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Intelligenz-Blatt

der freien Stabt Kanksurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

M 102. Donnerstag den 30. April 1857.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EinrückungSgebührenr 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Greigniffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 30. April. (Castle-Garden.) Die deutsche Bevölkerung der nordamerikanischen Freistaaten beträgt gegenwärtig etwa 5 Millionen, also ein Viertheil der gelammten weißen Bevölkerung der Union. Von welcher großen Bedeutung dieses Verhältniß für die staatliche Zukunft Nordamerikas werden muß, ist schon mehrfach her­vorgehoben, besonders im Hinblick auf die großartige deutsche Einwanderung dorthin, welche 1854 allein 206,000 Deutsche nach der Union führten, fast die Hälfte der ge- sammten Einwanderung, die in jenem Jahre auf 460,474 Seelen stieg. Um nun die Ankomgienden nicht hütfloS dem Raub- und AuSsaugesystem der zu diesem Zwecke in den vereinigten Staaten organisirten Gesellschaften und Banden dauernd anheim fallen zu lassen sah sich 1847 die dortige Regierung zur Gründung einer Einwanderungsbe­hörde, der s. g. commissioners of emigration genöthigt, unter deren Aufsicht eine Em- PfangSstätte der Einwanderer Namens Castle-Garden*) in NewUork besteht ES war vorauszusehen, daß diese Einrichtungen zum Schutz der Ankommenden mit giftigem Haß von denen würden angefeindet werden, deren betrügerischer Erwerb dadurch verkürzt wurde. Außer den Angriffen der nordamerikanischen Zeitungen auf dieses Institut ist im vorigen Jahre aud) in Deutschland der Versuch gemacht worden, die Einrichtungen dieser Empfangsstätte und selbst die Bestrebungen der mit dem Castle-Garden in Ver­bindung stehenden deutschen Gesellschaft zu verdächtigen. Die preußische Regierung hat deshalb von ihrem General Consul einen ausführlichen Bericht über die Anstalt einge­zogen, da eS ihr nicht gleichgültig fein kann, ob diese Anstalt der Förderung, die ihr Seitens der europäischen Regierungen und der dem Auswanderungswesen gewidmeten philanthropischen Vereine zu Theil wird, würdig sei. Der eingegangene Bericht läßt keinen Zweifel darüber, daß die erhobenen Beschuldigungen unbegründet sind und von einer Partei ausgehen, die, lediglich von der Rücksicht auf ihren besondern Vortheil geleitet, der gedeihlichen Wirksamkeit des Castle-Garden wieder mit diesem Institute in naher Verbin­dung stehenden deutschen Gesellschaft Hindernisse zu bereiten sucht. Alle Anklagen gegen dasselbe find nach dem Berichte ersonnen im Interesse der Beförderungshäuser, ihrer Mäkler und Runner, sowie der Legion deutscher Wirthe, denen durch die Errichtung der Castle-