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Intelligenz-Blatt der freien Stadt FrankM, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- M behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage

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(Erpeditisn: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

â 108. Donnerstag den 7. Mai 1857.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EinrückungSgebühren: 6 fr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Grergnisse im Gebiete der politische» und materieAen Interessen.

Frankfurt, den 7. Mai. Brod und Fleisch sind immer die hauptsächlichsten Nahrungsmittel, deren genügende Menge jedes Land durch eigene Produktion zu erzie­len suchen muß. Genügen die Vorräthe derselben nicht, so tritt Theuerung ein, und mangeln diese, so ist die Hungersnvth V - Dje Kartoffeln und die Gemüse helfen alleldings aus, können aber wenigstens ohne animalische Zuthaten nicht gedeihlich sein. Flüsse und Teiche liefern zwar reichlich schmackhafte Fische, aber die billige Benutzung derselben im frischen Zustande ist nur auf die an Flüssen liegenden Ortschaften beschränkt, und in der Industrie des Räucherns der Fische um sie zu transportiren ist man in Deutschland noch weit zurück. In Preußen kommen durchschnittlich auf jeden Einzelnen jährlich etwa 4 Scheffel an Getreide (also täglich V« Metze) und 35 Pfund Fleisch (also täglich- Vro Pfund) an Kartoffeln jährlich 5—8 Scheffel. Dies Quantum ver­theilt sich jedoch verschieden. Den Kindern wird weniger Fleisch gereicht und in den großen Städten ist nach den Resultaten der Schlacht- und Mahlßeuer der Fleischver­brauch bedeutender, so daß in Berlin, BreSlau, Köln, 80, 90, 100 Pfund auf den Kopf summen, dagegen in den kleinen Städten das Verhältniß von einigen 30 Pfund für den Einzelnen bleibt, sodann genießen die Wohlhabenderen mehr Fleisch als Mehlfabrikate (das feinere Backwerk abgerechnet) und Kartoffeln, während bei den Aermern, und zwar gerade in den großen Städten, das umgekehrte Verhältniß sich zeigt. Jene durchschnitt­lichen Quantitäten sind allerdings hinreichend zur Sättigung; aber, wie eS scheint, doch nicht hinreichend zur Erzeugung und Erhaltung eines kräftigen Geschlechtes. An Ge­treide kommt auch im südlichen Deutschland, in Frankreich und dem eigentlichen England durchschnittlich eine größere Quantität auf den Einzelnen-, im Fleischverbrauch übertrifft uns England. Man darf daraus jedoch nicht folgern, daß in Nord-Deutschland die Consumtion abgenommen hat, denn in unsern Gegenden wurde vor fünfzig oder hundert Jahren nicht mehr verbraucht, und an Getreide, wenn man den Nahrungsstoff der Kartoffeln als Getreide berechnet, sogar noch etwas weniger. Unsere jetzige Nahrung ist aber mannigfaltiger und schmackhafter als vor hundert, zweihundert, dreihundert Jahren, das Fleisch sogar besser, die Zubereitung der Speisen hat eine andere Gestalt