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Mittwoch.f.den'22. Dezember 1897
24. Jahrgang
FuldaerMZettmtg
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auf die Mandschurei hat es Rußland selbst ab«
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Druck und Verlag der Luldaer Actiendruckerei petersgaSe Nr. 2 (Darmonies.
Fern im Osten, dort, wo das Gelbe Meer zu der Bucht sich verengt, an deren innerem Ende die chinesische Hauptstadt Peking mit ihrem Hafen Tien-tsin sich befindet, liegen die Halbinseln Schantung und Liautung einander gegenüber. Wer also gleichzeitig Herr wäre auf beiden Halbinseln, würde gleichzeitig Herr sein über die innere Meeresbucht, an der Tien-tsin liegt und hinter ihm Peking. Und wenn zwei befreundete Mächte in diese Herrschaft sich theilen, dann kann ohne ihre Einwilligung keine andere Macht an der inneren Meeresbucht mehr festen Fuß fassen.
Deutschland und Rußland sind dabei, diese Herrschaft gemeinschaftlich anzutreten. Denn auf Schantung liegtf, wie sattsam bekannt, das von Deutschland besetzte Kiautschau und an der Spitze der gegenüber gelegenen Halbins el Liautung befindet sich Port Arthur, das jetzt die Russen besetzt haben. Englische und französische Blätter suchten die Bedeutung dieser Plätze dadurch abzuschwächen, daß sie schrieben, das sei dort draußen im Osten ein ganz unwirth- liches Meer, und insbesondere die Bucht von Kiautschau selbst sei einen großen Theil des Jahres hindurch vereist. Das ist nicht richtig. Die Halbinseln Schantung und Liautung liegen etwa unter dem Breitengrade von Algier und Tunis. Und wenn auch Schantung nicht so mild und warm ist, wie die Länder am Mittelmeer, so kann von irgendwie unwirthlichein Klima dort nicht die Rede sein.
Bon russischer Seite wird versichert, die Besetzung von Port Arthur solle nur eine vorläufige sein, und nur den Winter über dauern. Welche Hinterthüren man sich bei dieser Angabe offen gelassen hat, um später das Gegentheil zuzugestehen, daß nämlich die Besetzung für immer Geltung haben soll, läßt sich im Augenblicke nicht beur- theilen. Aber ernst genommen wird diese Angabe sicherlich von Niemand. Auch ist diese Besetzung ohne Zweifel von langer Hand her geplant, denn Japan halte im Frühjahr 1895 nach dem Kriege mit China das ganze Gebiet in seiner Gewalt: das chinesische Meer und den Eingang zu dem Golf von Petschili, eben jenes Meerbusens, an dessen innerem Ende Tien-tsin und hinter ihm Peking liegen. Und China hätte in die allerschwersten Friedensbedingungen willigen müssen, wenn ihm nicht ganz unvermuthet in Rußland ein hilfreicher Freund erstanden wäre. Hilfreich, aber nicht uneigennützig — denn in der Politik gilt gerade so wie im modernen Handel der Grundsatz: Umsonst ist der Tod! Und Rußland befreite das bedrängte China von den beutelustigen Japanern und nöthigte diefe letzteren aus' der Halbinsel Liautung hinaus, um sich später selbst dort häuslich einzurichten. Gerade dieser Platz ist für Rußland von der größten Wichtigkeit, denn dort lausen die natürlichen Handelswege aus von der Mandschurei her, und
ihrem 18. Geburtstage reichte sie dem Fürsten ihre Hand, und nahezu 51 Jahre hat die Verewigte ihrem Gatten treu zur Seite gestanden. Am Donnerstag der vorigen Woche war die Fürstin nach längerem Aufenthalte in Parts hierher nach Berlin zurückgekehrt, und bald nach ihrer Rückkehr zeigten sich die ersten Spuren einer Erkältung. Erst gestern Vormittag aber
X Die .Deutsche Tagesztg/, das Hauptorgan des Mundes der Landwirlhe, hat fortgesetzt gegen die Flottenvorlage einen kritischen Standpunkt eingenommen. Jetzt hat nun Herr von Plötz, der Präsident des Bundes, in eurer in Graudenz abgehaltenen Provinzialversammlung des Bundes sich selbst als einen derjenigen Kon- ervativen bekannt, die den Reichstag in den Bewilligungen für die Flotte nicht sofort auf sieben Jahre hinaus binden wollen. Herr von Plötz ist also ein Gegner des Flotten-Septennats, damit natürlich kein Gegner höherer Bewilligungen für die deutsche Kriegsflotte. Herr von Plötz schlägt
Zweifel wollen die Japaner bei dem allgemeinen Raube auch ihre Beute haben. Daß die Engländer mit ihren 28 Kriegsschiffen in den japanischen Gewässern nicht müßig bleiben werden, ist mit Sicherheit vorauszusehen. Trotzdem wird sich noch lange nicht von einer Auftheilung des ungeheuer« Reiches reden lassen.
