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-er freien Stadt Frankfurt, .
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankforter Nachrichten als Extrabeilage
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).
M 78. Donnerstag, den 2 April 1857.
Abonnementspreis für's halbe-Zahr 2 fl. 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 tr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.
tß<2$sr’ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Umgegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können aufden besten Erfolg rechnen, woraufbesonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 2. April. Man hat den dreißigjährigen Krieg früher in seiner Gesammtheit allzu xinseitig als Religionskrieg aufgefaßt und dann eben so einseitig seine ganze Entstehung auf unbotmäßige deutsche und ehrgeizige fremde Fürsten zurückzuführen gesucht. In Wahrheit behielt aber der Krieg bis über den Tod Gustav Adolfs hinaus vorherrschend den religiösen Charakter Allerdings spielten eigennützige diplomatische Umtriebe schon von Anfang des Krieges an gegen die befürchtete Uebermacht und Alleinherrschaft des Kaisers, besonders auf katholischer Seite, wo schon 1627 der glaubenseifrige Herzog von Bayern Unterhandlungen mit Richelieu anfing, um im Nothfall einen Rückhalt an Frankreich gegen die kaiserliche Uebermacht zu finden. (Gfrörer, Gustav Adolf S. 483). Ferner haderten schon 1622 — und doch auch nicht im Interesse des GlaubsnS! — Bayern und Spanien über den Besitz der Pfalz und der spanische Botschafter Ognate wirkte mit aller Anstrengung gegen die Verleihung der Kurwürde an Bayern. ES ist daher eine große Unbilligkeit, wenn die Zeitung „Deutschland" (24. März) nur auf protestantischer Seite eine Handlungsweise fordert, welche so hoch die Augen zum Himmel erhoben, daß sie über die vor ihren Füßen liegenden Hindernisse gestolpert wäre. Anders kann man es doch nicht nennen, wenn Gustav Adolf in die Reihe der Usurpatoren und ehrgeizigen Eroberer, denen die Rettung deS Glaubens nur ein leerer Vorwand gewesen sei, gesetzt wird, weil er nicht jede Vorsichtsmaßregel versäumte, welche bei seinem Eindringen in ein entferntes, durch stärkere Heere als das Seine geschütztes Land die Klugheit erforderte. Der Zutritt der deutschen Fürsten zum Bündniß mit Gustav Adolf forderte nicht weniger Muth, als der Abfall vom Rheinbund im Sommer 1813. Hier wie dort waren die kaiserlichen Heere