ZnteMgenz-Blatt
der freies Stet /rsskfurt, verbunden mit dem ABbdiatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Fravkfsrkr Nachrichten als Extrabeilage
(Expedition: am Geèstpförtchen, SchlachthauSgaffe 21).
M 152. Dienstag den 30. Juni 1857.
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Ueberbliâ der Grergmste im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 30. Juni. Die Idee des ScandinaviSmus ging auS der wissenschaftlichen und politischen Reaction hcrvvr, die im Anfang dès Jahrhunderts, wie im übrigen Europa, so in Schweden sich dem oberflächlichen kosmopolitischen Geiste des vorigen Jahrhunderts cntgegcnstellte. DaS Zeichen zu dieser Reaction gaben in Dänemark der Dichter Oehlenschlâger, in Schweden der Dichter Anerbom, der Historiker Geiser, der Dichter Bischof Tegner. Atterbom gründete 1807 eine literarische Gesellschaft, die sich den bedeutungsvollen Namen Aurora gab, Im Jahre 1811 gründete Geiser und Tegner zu Upsala die „gothische Gesellschaft". Ihre poetischen und literarischen Erzeugnisse wurden von jener in einer Zeitschrift „Phosphoros*, von dieser in der „Iduna" veröffentlicht. Die Mitglieder dieser Gesellschaften, die eine nationale Begeisterung erfüllte, kamen zusammen, um'sich mitzutheilen und sich geistig zu fördern. Man sammelte die wesentlichen Züge deS scandinavischen Charakters in den localen Gewohnheiten, in den BolkSgesângen, in den Sagen der Landleute und rief die Schatten der alten scandinavischen Helden herauf. Als der berühmte dänische Philologe Rask 1812 nach Stockholm kam und hier seine beiden Eddas herauSgab, gab daS einen neuen Funken. Die drei alten nordischen großen Götter Odin, Thor, Freia wurden populär, sowie die Wikinge und die Helden der alten SagaS. Man erforschte die alten Rüneninschriften und die alten Manuscripte. Der poetischen Schule zur Seite unternahm eine historische Schule mühselige Forschungen. Auch in der Kunst erhob sich eine neue Schule. Man wollte eine scandinavische Kunst schaffen. Die Poesien Attcrbom's, das berühmte Gedicht Tegner'S, die Frilhivfssagc 1825, der erste Theil der Geschichte Schwedens von Geifer, die Dichtungen und Dramen Oehlenschläger'S nahmen immer mehr für die neue Idee ein und brachten den Scandinaven ihre Verwandtschaft $u lebendigem Bewußtsein. Man fand diese Verwandtschaft in der physikalischen Natur der Länder begründet, in den alten nordischen Mythen angedeuiet, in der Sprache und in der Geschichte ausgeprägt. Den ersten Ausdruck bekam der ScandinaviSmus, als 1829 in der Kathedrale von Lund Oehlenschläger von Tegner den Lorbeerkranz empfing und Beide sich in Gegenwart junger