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Intelligenz-Blau der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Ertrabeilage

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21).

JS 28 Dienstag den 3. Februar 1857.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 fu Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 fr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

UeberbLLSe der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 3. Februar. Die Wichtigkeit, welche die in Berlin bevorstehenden Berathungen über weitere Verkehrserleichterungen zwischen Oesterreich und dem Zoll­verein für unsere Stadt haben, veranlaßt uns nochmals, auf diese Zusammenkunft zu­rückzukommen. Sie wird sich mit den österreichischen Vorschlägen, welche wir früher mit­getheilt haben, und welche „die Brücke sind, die zur vollständigen Zolleinigung im Jahre 1860 führen soll", zu beschäftigen haben. Es ist dabei zu bemerken, daß jede Abänderung der Zollgesetzgebung die Zustimmung aller Vereinsstaaten haben muß, Der zweite und sechste Vorschlag Oesterreichs ist ass- der wichtigste bezeichnet worden. Der zwÄtt Vorschlag verlangt die Annäherung des Zolârèknstanfs an das System des österreichi­schen, insbesondere hinsichtlich der Tarisirung der feinern und feinsten Waaren. Nun beruht aber der überwiegend schutzzölluerische Charakter des österreichischen Tarifs im Vergleich mit dem dcs Zollvereins hauptsächlich gerade auf jener Tarisirung nach dem Werthe statt nach dem Gewichte der Waaren Geht also der Zollverein zu der österreichischen Tarisirung über, so ist Gefahr vorhanden, daß dann vielleicht die jetzigen Zölle deS Zollvereins nur für die billigeren Waaren beibehalten, dagegen für die theuerern die höheren Zölle deS österreichischen Tarifs angenommen werden. Ja, ein solches Er­gebniß müssen wir nach den bei Reconstruction des Zollvereins gemachten Erfahrungen mit Bestimmtheit erwarten.

Unter den Zollermäßigungen, welche der sechste Vorschlag beantragt, ist die deS Zolles auf Wein entschieden der wichtigste. Wir waren nie für künstliche Auffütterung einer nicht dem Lande angemessenen Cultur, wie z. B. die Zuckerbereitung aus Runkel­rüben, durch eine auf den Konsumenten gelegte Verbrauchsteuer für Rohzucker, aber hier liegt doch ein anderer Fall vor. Der Weinbau ist da, wo er jetzt innerhalb deS Zoll­vereins in einiger Ausdehnung betrieben wird, nicht nur eine alte und naturwüchsige, sondern an vielen Orten, an Rhein und Mosel sogar, die einzig mögliche Cultur. Eine so fleißige, in den letzten Fehljahren, trotz alles Fleißes, in Noth gerathene Bevöl­kerung bedarf denn doch einiger Rücksicht, damit der beim Zollverband Preußens mit Hessen und Bayern eingetretene Nothstand an der Mosel nicht im ganzen Zollverein in höherem Maße sich.wiederhole.