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Freitag, den 24. Dezember 1897

24. Jahrgang

rrstbemt täglich, e. Ausnahme der tonn- uitb Seiet« aoe. Hierteljährl ß«j»gspret«

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mit AnterHaktungs Aeilage „Sterne und Akumm"

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»f< Weihnachten!

Wo ist ein Herz, das sich völlig dem Zauber dieses an still-beseligender Freude so unendlich reichen Festes entziehen könnte! Gewiß gibt es Viele, die nur dem Namen nach oder überhaupt nicht Christen sind und doch das schöne Weih­nachtsfest wenigstens im Kreise der Familie feiern, hauptsächlich nur, weil es die Kinder so schmerz­lich entbehren würden. Aber auch sie werden sich dabei kaum gänzlich einer glücklichen, mit Wehmuth und hoffentlich auch mit Reue gepaarten Erinnerung an eine gläubige Kindheit, und, wenn auch unbewußt oder mit Sträuben einer gewissen religiösen Einwirkung entschlagen können. Und Mancher, dessen Herz tobt geworden ist, wird er nicht fühlen, wie ein brennender Schmerz über das Verlorene die Leere seines Innern ausfüllt? Selig aber, wenn der Glaube erhalten blieb, selig und glücklich, mag ihm auch die Armuth manche äußere und weltliche Freude an diesem Tage versagen. Selig aber auch diejenigen, die" mit Glücksgütern gesegnet, an diesem gebe­frohen Feste auch jener Armen gedenken und ihnen Barmherzigkeit erweisen.

Woher kommt diese hehre Weihnachtsfreude? Der Christbaum in all seinem Schmuck und Lichterglanz, der Tisch voller Gaben, sie sind doch nicht die Ursache, sondern nur der Ausdruck und Ausfluß — so innig und herzerfreuend sie auch sind — dieser heiligen Freude, denn diese Freude gedeiht auch bei jenen Völkern, deren Sitte den Christbaum und die Weihnachtsgeschenke nicht kennt, und wo die Freude sich vielleicht auch einen anderen Ausdruck geschaffen hat. Nein, einzig und allein die religiöse Bedeutung des Tages gibt ihm seine festliche Weihe; in der Christnacht war es ja, wo das Wort ist Fleisch geworden aus Maria, der Jungfrau. Der Lichterglanz des Christbaumes, der in dunkler Winternacht sich entzündet, ist nur das Sinnbild für das Licht der Welt, das in die Finsterniß und in die kalte Nacht einer der Sünde und dem Wahnglauben verfallenen Zeit erleuchtend und erwärmend vom Himmel herab gekommen ist. Nach dem bangen Harren der Adventszeit feiern wir die Vereinigung der göttlichen mit der menschlichen Natur in dem Gottmenschen und Erlöser Jesus Christus, ein Geheimniß, groß und wunderbar, „den Heiden ein Aergerniß", aber süß und friedvoll jedem Menschen, der guten Willens ist. Mag der seichte Dünkel einer gedankenlosen „Aufklärung" über diesen „Kinderglauben" lächeln, aber darum ist unb bleibt boch wahr, baß ohne biefen Glauben fein Glück auf unb über ber Erbe zu finden ist; bleibt es boch eine unumstößliche Thatsache, daß Christus, der menschgewordene Gottessohn, der Mittelpunkt ber Weltgeschichte ist, um welchen alle Ereignisse sich drehen, in welchem unb burch welchen bie großen Welträthsel allein ihre Lösung sinben.