X Mort Arthur, der Hafen an der Spitze der chinesischen Halbinsel Liautung, in dem die ostasiatische Flottendivision Rußlands Winterquartier zu beziehen sich anschickt, ist der wichtigste Kriegshafen des chinesischen Reiches. In diesem Hafen befindet sich das einzige Trockendock Chinas. Mit ganz ungemein großen Kosten ist er von dem Vizekönig Li Hung Tschang zu einem Kriegshafen ersten Ranges ausgebaut worden. Die Befestigungen werden gebildet durch 12 geschlossene I Küstenwerke, und diese wiederum sind mit 40 schweren Krupp - Geschützen und mit mehreren großen Mörsern versehen. Die Japaner nahmen die Festung am 12. November 1894 nach kurzer Beschießung ein, mußten sie aber nach den Bedingungen des Friedens von Schimonoseki im
die Empörung zu dämpfen und alle Irländer, weß Standes, Alters und Geschlechtes sie fein möchten, die in irgend einer Weife die Empörung gefördert oder gebilligt hätten, auszutilgem Da sich die Erhebung in einem Nu über ganz Irland verbreitet hatte, fo war damit das ganze Volk dem Richtschwerte überliefert.
So verstand man es auch: denn man begann es sogleich zu beerben. Ganz Irland umfaßt einen Flächenraum von 15 Millionen Acker Landes. Davon waren schon sehr viele Ländereien auf dem Wege der Konfiskation in englische Hände übergegangen. Die Königin Elisabeth hatte z. B. aus einen Schlag sechsmalhunderttausend Acker eingezogen. Jetzt nahm das Parlament eine Anleihe auf, um die Kriegskosten zu decken, und zur Sicherheit dieses Anlehens verpfändete es den
Trotz dieser Ausführungen des Herrn von Plötz nahm die Versammlung eine Kundgebung für die Flottenvorlage an — ein Beweis dafür, daß die „Opposition" der Herren von Plötz u. Gen. der Regierung die geringsten Kopfschmerzen machen werden.
Jetzt bot sich eine neue Gelegenheit, reich zu werden. Irland hatte sich für die Sache König Karls erhoben, und das englische Parlament hatte einen Vertilgungskrieg gegen die Irländer beschlossen. Cromwell, auf den damals ganz England blickte, wurde zum Lordlieutenant von Irland ernannt mit dem ausdrücklichen Auftrage,
gesehen. .
Ohne Zweifel liegen die Dmge so, daß tue Besetzung von Port Arthur durch die Russen und von Kiautschau durch die Deutschen eine l ä n g st abgemachte Sache ist, im Grundsätze schon vereinbart im Frühjahr 1895, als China durch das Eingreifen fremder Hilfe von seinen japanischen Bedrängern befreit wurde. Die Ermordung der Missionare aber war die an sich traurige, aber für die Ausführung längst abgekarteter Pläne geeignete Gelegenheit für Deutschland und Rußland, ihren Einzug zu halten am Eingänge des Meerbusens von Petschili.
Was sagen die anderen Mächte dazu? Einige Londoner Blätter suchten die Annahme zu erwecken, daß England, Frankreich, Rußland und Japan wüthend sein würden über das Eindringen der Deutschen in Ostasien, und daß dadurch die diplomatischen Beziehungen der letzteren getrübt werden müßten. Daß Deutschland mit Rußland im vollsten Einvernehmen sich befindet, haben die Ereignisse gezeigt. Daß die englische Regierung zwar nicht gerade sehr erbaut sein wird von den Ereignissen in Ostasien, mag wahr fein. Aber sie muß in den sauren Apfel beißen, und wird vermuthlich auch gute Miene dazu machen, trotz aller Ausfälle derjenigen englischen Zeitungen, die das Sonder- intereffe des' englischen Großhandels vertreten. Frankreich wird allem Anscheine nach durch entsprechende Zugeständniffe abgefunden werden, und wenn diese europäischen Mächte untereinander einig sind, kann Japan thun, was es will — es kann grollen oder nicht, so wird dies die allgemeine Lage nicht beeinflussen.
