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24. Jahrgang

Montag den 20. Dezember 1897

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FuldaerMZeitung

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mit Ztnlerhattungs-Beilage „Sterne und Mlumm

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im Traume dann und wann nach dem neben ihm lehnenden Pallasch; das waren aber immer nur Augenblicke, die sein Studium der Karte nicht unterbrachen. .

Der Saal sah übrigens durchaus nicht ein­ladend und behaglich aus. Die Fensterscheiben, die damals noch als ein Luxus gegenstand galten, waren zum großen Theile zerbrochen, ohne daß man sie durch neue ersetzt hatte. Die Büsten und Medaillons, welche die Wände zierten, waren zerschlagen und boten in ihrem ruinenhaften Zu­stande ein gar trauriges Bild. Auch an den hohen reichgeschnitzten Lehnen der Stühle hatte sich die Wuth ausgelaffen, und unter den zwölfen, die im Saale standen, befanden sich kaum drei unversehrte, die zum Gebrauche des Lord-Lieute- nants dienen konnten. Es war ein sehr trauriger Anblick.

Das Rathhaus stieß an den Markt, und von dort herauf drang ein unbestimmter Lärm in den Saal: eine Summe der verschiedenartigsten Ge­räusche, aus welchem sich kein bestimmter Ton unterscheiden ließ.

Das war natürlich, denn der Marktplatz glich einem Lager. Stroh war aufgeschüttet, Pferde standen angebunden an Pstöcken, die man einge­trieben hatte. Gegenüber stand ein Geschützpark aufgefahren, ungeheure, unförmliche Stücke, auf entsprechend schweren Lafetten, so daß man zur Foitschaffung oft eines Dutzend Pferde und mehr bedurfte. Die Soldaten lachten und schwatzten, andere schimpften und tobten; aus dem Haufen drang manchmal wüstes Geschrei; dazu Wiehern und Stampfen der Pferde, der Ruf der Posten.

gerissen, ist ein Ersatz in Aussicht genommen Wenn mit Geldern, die zweifellos von den Spendern zu dem Zwecke gegeben wurden, den Geschädigten ohne Rücksicht auf ihre kon- fesfionelle oder soziale Stellung zu Hilfe zu kommen, in dieser Weise umgegangen wird, dann bleibt als Moral für die Zukunft: Wir pfeifen auf Komitees, die im Widerspruch mit den Spendern eine prononcirte Barmherzigkeit avec phrase üben, und werden unsere Gelder ohne Kuratel so weiser und gerechter Herrn lieber den Bedürftigen selbst zuschicken. Die Regierung hat doch im Landtage erklärt: die Mittel reichen zum Ausgleich des Schadens hin; Schwerbe­schädigte sollen 100 pCt. erhalten, weniger Be­troffene 60 bezw. 30 pCt.; sollte sie, der ine Pflicht obliegt, für gerechte Vertheilung der tnt Lande gesammelten Gelder zu sorgen, nicht die Macht haben, das Komitee zu veranlassen, daß es seinen mehr als bedenklichen Beschluß reformire?

fff Eine gute und einheitliche Einrichtung der Arbeitsnachweise ist eine wichtige und vortreff­liche Sache, sowohl für diejenigen, die Arbeit suchen, als auch oft für diejenigen, die Arbeit zu vergeben haben. Aber es darf nicht eine einzige Hauptstelle für einen sehr großen Bezirk genom­men werden. Die Nachtheile einer solchen allzu starken Centralisirung hat man in Württem­berg erfahren. Dort bildet Stuttgart die Haupt­stelle für ganz Württemberg, und man will nun dort, um diese Nachtheile möglichst abzuschwächen, den bedürftigen Leuten, die Arbeit suchen, freie oder ermäßigte Eisenbahnfahrt bis zur Arbeits­stelle gewähren. In Bayern ist man gegenwärtig an der Arbeit, um für die Arbeitsnachweise, die in verschiedenen größeren Städten Bayerns be­stehen, eine einheitliche Organisation zu schaffen. Am 11. d. M. fand im Staatsministerium des Innern unter dem Vorsitze des Ministers Frei- heren v. Feilitzsch eine Berathung über eine solche Organisation des Arbeitsnachweises in Bayern statt. Der Zweck liegt klar auf der Hand. Man will dadurch, daß man die jetzt rein örtlich wir­kenden Arbeitsnachweise in gegenseitige Verbindung setzt, die Einrichtung der Arbeits-Vermittelungen auch auf weitere Entfernungen für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeits­markte nutzbar machen. Die Vertreter der auf der Konferenz vertretenen Städte erkannten das Bedürfniß einer solchen Centralisation an und sagten zu, die Mehrarbeit zu übernehmen. Aus Staatsmitteln wird nur den Hauptstellen für den auswärtigen Verkehr eine Vergütung zufließen. Es ist beabsichtigt, für jeden Regierungs - Bezirk eine Hauplstelle zu schaffen. Ein Verkehr der Hauptstellen unter einander soll nur stattfinden, ivenn eine Hauptstelle nicht in der Lage wäre, die bei ihr eingelaufenen Angebote zu befriedigen. Alljährlich sollen Vertreter der verschiedenen Haupt­stellen im Ministerium des Innern zu München : zusammenkommen, um gegenseitig ihre Erfahrungen ; auszutauschen.

