Intelligenz-Matt
der freien Stadt Frankfurt,
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21).
J£ 18. Donnerstag den 22. Januar 1857.
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Ueberbliâ der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 22. Januar. Die Verhandlungen itn Schweizer Stände- und Nationalrath, welche jetzt genau bekannt werden, bieten zu mancherlei Betrachtungen Veranlassung. Vor Allem zeigt sich auch hier die Unzweckmäßigkeit einer öffentlichen Verhandlung auswärtiger Angelegenheiten. Der Natur der Sache nach ist nichts aufregender als diese Verhandlungen; nirgends ist »ötbiger, seiner Verantwortlichkeit, des Wortlauts der Verträge, der Gebote politischer Nothwendigkeit eingedenk zu sein. Auf all dies kann die Gegenwart einer aufgeregten Zuhörerschaft, welche weder die Verantwortlichkeit noch die Sachkenntnis theils noch auch in das Verständniß der diplomatischen Sprache eingeweiht ist, nicht fördernd wirken, nur zu leicht vermag ein feuriger Redner die Leidenschaft so weit zu steigern, daß die Galerie geräumt werden muß, wenn die Versammlung nicht vorzieht, nach dem Beifall der Galerie zu trachten. Beides spricht gleich sehr gegen diese Art der Behandlung. Wir wurden nicht nur durch manche Vorgänge auf der Galerie des Erlacher- Hofs an die Paulskirche erinnert, sondern durch noch etwas anderes. Bekanntlich ging die Opposition gegen den Waffenstillstand von Malmoe besonders von Binnenländern aus, nicht von den Küstengegenden, welche durch die Blokade die Hauptlast des dänischen Krieges zu tragen hatten. In ähnlicher Weise sind es jetzt die Genfer und Waadtländer, welche durch Volksversammlungen, Adressen und Trauerzerchen ihre Aufregung über die bedingungslose Freigabe der Gefangenen kundgeben. Freilich sind sie „weit vom Schuß", während die Schaffhausener und Basler in der fri-blichen Lösung durchaus keinen „Schandfleck der Schweizerzeschichte" zu finden scheinen. Diese Aufregung der heißblütigeren Welschen erscheint übrigens ungefährlich, indem erst vor wenigen Monaten Waadt gegen die Centralbehörde wegen der Eisenbahnfrage in ähnlichem, jetzt längst verloschenem Strohfeuer aufgelodert ist. Noch eine dritte Erinnerung an die Paulskirche ist Herr Carl Vogt. Auch ein republikanisches Gemeindewesen ist ihm noch viel zu con- servativ und auch hier steht er vereinzelt r von allen namhaften Politikern der Schweiz steht nur Herr Fazy auf seiner Seite, welcher überhaupt jeden rechtlichen Anspruch der preußischen Krone auf Neuenburg leugnet, worüber denn freilich nicht zu rechten ist. Werfen wir schließlich einen Blick auf die Bedingungen, unter denen Preußen Neuenburg frei zu geben sich bereit erklärt hat und welche Herr Vogt für unannehmbar erklärt, so ist he Hauptfach-