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Samstag, den 18. Dezember 1897

24. Jahrgang

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Soun- und Feier­tage. Bierteljührl. ßeingsprei, ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

vmmtwortlich: Süi die Redaktion 2os. San«, für Inserate 3. Par jeder in #ullx.

mit Zlrüerhattungs -Message „Sterne und Mtnmen"

$rn# und Verlar der Fuldaer Retiendrnckeret petersgaffe Ur. e (Harmonie).

*1* Die Reden im Kieler Schlöffe.

Am Mittwoch hat der Kaiser seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, bei dem Abschiedsmahle im königlichen Schlosse zu Kiel Worte glühender Begeisterung gewidmet. Diese Worte erfahren verschiedene Deutung. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Lesart, daß die Rede des Kaisers die Einleitung sei zu einer „welt­geschichtlichen Wendung", der Beginn der „offi­ziellen Proklamirung der deutschen Weltmacht-Poltik". Und die nationalliberale Berliner,National-Zeitung" legt die Worte des Kaisers dahin aus, daß mit ihnen die deutsche Besitzergreifung in China vollzogen sei. Sie fügt hinzu, daß dies augenscheinlich geschehen sei „auf Grund internationaler Besprechungen, die die friedliche Anerkennung der deutschen Position in der Kiautschau-Bucht gewährleisten".

Auch Londoner Blätter behandeln die kaiser­liche Rede als ein politisches Ereigniß ersten Ranges. Die konservative Londoner ,Morning Post", eine der angesehensten englischen Zeitungen, nennt die Kieler Ereignisse geradezu epoche­machend für Deutschland, weil sie eine neue große Aera des Deutschen Reiches ein­leiten.

Man kann nicht leugnen, daß manches in ber Rede des Kaisers eine solche Deutung zuläßt. „Reichsgewalt bedeutet Seegewalt" — so rief der Kaiser aus. Und er fügte hinzu: „Und Seegewalt und Reichsgewalt bedingen sich gegenseitig so, daß die eine ohne die andere nicht bestehen kann." Das ist richtig in dem Sinne, daß das Reich eine Flottenmacht braucht zur Schutzwehr für seine Küsten, zum Schutze für feine Angehörigen in fremden Ländern. Und da der Kaiser an einer anderen Stelle seiner Rede zu seinem Bruder sagt;: „Di? Unternehmung, die ich Dir übertragen habe, ist . . . wesentlich die eines Schutzes und nicht des Trutzes", so könnte man diese Worte in solchem Sinne aus­legen. Aber an einer anderen Stelle sagte der Kaiser wieder, daß „der deutsche Michel seinen mit dem Reichsadler geschmückten Schild fest auf den Boden gestellt hat .. . Sollte es je einer unternehmen, uns an unserem guten Rechte zu kränken oder schädigen zu wollen, dann fahre darein mit gepanzerter Faust" — und natürlich wird auch diese Stelle der kaiser­lichen Rede von den Weltmachtpolitikern in ihrem Sinne gedeutet und für ihre abenteuerlichen An­schauungen ins Feld geführt. Nach den bestimmten Erklärungen, die erst vor wenigen Tagen Staats­sekretär v. Bülow im Reichstage abgegeben hat, will das Reich auf keinen Fall auf Abenteuer ausgehen. Vielmehr mußten wir sowohl nach diesen Erklärungen, als auch nach anderen An­zeichen annehmen, daß es sich in China um nichts anderes handele, als um die Erwerbung eines Hafens als Flotten- und Kohlenstation. Ein solcher Platz ist nothwendig geworden für die geeignete Vertretung unserer Jntereffen in Ost-

* Brr letzte fiimpHmg ton Warne».

Eine historische Erzählung von Philipp Wasserburg (Laicus).

6 ------ (Nachdruck verboten.)

Das Rollen des Kiels auf dem flachen Strande unterbrach die andächtige Stimmung; das Segel wurde beigezogen, die Männer griffen zu Ruder­stangen, um das Boot an eine passende Lande­stelle zu bringen. Im nächsten Augenblicke fuhr man in dichter Finsterniß zwischen hohen Gebüschen einem Einschnitte entlang, den das Master ge­macht. Dann fuhr das Boot auf den Grund und lag unbeweglich. Man war am Ziele.

