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der freien Stadt Franksart, ^^
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den /rnnhfnrter Nachrichten als Crtrabeilage If^liÉS
(Expedition r am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).
J£ 134. Dienstag den 9. Juni 1857.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 9. Juni. Ueber die StrikeS entnehmen wir einem längern Aufsatze der „Zeit" folgende Ausführungen: Die zahlreichen Arbeitseinstellungen, welche in diesem Frühjahr auf dem deutschen Arbeitsgebiet stattgefunden haben, erinnern daran, wie in Ländern, die seit Jahrhunderten durch politische Ereignisse getrennt sind, doch noch verwandtes Leben pulsirt. So haben die Handwerksgesellen in der Schweiz und in Belgien jenen Bewegungen, welche an vielen Orten der deutschen Bundesstaaten stattgefunden. sich angeschlossen, während in England, Frankreich und anderen Ländern die Arbeiterklasse gerade ziemlich ruhig sich verhält. Jene Erscheinung ist zum ersten Male bei uns in so zahlreichen Fällen aufgetreten und verdient daher eine nähere Untersuchung.
Worin liegen die Ursachen der Arbeitseinstellungen? Die gewöhnliche Antwort ist: in nicht ausreichenden Lohnverhältniffen. Der jetzige hohe Preis der Lebensbedürfnisse soll mit den Lohnsätzen nicht mehr in Uebereinstimmung stehen. Wir müssen gestehen, daß wir eine aufrichtige Freude empfinden würden, wenn die Geschichte der Volkswirthschaft uns durch die Thatsachen überzeugte, daß der Lohn sich nach dem Preise der Lebensmittel zu richten pflege; allein leider finden wir dieses Verhältniß durch die Erfahrung nicht bewährt. Die Arbeit gleicht vielmehr jeder anderen Waare, die im Preise steigt, wenn die Nachfrage sich vermehrt, und die im Preise sinkt, wenn das Angebot steigt. Nun lehrt uns die Erfahrung ferner, daß während der „sieben fetten Jahre" d. h. während einer Periode großer Wohlfeilheit der Lebensmittel, die Bevölkerung stärker und rascher sich vermehrt, sei eS durch erleichtertes Heirathen, oder wegen besserer Nahrung und Pflege der Kinder. Wenn nun nach einer solchen Periode die Preise der Bodenfrüchte wieder steigen und daher auch manche Rohstoffe sich vertheuern, welche zur Produktion dienen, dann wird letztere oft etwas eingeschränkt und die Nachfrage nach Arbeitern vermindert sich, ohne daß zugleich das Angebot von solchen abnimmt. Denn viele Leute verschieben in solchen Zeiten Ausgaben für gewerbliche und LuruSgegenstânde, damit ihre Mittel zur Beschaffung des Lebensunterhalts hinreichen, die gewerbliche Industrie, einen Ausfall verspürend, beschränkt ihre Produktion und entläßt Arbeiter, während noch dazu manche kleine Leute, die bei den gewöhnlichen Lebensmittelpreisen mitt dem, waS ihr ständiges Geschäft einbrachte, quSreichen, auch noch Nebenarbeit zu