Zntelligenz-Blatl der freien Stadt /raiiksnrt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).
J^ 40 Dienstag den 17. Februar 1857.
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Ueberbliâe der Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 17. Februar. In Hinsicht des persischen Krieges scheinen sich drei Thatsachen zu bestätigen, die in ihrem Zusammenwirken die gegründete Hoffnung erwecken, daß ein Friede demselben ein Ende machen werde. Die erste ist, daß Rußland nicht allein in Europa, sondern auch in Teheran thätig im Sinne seiner Erklärung ist, welche, wie bekannt, die Wiederherstellung des Zustandes der Dinge vor dem persischen Feldzuge nach Afghanistan verlangt. Die russische Erklärung hat, wie es scheint, in Teheran wie in London ihre Wirkung geäußert. Auf der andern Seite scheint eS sich ebenfalls zu bewahrheiten, daß der Kaiser von Rußland im caspischen Meere und an der Grenze von Persien die nöthigen Vorkehrungen getroffen habe, daß seine Erklärung, im Falle der Krieg eine größere Entwickelung annehme und England mit Waffengewalt Persien zur Annahme der Bedingungen deS Lord Redcliffe zwingen wolle, kein leeres Wort bleibe. Durch dies Verfahren hat der Kaiser Alexander dem Frieden von Mittel- Asien und Persien einen großen Dienst erwiesen. In Teheran konnte die Sprache des Ezaren, daß der Schah nur unter der Bedingung, er willige ein, in den Status quo ante bellum zurückzukehren, Beistand von ihm zu erwarten habe, nicht verfehlen, einen tiefen Eindruck zu machen. Ein Krieg, den der Schah allein gegen die Hülfsquellen und die Macht Englands, die es an den beiden Enden seines Reiches zu entfalten im Stande ist, hätte führen sollen, würde wahrscheinlich verhängnißvoll für sein Reich und seinen Thron geworden sein, wenn auch der Friede die ganze Gefahr für den Letzteren nicht beseitigen möchte, indem die unentgeltliche Aufgabe der Eroberungen eines siegreichen Feldzuges vielleicht dem Herrscher-Ansehn der KadjarS eine zu tiefe Wunde versetzt, als daß sie keine gefährlichen Erschütterungen in mehreren Provinzen zur Folge haben könnte. Die despotische Herrschaft erträgt nicht leicht einen solchen Schlag, ohne Schwäche in allen ihren Gliedern zu fühlen. Auf der andern Seite könnte die russische Erklärung in Londdn nicht unbeachtet bleiben, denn sie zeigt hinter dem persischen Krieg, in der Ferne den russischen. Uebrigens kann die Fortsetzung des Krieges England nur wenig einbringen; dagegen ihm große Verluste an Geld und Menschen zufügen. Es wird daher geneigt zum Frieden sein, sobald dieser ihm die Hauptbedingungen gewährt, die Räumung HeratS und