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24. Jahrgang

Mittwoch, den 15. Dezember 1897

JE 287

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„An das liebe Christkind!

Du lieb' Christkind, das vom Himmel kommt und zu braven Kindern geht, steh', ich bin brav und meine Brüderchen und Schwesterchen sind auch brav; nicht wahr, Du kommst auch zu uns dein Weihnachtsbaum. Mama sagt immer. Du seiest reich, sieh, ich bin arm, gestern ist mein letzt Püppchen kaput gegangen, bring mir, bitte, eine recht große Austrag-Puppe mit, sonst will ich nur noch ein Ausfahr-Wägelchen für meine Puppe und das Schaukellämmchen, das mir Mama kürz­lich in einem Laken zeigte; ich bin auch ganz lieb und brav, will auch mein Brüderchen nicht mehr hauen. Nicht wahr, lieb Christkind, Du bist reich und bringst mir auch ein fahrendes Karussel mit, wie ich neulich, als mich die Rosa mitgenommen, gesehen habe. Du lieb Christkind, jetzt wünsch ich mir nur noch eine schöne große Puppenstube, ich will dann auch recht fleißig sein, und wenn Dir das Tragen nicht zu schwer wird, bring mir auch, bitte, einen Kochherd mit. Ich will auch eifrig lernen: ein hübsches Bilderbuch, das von Dir, lieb Christkind, erzählt, möcht ich deshalb auch noch wünschen. BravenKindern,so sagte mir Papa, bringst Du auch Gutes mit. Ich esse am liebsten Chokolade, bring mir ein nicht ganz kleines Stückchen davon mit; auch sonstige süße Sachen nehme ich dankbar an, auch Apsel und Nüß. Sieh, lieb Christkind, wie ich Dir heut schon verspreche, ein Dir, Mama und Papa brav Kind zu sein:

Lieb Christkindlein, mach mich fromm, Daß ich zu Dir in's Himmelreich komm. —

Aber Du mußt nun auch zu uns kommen! Dein ganz artiges Lieschen.

P. 8. Noch etwas, lieb Christkind, hab ich vergessen, ach, bitte, bring mir auch noch ein so ganz ganz klein Püppchen mit."

Nun das genügt. So lautet der eine Brief, die anderen sind diesem gleich. Wir wissen nun, was wir kaufen sollen, versehen wir uns mit dem nöthigen nervus rerum und treten unsere Wanderung an. Lenken wir unsere Schritte zu­nächst in die Friedrichsstraße zu unseren beiden Buchhandlungen. Mit Recht sind Bücher als Ge­schenke sehr beliebt; das kleine Kind erfreut sich an einem hübschen Bilderbuche, das größere an einem schönen Märchen- oder Erzählungsbuche und für den Erwachsenen gibt es keinen edleren

z Ein Spaziergang durch die Fuldaer Geschäfte.

ir.

Wenn wir heute nach abermals achttägiger Unterbrechung unseren Gang durch die Geschäfte unserer Stadt fortsetzen, so wollen wir es nicht unterlassen zunächst einen Jrrthum richtig zu stellen, der einer Dame, die uns auf den beiden vorhergehenden Spaziergängen begleitet hat, unter­laufen ist. Die gute Dame, die nebenbei bemerkt, einen großen und wohlgefüllten Geldbeutel hat, war nämlich von dem Wahne befangen, als wollten wir alle Waaren, die in den von uns besuchten Geschäften zum Kauf angeboten werden, ohne Ausnahme als gut und vorzüglich empfehlen. So ist es denn gekommen, daß unsere liebens­würdige Begleiterin, die überall reichliche Ein- käuse machte, auch einige Enttäuschungen erlebt hat. Wir haben aber auch gleich beim Antritte unseres ersten Rundganges ausdrücklich erklärt, daß wir nur zeigen wollten, was alles von den Fuldaer Geschäften geboten werde und daß da­her Niemand nöthig habe, sein schönes Geld für Weihnachtsgeschenke nach auswärts zu tragen. Wenn wir auch überzeugt sind, daß die weitaus größte Mehrzahl unserer Geschäfte an Solidität und Gediegenheit tadellos dasteht — insbesondere darf man das von den alteingesesfenen Geschäften behaupten — so haben wir doch weder den Beruf noch die Absicht, ohne jede Ausnahme alles, was uns auf unserem Rundgange begegnet, in Bezug auf die Qualität zu prüfen und zu beurtheilen. Wir besichtigen alles und überlassen es unfern Begleitern, das Beste Und Geeignetste auszu­suchen und die Augen offen zu halten. —