Unb stäube es wahrlich nicht besser um bte Welt, wenn sie biese große Wahrheit anerkennen unb bemüthig anbetenb nieberfnieen möchte vor ber Krippe zu Bethlehem, in welcher das göttliche Kind ruht, seine Arme liebevoll nach allen Men­schen ausstreckend, und vor dem Tabernakel, wo es noch heute und allzeit unter uns weilt, bereit und voller Sehnsucht, allen Sterblichen seine Gnadenschätze mitzutheilen? Wie anders könnte dann Manches sein! Wie viel Gleichgiltigkeit und Mißachtung gegen die Armen, wie viel Neid und Haß gegen dle Reichen, wie viel gegenseitige Feindseligkeit und Lieblosigkeit unter den ver­schiedenen Klassen und Ständen würde dann im Keime erstickt durch die Gluth der göttlichen, der Nächstenliebe! Ist nicht die moderne Welt, wo alle diese Wunden im engsten Zusammenhang mit der Abkehr von Gott eiternd am gesellschaft­lichen Körper fressen, ein lebendiger, ein unwider­leglicher Beweis für die dringende Nothwendig- feit des christlichen Glaubens auch für die irdische Wohlfahrt der Völker?

Und wenn wir, die wir das Glück haben, in diesem Glauben zu leben und zu sterben, wahr­haft das Gebot der Nächstenliebe erfüllen wollen, dann müssen wir Mitleid, warmherziges Mit­leid mit den Unglücklichen fühlen, die den Stern von Bethlehem nicht sehen, und dieses Mitleid dann auch bethätigen, indem nur alle, rote und wo wir es vermögen, als wahre Lichtträger, als Träger der echten, der christlichen Auf­klärung auch tobte. unb dunkle Herzen zu er­leuchten unb zu erwecken suchen, damit das Licht immer mehr die Finsterniß durchdringe und Über­wältige. Auch das gehört dazu, wenn wir der Ehre Gattes, der wir mit den Engeln in der Christnacht lobsingen, nicht nur mit dem Munde, , andern auch mit ber That unb Wahrheit bienen,

unb bamit zugleich für uns unb unsere Mit­menschen bie halbe Verheißung oerbienen wollen: Friebe auf Erben den Menschen!

Wochen-Rnndschau.

(Nachdruck »erbeten.)

Berlin, 22. Dezember.

Am 16. Dezember hat der Kaiser den Fürsten Bismarck in Friedrichsruh besucht, ust an demselben Tage, an dem er zum letzten­mal Gast des ehemaligen Reichskanzlers m Friedrichsruh war. Dies war vor zwei Jahren, und damals machte ber Kaiser ben Abstecher von Altona aus, wo er ben Generalquarüer- meister Grafen Walbersee aufgesucht hatte. Dies­mal war es ein ganz befonberer Anlaß, ber ben Kaiser nach der Wasserkante geführt hatte: es aalt, Abschied zu nehmen von seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, der mit seinem Geschwader nach China absegelte. Schon die Ereignisse vorher hatten gezeigt, daß der Draht zwischen Friedrichsruh und Berlin wieder angeknüpft war; und namentlich die ganz besonderen Aufmerksam­keiten, die dem Hause Bismarck bei dem Stapel­lauf des neuen Panzerkreuzers „Fürst Bismarck" erwiesen wurden, hatten dies zu erkennen ge­geben. Der Fürst hat sich erkenntlich gezeigt für bie Ehren, bie ihm angethan würben. Er hat bem neuen Marinestaatssekretär Tirpitz bei ber ersten Lesung ber Flottenvorlage im Reichs­tage in einem befonberen Schreiben mitgetheüt, baß er ganz unb gar mit ber Flottenvorlage ber Regierung einverstanden ist. Für viele Leute ist bie politische Ansicht bes Fürsten Bismarck maß- gebenb, unb ba biese vielen Leute gerabe ben- jenigen Kreisen angehören, auf beten Flotten­begeisterung bie Regierung vor allen Dingen rechnete, so mußte ihr bie Beistimmung des Alt­reichskanzlers zu bem neuen Flottenplane sehr wichtig erscheinen. Nun hat sie biese Beistimmung. Aber trotz aller Schönfärberei der Regierungs­blätter kann man heute burchaus nicht behaupten, daß bie Aktien ber Flottenvorlage so sehr gut stäuben. Erst vor wenigen Tagen hat Herr v. Plötz, ber Präsibent bes Bunbes ber Lanb- wirthe, in einer Versammlung zu Graudenz be­kannt gemacht, baß er einer von denjenigen Kon­servativen ist, bie sich in ben Flottenbewilligungen nicht gleich auf sieben Jahre hinaus binben lassen wollen, bie also Gegner bes Septennats sinb. Unb kurze Zeit vorher hat einer ber angesehensten bayerischen Centrumsabgeorbnen, Dr. Pichler aus Passau, in einer Versammlung bie Erklärung abgegeben, daß das Septennat in ber Flottenvorlage unannehmbar sür ihn ist. Was Dr. Pichler barüber benkt, bas werben ohne Zweifel noch viele anbete Centrumsabgeorbnete auch benfen. Aber bie Regierung erklärte, baß sie gerabe auf biese gesetzliche Binbung auf sieben Jahre sehr viel Werth legt; unb noch in ben allerletzten Tagen schrieb die offiziöse ,Norb. All­gemeine Zeitung': „Man meint, baß es ben Wünschen ber überzeugten Anhänger ber Ent­wickelung unserer Flotte genüge, wenn nur bie Forderungen des nächstjährigen Etats särnrntlich ober in ber Hauptsache genehmigt würben. Welche Verkennung ber mit bem Gesetz verfolgten Ziele! Das Flottengesetz will bie Entwickelung ber Flotte auf vernünftiger, organisatorischer Grundlage ge­setzlich festlegen. Das ist ber Zweck, unb dem­gegenüber tritt die einmalige Bewilligung der jährlichen materiellen Forderungen als etwas Nebensächliches in den Hintergrund." Für den Fall, daß kein Mittelweg gefunden wird durch Zugeständnisse der Regierung in diesem Punkte, kann man heute sich noch gar nicht vorstellen, wie etwa eine Lösung dieser Meinungszwiespalte angebahnt werden könnte.

