intettigenz-Blatt
der freien Stadt /ranMart,
verbunden mit best Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats
behörden, und den Frankfurter Nachrichten
(Expedition: am Geistpförtchen,
M 106. Dienstag den S. Mai
1857.
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Ueberblicke Her Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 5. Mai. Nachrichten aus Newyork vom 11. April setzen es jetzt außer allem Zweifel, daß die Regierung der Union keine gemeinschaftliche Sache mit England und Frankreich in China machen, sondern ihre eigene friedliche Politik verfolgen will, deren Grenzen sie nicht verlassen wird, wenn nicht Feindseligkeiten von Seiten der Chinesen sie hiezu zwingen. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Washington, General Cass, hat an den englischen Gesandten, Lord Napier, ein Schreiben gerichtet, worin er die Gründe auseinanverictzt, welche die R-gierun, btt Union bewegen, eine Mitwirkung gemeinschaftlich mit den beiden Westmächtrn in China zu verweigern; dies Schreiben hat er auch dem französischen und russischen Gesandten mitgetheilt. Der Hauptgrund, welchen der Staatssekretär ankührt, besteht in der Wichtigkeit, welche für die Bereinigten Staaten darin liege, ihr Übergewicht in der Welt geltend zu machen und eS zur Anerkennung zu bringen. Der Vortheil gebiete der Regierung der Unton, von diesem Uebergewicht in allen verschiedenartigen SchwierlgkAtcn^ vier sich. erheben könnten, unabhängig von jedem andern Einflüsse Gebrauch" zu machen. Herr Cais fügt hinzu, cs beständen übrigens so viele Streitfragen zwischen England und Amerika, daß der Augenblick noch nicht gekommen sei, um zwischen den beiden Nationen ein auch nur vorübergehendes Bündniß zu schließen. — Man kann kaum deutlicher sprechen, wie der alte nordamerikanische General. Wir wollen, sagt er zum Lord Napier, mit Euch nicht gemeinschaftlich die Chinesen bekriegen, weil zwischen uns so viele Streitfragen obwalten, daß wir selbst alle Tage untereinander in blutige Händel gerathen können. Ihr begreift doch wohl, Mylord, daß, indem wir noch immer uns km besten Zanke befinden, um die Monroe'sche Doctrin, die Seerechte der Neutralen, Central-Amerika, Honduras, Mosquiios und wie die Dinge noch weiter heißen, über die wir noch nicht einig sind, wir unmöglich mit Euch Arm in Arm nach China gehen und Euch helfen können, Eure Händel mit dem langzöpfigen Volk in's Reine zu bringen. Diese Antwort stand zu erwarten; doch ist man mit der getäuscht worden , welche Herr Buchanan auf die Sundzollfrage ertheilt hat. Er will an Dänemark 380,000 Dollar zahlen. Der Präsident verleugnet also hier den Grundsatz des Herrn Pierce, welcher die Erhebung des Zolles für eine