„So betrete ich also die Insel der Heiligen," sagte der Priester, als er die dargebotene Hand des Häuptlings ergriff, um sich aus dem Boote an's Land zu schwingen.

„Hochwürdiger," begann Egbert abermals, „ich warne Euch nochmals. In wenigen Monaten ist vielleicht die Sache bester. Jetzt setzt Ihr Euch der vollen Wuth aus."

„Ich habe Dir schon gesagt, daß ich das nicht zu überlegen habe. Ich bin in den Händen meiner Oberen wie eine Leiche, wie ein Stab. Ohne zu grübeln hab' ich zu thun, was mir befohlen wird; es sei denn — wo Gott für sei — daß man mir eine Sünde befehle."

„Erwägt! Nur wenige Monate..."

„Die Heerde bedarf des Hirten nicht fo sehr in der besseren wie in der schlimmeren Zeit. Weil meine Oberen das erwogen haben, darum haben sie mich eben geschickt, bi nie ich mr."

„Erinnert Euch O'Helys!"

„Wir kennen alle diese Fälle; man verheimlicht sie

asien. Und wenn nun die Kiautschau-Bucht der paffende Platz ist und von dem Reiche dazu er­worben wird, so wird schwerlich etwas dagegen eingewendet werden können. Aber damit wird doch für Deutschland keine neue Aera eingeleitet, und dieses Ereigniß kann kaum für so bedeutend gelten, daß ganz Deutschland und alle übrigen Staaten darüber in Aufregung gerathen. Prinz Heinrich sagte in seiner Antwort: „Eure Majestät haben die große Gnade und Entsagung gehabt, mir dieses Kommando anzuvertrauen .."; und nun wird dieses Wort von der „Entsagung" stellen­weise so ausgelegt, als habe eigentlich der Kaiser selbst das Geschwader nach China führen wollen. Die Frage liegt wiederum nahe: nur zu dem Zwecke, um einen geeigneten Ko h len- p l a tz für das deutsche Reich ausfindig zu machen? Vielleicht legt die Auslegung damit den Worten des Prinzen Heinrich eine Bedeutung unter, die sie gar nicht haben sollten. Aber es kann nicht fehlen, daß die Preffe sich mit ihnen beschäftigt und die Frage aufwirst: wohin geht der Weg? Eine zuverlässige Deutung der Kieler Reden würde sehr am Platze sein und auch im Interesse der Pläne der Regierung liegen. Denn die Ausbeutung der Reden durch die Weltmacht­schwärmer im Interesse ihrer abenteuerlichen Pläne kann unmöglich geeignet sein dazu, in den Kreisen des Volkes günstige Stimmung für die Flottenvorlage hervorzurufen.

Am wunderlichsten berührt eine Stelle in der Antwortrede des Prinzen Heinrich. Sie lautet: „Mich lockt nicht Ruhm, mich lockt nicht Lorbeer. Mich zieht nur eins: Das Evangelium Eurer Majestät geheiligter Person im Auslande zu künden, zu predigen jedem, der es hören will, und auch denen, die es nicht hören wollen." Mit Recht bemerkt dazu die .Deutsche Tageszeitung", das Organ des Bundes der Land- wirthe: „Es gibt auf Erden keine geheiligte Per­son, und es gibt auf Erden nur ein Evan­gelium, das ist das Evangelium, das die Männer verkündet haben, die drüben den Mördern zum Opfer gefallen sind . . .", also die gemeuchelten Missionare. Augenscheinlich sind diese Worte dem Prinzen Heinrich in einem Augen­blicke überschwänglicher Erregung entschlüpft — wenn die Worte überhaupt richtig wiedergegeben wurden.

Deutsche« Kelch.

Berlin, 17. Dezember.

