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24. Jahrgang

Donnerstag den 16. Dezember 1897

M 288

FuldaerMIertung

verantwortlich: S*» die L-daktion Jot. 8aa«. für Jefevatt j. Parzelle» ta Fulda.

Dmur uud Verla« der Fuldaer XdtaünUtmt peteru«a»e Nr. i (»emawte).

mit Anterhaltungs -Meikage „Sterne und Akumm!'

rrschrint täglich, «. Ausnahme der Bonw= und Feier­tag«. Kierteljährl.

)hne Bringerlohn tnb Bestellgeld in Fulda und auS- UärtriM.SVPs.

Inserat»: Die ein spalt. Garmond zeile oder deren Raum 16 Pf., Re­klamen die Petit zell« 25 Pf.; bt Wiederholungen wirdentsprechent Rabatt gewahrt

X Den Kimmel auf Krde« versprechen die sozialdemokratischen Agitatoren^als Herrlich­keit im Zukunftsstaate. Aber daß auch solche Fabriken und Geschäfte, die unter sozialdemo­kratischer Leitung stehen, ihre Leute um kein Haar anders stellen können, als andere entsprechende Unternehmungen, haben wir aus schon vielen Beispielen ersehen. Jetzt liegt ein neues Beispiel von scharfer Kennzeichnung dafür vor, nämlich der Bericht über die Verwaltung der sozial­demokratischen Abeiter-Konsumvereine. Es handelt sich dabei um 52 Vereine mit 226 Lagerhaltern und 8 Lagerhalterinnen, und es ergibt sich aus dem Berichte, daß die Mehrzahl der Angestellten eine wöchentliche Arbeitszeit von 63 bis 99 Stunden hat. Die Mehrzahl der­selben muß 75 bis 78 Stunden wöchentlich ar­beiten. Und dabei ist in 14 von diesen Vereinen neuerdings die Arbeitszeit noch verlängert worden. In sechs Geschäften ist die Frau des Lager­halters stets mit diesem zusammen thätig, in 25 Vereinen muß die Frau nach Bedarf ihrem Manne bei seiner Arbeit behilflich sein. Aber nur in 6 von diesen 31 Fällen wird berichtet, daß der Frau für ihre Arbeit eine besondere Entschädigung gezahlt wird: dieselbe beträgt 7 bis 8 Mk. für die Woche. Die Lagerhalter haben eine Wocheneinnahme von 15—44 M., die Lager­halterinnen eine solche von 11.50—19 Mk. Der Durchschnittslohn der männlichen Angestellten beläuft sich wöchentlich auf 20—25 Mk. — er bleibt damit hinter dem Durchschnitte der ent­sprechenden Löhne zurück, die in ähnlichen gut geleiteten und christlichen Geschäften gezahlt werden, und damit fällt auch von vornherein die Ausrede weg, daß die bestehenden Konkurrenzverhältnisse schuld seien an der Niedrigkeit der sozialdemo­kratischen Löhne.

X Nach einer Mittheilung des ,Reichsan'- zeigers' ist auf Veranlasfung des preußischen Staatsministeriums eine Kommission zusammen­getreten zur Berathung der Frage, wie den Miß­stände« im Maugerverve entgegengewirkt und ein Schutz der Bauhandwerker gegen Ausbeutung erzielt werden könnte. Die Kommission besteht aus Vertretern der betheiligten Ministerien und hat nunmehr die Entwürfe aus gearbeit et für ein Reichsgesetz über die Sicherung der Bauforderungen und für ein preußisches Ein­führungsgesetz dazu. Diese Entwürfe werden gleichzeitig im ,Reichsanzeiger' bekannt gemacht.

ft Parlamentarische Nachrichten.