t X In wie hohem Maße die große« Kauf- - Häuser und Bazare die ganze Geschäftslage ! beeinflussen, geht recht deutlich aus einer Nach- - richt hervor, die jetzt von Breslau aus andre : Oeffentlichkeit gelangt. Nicht weniger als 24 Ge- - schäftsinhaber haben dort dem Schnftfuhrer - des Vereins zum Schutze für Handel und Ge-

fiemeit dir Petit- teile 25 Ps.; bei Wiederholungen wirdentiprechend Rabatt gewährt

III. Die Pläne des Sir Francis Fitzgerald.

Im großen Saale des Rathhauses zu Drogheda saß an einem mit grünem Tuche behängten mäch­tigen Tische der Begründer der englischen Repa- blrk, Oliver Cromwell. Er zählte jetzt fünfzig Jahre, aber nichts verrieth das herannahende Alter, als einige graue Haare, die sich auf feinem Kopfe zeigten. Sein Gesicht war breit, feine ganze Gestalt muskellös, und wenn er sich auf­aufrichtete, erschien er so groß, daß es den Ein­druck machte, als betrachte er alles von oben herab. Jetzt freilich konnte man das nicht be­merken; er saß gebückt über einer Karte, die er emsig studirte. Neben ihm auf einem Stuhle mit hoher Lehne lag fein Hut, mit ungeheurer Krempe, und einer rothen Feder, die über ben Stuhl hinaus bis fast zum Fußboden herab reichte. Zwischen Stuhl und Tffch stand ein großes Schwert mit mächtigem Korbe angelehnt. Die Reiterhand­schuhe lagen auf dem Tisch. Während er mit dem kleinen Finger der linken Hand auf der Karte hin- und herfuhr, griff er mit seiner Rechten wie

Septennats unannehmbar für ihn ist. ( Nach seiner Auffassung tnüffen die Forderungen ‘ von Jahr zu Jahr geprüft, eS darf nur < das genehmigt werden, was unbedingt noth- 1 wendig ist. Bei einer Abwälzung der Lasten 1 auf die Reichen ist Abg. Dr. Pichler gern dabei. . Doch kann das nach feiner Auffassung nicht i auf dem Wege einerReichseinkommen steuer geschehen. Eine Steuer für diesen Zweck müßte von den einzelnen Ländern d. i. den Bundes­staaten, beschloffen, und denjenigen Kreisen auf­erlegt werden, die sich für die Schiffe intereffiren. Es ist kaum anzunehmen, daß Dr. Pichler nur aus sich allein heraus so eingehend und so aus­führlich über die Flottenvorlage und über das sich ausgesprochen hat, was mit ihr zusammen- hängt. Man darf vielmehr wohl mit ziemlicher Sicherheit vermuthen, daß noch andere Centrums­abgeordnete dieselben Anschauungen, wie Dr. Pichler haben. Die an dieser Stelle nunmehr attfam zum Ausdruck gekommene Anschauung, raß die Akten über die Flottenvorlage innerhalb 3er Centrumspartei noch lange nicht geschloffen sind, findet durch die Ausführung Dr. Pichler s von neuem ihre Bestätigung.

