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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt /rankfnrt,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den Fraukstrttr Nachrichten als Extrabeilage |

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(Expedition r am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

JS 80 Samstag den 4. April 1857.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungögebührenr 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

HJöjBi0 Inserats aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können aufden b esten Erfolg rechnen, woraufbesonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Meffe aufmerksam gemacht werden.

Ueberblièke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 4. April. Den in Berlin adgehaltenen außerordentlichen Zollver- einsconferenzen, in denen die bekannten österreichischen Propositionen in Betreff gegen­seitiger VerkehrS-Erleichterungen, Ermäßigung der DurchganqSzölle u. s. w. zur Bera- chung gekommen, sollen im Anschluß an Art. 12 des Schluß-Protokolls zu dem Vertrage vom 19. Februar 1853 weitere Verhandlungen in Wien zwischen Commiffarien deS Zoll­vereins und der österreichischen Regierung folgen. Die Resultate der Berliner Con- ferenzen sind noch nicht bekannt, und Vermuthungen über den AuSgang der in Wien bevorstehenden Berathungen wollen wir nicht aufstellen, aber wir können uns nicht ver­hehlen, daß die Bestrebungen Oesterreichs, den Bestimmungen des Vertrags vom 19. Februar 1853 über Herstellung einer vollständigen Zolleinigung mit dem Zollverein vorgreifend, mindestens verfrüht erscheinen. Wenn es der österreichischen Regierung so ernstlich um diese Zolleinigung zu thun ist, so stehen ihr zur beschleunigten Herbeiführung derselben Mittel zu Gebote, die sie ganz zu übersehen scheint. Sie könnte ja zuvörderst ihren Tarif den Zöllen des Zollvereins gleichstellen, und überhaupt die innern Einrichtungen desselben in dem ganzen österreichischen Verkehrsgebiet zur Anwendung bringen. Die Durchführung einiger Tarif Ermäßigungen, wie dies im vorigen Jahr geschehen, kann nicht als eine genügende Vorbereitung betrachtet werden. Daß der deutsche Zollverein und an seiner Spitze Preußen Oesterreichs Gebieten und Interessen opferbereit entgegen­kommen sollte, liegt ganz außer dem Bereiche der Zwecke und der Entwickelung des deut­schen Zollvereins. Allerdings ist letzterer nicht auf ausschließlich nationalen Interessen bafirt und berechnet, jedenfalls doch aber darauf hin- und angewiesen, von fremden Staaten, welche sich nach einer Einigung mit ihm sehnèn, die ihnen mögliche Verzicht-