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Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl. Bezugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
Dienstag, den 21. Dezember 1897
24. Jahrgang
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Fuldaer MZeidma
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mit Nnterhaltungs-Meikage „Sterne und Mumm"
Druck und Verlag der Snldacr Actiendruckerek petersgaffe Nr. 2 (Harmonie).
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wolle man nicht bis auf die letzten Tage des laufenden Monats verschieben, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt.
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K Die Engländer am Kabul-Paffe.
Lange Zeit hindurch suchten die Nachrichten aus englischer Quelle die Thatsache zu verschleiern, daß die Engländer in ihren militärischen Unternehmungen gegen die kriegerischen Bergstämme an der Grenzscheide zwischen Indien und Afghanistan nicht glücklich waren. Aber diese Versuche sind im allgemeinen wenig erfolgreich gewesen. Und wer nicht nur aus den englischen Depeschen, sondern auch aus der Reihenfolge der wirklichen Ereignisse zu lesen verstand, wußte bald genug, daß die englischen Waffen zu schwach waren, um der Afridi und Orekzai und anderer Stämme Herr zu werden. Und doch hatten die Briten große Heeresmassen für diesen Kampf aufgeboten. Es waren 30 000 Mann ausgewählte Truppen und 20000 Mann Troß, die General Lockhart im Monat Oktober für die Unternehmungen am Kabul- und Khaiber-Pasfe zur Verfügung hatte, und doch haben diese Unternehmungen bis jetzt ihr Ziel vollkommen verfehlt.
Nun ist der Winter gekommen, und mit ihm ein passender Vorwand für die englischen Truppen, um den Rückzug. anzutreten. Die englischen Truppen räumen das Gelände, das sie unter außerordentlichen Strapazen und ununterbrochenen Gefechten dem Feinde vorübergehend abgewonnen hatten. Aber ganz bis zuletzt hat es nicht gefehlt an Scharmützeln mit den Grenzbewohnern, die auf den Höhen die Marschlinie der Engländer verfolgen und hie Truppen beunruhigen. Daß es dabei den Engländern ganz und gar nicht fanft ergeht, ersieht man am besten aus einer Schilderung, die der Berichterstatter der Londoner ,Tirnes' dieser sendet. Seit dem 6. November — so schreibt dieser — waren wir bis zum 14. Tag und Nacht auf dem Marsche das Barathal hinunter unausgesetzt im Gefechte. Von Wegen war keine Rede. Der Marsch ging fortwährend durch Schluchten und Wasferläufe und über rauhes Felsgestein, von oben Schnee und Regen, auf dem Boden, wo gerade keine Felsblöcke zu überschreiten waren, tiefer Morast. Ein eisigkalter Ge-
® Akk letzte HWiing een Ärare.
(feine historische Erzähl»«» von Philipp Wasserburg (Laicus).
8 ------ (Nachdruck verboten.)
Cromwells Soldaten hatten furchtbar gehaust. Alle Häuser des Marktplatzes trugen Zeichen der Verwüstung. Selbst brandgeschwärzte Giebel fanden sich, und die Stadt wäre überhaupt ein Raub der Flammen geworden, wenn Cromwell sie nicht aus eigenem Interesse geschützt und die angezündeten Brände sofort zu löschen befohlen hätte. Aber drei Tage hatten die Soldaten geplündert und dabei die scheußlichsten Thaten verübt. Jetzt hielt das englische Heer die Mauern besetzt und umlagert, während ein Theil des Parkes und eine Art berittener Leibwache des Oberbefehlshabers den Marktplatz inne hatte.
Im Gegensätze zu dem äußeren Lärm herrschte in dem Saale des Nathhauses die tiefste Stille, obwohl Cromwell nicht allein war. Am Fenster stand Jreton, der Schwiegersohn Cromwell's, und blickte auf das Treiben hinunter. Drei Schritte zur Seite stand ein anderer Mann, den Hut auf dem Kopfe, in ziemlich nachlässiger Haltung auf sein Schwert gestützt.
