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Intelligenz-Blatt ta sreirn Stadt Makstrt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage,

—--«9WS8»--

(Expedition: am Geiflpförtchen, Schlachthausgasse 21).

M 4 Dienstag den 6. Januar 1857.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 fr. Tägliche Ausgabe außer MontagS. EinrückungSgebühren: 6 fr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblieke -ex Ereignisse im Gebiete -ex politischen und matexiellen Jytexessen.

Frankfurt, den 6. Januar. Ueber den Stand der Neuenburger Frage gibt, folgende Depesche Auskunft, welche der Ministerpräsident, Freiherr v. Manteuffel, unter dem 28. v. M. an die königl. preußischen Gesandten in Paris, London, Wien und St. Petersburg gerichtet hat:

Herr Graf rc. — Durch meine Depesche vom 8. d. M. hatte ich die Ehre, E. E. von der Stellung Kenntniß zu geben, welche der König, unser erhabener Gebieter, in der Neuenburger Frage anzunehmen entschlossen ist. Seitdem haben die militärischen Maßnahmen, deren ich damals erwähnte, ihren Fortgang genommen, und schon seit mehreren Tagen würde es nach den Einrichtungen des preußischen Heeres angemessen gewesen sein, zur Mobilmachung der von Sr. Majestät zu diesem Zwecke bezeichneten Truppentheile zu schreiten. Sr. Majestät, unser erhabener Souverain, hat, indemÄller- höchstderselbe mit Ruhe und Entschlossenheit die Bahn verfolgt, die Er sich vorgezeichnet, dennoch in hoher Weisheit noch einstweilen vermeiden wollen, Maßregeln zu übereilen, deren unmittelbare Wirkung dahin gegangen wäre, eine wesentliche Aenderung der Lage herbeizuführen, in welcher sich die Angelegenheit zur Stunde befindet, aus welcher sie jedoch im Augenblick der ausgesprochenen Mobilmachung heraustreten würde. Bis dahin wollen Se. Majestät mit der vorgängig und ohne Bedingung zu gewährenden Freige- bung der Neuenburger Gefangenen nach Niederschlagung des gegen sie angestrengten Verfahrens Sich begnügen. Ge. Majestät sind bereit, sobald die Freigebung erfolgt ist, auf Verhandlungen über die Zukunft des Neuenburger Landes einzugehen, und die Mäßi­gung ohne Gleichen, welche Se. Majestät bisher in dieser ganzen Angelegenheit bewiesen haben, wird sich nicht verleugnen, wenn die europäischen Großmächte es an der Zeit erachten werden, mit Vorschlägen hervorzutreten, welche sich gleichmäßig dessen, der sie macht, wie dessen, der sie annimmt, würdig erweisen. Dagegen ist die Lage nach einmal ausge­sprochener Mobilmachung nicht mehr dieselbe. Wer irgend mit unseren militärischen Einrichtungen vertraut ist, weiß, daß auf diesen von der Armee heiß ersehnten Befehl eine schnelle Action folgen muß und daß dann w.der die Würde noch das Interesse Sr. Majestät gestatten könnte, auf halbem Wege stehen zu bleiben. ES leuchtet ein, daß in