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der freies Stadt Frankfurt, verbunden mit dem ZMiLdlatt, Organ der hiesigen Staats- drhörden. und den /reokferkr Nachrichten als Extrabeilage

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

^N 1. Donnerstag den 1. Januar 1857,

Beim Jahreswechsel 1837»

Rasch flieht die Zeit, — Sekunde um Sekunde Eilt in das Lager der Vergangenheit.

Von allen Flüchl'geu auf dem Erdenrunde Bleibt doch das Flüchtigste die edle Zeit; Nie raken ihre pfeilgeschwinden Flügel, Gar schnell vorüber zieht des Lebens Traum Und von der Wiege bis zum Todtenhâgel, Wie karg gemessen ist der kurze Raum.

Auch setze ist wieder eines von den Jahren Zu seinen ältern Brüdern hingeeilt.

Und während seiner kurzen Herrschaft waren Uns Freud' und Leid abwechselnd zugetheilt.

Es brachten uns die Tage manche Rosen Doch auch qn Dornen mangelte es nicht; Bald schreckte uns der Stürme wildes Tosen, Bald strahlte wieder gold'nes Sonnenlicht.

Sein Amt hat auch in dem entschwund'nen Jahre Der düst're Todesengel ausgeübt Und manches Haupt gebettet auf die Bahre, Von dem der Abschied innig uns betrübt.

Wir rufen heute den geliebten Tobten Ein: „Ruhet sanft!" aus vollem Herzen zu; Ein Segenswunsch sei ihnen bargeboten, Nichts störe ihre stille Grabesruh'!

Doch nicht nur Kummer, nein, auch manche Freude Hat uns das hingefchied'ne Jahr verlieh'n.

Wir lassen all' die schönen Stunden heute Im Geist an unserm Blick vorüberzieh'n. Und huldreich auch hat des Geschickes Walten Erwiesen sich dem theu'ren Vaterland; Eâ blieb der Frieden glücklich uns erhalten, Um Fürst und Volk zog sich ein festes Band.

Die Kriegsgefahren sahen wir verschwinden Und was auch drohend noch erscheinen mag Im Frieden wird es endlich Lösung finden, Ist auch die Hand am Griff zum blut'gen Schwertesschlag. O mögen sich die Welter bald verziehen Die ob dem Alpetilande drohend steh'n.

Und Friede sei auch ferner uns verliehen Und Allen blüh' erwünschtes Wohlergeh'u!

So laßt uns denn mit frischem Lebensmuthe, Mit Hoffnung treten in das neue Jahr! Voll Dank genießen wollen wir das Gute, Daâ es in seinem Lauf uns bietet dar, Und männlich werde jede Last getragen, Die uns des Schicksals Fügung auferlegt; Richt nur in Hellen, auch in trüben Tagen Sei stets von uns ein heit'rer Sinn gepflegt.

Willkommen, neues Jahr! Sei uns gewogen! Beschwer' uns Alles, was uni heilsam ist, Auf baß du noch, wenn du hinweggezogen, Ein für uns stets erinnerungsreiches bist!

Erfüllung wallst du unsrem Wunsch gewähren, Du, frischer Pulsschlag einer neuen Zeit!

Aus zarten Keimen bilde gold'ne Aehren, Dir, junges Jahr, sei unser Gruß geweiht!