Die Gesichtszüge dieses Mannes, der bereits hoch in den Vierziger stehen mußte, hätten ein .ild schöner Männlichkeit geboten, wenn nicht em spöttischer Zug diesen Eindruck wieder vcr- dorben. Ob er schwieg oder sprach, stets sah er aU$rr et sich über alles lustig machen
wollte. Dazu hatte seiu Blick noch etwas tückisch Lauerndes.
Endlich blickte Cromwell von der Karte auf.
birgsbach mußte auf jeder Kilometerstrecke Weges zwanzigmal durchwatet werden. Dazu war ein Troß von 12 000 Tragthieren und ein Sanitätszug mit vielen Kranken und Verwundeten zu befördern und zu schützen. War der Lagerplatz für die Nacht erreicht, so mußten die Bataillone, die am Tage bis zum Gürtel hinauf keinen trockenen Faden gehabt, zum Theil die Hälfte ihrer Mannschaften auf die kahlen, vom Sturm gefegten Höhen, die das Lager beherrschten, auf Feldwache schicken. Kam dann am Morgen die Ablösung nach einer langen Nacht voll steter Spannung und unausgesetzter Scharmützel, so galt es für die erschöpften Leute, nach anderer Richtung wiederum die Deckung gegen den hartnäckig andrängenden Feind zu übernehmen. In der Nacht vom 8. regnete es im Thale und schneite es auf den Höhen, und in der Frühe war das ganze Thal mit dickem Reif bedeckt . . . . Das erinnert sehr an den Rückzug des ersten Napoleon aus den Schneewüsten des winterlichen Rußland, steht sich also zunächst ganz und gar so an wie eine vollendete Niederlage. Natürlich nur zunächst! Denn die Briten müssen alles aufbieten, noch mehr Truppen und ungeheure Geldmittel, um im nächsten Jahre die Scharten dieses Jahres auszuwetzen. General Lockhart wird die Bergstämme im nächsten Jahre in ihren innersten Schlupfwinkeln aufsuchen müssen, um ihnen die Lust zu weiteren Feindseligkeiten auf längere Zeit zu benehmen.
Die Niederlage wird jetzt, nun es nicht mehr anders geht, auch von englischen Blättern eingestanden. „Die britische Schlappe im Afridilande", so schreibt das Londoner,Echo', ist schlimmer als man zuerst annahm. Sie war vorauszusehen. Hier haben wir die häßliche, aber unleugbare Thatsache, daß die größte, je in das Grenzland gesandte britische Streitmacht gezwungen ist, sich zurückzuziehen. Es ist der erste Fehlschlag in seiner Art in der Geschichte der Grenzkriege. Im ganzen wilden und unbezähmbaren Gebirgslande giebt es nicht einen Gebirgsbewohner, welcher sich nicht über die Schlappe der Briten freut."
Selbst roenrr General Lockhart im nächsten Jahre das gut macht, was dieses Jahr mißglückt ist, so ist es doch sehr die Frage, ob das Ganze die ungeheueren Opfer an Truppen und Geld werth ist, die es gekostet hat. Und wir haben an dem mißglückten Feldzuge der Briten im indisch-afghanischen Grenzgebiete eine eindringliche Warnung vor allzu „schneidig" betriebener Kolonialpolitik.
Deutsches Reich*
Berlin, 20. Dezember.
X Halbamtlich wird bestätigt, daß die Kin- verufung des preußischen Landtages zum 11. Januar geplant ist. Sofort bei seinem Zusammentreten werden dem Landtage zugehen der Staatshaushalts-Etat für 1895 und die schon lange angekündigte Kreditforderung im Betrage von 100 Millionen Mark für Ansiedelungszwecke in Posen und Westpreußen „behufs Stärkung des Deutschlhums". Im Etat wird namentlich der Eisenbahn-Etat erhöhte Forderungen enthalten.
„So wird es gehen," sagte er tief aufathmend. „Wo ist Obrist Harrison?"
„Der wird wohl mit seinem Regimente Betstunde halten," erwiderte der Offizier.
Cromwell blickte ihn einen Augenblick ob des Tones verblüfft an und wendete sich wieder zu seiner Karte. Ein leichtes Lächeln spielte um seinen Mund. Dann kehrte er sich um; das Lächeln war verschwunden und sein Auge leuchtete wie begeistert.