* Der Kaiser hat auf der Rückreise von Kiel nach Berlin den Fürsten Bismarck be­sucht. Darüber ist die bismarckfreundliche Presse wieder einmal voll des Entzückens. Wenn nur nicht wieder auf den Rausch der Katzenjammer folgt! X x'

X Abg. Diebe«, der Senior der Centrums- sraktion und des ganzen Reichstages, hat heute in bewundernswerther Frische und Rüstigkeit sein 87. Lebensjahr vollendet. Die Centrumspraktion veranstaltete zur Feier des Tages gestern Abend ein Fest im Centralhotel, das sich in herzlicher Weise zu einer Kundgebung für den Jubilar ge­staltete, wie sie nur einem Manne wie diesem zutheil werden kann, der seit 43 Jahren ununter­brochen in steter Treue im Parlamente seine

uns nicht. Ich weiß recht wohl, daß man ihm und seinen Gefährten auf der Folterleiter die Gelenke auseinander reckte, daß man ihnen Hände und Füße mit Hämmern zerschlug, daß man ihnen lange Nadeln unter die Nägel stieß und daß man sie endlich mit den biegsamen Zweigen eines nahen Baumes erdrosselte. Ich weiß, daß man noch nach dem Tode ihre Leiber schändete, daß man Kurzweil mit ihnen trieb und auf sie schoß, wie nach Scheiben. Seht Freund, das weiß ich. Aber was die Söhne des heiligen Franziskus ohne Widerrede um Gottes und der Wahrheit willen über sich ergehen ließen, soll davor ein Sohn des heiligen Loyola zurückbeben?"

„Ich habe jetzt das meinige gethan, ich weiß nichts mehr zu sagen."

„Und da ist der alte Adam in mir zu Tage gekommen," sagte der Priester traurig. „War das nicht, als ob es sich um einen Wettstreit zwischen Franziskanern und Jesuiten handle, wo es sich doch einzig um die Ehre Gottes und das ewige Heil des Nächsten dreht? Ich bitt' Euch um Verzeihung ob des Aergernisses, das ich Euch gegeben."

„Ich weiß nicht, was Ihr meint, Hochwürdiger, aber wenn wir noch bei dem letzten Schimmer an der Schlucht von Ligbye vorüber wollen, dann müssen wir eilen. Und ich möchte nicht die Ver­antwortung übernehmen.....Aber wer weiß,

ob es nicht besser wäre, Ihr stürztet in die Tiefe. — Da fielet Ihr in die Hand Gottes, nicht in die der Menschen."

„Vorwärts! Kleingläubiger!" rief der Priester begeistert. „Auch unter den Händen der Menschen steh' ich in Gottes Hand!"

Grundsätze vertreten und hochgehalten hat. Heute morgen prangte im Reichstage ein prächtiger Rosenstrauß auf dem Platze des Abg. Sieben — Papa Dieben, wie jebermännlich im Centrums­kreise bekannt ist.

* Die sozialdemokratischen Aröeiter- konsumvereme erstatten einen interessanten Bericht. In 52 Vereinen sinb 226 Lagerhalter unb 8 Lagerhalterinnen angestellt, deren Arbeits­zeit zwischen 63 und 99 Stunden in der Woche schwankt; die Mehrzahl hat 75 bis 78 Stunden wöchentlichen Dienst; in 14 Vereinen wurde die Arbeitszeit verlängert. In sechs Geschäften ist die Frau des Lagerhalters stets mit diesem zu­sammen thätig, in 25 Vereinen muß die Frau nach Bedarf ihrem Manne bei feiner Arbeit be­hilflich sein. Aber nur in 6 von diesen 31 Fällen wird berichtet, daß der Frau für ihre Arbeit eine besondere Entschädigung gezahlt wird: die­selbe beträgt 7—8 Mark für die Woche. Die Lagerhalter haben eine Wocheneinnahme von 15 bis 44 Mark, die Lagerhalterinnen eine solche von 11,50 bis 19 Mark. Der Durchschnittslohn der männlichen Angestellten beläuft sich wöchentlich auf 20 bis 25 Mark, er bleibt damit hinter dem Durchschnitte der entsprechenden Löhne zurück, die in ähnlichen gut geleiteten und christlichen Gesellschaften gezahlt werden, womit von vorn­herein die Ausrede wegfällt, daß die bestehende Konkurrenz schuld sei an der Niedrigkeit der sozialdemokratischen Löhne.

