Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt,
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage
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(Expedition; am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffL 21).
â 48. Donnerstag den 26. Februar 1857.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt den 26. Januar. Durch die neueren Verhandlungen in der Neuenburger Angelegenheit ist noch keine Feststellung der gegenseitigen Forderungen erzielt worden; man hat sich vielmehr im Wesentlichen darauf beschränkt, den Weg zur Geltendmachung und Ausgleichung derselben durch Eröffnung einer Konferenz zu finden. Wie die Zeitungen melden, wird dieselbe im nächsten Monat in Paris zusammentreten. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Schweiz dabei vertreten sein wird, denn da daS Londoner Protokoll als Basis der Unterhandlungen dient, so find auch nur die Unterzeichner desselben nach Paris eingeladen. Die Beschlüsse der Konferenz werden der Schweiz mitgetheilt, wenn nicht die Konferenz selbst zur Abkürzung der Verhandlungen einen Schweizer Bevollmächtigten zulassen sollte. Man muß bei Beurtheilung der Sachlage vor Allem den Gesichtspunkt festhalten, daß die Hauptsache, nämlich die Anerkennung des Rechtes der preußischen Krone auf ReUenburg, be?ä reits im Jahre 1852 erledigt worden ist, und daß eS sich jetzt nur darum handelt, daS Verhältniß Neuenburgs zur Schweiz wegen der im Jahre 1848 vorgenommenen Verfassungsänderung zu reguliren. Es wird versichert, daß Preußen auf Grund einer entsprechenden Gegenleistung geneigt sei, für die Zukunft sein Souveränitätsrecht auf Neuenburg aufzugeben. Die Bedingungen, welche die preußische Regierung aufstellt, werden daher den wesentlichen Gegenstand der Berathungen bilden. Nachdem Preußen diese Streit- fiage vor das Forum der Großmächte gebracht hat, kann eS nicht die Initiative zu Separatverhandlungen ergreifen, welche die Streitfrage diesem Forum wieder entziehen »Erden. Die Anregung zu solchen Separatverhandlungen könnte lediglich von der Schweiz ausgehen, wenn man dort an geeigneter Stelle berücksichtigte, daß die Konferenz noch manche andere Frage von einschneidender Wichtigkeit für die Schweiz zur Sprache bringen kann. Ein derartiges Entgegenkommen hat aber von Seiten der Schweiz bis jetzt nicht stattgefunden; nebenher wird man sich erinnern, daß die Schweiz, und zwar auch derjenige Theil, den man als den Ausdruck der leitenden Persönlichkeiten des Er- lacher Hofes betrachten kann, mit einer verletzenden Schärfe und Bitterkeit jedes Eingehen auf die von Preußen zu stellenden Wünsche von vorneherein abgelehnt und zurück-