„Ich danke Gott," sagte er, „daß er mir Obersten gegeben hat, die ihn fürchten. Nicht menschliche Kraft hat die Papisten in Drogheda überwunden, es war der Herr, der vor unseren Schwertern Herzog und die Moabiter schreckte. Ein Fähnlein, das zu dem Herrn betet, ist stärker, als ein Regiment, das Götzendienst treibt."
Jreton zuckte bei diesen mit Pathos gesprochenen Worten leise die Achseln. Der andere strich nur seinen Schnurrbart. Es trat eine peinliche Pause ein, während deren Cromwell den Offizier mit durchdringenden Blicken maß. Endlich strich er über sein Gesicht und wandte sich dann an den Offizier so harmlos, als ob er von dem Vorhergehenden nichts wisse.
„Ihr habt Eure Gemahlin und Tochter nachkommen lassen! Oberst Fitzgerald?"
„Das heißt, ich habe einen Boten an sie abgesandt, mit dem Auftrage, sie hierher zu geleiten. Gekommen sind sie noch nicht."
„Fürchtet Ihr nicht die Unruhen des Feldzuges für sie?"
„Wer möchte unter Eurer Lordschaft Führung etwas fürchten," sagte der Oberst in ehrfurchtsvollem Tone.
O Die Aussichten der IKiMärsirafpro- zeßreforur werden in der Presse vielfach erörtert. Man ist dabei geneigt, den „Klerikalen", „Radikalen" und „Partikularisten" vorzuwerfen, daß sie dem Zustandekommen des Gesetzes mit ihren Einwendungen entgegenarbeiten. Manchen Leuten, die so laut nach der Reform gerufen haben, scheint angesichts der Haltung der Militärverwaltung schon wieder der Muth gesunken zu sein, nun auch auf einer ernsthaften Reform zu bestehen. Wenn die Regierungsvertreter sagen, auf Rücksicht auf die Disziplin müsse etwas so fein, dann soll gleich jeder Widerspruch verstummen. Wir halten die Reform für so unvermeidlich, daß wir meinen, der Reichstag brauche sich nicht mit halben Maßregeln abspeisen zu lassen, sondern könne auf einer allseitig befriedigenden Reform bestehen. Sollte die Regierung sich wirklich jetzt noch weigern, so wird sie sich doch auf. die Dauer der Forderung nicht entziehen können, und der Aberglaube, daß die Disziplin eine wirkliche Reform nicht vertrage, wird mit der Zeit schon verschwinden. Die ,Post' meint, ein erheblicher Theil des Centrums sehe die Vorlage mit ungleich günstigeren Augen an, als die demokratische und die spezifisch bayerische Richtung, die bisher zu Worte gekommen seien. Darin dürfte sie sich täuschen. Der Abg. Gröber hat im Sinne der ganzen Partei gesprochen.
h. Zu der Ikottenvorkage äußerte Herr v. Plötz am Freitag auf einer Versammlung des Bundes der Landwirthe in Graudenz, wenn man die Forderungen auf 7 Jahre bewillige, „fo kann uns dies bei den Wahlen sehr zum Vorwurf gemacht werden. Deshalb ist es unser Wunsch, ein Kompromiß zu schließen, aber so, daß wir in diesem Jahre 60 Millionen bewilligen und daß dann der nächste Reichstag den Rest auf 5—6 Jahre festlegt. Die Verstärkung der Flotte muß aber unter allen Umständen bewilligt werden, es mag kommen, wie es will." Zwei Seelen wohnen noch in der Brust der Bündler: die eine zieht sie zu der Vorlage mächtig hin, die andere ängstigst sie mit dem Gedanken an die Wahlen.