Die Besetzung von Kiautschau an sich tf: sicherlich nur zu billigen. Nur muß immer und immer wieder betont werden, daß Deutschland dadurch unter keinen Umständ en zu einer abenteuerlichen, einer „uferlosen" Weltpolitik sich hinreißen lassen darf, deren Ende Niemand absehen kann. Und auch für das Septennat in der Flottenvorlage dar man daraus feine voreilig günstigen Schlüffe
Sinne.
Den ersten Schritt, seine Verhältnisse aufzu-
willigungen für 5 Jahre zu machen für die Zeit der Mandatsdauer des nächsten Reichstages.
M Deutschland und Rußland in Ostasien.
sichten wollen."
X Den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe hat ein überaus schmerzlicher Verlust betroffen: feine Gattin, Iürsti» Marie, geb.
beffern, that er durch feine Ehe. Allein nach Abschluß derselben fand es sich, daß er sich ver-
Die „Aufttzeikung Ktzinas" sehen verschiedene Blätter angesichts der jüngsten Ereignisse bereits in Angriff genommen. Als ob man ein doch nicht ganz „wildes" Reich von der Größe und Einwohnerzahl Europas so mir nichts dir
Prinzessin ju Sayn-Wittgenstein-Berleburg, ist I nichts „auftheilen" könnte, indem man einige heute Morgen 9'ft Uhr nach kurzem Leiden in- Kriegsschiffe an seine Küsten schickt, und als ob folge einer Lungenentzündung gestorben. An e§ denkbar wäre, daß dieseAuftheilung ganz ruhig
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die Haare gerieten, geschehen könnte. Die ,Nordd. Allg. Ztg/ bemerkt denn auch, in dem thatsäch- lichen Hergänge der Dinge, soweit er bis jetzt erkennbar geworden sei, finde die Vermuthung von der beginnenden Theilung keinerlei Anhalt. „Wenn die Besetzung Hongkongs durch England und der Verlust beträchtlicher Gebietstheile des chinesischen trat eine kritische Wendung ein. Bald danach Südens an Frankreich den Zerfall des Gesammt- empfing sie durch Pfarrer Faber von St. Hedwig reiches bis jetzt nicht zur Folge gehabt hat, fo ist die hl. Sterbesakramente. Die Fürstin ist wohl nicht abzusehen, warum der Erwerb von Nieder- vorbereitet gestorben, obwohl ihre Krankheit diesen lassungen und der Aufenthalt deutscher oder rus- unerwartet "schnellen Verlauf nahm. sischer Kriegsschiffe in dem einen oder dem andern
X Die ßtmtafimctt des Meiches aus den Hafen eine gewaltsam zersetzende Wirkung aus- ftöllen und Verbrauchssteuern sind während der üben sollte. Es kommt hinzu, daß, soweit sich ersten 8 Monate des laufenden Rechnungsjahres die politische Lage tn Ostasien zur Zett übersehen um mehr als 13 Millionen Mark hinter der ent- läßt, bei keiner der europäischen Großmächte die sprechenden Einnahme während der gleichen Zeit Neigung vorausgesetzt werden kann, der Wahr- des Vorjahres zurückgeblieben. Diese bereits be- nehmung ihrer Interessen m China eine Form kannte Thatsache hat ihren Grund in einem zu geben, die zu so weitgehenden Konsequenzen Minderertrage aus der Zuckersteuer, der sich auf führen könnte." Soeben erscheint auch ^apan
nicht weniger als 21 Millionen Mark beläuft, auf dem Plane. Nachdem die russische Regierung
Die anderen Steuern sind in ihrem Ertrage um der japanischen die Besetzung von Port Arthur,
8 Millionen gestiegen, so daß daraus rechnungs- das bekanntlich tm letzten Kriege die Japaner
mäßig ein Minderertrag von 13 Millionen sich eingenommen hatten, gemeldet hat, hat em großes eraiebt Der Ertrag aus dem Zucker aber war im japanisches Geschwader Nangasakl verlassen. Ohne Vorjahre besonders groß, weil vor dem Jnkraft- 1 «»-•««««»
treten des neuen Zuckersteuergesetzes besonders große Massen Zucker aus den zollfreien Ländern in den freien Verkehr gebracht wurden. In diesem Jahre aber mußten im Gegentheil Ausfuhrprämien in außergewöhnlicher Höhe bezahlt werden, weil in der Zeit vor der Geltung des nordamerikanifchen Dingley - Tarifes ausnahmsweise viel Zucker nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika ausgeführt wurde.