— DieBudget-KommissiondesReichs- tages hat heute ihre erste und sehr wichtige Sitzung abgehalten. Es handelte sich um die Bestimmung der Reihenfolge, in der die einzel­nen Gegenstände zur Berathung kommen sollen, namentlich also darum, ob die Flottenvor­lage vor oder nach dem Etat berathen werden soll. Der Vorsitzende, Abg. v. Kardorff, wollte zuerst die Flottenvorlage vor dem Etat berathen haben, und er wurde in diesem Be­streben von dem konservativen Abg. Graf v. Limburg-Stirum unterstützt, der meinte, das Flottengefetz könne ja „schnell zur Erledigung gebracht werden." Aber Abg. Dr. Lieber setzte diesem Beginnen Widerstand entgegen, und am

oberung machen zu können glaubte. Hoffentlich läßt man sich den Fall zur Lehre dienen und ist in Zukunft etwas vorsichtiger gegenüber Leuten, die so rasch bei der Hand sind, ihren Katholizismus für den Protestantismus aufzugeben.

perrungen in eine Zelle scheinen bei diesen Kranken als Strafe angewandt worden zu sein. Kurz, das Personal behandelte die Kranken gelegentlich genau in derselben Weise, die man den Alexianer- »rüdern so übel vermerkt hat. Die Herren Pa­toren sind gelegentlich selbst mit einer Tracht Ohrfeigen bei der Hand gewesen und Herr von Bodelschwingh erklärte offen, er würde im gleichen Falle wieder ohrfeigen. Auch gegen- eitig sind einmal ein paar Pastoren aneinander gerathen und einer schimpfte den andern „Heuchler". Ein Theil der Insassen klagt über schlechte Kost. Beim Baden wurde das schmutzige Wasser mehrfach verwendet. Das komme in allen Anstalten vor, erklärte der leitende Arzt. In dem Anstaltsbezirke ist ein offener Teich, worin schon Kinder oder unbeaufsichtigte Pfleglinge ertrunken sind. Das komme in allen Anstalten vor, erklärte Dr. Huchzermeyer.

Die ärztliche Behandlung der Anstalts- Insassen ist offenbar manchmal recht summarisch gewesen. Je nachdem im Journal eine Minde­rung oder Mehrung der epileptischen Anfälle ver­zeichnet stand, wurde mehr oder weniger Brom- üli verordnet. Es dauerte gelegentlich auch meh­rere Tage, ehe ein Kranker die verordnete Medizin erhielt. Die Sache mit dem Stacheldraht, der im Bezirke der Epileptischen eine Rolle gespielt jaben soll, ist uns aus den Berichten nicht recht lar geworden.

Im Mellage-Prozesse waren Hauptzeugen Per- onen, deren Zurechnungsfähigkeit und Wahrheitsliebe sehr zweifelhaft war, wie Forbes und ein heruntergekommener Geist­licher nebst seiner „Haushälterin". Was würde in Bielefeld nicht noch Alles erzählt worden sein, wenn man derartige Zeugen hätte vernehmen und durch geriebene Vertheidiger aus­fragen lassen wollen? Auch so sind unzweifel­hafte Uebelstände zu Tage getreten. Der Leiter der Anstalt und die Aerzte haben davon offen­bar meistens keine Ahnung gehabt. Die Prügeleien z. B. waren streng verboten und „Brüder" und „Hausväter", die sich solche zu Schulden kommen ließen, wurden bestraft, nöthigenfalls entlassen, wie in Mariaberg. Und dennoch kamen die ärgsten Mißhandlungen vor, und zwar so häufig, daß man, wie ein Zeuge sagte, gar aus den Meldungen nicht heraus­gekommen wäre, wenn man jeden einzelnen Fall hätte melden wollen. Wir wollen deshalb nicht gleich die ganze Anstalt verurtheilen, sondern be­trachten den Prozeß als eine Warnung für ge­wiße Pharisäer. Peccatur intra muros et extra! Vollkommen tadellos ist keine Anstalt; man hüte sich also, gleich mit den schwersten Steinen zu werfen, wenn einmal etwas bekannt wird, was die Leiter nicht verhütet haben, weil sie es nicht wußten.

Der,Reichsbote' hat nicht übel Lust, die Bro­schüre des Paßler als eine Art ultramontanen Komplotts gegen die Unternehmungen des Pastors v. Bodelschwingh hinzustellen. Handhabe bietet ihm dafür, daß der Mann dem Namen nach Katholik war. Den Mellage - Prozeß hat der „Katholik" Forbes angezettelt. War das etwa auch von „Ultramontanen" gemacht? Paßler ist von der Anstalt mit offenen Armen ausgenommen worden, anscheinend weil man an ihm eine Er-