* Der Regierungspräsident von Wiesbaden, Herr von Gepper-Laski, hat feine Versetzung beantragt. Der genannte Herr war bekanntlich während der jüngsten Zeit mehrfach Gegenstand von Besprechungen in der Presse, namentlich wegen feiner Jagden an Sonntagen, bei denen auch ab und zu Menschenblut floß infolge schlechten Schießens des Herrn Präsidenten.

* Der allgemeine Konservative Parteitag soll am 30. Januar in Dresden abgehalten werden. Auf der Tagesordnung steht: 1) All­gemeine Stellung der Partei, 2) Sozial- und Wirthschafts-Politik, 3) Die Reichstags-Wahlen Daß man immer wieder über Sozialpolpolitik redet und resolvirt, ist nur darauf berechnet, den Dummen Sand in die Augen zu streuen. Andere Leute können sie nicht mehr täuschen.

* Das Kloster Marienthal in der Lausitz ist von btr allgemeinen Vertheilung der Spenden an die Wassergeschädigten ausge­schlossen worden. Von der Wasserkatastrophe im Sommer d. Js. ist im ganzen Lande Niemand härter betroffen worden, als das Kloster Marien­thal; der angerichtete Schaden beläuft sich auf 200,000 Mk. Nun, da es zur Vertheilung der Spenden kommt, ist Seitens der Behörden dem Kloster zu verstehen gegeben worden, daß es leer ausgehen wird. Es liegt, wie die .Germania' mit Recht heroorhebt, in diesem Akt der Nichtberücksichtigung eine Rücksichtslosigkeit und Inhumanität, die ihres gleichen kaum findet. In der ganzen Lausitz giebt es kaum eine Ge­nossenschaft oder einen Privaten, der für wohl­tätige Zwecke jährlich solche Summe aufwendet, als 'die Klöster Marienthal und Marienstern. Tausende werden jährlich an Arme gespendet ohne jede Rücksicht auf die Konfession; und bei Wasserkatastrophen, wie wir sie ja z. B. um Bernstadt wenige Jahre vorher hatten, war die Beisteuer für die Bedrängten klösterlicherseits geradezu großartig. Nicht einmal für die kost­spielige Brücke über die Neiße, die das Kloster im öffentlichen Interesse aus eigenen Mitteln ge= ; baut und unterhalten, und die die Hochfluth ein-

Deulsches

Berlin, 18. Dezember.

ft Der Kaiser machte gestern dem r u s s i s ch e n Botschafter einen Besuch. Die Gelegenheit dazu ergab sich daraus, daß der Zar gestern feinen Namenstag hatte, wozu der Kaiser seine Glückwünsche überbrachte. Daß bei dieser Gelegen­heit auch politische Gegenstände besprochen worden sind, vor allen Dingen die Angelegenheiten in Ostasien, ist unschwer zu vermuthen. Bald, nachdem der Kaiser von dem russischen Botschafter zurückgekehrt war, hatte er eine längere Unter­redung mit dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe.

= Iürfl Koyeukohe - Kaugeuvurg, der Statthalter von Elsaß-Lothringen, ist heute Abend von Straßburg abgereift und trifft Sonntag früh in Berlin ein. Alsbald nach seiner Ankunft wird er sich zum Kaiser in das Neue Palais bei Pots­dam begeben.

* Das preußische Slaalsmiviflerium trat heute Nachmittag unter dem Vorsitze des Minister­präsidenten Fürsten Hohenlohe zusammen, um sich über den Zeitpunkt der Einberufung des preuß. Landtages sowie über die Vorlagen schlüssig zu machen, die demselben unterbreitet werden sollen. Wie bekannt, mar bisher als Zeitpunkt für den Zufammentritt des Landtages der 11. Januar in Aussicht genommen.