Noch viel weniger günstig sind die Aussichten -der Vorlage über bie Reform bes militärischer» Strafprozesses. Gegen diese hat sogar ein Mitglied des Bundesrathes, der bayerische Ge­sandte Graf von Lerchenfeld-Köfering, offen im Reichstage Verwahrung eingelegt; und Redner fast aller Parteien hatten bei der ersten Lesung ber Vorlage ganz erhebliche Bebenken gegen biese. Die gründlichste und sachlichste Kritik des Gesetz­entwurfes gab die Rede des Abgeordneten Gröber vom Centrum, unb dieser bezeichnete namentlich die mangelhaften Bestimmungen über bie Ver­teidigung des Angeklagten im militärischen Strafverfahren als unannehmbar für bie Centrums­partei. Der Rebner ber Konservativen, ber Ab- georbnete v. Puttkamer-Plauth, sagte es offen heraus, baß bie Konservativen bie Vorlage am liebsten gar nicht gesehen hätten, unb schon ist in ber Presse bie Vermuthung aufgetaucht, baß auch bie Regierung gar nicht ungehalten fein würbe, wenn aus bet ganzen Sache gar nichts würbe unb alles beim Alten bliebe. Der preußische Kriegsminister v. Goßler, ber boch als Fachminister gerabe bie Vorlage empfehlen sollte, tdat dies in einer so sonderbaren Weise,

daß man ebenso gut sagen kann, er that es gar nicht. Wenigstens stellte er die Behauptung auf, „daß die Armee sicherlich wenig Freude an dem Entwurf habe." Wir vom Centrum haben das gute Vertrauen zu unseren Vertretern im Parlamente, daß sie, wie stets sonst, so ganz besonders diesen beiden Gesetzentwürsen gegenüber als feste und unbeugsame Wahrer der volksthümlichen Interessen sich von neuem bewähren werden. Bis zur Entscheidung darüber aber müssen wir unbedingt noch ein wenig Geduld üben. Denn vor dem Ablaufe von acht Wochen wird an eine Entscheidung nicht zu denken fein. Die Flotten­vorlage ist bekanntlich zur Vorberathung an die Budget-Kommission des Reichstages verwiesen worden. Für den Entwurf über ben militärischen Strafprozeß soll eine befonbere Kommission ge­wählt werben, wenn ber Reichstag am 11. Januar zu weiteren Berathungen sich roieber versammelt haben wirb. Im Januar will ber Reichstag seine Berathungen zunächst mit der Novelle zur Civil- prozeß-Ordnung beginnen.