II. Der Missionar.

Die südwestliche Spitze Irlands ist von tiefen Meeresbuchten umsäumt, und zwischen den Buchten strecken nach Art von Vorgebirgen lange Land­arme sich in die See, welche Bucht von Bucht scheiden. Es scheint, als ob allmählich das Meer bei Hochfluthen diese tiefen Einschnitte aus dem Lande herausgerissen hätte, so daß der weiche Boden sortgeschwemmt und die Rippen des Landes, mächtige Basalt-Felsen endlich nackt zu Tage getreten wären. Das ist der Charakter, den die Bucht von Bantry in der Grafschaft Munster bietet. Ziemlich breit schneidet sie weit in's Land, sie umfaßt mehrere größere und kleinere Inseln; und namentlich befindet sich eine solche da, wo die Bucht am tiefsten in das Land ein­schneidet, fast am Ende, so daß zwischen der Insel und dem Festlande nur ein ziemlich schmaler Meeresarm bleibt. Die Insel, reichlich bewaldet, in ihren niederen Theilen von der Hochfluth überschwemmt, bot für Menschen keinen bleibenden Aufenthalt. Nichtsdestoweniger fand sich auf der höchsten Stelle eine Art notdürftigen Unter­kommens, eine Hütte, welche sich mit ihrer Rück­wand an den Felsen anlehnte, während ihr übriger Theil von wildem Gestrüpp so um­wuchert war, daß sie kaum entdeckt werden konnte. Bei Beginn unserer Erzählung war dieselbe nicht bewohnt; wahrscheinlich hatte sie früher einmal einem Klausner gedient, und jetzt bot sie bei verschiedenen Anlässen ein vorübergehendes Obdach.

Sie war sehr klein, und barg nichts als eine

wieder hier ist, das dauert mindestens eine Stunde. Wenn Ihr dann sagt, wir wären in den Wald gezogen, so hoffe ich, daß Euch unser Herrgott diese Lüge nicht hoch anrechnen wird, sintemalen es ihm doch auch Spaß machen muß, diese ver­dammten Rundköpfe vergeblich im Walde nach uns suchen zu sehen."

„Nur fort! Ja! Das wollen wir besorgen!"

„Nun Frau," meinte Robert, „so setzt Euch einmal mit Euren zivei Kindern auf den Wagen und Allan kann sein Pferd davor anschirren; das geht schon!"

Es war allerdings ein sonderbarerZug: die wenn nicht glänzende, doch jedenfalls sehr gediegene Ausrüstung der beidenReiter, und dazu der ärmliche Wagen mit zerbrochenemHausrath und zerlumpten Insassen, und an diesen Wagen mit Stricken ein schönes feuriges Pferd geschirrt, das offenbar mehr zum Reiten als zum Ziehen benutzt wurde, wenn ihm auch die letztere Arbeit nicht unver­traut war.

Eine Stunde mochte verflossen sein, da kam in der Thal der Vogt an der Spitze eines halben Dutzend bewaffneter Burschen. Sie wurden in den Wald geschickt, wo sie im weichen Boden die Räderspuren des Wagens fanden. Nur meinten sie, sie zögen hinter dem Wagen her — und sie entfalteten, ihn einzuholen, einen Eifer, der einer besseren Sache werth gewesen; — aber sie folgten nur dem Geleise, das der Wagen ge­zogen hatte, als er herwärts fuhr.

Es war bereits dunkel, als sie die Verfolgung aufgaben, nnd recht erschöpft kamen sie nach mehr­stündigem Marsche wieder in Hungry-Tower an.

Deutsches Keich.

Berlin, 15. Dezember.

ft Der Kaiser ist heute früh über Hamburg nach Kiel gereist. In seiner Begleitung befindet sich Prinz Adalbert. Kurz nach 3 Uhr nachmit­tags ist der Kaiser in Kiel eingetroffen, am Bahnhofe empfangen vom Prinzen Heinrich und vom Admiral Köster. Vom Bahnhose begab sich der Kaiser nach dem Hasen, um die Kriegsfahr­zeuge „Gefion" und „Deutschland" zu besichtigen. Abends findet int Schlosse ein großes Abschieds­mahl statt.

h Eine richtige Stellung zur Ikoltenvor- kage hat das Aeltesten-Kollegium der Berliner Kaufmannschaft eingenommen. Auch dieses hat sich mit der Frage zu beschäftigen gehabt, ob es sich von Amtswegen an einer Kundgebung zu Gunsten der Flottenvorlage betheiligen soll. Das Aeltesten-Kollegium hat aber einstimmig beschlossen, nicht amtlich zu der Flottenfrage Stellung zu nehmen. Denn — so lautet die Begründung dieses Beschlusses — die Flottenvorlage ist eine rein politische Angelegenheit, die deswegen gar nicht zu der Zuständigkeit des Kollegiums gehört.