□ Die IsaHrl «ach Kiaulschau wird von einigen, sich an den eigenen Worten berauschenden Blättern förmlich wie ein neuer Kreuzzug gefeiert. Vom „Schutze des Kreuzes Christi" und „Im Zeichen des Kreuzes" reden sogar Blatter, die sollst gar nicht so übermäßig christlich gesinnt sind. Dieses Christenthum zu Wasser kommt uns um so verdächtiger vor, als es ja „nur" katho­lische Missionare sind, für deren Ermordung Genugtuung gefordert wird. Seit wann haben denn diefe Leute ein so warmes Herz für katho­lische Priester? Wir haben gewiß allen Grund, dankbar zu fein, daß das Reich sich der katholischen Missionare so kräftig annimmt, aber wir merken denn doch bei nuferen marinebegeisterten Kreuz­fahrern (die wohlweislich zu Hause bleiben) gar zu deutlich die Absicht. — Was hat man in Ost­asien vor? Das möchten wir wissen. Der Reichs­tag hat sich bei der Etatsberathung wiederum in den Fragen der auswärtigen Politik einer Zurückhaltung befleißigt, die von allen Parlamenten nur ihm eigen ist. Staatssekretär v. Bülow hat ihn zwar gebeten, sich wegen Chinas zu ge­dulden, bis Aufklärung gegeben werden könne, aber wenn man bei der Ausfahrt des Geschwaders in pompösen Worten eine neue Aer a ankündigt und in die ganze Welt hineinruft, daß „Reichs­gewalt Seegewalt" sei, fo hätte doch auch wohl die deutsche Volksvertretung einigen Anspruch, etwas von den Dingen zu erfahren, die doch

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an den Himmel und dann auf die Erde. Der Mond, der anfangs in gedämpftem rothem Lichte wie durch Nebel geschienen, war höher hinaus- gerückt und warf einen Hellen Schein über die Gegend. Der Weg lag in fahlem Lichte. Er führte ziemlich steil abwärts; doch war er so breit, daß an keine Gefahr mehr zu denken war. Nur über einige tiefe Schluchten, von deren Grund herauf man Waldbäche tosen hörte, schien der Weg etwas bedenklich, denn die paar roh behauenen Baumstämme, welche hinüberführten, hatten keinerlei Geländer. Aehnlich wie bei der Ligbyeschlucht packte man den Jesuiten zwischen zwei Bergstöcke und brachte ihn so hinüber. Die Irländer schienen vor jeglichem Schwindel gefeit zu fein.

Der Zug ging schweigsam voran. Bald kam man an emzelstehenden, kleinen, saubergehaltenen Häuschen vorbei, deren Bewohner trotz der Dunkel­heit an den Thüren standen und leise Grüße flüsterten, als der Zug vorüberging. Als der Jesuit einmal bei einer Biegung des Weges um­blickte, sah er, daß die ganze Bewohnerschaft langfam nachkam. Der Hause, Männer, Frauen und Kinder, die Kleinsten auf den Armen der Mutter oder älterer Geschwister, schwoll lawinen­artig an, in dem Maße, wie man weiter vor­wärts kam.

„Aber, edler Laird," frug der Jesuit besorgt, „roas wollen denn alle diese Leute, das muß ja zu den Ohren der Engländer kommen!"

Der Häuptling lächelte.

„Hier ist Altirland! Und wenn Tausende

nunmehr reif fein müssen. Man muß doch mit 1 den anderen Mächten int Einverständmß fein, ehe man Worte gebraucht, die andernfalls New und Eifersucht erwecken müßten. Was aber die nicht-deutschen Regierungen wissen, darf das deutsche Volk nicht wissen? Muß es denn gerade so lange warten, bis das Geld gefordert wird, welches das vollendete Unternehmen gekostet hat? — In den ,Hamb. Nachr.' wird davor gewarnt, die gegen Deutschland gerichteten Artikel der russischen Presse tragisch zu nehmen. Es seien namentlich französische, polnische und andere Einflüsse, die sich da geltend machten; nicht aber kämen die Anschauungen der russischen Regierung da zum Ausdruck. Es soll uns freuen, wenn es fo ist, wiewohl uns die „Franzofen und P o l e n ", die die russische Presse beeinflussen sollen, sehr bekannt vorkommen; unter den „andern" werden wohl „Welfen", „Dänen" und „Ultramontane" zu verstehen fein. Auch die deutschfeindlichen rufsifchen Aeußerunzen m fran­zösischen Blättern, desgleichen angebliche Unter­redungen mit russischen Staatsmännern in eng­lischen Blättern, haben nach den ,Hamb. Nachr.' keine Bedeutung. Wir sind gern bereit, dem Bismarck-Blatte zu glauben, weil wir uns die deutsche Regierung nicht, so unbesonnen vorstellen mögen, daß sie sich in die ostasiatische Politik stürzen sollte, ohne Rückendeckung. Daß wir in unserer Zeit des Plötzlichen und Unvermittelten aber auch nicht alle Besorgniß abzuschütteln ver­mögen, wird man begreiflich finden.