Wie die Dinge in Khma sich entwickeln werden, ist vorläufig nicht abzusehen. Eines steht fest: daß Deutschland und Rußland im Ein­vernehmen mit einander handeln. Und auch daran ist wohl nicht zu zweifeln, daß der deutsche Zug nach China nicht nur deswegen unternommen worden ist wegen der Ermordung der beiden Missionäre: es handelt sich um Pläne, welche von langer Hand geplant waren, und da bie Er- morbung ber Missionäre ebenfalls ein bewaffnetes Auftreten Deutschlanbs an ber chinesischen Küste erforberte, würben beibe Zwecke mit einanber verbunben. Deutschlanb unb Rußlanb waren zuerst am Platze mit Kriegsschiffen, Deutschlanb in Kiautschau unb Rußlanb gegenüber in Port Arthur. Englanb unb Japan aber wollen mit Flotten-Abtheilungen in bem Hafen Wai-hei-wai — „überwintern". Natürlich f)anbett es sich nicht bloß um bas Ueberrointern. Aber bie in einigen Blättern auf getauchte Auffassung, baß es sich schon jetzt um eineAuftheilung von China hanbele, schießt sicherlich auch über bas Ziel hinaus.

Ein schwerer Verlust hat den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe getroffen: bie Iürssi« Marie ist am 21. Dezember in Folge einer Lungenent- zünbung rasch gestorben. Sie empfing bie heil. Sterbesakramente unb war trotz bes unvermuthet raschen Verlaufes ber Krankheit wohl vorbereitet auf ben Tob. —'Das in ber Presse von Neuem aufgetauchte Gerücht, ber Reichskanzler fei arnts- mübe, ist an halbamtlicher Stelle in so nach­drücklicher Form als falsch bezeichnet worden, daß man dieser Versicherung wohl glauben unb bie Gerüchte von seinem Rücktritte für falsch halten muß.

Die preußische evangelische Generalsynobe hat vor einigen Tagen ihre lang ausgedehnte Ver­sammlung geschlossen. Die Synode hat durch einen Mehrheits-Beschluß auch eine Kundgebung gegen das Duess beschlossen. Aber die Kund­gebung leidet sehr an Unbestimmtheit und Ver­schwommenheit, daß wir uns des Urtheils nicht enthalten können: die preußische Generalsynode hat in ihren Ansichten junkerliche Herrenmoral und junkerlichen Dünkel mit den Lehren des Christenthums in höchst bedenklicher Weise ver­quickt, so daß es wohl besser gewesen wäre, über­haupt keine Resolution gegen das Duell zu fassen.

Am 21. Dezember ist der öayerische Land­tag in die Weihnachtsferien gegangen. Vorher hat bie Abgeordnetenkammer bas wichtigste Gesetz ber gegenwärtigen Tagung, ben Gesetzentwurf über bie ©runbentlaftung ober bie sog. Bob en- zins-Vorlage, nach schneller Erlebigung ber Spezial-Diskusston in ber im Ausschüsse zustande gekommenen Form angenommen. Die An­nahme erfolgte mit 140 Stimmen. Nur sechs Abgeorbnete stimmten gegen bie Annahme. Es sinb bie vier Sozialbemokreten unb Dr. Sigl unb Dr. Ratzinger. Daß Dr. Ratzinger mit Nein, bagegen sogar Wieland mit Ja stimmte, rief großes Aufsehen hervor. Am Zustandekommen des Gesetzes gebührt das, Hauptverdienst dem Centrum, ein nicht geringer Theil davon bem aus seinen Reihen entnommenen Bobenzinsrefe- renten, btm Abgeordneten Pfarrer Kohl. Letzterer wirb jetzt noch, um in volksthümlicher Form sach­liche Aufklärung zu geben, eine kleine Schrift über ben Bobenzins herausgeben. Jetzt fehlt noch bie Zustimmung ber Kammer ber Reichs- räthe. Man hofft, baß auch diese ihre Zustim­mung geben wird. . .