* Der,Reichsanzeiger' schreibt: Vom 1. April 1897 bis zum Schluß des Monats November gelangten zur Abschreibung: An Zöllen 314172077 Mk. (gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres -j- 2 330 729 Mk), Tabaksteuer 7 244517 Mk. (+ 628850 Mk.), Zuckersteuer und Zuschlag zur Steuer 60 064448 Mk. (+ 8 497 719 Mk.), Salzsteuer 31629 908 Mk. (+ 617262 Mk.), Maischbottich- und Brannt- roeinmaterialfteuer 3 345 419 Mk. (Z- 2 029 237 Mk.), Verbrauchsabgaben an Branntwein und Zuschlag 84947188 Mk. (Z- 200 886 Mk.), Brennsteuer 451307 Mk. (— 17975 Mk.), Brausteuer 20221863 Mk. (Z- 996 589 Mk.), Wechselstempelsteuer 6 518 229 M. (-j-454112M.).
* In der Diszipliuarsache gegen den Kriminalkommissar vor» Tausch wird, wie es heißt, am 5. Januar verhandelt werden. Die Verhandlung, die in erster Instanz vor dem Berliner Polizeipräsidium geführt wird, ist nicht öffentlich.
* Eine Sosi-Kochschuke ist das Neueste auf dem Gebiete der verschiedenen, angeblich geplanten Neuerungen im Postwesen. Diese Posthochschule soll, wenn die Nachricht zutrifft, einen Kursus
„Meine Führung?" erwiderte Cromwell. „Ich bin selber nichts, als das Schwert, das vom Herrn geführt wird, Jreton!"
„Oliver!" antwortete dieser rasch, indem er näher trat. ,
„Lasse diesen Harrison suchen; seine Reiter sollen einen Vorstoß machen über Drogheda hinaus, längs des Boyne gegen Slane zu. Oder schicke ihn mir her. Ich will selbst mit ihm reden. Dann befördere einen Reitenden nach Dublin. Oberst Hutchinson wird jetzt wohl mit den Verstärkungen angekommen fein. Seine Ordres lauten, sich vollständig fertig zu halten, um beim ersten Befehle zur See nach dem Süden zu gehen. Es kann ihm wohl nicht schwer fallen, ein paar Steuerleute zu finden, welche die Buchten und Bänke von Wexford bis Cork kennen. Die soll er auf die Schiffe nehmen."
Jreton nickte leicht mit dem Kopfe, stülpte den Hut auf und ging nach der Thüre.
„Aber Jreton!" rief Cromwell laut, „störe die Betstunde nicht! Zuerst Gott und seine Ehre!"
Sir Franzis Fitzgerald blickte bei diesem plötzlichen Pathos, nach welchem Cromwell's Gesicht sofort wieder einen wenn auch ernsten, doch wohlwollenden Ausdruck annahm, verblüfft vor sich hin.
„Ihr seid erstaunt, Sir Franzis?" bemerkte Cromwell. „Ich habe wohl wieder etwas gesprochen?"
Dem Obersten Fitzgerald wurde es Ärmlich unheimlich. „Ihr sagtet, Oberst Jreton solle die Betstunde nicht stören."
„So? Sagt' ich das?" erwiderte Cromwell. „Ich weiß es nicht. Ihr seid noch neu hier,
von drei Jahren haben, und die „Eleven" sollen auf der Posthochschule auf eigene Kosten ihre fachmännische Ausbildung sich erwerben. — Man wird genauere Meldungen aus authentischer Quelle abwarten müssen, ehe man diese Nachricht in ihrem vollen Umfange ernst nimmt.
* Nach dem letzten Krankenversicherungsgesetze sind die Mernfsgenossenschaften befugt, die Fürsorge für Verletzte auch innerhalb der ersten dreizehn Wochen nach dem Unfall zu übernehmen. Von dieser Befugniß machen die Berufsgenossenschaften immer mehr Gebrauch. Während im Jahre 1895 dafür 316,354.84 Mk. ausgegeben waren, belief sich die gleiche Summe für 1896 schon auf 499,133.63 Mk. Berufs- genossenschasten und Ausführungsbehörden bestreiten damit über das Maß der gesetzlichen Verpflichtung hinausgehende Aufwendungen, aber erleichtern gleichzeitig auch die Folgen der Verletzungen auf die Rentenhöhe möglichst. Auch hier fällt das Interesse der Arbeiter mit dem der Berufsgenossenschaften und Ausführungsbehörden genau zusammen.