Für die Beurtheilung des deutschen Mor- geHeus in Mafien ist eine Kundgebung des Londoner ,Bureau Reuter' werthvoll. Dieses Telegraphenbureau entspricht dem ,Wolff' schen Bureau' in Deutschland und arbeitet vollständig im Einvernehmen mit der en glisch en Re­gierung und theilweise sogar unter deren eigener Leitung. Nach einer Kundgebung dieses Bureaus ist es „die Ansicht der dabei intereffirten Mächte, daß der Wunsch Deutschlands, für seine Missionare völligen Schutz gegen künftige Gewaltthaten zu erlangen, keinen Anstoß erregen kann .... Die im fernen Osten intereffirten Mächte scheinen D eutschland freie Hand lassen zu wollen, mit China wegen der Angelegenheit fertig zu werden, und nirgends macht sich der Wunsch geltend, Deutschland an der Ausübung feiner Rechte zu hindern . . . ." Gleichzeitig aber hebt auch diese Kundgebung hervor, daß die „genauen Forderungen Deutschlands gegen die chinesische Regierung noch immer mehr oder weniger Gegenstand der Vermuthung sind." Der Meldung eines anderen Londoner Draht- bureaus zufolge habe China Neigung dazu, die Besetzung der Kiautschau-Bucht durch Deutsch­land anzuerkennen. Ein britisches Kriegsschiff ging in der Kiautschau-Bucht vor Anker.

'X Wie unrecht die Regierung damit hatte, daß sie das Kenlrnm aks Stütze derIkotten- vorkage in deren ganzem Umfang betrachtete und behandelte, geht von neuem, und diesmal recht klar und zweifelsohne hervor aus einerl Rede, die der Reichstagsabgeordnete Domvicar Dr. Pichler in Passau in einer Versammlung seiner Wähler gehalten hat. Dr. Pichler er­klärte, daß die Mar in e vor la ge in der gegen­wärtigen Form unter Zugrunde!- gung des

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wissen, daß Ihr da seid, fo erfährt's der Eine, der es wissen möchte, noch lange nicht."

Man näherte sich einem weitläufigen Gebäude, dessen vom Monde hellbeleuchteten Giebel wie aus der Erde Hervorzuwachfen schienen. In diesem Augenblick schlugen.mächtige Hunde an.

„Was ist das?" fragte der Jesuit.

„Das ist der Edelhof von Klllarney," er­widerte der Häuptling. „Wir sind am Ziele."

« Dtt letzte Häuptling nun fiiltam.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

7 ------ (Nachdruck verboten.)

„Verlieren wir uns nicht in die Wege der göttlichen Gerechtigkeit," erwiderte ruhig der Zesuit. „Ohne Zweifel weiß Gott, wohin das alles führt, und wie er das zu einem Ziele lenkt, welches feine Weisheit, feine Barmherzig­keit und seine Gerechtigkeit verherrlicht. Schauen Wir nur nach dem Wege, den wir zu wandeln haben, so wissen wir das Eine, daß Menschen uns nichts anzuhaben vermögen."

„Hochwürden, Ihr habt das Elend in Irland noch nicht gesehen."

„Es dauert doch nur die kurze Spanne des Lebens," bemerkte der Jesuit trocken; „und wenn wir Glück und Elend richtig schätzen wollen, so müssen wir einen anderen Maßstab anlegen, als man gewöhnlich thut. Seht, Freund, wenn der Sohn den Vater in's Elend treibt, um fein Eibe an sich zu nehmen, so jammert mich der Sohn; den Vater preise ich glücklich. Denn den schwärzesten Undank ertragen, all' seiner Habe beraubt werden, in's Elend ziehen, um Christi willen, während es nur eines Wortes der Verleugnung bebürfte, um alles zu behalten und die rächende Hand des Gesetzes auf den undankbaren Sohn herabzuziehen, das, Freund, heißt den Himmel für die Erde, Ewiges, Unvergängliches für Zeitliches, Nichtiges .eintauschen. Aber den Sohn müssen wir beklagen .....doch, laß uns weilerziehen, Freund!"

Der Häuptling warf einen prüfenden Blick