wenn Ihr Weib und Kind nach Irland führt. Denn wahrlich, wenn das bekannt wird, sind sie auf Killarney-House sicherer als in Geraldeastle. Denn hier sind wir; aber am Tweed möchten leicht die Mae Gordans herüber kommen, ohne daß wir zu Hand wären, die Eurigen zu schützen."
„Meint Ihr, Lord-Lieutenant, daß man selbst an Frauen Hand legt?" fragte Sir Francis em wenig erschrocken.
,Das ist kein Krieg wie ein anderer," erwiderte Cromwell düster. „Als die Blitze auf die Rotte Core fuhren, da verzehrten sie Mann, Weib und Kind! Und sind wir nicht über Drogheda gefahren wie die Blitze über die Rotte Core? Der Herr ist groß," rief er mit ausgebreiteten Armen. „Wir sind das Schwert seiner Rache! Aber wer das Schwert für den Herrn zieht, muß mit feinem Haus bereit fein, durch das Schwert für den Herrn umzukommen. Doch jetzt thw
I mir die Freundschaft, sucht den Obersten, ich muß ihn haben."
Während Sir Francis Fitzgerald, offenbar wenig entzückt von dieser Aussicht, ging, um dem Wunsche des Obergenerals nachzukommen, stülpte dieser seinen Hut auf und ergriff fein Schwert, um dasselbe in das Gehenke zu stecken. Unter der Krempe hervor warf er einen Blick auf Sir Francis, deffen Verlegenheit und Verblüffung ihm kein geringes Vergnügen zu bereiten schien. Sir Francis hatte offenbar den Krieg von dieser Seite noch nicht in vollem Maße gewürdigt. Er war Landeigenthümer an der schottischen Grenze, und kommandirte dort eine Art Landsturm, der aber verhältnißmäßig friedlicher Natur war Die einzige Schlacht, die in der jüngsten
mit Ilnteröattungs -Mcilage „Sterne und Mumm'-'
trägt und weder während der Dauer der gegen-1 vor, für das nächste Etatjahr 60 Millionen Mk. wattigen parlamentarischen Session noch darüber für die Flotte zu bewilligen und es dann dem hinaus irgend ein Anlaß erkennbar ist, der einen nächsten Reichstage zu überlassen, wettere Be- Wechsel in der Leitung der Reichsgeschäfte nach * 1 -;"J~ ich ziehen könnte. Der greife Staatsmann hat ;eute morgen den großen Schmerz gehabt, feine Gemahlin zu verlieren ... Wir vertrauen aber darauf, daß der so oft bewährte opferwillige Sinn des Fürsten Hohenlohe es ihm ermöglichen wird, auch nach diesem schweren Schlagte dem Vaterlande noch fernerhin die Dienste zu leisten, auf die Kaiser und Reich nicht ver-
Zeit gegen die Schotten vorfiel, wurde tief im Süden/ auf englischem Boden bei Preston ge-. ■- f
schlagen, und als Cromwell nach Schottland kam, rechnet hatte. Was er als Relchthum seiner Frau iel ihm das Volk zu. Das war kein eigentlicher betrachtete, das gehörte emem Vetter derselben, Krieg mehr und wies daher auch nicht die Greuel der freigebig für ihre Bedürfnisse sorgte. Vorher der damaligen Kriege auf. darum zu fragen, war er zu stolz gewesen, und
In ähnlicher Weise, dachte er, würde es auch so mußte man ihm wenigstens nachrühmen, datz in Irland gehen, zumal er die dortigen Ereig- er sich in die Ertragung dieser getauschten Hoff- nisse viel mehr vom finanziellen Standpunkte be- nung mit Würde fügte und ferne Frau, welche trachtete. Die Geralds gehörten zu den ersten ebenfalls daran keine Schuld trug, das nicht fuh- Häusern Englands, zu denjenigen, in deren Adern len ließ, königliches Blut fließt. Sie waren Vettern der Häuser York und Tudor, wenn sie auch eben, kurz nach der Hinrichtung Karls I., das nicht heroorhoben. Aber ihre Traditionen bewahrten sie und glaubten füt die Zukunft eher an eine Dynastie ihres eigenen Hauses, als an die Dauer der Cromwell'schen Republik.
