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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

^ 127. Samstag den 30. Mai 1857.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 tr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EinrückungSgebühren: 6 fr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

MT Des heil. Pfingstfestes wegen wird das nächste dienstägige Intelligenz-Blatt erst Mittwoch ausgegeben und Inserate für dasselbe noch Dienstag Vormittag angenommen. Montag den zweiten Feiertag bleibt das Comptoir geschlossen.

UeberbLrâ der GreigmUe im Gebiete der politischen un- Materiellen Interessen.

Frankfurt, 30. Mai. Der Vorstand des Vereins für Handelsfreiheit hat kürz­lich einen Bericht erstattet, aus welchem wir die folgenden Stellen hervorheben: In Betreff der verhängnißvollen Stabilität, welche den Zollverein mitten unter dem Vorwärtsstreben der umgebenden Staaten und insbesondere auch Oesterreichs in den Fesseln eines veralteten Tarifs festgebannt hält und alle seine Conferenzen neuerdings immer wieder ohne nennenSwerèheS Ergebniß enden läßt, bemerkt derselbe: „Leider konnte eine solche Resultatlosigkeit nicht einmal überraschen. Denn ist jede Aenderung der ein­mal bestehenden Gesetzgebung schon durch die dafür erforderliche Einstimmigkeit aller seiner Glieder auf das äußerste erschwert, so schließt die Heimlichkeit, in welcher die Conferenz beräth und ihre Beschlüsse faßt, zugleich die einende Einwirkung der öffent­lichen Meinung aus. Bedurfte es aber für den ganzen wirthschaftlichen Unsegen der solcher Gestalt hervorgehenden Zustande noch eines eclatanteü Beweises, so hat ihn na­mentlich Preußen zu seinem Leidwesen an sich erfahren. Den wachsenden Bedürfnissen dieses Staates gegenüber sind die einen wesentlichen Theil seiner Einkünfte bildenden Einnahmen aus den ZollvereinS-Zöllen seit Jahren zurückgegangen, während eS am Tage liegt, wie durch eine Reform dieser Zölle ihre Ergiebigkeit sich in bedeutsamster Weise würde steigern lassen. Was Wunder, wenn sonach die preußischen Finanzen sich in die Lage des TantaluS versetzt und außer Stande, die nahe vor den Augen hangen­den Früchte einer Tarif-Ermäßigung sich anzueignen, genöthigt sahen, in drückenden Steuer-Erhöhungen Deckung für die Deficite der Zollvereins-Einnahme zu suchen!" Doch aber stimmt der Bericht keineswegs denjenigen bei, welche auf die glücklicheren Finanz-Resultate der österreichischen Zoll-Gesetzgebung Hinweisen und darin eine Em-