Um uns etwas zu orientiren, was wir heute alles zu kaufen haben, durchblättern wir nochmals die Wunschzettel unserer Kinder und bemerken uns, was wir davon als zweckentsprechend — unnöthige oder gar geistestödtende Sachen kaufen wir nicht — finden. Da fällt uns zuerst das Briefchen un­seres Lieblings, eines herzigen 3jährigen Mgdchens, in die Augen, den es mit Hilfe des briefschrei­benskundigen Kindermädchens verbrochen hat. Um unseren Lesern ein Bild von den vielen Wünschen unserer Kinder zu entwerfen, wollen wir hier diesen einen Brief zum Besten geben. Er lautet:

mit AnlerHattungs -Meilage „Kieme und Mumm!'

Sonn« unb Feier- tage. «iertrljShrl. L.'-g'p"/' ohue Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auS- Lw»lM.50Pf.

Literarische Weihnachtsschau 1897.

VI.

Die im Verlage von A. Riffarth in M.-Glad­bach erscheinende „Bibliothek für junge Mäd­chen", der wir schon vor Jahresfrist ein empfehlendes Wort mit auf den Weg gaben, gehört zu den besten Erzeugnissen auf diesem Gebiete. Der Herausgeber, der in der katholischen Schriftstellerwelt bestens bekannte Rektor Ommerborn (Charlottenburg) hat es ver­standen, unsere hervorragendsten Jugendschriftsteller­innen um sich zu schaaren. Den drei früheren Bänd­chen reihen sich vier neue an. Das 4. Bändchen ent­hält „Dorlie Werner" und „Rosels Geheimniß" von Anna Hilden, das 5. „Aus Marfas Jugendzeit" von E. M. Hamann, das.6. „Aenneli" von Carola von Eynatten, das 7. „Neue Lebenswege" und „In der Fremde" von Erna Velten. Sämmtliche Bändchen find sehr elegant ausgestattet, mit je drei ganzseitigen, künstlerisch vollendeten Tonbildern und zehn Textillu­ftrationen (von O. Herrfurth, O. Maehly, W. Schäfer, F. Schwormstätt) geschmückt. (In farbigem Halbleinen­band Mk. 1.20.) Die Erzählungen athmen christlichen Geist und edle Gesinnung, sie wirken befruchtend und bildend auf Herz und Gemüth. Dabei fehlt es ihnen nicht an jener Spannung, die das Interesse lebendig hält, ohne zu überreizen. Die Palme dürfte diesmal der Hamann'schen Erzählung „Aus Marfas Ju­gendzeit" gebühren. Diese ergreifende Geschichte eines der Mutter beraubten jungen Mädchens gewinnt dadurch an Originalität, daß die Waise aus der deutschen Heimath nach St. Petersburg ühersiedelt, so daß die Leserin auch Land und Leute in der russischen Metropole kennen lernt. Und E. M. Hamann weiß zu schildern und zu fesseln, wie kaum eine zweite!

Im Verlage von Jos. Roth in Stuttgart er­schien eine neue „Deutsche Literaturgeschichte" für das deutsche Haus, bearbeitet von Dr. Karl Storck. Das 500 Seiten starke Werk (Preis in elegantem Originalleinwandband Mk. 4.20) hält die richtige Mitte zwischen einem kurzen Leitfaden und einem dickleibigen Nachschlagebuch. Die Sprache ist gewandt und ent­behrt des phraseologischen Beiwerks. Der Verfasser beherrscht sein Thema und weiß es anregend zu be­handeln. Sehr angenehm überrascht die bei aller Knappheit doch ziemlich erschöpfende Würdigung der modernen Literatur verschiedener Richtungen, unter Wahrung des katholisch-christlichen Standpunktes. Die Urtheile über die „Modernen", die Jüngsten und Na­turalisten sind zumeist treffend, aber oft etwas zu nach­sichtig. Einzelnen wird zu viel Ehre angethan, wäh­rend sehr hervorragende Talente unter unseren katho­

lischen Autoren (Vergl. z. B. M. Herbert Seite 444, F. W. Helle Seite 448) mit ein paar Zeilen abgethan werden. Indessen lassen sich diese Mängel (im letzten Theile fehlt es auch an der scharfen Disposition) bei einer neuen Auflage beseitigen. Im Großen und Ganzen können wir die Storck'sche Literaturgeschichte nur als eine hochverdienstvolle Arbeit und als einen gediegenen Beitrag speziell zur modernen Literatur­geschichte aufs Wärmste empfehlen.