X Englische Blätter hatten Berichte gebracht über die angebliche Niedermetzelung einer d eu t fch en Expedition in Kamerun. In Berlin ist an den zuständigen Stellen von einer solchen nicht das Geringste bekannt geworden. Wohl aber ist in der zweiten Hälfte des Monats Oktober ein größerer Zug zur Unterwerfung der aufrührerischen Jaunde-Stämme von Lolodorf in das Innere ab­gegangen. Der Zug bestand aus 3 Offizieren, 5 Unteroffizieren und 135 Mann. Vorher war ein Rekognoszirungszug unter Lieutenant von Stein ausgesandt worden. Da dieser aber als zu schwach sich erwies, wurde dieser größere Zug entsandt. Man erwartet in den nächsten Tagen amtliche telegraphische Berichte über den Verlauf dieses Zuges. '

* Im nächsten preußischen Staatshaushalte sollen mehr als 10 000 neue etatsmäßige Stellen für Aeamten geschaffen werden, die bisher diätarisch beschäftigt waren. So verkündet ein offiziöses Organ. Schwerlich aber wird die Regierung dafür ganz besondere Dankgefühle der Beamten, die dabei in Frage kommen, in An­spruch nehmen können, denn es war eben höchste Zeit, daß in dieser Richtung eine Verbesserung der gegenwärtigen Zustünde angebahnt wurde. Das weiß man auch recht gut; und deswegen muß der Offtziosus gleichzeitig mit der gemachten Mittheilung eine Reihe von Gründen aufführen, die beweisen sollen, daß die Vorbereitungen zu der Verbesserung unbedingt so lange Zeit in An­spruch genommen hätten. Roch jetzt handele es sich um Vorarbeiten dazu. Hoffentlich aber werden diese weiteren Vorarbeiten nicht noch einmal so lange Zeit in Anspruch nehmen, wie die Vor­bereitungen, die den Vorarbeiten vorangingen, sonst möchte es mit der Reform auch noch int nächsten Etat windig aussehen.

£ „Bethel."

Als der Mellage-Prozeß verschiedene Mißstände in der Alexianer-Anstalt „Mariaberg" vor die Oeffentlichkeit brachte, haben wir den Schreiern bemerkt, Uebelstände würde man in allen derartigen Anstalten feststellen können und es würden sich immer Zeugen finden, die die haarsträubendsten Erlebnisse zu berichten wüßten; zumal wenn ein Prozeß durch geschickte und rücksichtslose Advokaten in der Weise geführt werde, wie der Mellage-Prozeß, werde jede An­stalt in das schlimmste Licht zu stellen sein. Es war auch nur zu deutlich, daß bei der Ent­rüstung über „Mariaberg" die Feindschaft gegen Kirche und Klöster eine eben fo große Rolle spielte, wie die Thatsachen. Damals waren auch konservative Blätter vom Schlage des ,Reichsboten' bei der Hand, ihren Haß gegen „Rom" die Zügel schießen zu lassen. Es dauerte aber nicht lange, da wurden auch zwei prote­stantische Anstalten und Personen, beson­ders gegen Diakonissen schwere Anklagen erhoben, uud zwar in erster Linie von Aerzten. Eine Prozeßverhandlung hat darum nicht stattge­funden, sondern die Sache wurde mit Erklä­rungen hin und wieder ausgefochten. Wer weiß, was für unliebsame Thatsachen sonst hätten zu Tage treten können, aus denen böser Wille ein Zerrbild gleich dem der Alexianer hätte gestalten können.

Jetzt haben die vom Kaiser belobten Anstalten des Pastors v. Bodelschwingh in Bielefeld vor Gericht Spießruthen laufen muffen. Der Ur­heber der Schmähbroschüre ist zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt worden. Aber ist nicht doch eine Menge „hingen geblieben" ? Die „Haus­väter" und „Brüder" in „Sarepta", „Saba", „Ephrata", „Tabor", „Mambre" und wie die Anstalten alle heißen — das ganze alte Testa­ment scheint ja da beisammen zu sein — haben die Insassen manchmal ganz tüchtig geprügelt. Auch Epileptische und Idioten haben nach Zeugenaussagen wegen Widerspenstigkeit, Streit­sucht usw. ihre Prügel erhalten. Auch Ein-

_)er versäumt hat,

das Abonnement auf die

Iurdaer Zeitung am 1. Oktober zu erneuern, der möge für das am 1. Januar beginnende neue Quartal das Blatt bei der Post oder bei den Zeitungsträgern bestellen.

