Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frsnksurt, /^â
verbunden mit dem ANtsdlatt, Organ der hiesigen Staats- Hchörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage ^^W^M"
(Expedition; am Geistpförtchrn, SchlachthauSgasse 21).
JK 146. Dienstag den 23. Juni 1857.
AbonnemsntSpreis für^S halbe Jahr 2 fl. M?r. Tägliche Ausgabe außer MontagS- EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
lteberblèèke der GrergmW im WeSLeLe öer politischer» und materiellen J»»terefsen.
Frankfurt, 23. Juni. (Zur Situation). Die Maßregel einer Schließung der Kammersejsion in Belgien scheint nach der fortdauernd heftigen Sprache der klerikalen Blätter bis jetzt noch keinen versöhnenden Eindruck geübt zu haben. Je schroffer die beiden Parteien sich entgegenstchen, um desto mehr wächst das europäische Interesse der belgischen Angelegenheit. Ueberall siegreich wird die ultramontane Partei Alles aufbieten, jedes Zurückweichen zu vermeiden, zumal in einem Lande, wo sie für allmächtig galt. Ihre Organe in Belgien, welche schon seit mehreren Jahren eine antinationale Vorliebe für den französischen Imperialismus verriethen, treten jetzt mit offenen Angriffen gegen die Verfassung auf. Ebenso hat auch das UniverS in seiner letzten Auslassung, wo es sich unter der bekannten Bedingung der ultramontanen Partei auf die Seite der kaiserlichen Regierung stellte, daS Organ des regelrechtesten Conflitutio- naliSmus, daS Journal des Debats, zu den „revolutionären" Blättern gezählt. In der Sache der Donaufür sten th ümer dauert der lebhafte Kampf der österreichischen und französischen Regierungspresse fort. Der „Nord" erhält seine auch von andern Blättern gebrachte Nachricht, daß die österreichische Regierung sich über die von Preußen in der Sache der Donaufürstenthümer eingenommene Stellung beschwerend an die deutschen Regierungen gewendet habe, in der bestimmtesten Weise aufrecht. Diese Stellung der preußischen Regierung scheint sich aber nur auf die Aufrechterhaltung der freien Meinungsäußerung von Seite der rumänischen Bevölkerung, nicht auf die UnionS- frage zu beziehen. Ein klerikales Blatt hat kürzlich die Angelegenheit der rumänischen Fürstenthümer mit der der deutschen Herzogthümer in ursächlichen Zusammenhang zu bringen und den Schutz der deutschen Interessen jenseits der Elbe von Oesterreichs Vortheil an der Donaumündung abhängig zu machen gesucht. Es wird wohl solchen Spornes für die österreichische Regierung nicht bedürfen, zu der die öffentliche Meinung in Deutschland das Zutrauen hegt, daß sie im engsten Bündnisse mit Preußen handeln wird, wenn die holsteinische Frage zur Entscheidung kommt. Der Augenblick dazu scheint nicht gekommen, da nach den übereinstimmenden Mittheilungen des „Nord" und der „Allg. Ztg." die dänische Antwort nicht, wie telegraphisch von Kopenhagen,ge-