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Intelligenz-Blatt

der freie« Stadt /ranktart,

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Aachrichteu als Extrabeilage

(Erpedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

Jü 72. Donnerstag den 26. März 1857.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

^^* Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können aufden besten Erfolg rechnen, woraufbesonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Meffe aufmerksam gemacht werden.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. März. (Zur Situation). Seit der letzten Revolution kann Spanien zu keiner ruhigen Lage kommen, sondern wirft sich auf seinem SchmerzenS- bett umher. Wieder spricht man von einem neuen Ministerium, welches außer den in­neren unerfreulichen Zuständen auch noch die Last eines mexikanischen und chinesischen Krieges zu übernehmen hätte In Großbritannien gestalten sich durch Ruffel's Auf­treten die Aussichten, daß Palmerston im neuen Parlament die Mehrheit erlangen werde, immer günstiger und in der That arbeiten die Chinesen nach Kräften dafür, das Auf­treten der englischen Behörden nachträglich vor der öffentlichen Meinung Europas zu rechtfertigen. DaS vielgepriesene Musterland Belgien scheint daS zweite Vierteljahrhun­dert seines politischen Bestandes unter weniger günstigen Vorbedeutungen anzutreten. Auf den Rausch der glänzenden Feste folgt jetzt die Ernüchterung, da die Höhe der dafür ver­wendeten Summen in der Kammer Anstand findet. Wichtiger ist, daß die ultramontane Partei, über die Absichten des klericalen Ministeriums hinausgehend, den Prüfungszwang abgeschafft hat, obgleich der Zudrang zu den Studien und Aemtern eher eine Schärfung hätte veranlassen sollen. Ueberall da, wo eine Concurrenz zwischen Staats- und geistli­chen Unterrichtsanstalten stattfindct, in Oesterreich, Frankreich rc., hat der Clerus mit mehr oder weniger Glück gestrebt, seine Anstalten der Staatsaufsicht zu entziehen, weil dieselben die Forderungen des StaatS nicht erfüllen und also unter gleichen Verhältnissen mit den Anstalten des StaatS nicht concurriren können. Man nennt dies „Freiheit des Unterrichts", richtiger würde es „Freiheit der Unwissenheit" heißen. Ganz anders weiß der sardinische Staat den Ultramontanen zu begegnen und verdankt dieser Festigkeit großen Theils das Ansehen, dessen er in Europa genießt. Der beklagenSwerthe Con-