Sir Francis Fitzgerald hatte mit dem Blute den Stolz und die Ansprüche der Geralds geerbt, aber als ein Nebensproffe nicht das Vermögen, und er empfand das bitter. Das war die eigentliche Ursache einer gewissen Verbissenheit, die sich in höhnischen Bemerkungen über Personen und Dinge gerne Luft machte.
Die Geralds hatten ihm eine kleine Besitzung an der schottischen Grenze eingeräumt, die aber keineswegs seinen Wünschen entsprach. Er wollte eine Rolle spielen, ein Haus machen, und dazu reichte das unbedeutende Gut lange nicht aus, wenn es auch bei einigermaßen aufmerksamer Be- witthschaftung ein sorgenfreies Leben ihm versprach; das war aber gerade nicht nach seinem
$ Der letzte Häuptling von fiillorntii.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
g (Nachdruck verboten.)
Diesmal blickte Sir Francis den Statthaller scheu von der Seite an; aber fein Gesicht war fo kalt, wie aus Marmor gemeißelt; nur fein funkelndes Auge gab ihm den Anschein des Belebten. t , .
„Die Sache ist folgende: Der Sohn des dortigen Häuptlings, Robert O'Drentor, hat feine Sippen in Schottland besucht. Zwischen den Sitzen des Mac Gordans und Geraldcastle fließt nur der Tweed, und mit feinen Verwandten kam er nicht selten herüber. Da hörten wir denn, daß dort in jenen noch kaum von uns berührten Strecken prachtvolles Land liege, daß dort noch wohlhabende Leute wohnen; dort bewährt noch Erin seinen fruchtbaren Charakter. Und als deshalb die Parlamentsakte erschien, welche fünf Millionen Acres irisches Land für die Kriegsanleihe verpfändete, machte ich alles, was ich befaß, zu Geld und ließ mit als mein Pfandobjekt den Clan von Killarney mit Land und Leuten sichern."
„Und inzwischen verkehrtet Ihr ganz freundlich mit den Mac Gordans weiter?" bemerkte Cromwell hämisch.
„Gewiß," erwiderte Fitzgerald mit höhnischem Grinsen. „Und um alles Wiffenswetthe zu erfahren, ließ ich meine Tochter Lucy gegen ihn sein, wie Judith g q n Hsl<srnes."
„Jetzt begreife ich, Sir Francis," bemerkte Cromwell mit Ironie; „da habt Ihr recht gethan.
sieben
Deutsche» Deich.
Berlin, 21. Dezember.
* Der Kaiser hat sich gestern abend 11 Uhr mit feinem Sonderzuge nach Thorn begeben. Dort hat heute früh 10 Uhr die feierliche Einweihung der neu erbauten evangelischen Garnisonkirche stattgefunden. Nach der Feier nahm der Kaiser die Parade über die Thomer Garnison ab und fuhr dann nach Graudenz weiter.
Der Miick tritt des Iürken Kohen- kohe wurde von der,Köln. Volksztg.' von neuem als nahe bevorstehend angezeigt. Man nehme, I so wurde berichtet, allgemein an, daß Fürst Hohenlohe noch vor Ablauf der gegenwärtigen parlamentarischen Tagung zurücktreten werde. Dem gegenüber schreibt die Morddeutsche Allgemeine Zeitung' an der Spitze ihrer heutigen Nummer in auffallender Schrift: „ . . . Wir können erklären, daß Fürst Hohenlohe sich nicht im geringsten mit Rücktritts ged anken