In zweiter, neubearbeiteter Auflage erschien „Der Bauernjörg" von Eduard Eggert, ein Sang aus Oberschwaben, dieses herrliche, formvollendete und von idealem Schwung getragene Epos, das von der Kritik mit Recht an die Seite von „Dreizehnlinden" gestellt wurde. Die hochfeine Einbanddecke zeigt als Titelbild „Die Waldburg" von Peter Schnorr. (Preis geb. 4. Mark.)

Das so rasch beliebt gewordene Goldschnittbändchen (in himmelblauem Damast) „D i e V e rl o b t e", jungen Mädchen, besonders lieben Bräuten gewidmet von Emmy Giehrl (Tante Emmy), erlebte die 2. vermehrte Auflage. (Preis 1,80 Mk.)

Als hübsche Festgabe für erwachsene Mädchen und junge Hausfrauen verdient das gleichfalls bei Roth erschienene Bändchen (geb. 2,50 Mark) „Für den häuslichen Herd", Plaudereien, Skizzen, Briefe und Lebensbilder für die Frauenwelt, von B. Klarent empfohlen zu werden.

Zwei hervorragende Neuheiten für die Jugend bietet der Roth'sche Verlag in „Isabella". Eine Erzählung aus der Bretagne, von Marguerite Levray (mit 26 Illustrationen nach Originalzeichnungen von E.Bulliemin)und „Die drei Verschollenen vom Sirius" von Georges Price (mit 24 Illustrationen von Ed. Zier). Isabella eignet sich mehr für die weibliche Jugend, „Sirius", eine spannende und lehr­reiche Seegeschichte ü la Jules Verne, mehr für die männliche Jugend. Beide Bände sind vorzüglich aus­gestattet. Tie prächtigen Einbände zeigen farbige Deckenbilder von malerischer Wirkung. (Preis je 4,20 Mark.)

Im Verlage von Benziger u. Co. in Einfiedeln (Waldshut-Köln) erschien eine Jllustrirte Biblische Ge­schichte für das christliche Haus dargestellt von Wen­delin Ambrosi, Priester in der Diözese Brixen. Der 964 Seiten starke Band ist mit 6 prächtigen Chromo­lithographien und 250 Illustrationen geschmückt. Den geschilderten biblischen Thatsachen folgt meistens eine Betrachtung, welche sie für das sittliche Leben ftucht- bar macht. Als werthvolles Fainilienbuch ist die Jllustrirte Biblische Geschichte auf's Wärmste zu em­pfehlen (geb. 9 Mk). Auch ein neues Betrachtungs­buch von P. Philibert Seeböck, 0. 8 Fr., „Jesus unser höchstes Gut im heiligsten Altarssakrament" (geb. 2 Mk. und ein Katholisches Religions­lehrbuch für die reifere Jugend von L. Wyß (geb. 65 Pfg.) verdienen lobende Hervorhebung. Letzteres Buch ist mit 20 ganzseitigen Bildern und 22 Text­illustrationen ausgestattet.

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tum, Geh. Regierungsrath und Professor an der Forst" akademie in Eberswalde. Der Verfasser hat in der neuen Auflage die Resultate seiner neueren Forschungen entsprechend verwerthet. (Preis elegant gebunden 4,50.) Mk.

Von Herold's lieblichen „Gretchen", Sang aus der Zeit der Freiheitskriege (geb. 4,80) Mk. ist bereits eine neue 5. Auflage nöthig geworden, die bald erscheinen wird. Wir möchten das Bändchen auch heuer auf manchem Weihnachtstische und namentlich in der Hand von glücklichen Verlobten sehen. Ein hervorragendes Festgeschenk sind auch die Samm­lungen illustrirter Charakterbilder für Schule und Haus „Aus allen Erdtheilen", geo­graphische Charakterbilder von Dr. Hellinghaus und Treuge (2. verbesserte Auflage, elegant geb. 9,80) Mk. und „Aus allen Jahrhunderten", historische Charakter­bilder von Dr. Werra und Dr. Wacker (in Original­prachtband 11,60). Mk. Beide Bände sind mit vielen prächtigen Vollbildern und zahlreichen Textillustrationen ausgestattct und bieten eine sehr werthvolle Jugend- Lektüre. (Schluß folgtQ^

Invalidttäts- und Altersversicherungs- anstalt Hessen-Nassau.