* Wiesbaden, 20. Dez. Der Regierungspräsident von Tepper-Laski ist nach Merseburg versetzt; als fein Nachfolger gilt Prinz Ratibor, bisheriger Polizeipräsident in Wiesbaden. — So melden Berliner Blätter; dagegen schreibt der hier erscheinende ,RH. Kurier': Das Gerücht, daß Herr Regierungspräsident v. Tepper-Laski infolge des von ihm eingereichten Versetzungsgesuches nach Merseburg kommen werde, ist gänzlich unzutreffend, da das dortige Re- gierungsprästdium bereits anderweitige Besetzung erhalten hat. Ob Hildesheim, Lüneburg, Cöslin oder ein anderer Regierungssitz in Frage kommen wird, steht vorerst völlig dahin." Als Nachfolger des Herrn Tepper-Laski wird neuerdings auch ein Herr von Trott genannt, der vortragender Rath im Ministerium des Innern ist.
* Karlsruhe, 20. Dez. Am letzten Sonnabend ist die badische Abgeordnetenkammer in die Weihnachtsferien gegangen. Noch zum Schluffe hat die Centrumspartei wichtige Anträge eingebracht, nämlich über die Zulassung der Orden und über die allgemeine wissenschaftliche Ausbildung der Geistlichen. Nächstens wird die Steuer-Reform des Finanzministers Buchenberger die Kammer von neuem beschäftigen. Nach dem neuen Plane soll die Vermögenssteuer Hauptsteuer werden, nicht Zusatzsteuer, wie in Preußen. Der Finanzminister hofft, das ganze Werk in vier Jahren zu vollenden.
ß Parlamentarische Nachrichten.
— Herr Reichstagsabgeordneter ^Kuller- Fulda ist in der Budgetkommission als Berichterstatter der Allgemeinen Finanzverwaltung und für den Re ichsinvaliden- fonds bestellt worden.
* Der bisherige Präsident des Abgeordnetenhauses, Wirklicher Geh. Rath v. Köller, hat gestern (Sonntag) nach mehrtägigem Aufenthalt Berlin wieder verlassen und sich nach seinem Gute Kantreck in Pommern zurückbegeben. Er hat endgiltig auf die Weiterführung der Präsidial- geschäfte für die bevorstehende Tagung verzichtet Oberst, und standet stets an der schottischen Grenze." „Dort liegt Geraldcastle."
„Ihr braucht Euch darum nicht zu entschuldigen," erwiderte Cromwell lächelnd. „Ihr habt's noch nicht erfahren, daß ich zuweilen Dinge rede, von denen ich nichts weiß."
Fitzgerald starrte offenen Mundes den Oberbefehlshaber an.
„Fürchtet darum nichts. Es ist der Geist des Herrn, der mich ergreift. Bei Preston hat er, nicht ich, die Schlacht gewonnen. Als die Feinde bereits flohen, erinnerte ich mich erst, daß die Schlacht tobe, und mir fiel ausschließlich die Verfolgung zu; der Sieg gebührte Gott!"
„Wirklich, Lord-Lieutenant?" bemerkte kurz Oberst Fitzgerald. „Merkwürdig! Höchst merkwürdig !"
Das klang abermals wie Ironie, und des Statthalters stückelndes Auge traf einen Moment den Verwegenen. Aber dieser schaute so unschuldig drein, daß Cromwell wieder irre wurde.
„In meiner Umgebung weiß das längst jedermann", meinte er verstimmt. „Also Eure Gemahlin wird jedenfalls kommen. Ihr fürchtet freilich nichts; ich aber fürchte, daß die Unruhe dieses Landes stärker werden wird, als Ihr geschätzt habt. Oberst, kommt Harrison immer noch nicht?"
Fitzgerald trat ans Fenster und blickte über das bunte Gewühl.
„Von Harrison sehe ich noch keine Spur. Aber da kommen einige Bürger von Drogheda in langen schwarzen Talaren gerade auf das Rath- haus zu. Es scheint der Mayor mit etlichen Magistratspersonen zu sein."