Eleonore Schmidt, Monatmädchen, sagt auS, daß sie den Ermordeten noch Abends vorher gesehen habe. Auf Befragen fügt sie zu, sie habe den Kritzler nicht an jen.m Tage gesehen; sie erinnert sich vieler ihrer damaligen Aussagen nicht mehr, eS wird ihr nun ihr früheres Protokoll vvrgelesen und sie erinnert sich nun wieder deutlich. — Caroline Krumm, Dienstmagd, sagt auS, daß sie damals bei der Frau Wittlich Obst habe holen wollen (die Wittlich war Höckerin), sie hat die Vorhänge des Weigand'schen ZimmerS zugezogen gesehen. — Zeuge Kritzler'S Aussage vor dem Untersuchungsrichter wird vorgelesen, er gibt Auskunft wann er den Weigand zuletzt gesehen, er hat ihn an jenem Tage noch erblickt; (Kritzler war damals im Verdacht wegen des Mordes und deßhalb verhaftet worden, er war angeschuldigt, einen Streit mit Weigand wegen seiner Geliebten, die in Weigand'S HauS wohnte, gehabt zu haben, der Verdacht ist jedoch später nicht begründet befunden und der Kritzler wieder freigelaffen worden). Eine andere Zeugin, Weber, deren Aussage verlesen wird, will den Kritzler an jenem Tage des MordeS „vergelstert" gesehen haben, und sagt über sein Benehmen an jenem Tage mehreres auS. Friederike Reiz, Näherin, sagte in der Vorunttt»