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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Franklurt, ^2 verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- ââ^^^ beworben, und den Frankfurter Nachrichttu als Extrabeilage |

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

^L 123. Dienstag den 26. Mai 1857.

AbonnementSpreiS für'S halbe Jahr 2 fL 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 29. Mai. (Engländer und Russen in Asien). Es ist eine sehr verbreitete Ansicht, daß die Engländer und Russen in Asien sich auf den Leib rücken, um hier einen Entscheidungskampf über ihre Weltstellung zu beginnen. Wenn man die Sache aber näher betrachtet, so findet man, daß die ethnographische wie die physische Natur einem solchen Kampfe unüberwindliche Hindernisse entgegengestellf hat. Zwar mag von den beiden Mächten ein solcher Kampf in Aussicht genommen sein, aber die objectiven Verhältnisse sind demselben entgegen, weil die beiden größten Weltmächte nicht dazu bestimmt sein können, sich gegenseitig aufzureiben, sondern erst noch wichtige Missio­nen auSzüführen. Alles spricht dafür, daß sie die Haupthebel find, den alten astatischen Kontinent in das Bereich der europäischen Civilisation hereinzuziehen, eine Arbeit, zu der Jahrhunderte erforderlich sein dürften. Rußland hat an dieser Aufgabe vom ersten Augenblick seiner eigenen Europäifirung gearbeitet, England hat sie erst deutlich erkannt, seit eS jenseits der atlantischen Gewässer seine Mission an die vereinigten Staaten abge­treten hat. Es ist hier nicht die Rede davon, waS die Völker in ihrem eigenen, stets egoistischen Interesse wollen, sondern davon, waS sie als Werkzeuge der Vorsehung müssen. Daher mögen immerhin die Motive, die den gegenwärtigen chinesischen Krieg entzündet haben, sich nicht rechtfertigen lassen vor dem Richterstuhle der abstracten Ge­rechtigkeit, die Folgen davon werden doch nur dem Plane der Vorsehung mit dem Men­schengeschlechte entsprechen. Aus diesem Grunde sind die neusten asiatischen Ereignisse auch für uns, die wir ihre mSchauplatze ziemlich fern stehen, von Bedeutung. Üebri- genS sind die Mächte, die sich dort regen, unsere Nachbarn, ein Umstand, der ihr Schick­sal mit dem unsrigen in die engste Berührung bringt. Hat doch ihr Gegensatz kürzlich erst ganz Europa mit dem blutigsten Kriege bedroht und uns eine Last von 30 Millio­nen ausgebürdet, ohne daß wir mit einem Manne ins Feld gerückt wären. Wenn wir auch jetzt nicht fürchten dürfen, wieder inS Spiel gezogen zu werden, so kann doch im fernsten Osten nichts mehr geschehen, ohne unsere Mitleidenschaft zu erregen, wäre eS auch nur durch den Geldcours, auf den auch an den deutschen Börsen die chinesische TheeauSfuhr, der Ertrag deS indischen Opium-Monopols und der Erfolg der britischen