Xt Ein krasses Beispiel von Intoleranz haben wieder einmal die protestantischen und liberalen Stadtverordneten von Krefeld gegeben. Die Stadt Krefeld hat über 107,000 Einwohner, darunter sind 80,000 Katholiken, also drei Viertel der Bevölkerung. Infolge des famosen Dreiklassenwahlsystems ist aber die Stadtverord­netenversammlung ganz anders zusammengesetzt: sie besteht aus 20 Liberalen (unter denen auch der eine oder andere „Taufscheinkatholik" sich be­findet) und 10 überzeugungstreuen Katholiken, weil eben die Katholiken nur in der dritten Klasse ihre Kandidaten durchbringen können. Nun hatte diese St.adtverordneten-Versammlung dieser Tage einen zweiten besoldeten Beigeordneten zu wählen. Da der Oberbürgermeister und der erste Beigeordnete evangelisch sind, hatten die Katholiken den Wunsch, zum zweiten Beigeord­neten möge ein Katholik gewählt werden. Es hatten sich um die Stelle, welche mit 7500 Mark Gehalt dotirt ist, 53 Bewerber gemeldet. Die zur Vorberathung der Wahl eingesetzte Kommis­sion hatte aus dieser großen Zahl zwei Bewerber, und zwar einen Protestanten und einen Katho­liken, als die geeignetsten erkannt. Bei der Wahl fehlten wegen Krankheit zwei katholische und ein protestantischer Stadtverordneter und — gewählt wurde trotz des gewiß berechtigten Wunsches der Katholiken der prote st antische Bewerber mit den 19 liberalen Stimmen gegen die 8 Stimmen des Centrums. So handeln die Leute, die das Wort „Toleranz" stets im Munde führen!

ft Parlamentarische Nachrichten.

— Die im Reichstage in Sachen der Be- rufung in Strafsachen eingebrachten An­träge Dr. Rintelen ((Str.) und Lenzmann

Der kleine Zug setzte sich in Bewegung, nach­dem das Boot auf's Land gezogen und vor der Fluth gesichert war. Voran schritt der Häupt­ling, dicht hinter ihm der Priester, die beiden Iren beschlossen den Zug.

Irland ist kein Gebirgsland, es hat viele Flüsse und Seen, aber wenig Berge, und selbst von diesen erreicht der höchste nicht einmal tausend Meter. Auch sind es mehr einzelne Kegel, keine fortlaufende Ketten. Nur an einzelnen Küsten­strecken macht die Formation des Landes den Eindruck einer wilden Romantik, und wenn auch da die Berge nicht hoch sind, so sind sie un­zugänglich, vielfach nackte Basaltfelsen, von Schluchten zerrissen.

Das machte sich auch alsbald bei der kleinen Karawane geltend. Nachdem man kaum fünfzig Schritte gethan, begann der Boden zu steigen. Man kam über loses Gerölle, das halb verwettert von oben herabgestürzt war, und jenen Zugang aus Schotter gebildet hatte, den man am Fuße fast aller hohen und steilen Felswände findet. Nachdem man so zehn Minuten gestiegen, kam man an die Ligbye-Wand, an welcher in Win­dungen ein Pfad aufwärts führte, der in den Felsen gehauen und so schmal war, daß der eine Arm am Fels streifte, während der andere über dem Abgrunde hing. Der Häuptling reichte das eine Ende seines Stabes einem seiner Leute, während er das andere in der Hand behielt; zwischen Beiden ging der Jesuit, der auf diese Weise durch eine Art wandelnden Geländers wenigstens vor dem schwindelerregenden Gedanken, in die dunkle Tiefe zu stürzen, bewahrt blieb.

Zum Glücke dauerte dieser Weg nicht lang.

(fr. Vp.) sind insgesammt unterzeichnet worde^ von 206 Mitgliedern. Der Antrag Rintele zählt 167 Unterschriften; darin sind enthalten die Mehrheit des Centrums, der Konservativen und der Nationalliberalen, ein Theil der Freikonser­vativen, sämmtliche Antisemiten und Polen. Der Antrag Lenzmann hat 39 Unterschriften von Frei­sinnigen. Aus der großen Anzahl der Unter­schriften ergibt sich, daß der Wunsch bes Hauses dahin geht, daß die in der vorigen Session ab­gebrochene Angelegenheit wieder ausgenommen und zu Ende geführt werde. Da die Kommission sich bereits zwei Jahre mit der Materie be­schäftigt hat, dürfte es wohl zu einer Kommissions- berathung nicht mehr kommen. Die Anträge werden, sobald sich eine geeignete Gelegenheit dazu bietet, zur Verhandlung kommen.

