Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- H behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Ertrabeilage
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21).
Samstag den 21. Februar
1857.
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Ueb erblicke Her Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 21. Februar. (Die Bew egungen der Börsencourse und der StaatSkredit.) Seit den letzten drei-Jahren hat ein hier lebender national-ökonomischer Schriftsteller die Bewegung des BörsencourseS einiger der wichtigsten StaatSpapiere regelmäßig aufgezeichnet, und daS hieraus erwachsende Ergebniß am Schluß jedes Jahres in tabellarischer Darstellung übersichtlich geordnet.' In unserem papiernen Zeitalter ist eine solche Arbeit in mehrfacher Hinsicht von Interesse: einmal wegen der Wechselwirkung, in welcher gegenwärtig der Vörsencours mit d»n politischen Ereignissen steht, ferner alS Mittel, die Ursachen der zahllosen, auf jenem Gebiete hervortretenden Schwankungen kennen zu lernen, endlich aber auch in rein merkantiler Beziehung, d. h. um den spezifischen Werth eines Papieres oder vielmehr des Kredits eines Staats gegen den eines anderen abzuschätzen. In der durch das Bremer Handelsblatt mitgetheilten Tabelle für 1856 sind die 37» proz. preußischen Staatsschuldscheine und die 5proz. österreichischen Sllber-Mctalliques nach der frankfurter, die 3proz. englischen Stocks nach der londoner, die 3 proz. französische Rente nach der pariser und die russischen 4proz. Obligationen bei Hope nach der antsterdamer Notirung verzeichnet. „Schon der erste Blick auf die Tafel," sagt der die Tabelle erläuternde Artikel, „läßt das un- zewöhnliche Steigen aller Course in der zweiten Hälfte des Januar in die Augen swingen. Es ist die Morgenröthe der auftauchenden Friedenssonne, welche die froh- ockenden Fondsbörsen überstrahlt. In der ersten Hälfte des Januar sind alle Papiere noch unter dem vollen Druck des orientalischen Krieges. Nichtsdestoweniger wurden die feinsten Fäden deS Friedens damals schon gewoben. Am 16. Januar bringt der Tele- e plötzlich den staunenden Börsen Kunde von der vollkommenen Friedensgeneigtheit inds, und alle Papiere gehen mit rapider Schnelligkeit in die Höhe." Das gleichmäßige Fallen aller Papiere in der zweiten Hälfte des September erklärt der Verfasser sehr rationell durch daS ungewöhnlich hohe Steigen des Diskontos. Sobald dem dringenden Bedürfniß nach disponiblen Kapitalien abgeholfen war, fiel der Diskonto und alle StaatSpapiere gingen wieder in die Höhe. Zu bedauern ist nur, daß es dem Verfasser nicht möglich gewesen, die Diskontskala auf die nämliche Tafel zu verzeichnen, indem wir