Das «ene italienische Kaöinet Rudrnr ist, kaum gebildet, mit knapper Noch am 20. Dez. in der Deputirtenkammer einer Niederlage ent­gangen. Eine von der Regierung zurückgewiesene Tagesordnung wurde bei zehn Stimmenthaltungen mit nur 200 gegen 184 Stimmen abgelehnt. Da bie Minister unb UnterftaatSfetretäre an ber Ab­stimmung theilnahmen, muß bieser Sieg bes Kabinets sehr zweifelhaft erscheinen, unb es kann nur als Schönfärberei bezeichnet werden, wenn behauptet wird, daß man „in parlamentarischen

Kreisen die Abstimmung trotz des geringen Stimmen­unterschiedes deshalb für sehr bedeutsam halte, weil es sich dabei um einen Angriff aller ver­einigten gegnerischen Gruppen handelte." Darin liegt gerade die Gefahr für das Ministerium, daß es von mehreren Seiten zugleich angegriffen wird.

Auf den ^Hikippinen-Insek« ist es endlich zum Frieden zwischen den Spaniern und ben Rebellen gekommen. Seit dem 25. Nov. — so wird berichtet — wurde die Unterwerfung des Führers der Aufftändischen Aguinaldo als sicher angesehen, da Aguinaldo seine Sache selbst für verloren hielt. Er bat um Gnade für sein Leben und das seiner Gefährten, versprach Waffen und Munition auszuliefern und die Oberhoheit Spaniens anzuerkennen. Ferner wurde versprochen, sich nicht mehr gegen die spanische Herrschaft auflehnen zu wollen. Die spanischen Behörden nahmen diese Bedingungen an. — Nicht so gut steht es um Cuba. Dort gilt, wie vorauszu- fehen war, unter dem neuen General Bianco trotz der ehrlich gebotenen Selbständigkeit für die Insel ziemlich genau dasselbe Spiel, wie unter feinem Vorgänger. Stets neue Siegesmeldungen unb stets neue Ankündigungen, baß nun bie völlige Unterwerfung ber Rebellen unmittelbar bevorstehe — unb in Wirklichkeit bauert ber Aufstanb fort. Jetzt ist eine neue Verwickelung burch bas Auf­treten der Kriegsflotte der Vereinigten Staaten im Golf von Mexiko hinzugekommen. Die fpanische Regierung mag noch so sehr betheuern, daß sie darüber keine Beunruhigung empfinde: die Thatsache bleibt bestehen, daß die Nachbar­schaft der amerikanischen Flotte den Kubanern die Widerstandskraft steigert, und schon kommt die Nachricht, daß spanische Schiffe von den Ameri­kanern beschlagnahmt seien. Niemand wünscht es. Aber man darf sich ber Thatsache nicht ver­schließen, baß bie Folgen sehr ernst werben können!

Lircherckalen-er.

Sonnabend,25. Dezember. Erinnerungstag der Geburt des Weltenheilandes Jesus Christus aus Maria, der allers. Jungfrau. Die Zeit dieses weltbewegenden Ereignisses ist wahr- cheinlich das Jahr 750 oder 749 nach Roms Er­bauung, also etwa das Jahr 3 oder 4 vor unserer jetzigen christl. Zeitrechnung. Am heutigen Tage wird das Weihnachtsfest schon seit der Mitte des 4. Jahrhunderts von der Gesammtkirche gefeiert.