Die ,Fuldaer Zeitung', welche, wie von un­seren Lesern freundlichst anerkannt wird, sich stets erfolgreich bemüht hat, ihren Inhalt stetig zu ver­bessern und zu erweitern, wird auch ferner nach Kräften bestrebt fein, ihren Sefern ein getreues Spiegelbild der Weltbegebenheiten zu bieten.

Wer zetzt

für die Monate Januar, Februar und März die A: Fuldaer Zeitung ^8 bestellt, erhält dieselbe bis Ende dieses Monats

liefe, ich bekäme ihn doch nicht.....Lauf zu.

Du Hasenherz!" brüllte er dem Davoneilenden nach. „Aber den ersten Engländer, der uns be­gegnet, walke ich an Deiner Statt durch: der kann dann mit Dir abrechnen."

Damit kehrte er sich um und schlenderte lang­sam nach den Eschen, woselbst inzwischen sein junger Herr ein mächtiges Stück getrocknetes Fleisch herunter geschnitten und der Frau für sich und ihren Knaben gereicht hatte. Er selbst hatte sich ebenfalls genommen und sah lachend dem verstimmt zurückkehrenden Allan entgegen.

„Der Kerl hat Beine, wie eine Bachstelze," brummte Allan und warf den eroberten Stab auf die Erde. „Wahrhaftig, seine Frechheit wäre ihm sonst nicht so hingegangen!"

Damit nahm er sich ebenfalls Speise und kaute energisch darauf los.

Jetzt kam Kerry herbeigeeilt.

„Um Gotteswillen, macht, daß Ihr fort kommt, der Vogt ist auf's Schloß und kehrt mit Ver­stärkung wieder. Es sind mindestens hundert wohlbewaffnete Engländer drin, und wenn sie jetzt wieder bei Drogheda gesiegt, dann machen sie mit uns, was sie wollen."

„Ich danke Dir für die Warnung, Freund," erwiderte Robert und reichte eine kleine Feld­flasche von getriebenem Silber ihm dar.

„Gott vergelt Euch den Trank," sagte der Ire, nachdem er einen herzhaften Schluck ge­nommen. „Aber jetzt fort!"

„Pah," meinte Allan phlegmatisch; „das eilt nicht. Bis er aufs Schloß kommt, nnb seine Helden- thaten anskramt und bis er mit Verstärkung

« Der letzte Häuptling non fiitatmj.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

4 ------ (Nachdruck verboten)

„Herbei, Ihr Leute! Herbei!" rief der Vogt aus Leibeskräften.

Aber es kam Niemand; die irischen Arbeiter schnitten Hafer als ob heute noch alles heim müsse. Sie warfen sich nur dabei verständniß- innige Blicke zu, und ihr Antlitz leuchtete vor Vergnügen.

Dieses Vergnügen erreichte seinen Höhepunkt, als sie ihren Landsmann zu Thätlichkeiten schreiten sahen. Die Dinge wickelten sich außerordentlich rasch und kurz ab. Allan hatte plötzlich den Stab des Vogtes in der Hand, und dieser lie mit seinen Reiterstiefeln, was er laufen konnte, wobei er beständig die irischen Arbeiter um Hilfe anrief. Hinter ihm kam wüthend Allan und schrie:

„Fünf Pfund willst Du uns geben! Du Lump, Du Hungerleider! Für unsere Waffen sollen wir büßen! Bleib stehen. Du Gaudieb! Ich will Dir ja nur die zwei Pfund zehn auszahlen!"

Aber Robber blieb nicht stehen, sondern flog dahin über Gräben und Hecken mit wunderbarer Behendigkeit, und schrie nur immerfort nach seinen Leuten, an welchen die wilde Jagd schon längst vorübergebraust war.

Endlich blieb Allan erschöpft stehen.

„Nein," murmelte er, „so viel ist mir der Kerl nicht werth, und wenn ich ihm auch nach-