— Dem Reichstage ist eine Uebersicht der vom Bundesrathe gefaßten Entschließungen auf Beschlüsse des Reichstag es aus früheren Sessionen gugegangen. Daraus ist zu entnehmen:

Den Reichstags-Beschlüssen wegen der Ab­änderung elsaßflothringischer Gesetze, wegen Ab­änderung des Wahlgesetzes und wegen der Ge­währung von Diäten für die Reichstags-Mitglieder hat der Buudesrath seine Zustimmungversagt.

Es ist wiederum beschlossen worden, der Re­solution wegen Einführung eines Schutzzolles auf Qnebrachoholz keine Folge zu geben. In Be­treff des Reichstags-Beschlusses wegen Aufhebung des § 2 des Jesuiten - Gesetzes steht die Beschlußfassung des Bundesrathes noch aus.

Die vom Reichstage dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesene Petition des Vorstandes des Vereins deutscher Zeitungsverleger wegen Er­gänzung des § 22 des Preßgesetzes hat der Bundes- rath ab gelehnt.

Bezüglich der Beschränkung des Zollkredites bei der Einfuhr von Getreide und Mühlen-Fabri» taten sind die Erörterungen noch nicht abgeschlossen.

Wegen der Resorm der Eisenbahn-Tarife sind Verhandlungen mit den meistbetheiligten Bundesregierungen ein gleitet.

Es Hai eine erneute eingehende Prüfung un#*v Betheiligung aller Ober - Postdirektionen darüber stattgefunden, ob und wie die Annahme und Be­stellung gewöhnlicher Packete an Sonn- und Feiertagen sich auf Eilsendungen werde be­schränken lassen. Nach dem Ergebnisse der Prü­fung erscheint eine solche Beschränkung indeß nicht durchführbar. Die Erhöhung des Meist­gehaltes der Landbriefträger hat sich deshalb als u nth un lich erwiesen, weil die Auf­besserung der Besoldung der Unterbeamten vor­läufig als abgeschlossen zu betrachten ist. Eine allgemeine Neuregelung der Fernsprech- Geb ü h r e u ist in Aussicht genommen; die Wünsche der Petenten werden dabei in Erwägung gezogen werden.

Die Resolution des Reichstages wegen Ein- richtung von Versuchs-Anstalten zur Erforschung der Maul- und Klauenseuche hat der Bun­desrath dem Reichskanzler mit dem Ersuchen über­wiesen, darauf hinzuwirken, daß durch die Ge­sundheits-Behörden des Reiches und der Bundes­staaten nicht nur der Krankheitserreger der Maul- und Klauenseuche, sondern auch ein geeignetes

Nach einer Viertelstunde gähnte zur Seite ein Felsenthor, nnd man bog nach dieser Richtung ab.

Grade, als man wiederum in's Freie trat, erhob sich im Osten der Vollmond. Der Häupt­ling stieß das eisenbeschlagene Ende seines Stabes in die Erde.

„Weilen wir, bis der Mond etwas höher steht." Damit streckte er sich auf die Erde nieder und wischte mit feiner Mütze den Schweiß von der Stirne.

„Es ist nicht warm, aber auf diesem Wege sind mir dicke Schweißtropfen auf die Stirne getreten. Wir gehen ihn unbedenklich: der Fels ist fest, und unser Auge schaut schwindelftei hinunter, aber wer das nicht gewohnt ist . _. ."

„Laßt uns weiter, edler Laird, mich drängt die Ungeduld!"

„Ihr werdet den englischen Henkern noch frühe genug in die Hände fallen."

„Wie Gott will!"

„Aber so lange Ihr bei mir seid, sollt Ihr sicher sein. Es ist Zwielicht; von Westen scheint noch das Abendglühen, von Osten kommt der Mond herauf. Das ist ein falsches Licht und Alles verwirrt sich. Wenn der Mond höher steht, werden wir besser sehen; und der Weg ist immerhin .... Pater, trinkt einen Schluck, Ihr bedürft dessen!"

Damit nestelte er eine Kürbisflasche los, die an einem Bande über seiner Schulter hing und reichte sie dem Priester, der einen Schluck that, worauf dann die Flasche die Runde machte.

„Kennt Ihr kein Versteck in der Nähe, wo ich vielleicht die Nacht zubringen kann?"

Der Häuptling sah den Pater groß an.