Sonntag, 26. Dezember. Stephanus, Erz- martyrer. Nach seinem Uebertritte zum Christenthum ward er von dessen Geist in besonderer Weise durch­drungen, sodaß er bald zu einflußreicher und ange- ehener Stellung gelangte. Er wurde mit wenigen anderen zum Vorsteher des Armenwesens erwählt und zum Diakon geweiht. Als gewandter Vertheidiger und Prediger des christlichen Glaubens hatte er unter den Juden eine starke Gegnerschaft, der er schließlich zum Opfer fiel; er starb als erster Blutzeuge des Christenthums.

Montag, 27. Dezember. Johann es, Apostel. Geboren am See Genesareth als Sohn des Zebedäus, trat er mit seinem Bruder Jakobus unter den ersten zu den Jüngern des Heilandes. Dieser liebte und be­vorzugte ihn wegen seiner Herzensreinheit im beson­deren Maaße. Nach der Sendung des heiligen Geistes iredigte Johannes in Kleinasien, zumal in Ephesus. In der Verfolgung des Kaisers Domitian würbe er nach Rom geschleppt, und als man ihn vergebens in redendem Oele zu tödten versucht hatte, nach der Insel Patmos verbannt. Hier schrieb er die geheime Offen­barung. Später kam er nach Ephesus zurück und leitete die dortige Kirche bis zu seinem Tode (um 104).

Gottesdienstordnung in Fulda.

S a m s t a g, 25. Dezember. (Erster Weihnachtsfeier­tag.) Pom. 4 Uhr Christ-Mette, danach hl. Messen bis 7 /, Uhr, 8 Uhr Kinder-Gottesdienst, 9 Uhr Bischöfliches Hochamt mit Predigt, 12 Uhr hl. Messe, l*/i Uhr Andacht,

3 Uhr Bischöfliche Vesper. — Stadtpfarrkirche. 4 Uhr

Christmette, 5, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Hoch­

amt und Predigt, 91 *'« Uhr Hochamt mit Diakonium

und Chorgesang, 2 Uhr Festpredigt und Andacht. — Mtchaetskirche. 4 Uhr Hochamt, danach hl. Messe mit Kommunion-Austheilung, 10 Uhr Hochamt. — Pfarr­kirche zum hl. Geiste. 6 Uhr Christmette, danach Aus- theilung der hl. Kommunion, 7 Uhr Hirtenmesse, 8 Uhr Hochamt und Segen, 4 Uhr Andacht mit Segen. - Frauenberg. 3 Uhr feierliche Matutin, 4 Uhr erstes feierliches Amt vor der Krippe (Primizseier, nach der­selben Kommunion-Austheilung), 5-9 Uhr hl. Messen,

7 Uhr Hirtenmesse mit Volksgesang, 9 Uhr letztes feierliches Amt, 2 Uhr Festpredigt und Andacht, danach Gelegenheit zum Beichten. — Srverikirche. 6 Uhr Christ­mette und hl. Messe, 9 Uhr Hochamt.

Sonntag, 26. Dezember (Zweiter Weihnachtsfeier­tag.) Dom.5y,, 6, 6'/« und 7*/a Uhr hl. Messen, 9 Uhr Hochamt mit Predigt, 12 Uhr hl. Messe, l1,» Uhr An­dacht, 4 Uhr Predigt und Andacht, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. — Stadtpfarrkirche. 5*/* Uhr hl. Messe und Predigt, 6 Uhr hl. Messe unb Kommunion der christl. Mütter, 7 Uhr hl. Messe und Kommunion der christenlehrpfl. Jungfrauen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 9'/- Uhr Hochamt und Predigt, 11 und 1 Christenlehre, 2 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterverein, 3 Uhr Michaelsbruderschaft. — Michaelskirche. 10 Uhr Hoch­amt, 2 Uhr Predigt und Bruderschaft von den 7 Schmerzen Marias. — Pfarrkirche zum hl. Meiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — Sodalität. 6* i Uhr Generalkommunion. — Frauenberg. 5, 61/» und 8 Uhr hl. Messen, 9 Uhr feierliches Amt, 2 Uhr Antoniusbruderschaft. J.-s. 63 * * * 7« und 23/* Uhr.