qD Kassel, 13. Dez. Am 9. November fand dahier die diesjährige ordentliche Sitzung des Ausschusses der Invalidttäts- und Alters-Versicherungs - Anstalt Hessen- Nassau statt, unter dem Vorsitze des Rechts­anwalts Häuser aus Höchst a. M. Es wurde zunächst die Wahl des Vorsitzenden des Ausschusses und dessen Stellvertreters, der beiden Beisitzer und des Schriftführers und hiernach die Wahl der Rechnungsvorprüfungskommission für das Jahr 1898 vorgenommen. Als Vorsitzender des Ausschusses wurde Rechtsanwalt Häuser gewählt, da der bisherige Vorsitzende, Kommerzienrath Wurmbach aus Frankfurt a. M.-Bockenheim, eine Wiederwahl aus Gesundheitsrücksichten ab­gelehnt hatte. Weiter wurden gewählt: Lackirer Stolz von Wiesbaden zum stellvertretenden Vor­sitzenden, Schreinermeister Ruetz von Kassel zum ersten Beisitzer, Goldarbeiter Craß von Hanau zum zweiten Beisitzer und Landrath von Dit- furth von Dankersen zum Schriftführer. — Als nächster Punkt der Tagesordnung wurde die Prüfung und Abhörung der Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Versicherungs- Anstalt und des Reservefonds derselben für das Jahr 1896 vorgenommen und dem Vorstande Entlastung ertheilt. — Da Anfragen aus Anlaß des Verwaltungs-Berichts für das Jahr 1896 nicht gestellt wurden, konnte alsbald zum nächsten Punkte der Tagesordnung geschritten werden, tigungsmittel, Puppen, Galanteriewaaren für Klein und Groß, und noch so manche andere brauchbare Geschenke finden, eine größere Anzahl passende Gegenstände aus.

Unser Oskar, der etwas technisch veranlagt ist, hat sich eine Maschine in Miniatur bestellt. Wir befriedigen seinen Wunsch, indem wir den Geschäften der Elektrotechniker Schneider am Buttermarkt, (Uhren, Gold- und Silbersachen sind hier ebenfalls vorhanden) und B. Trabert in der Mühlenstraße einen Besuch abstatten und Auswahl treffen. Auch in den Geschäften von I. Raabe jr. (Mittelstraße) und W. Plack (Pfandhausstraße) finden wir Spielwaaren aller Art für Knaben und Mädchen, neben mancherlei nützlichen und nothwendigen Sachen.

In all den genannten Geschäften haben wir eine so große Auswahl, daß wohl ein Jeder etwas geeignetes finden kann, sür den Baby nicht minder, wie für die schon Heranwachsenden Kinder. Außer diesen gibt es aber noch verschiedene andere Geschäfte in unserer Stadt, deren Schaufenster die Augen unserer jungen Welt anziehen. Puppen und andere Sachen für Mädchen finden wir bei Clara Fleischmann an der Pfarrkirche; Schaukelpferde für Knaben, Schulranzen und sonstige Lederwaaren bei Kir cher (Marktstraße), Rich.Atzert (Buttermarkt), Kircher (Schweine­markt), Kind und Komp (Petersgasse), A. Os­wald (Friedrichstraße) und Kircher (Kanal­straße). Haben wir einen radellustigen „Rangen", bietet sich uns Gelegenheit, bei Max Fondy, H. Kalb, F. W. Ruppert oder sonstigen Fahrrad-Handlungen ein Stahlroß, Velociped genannt, anzukaufen. Christbaumschmuck bieten außer mehreren der schon genannten Geschäfte insbesondere die Firmen Karl Halbleib und Jos. Gies. .

Da es schon allmählich Zeit wird, mit der Ausschmückung des Christbaumes zu beginnen, nehmen wir den soeben eingekauften Christbaum­schmuck gleich mit nach Hause, um heute Abend, wenn die frohe Kinderschaar selig vom lieben Christkind träumt, die erste Hand an den duftigen Tannenbaum zu legen, damit er, wenn wir Anfangs nächster Woche unseren letzten Rundgang machen, schon im herrlichsten Weihnachtskleide prange, um desto ungestörter die letzten Vorberei­tungen für die ftohen Festtage treffen zu können.

Ferdinand Bonn erfreute uns mit einer allerliebsten Militär-Humoreske „Der ewige Hochzeiter". 12 lustige Illustrationen von O. Gerlach beleben in angenehmer Weise den Text. Wir können nicht von dem Benziger'schen Verlage reden, ohne der „Alten und neuen Welt" zu gedenken, welche auch in dem letzten Jahrgange alles aufbot, uni als vornehm aus­gestattetes, geschmackvoll illustrirtes Familienblatt dem katholischen Lesepublikum geistige Nahrung und Er­holung in mannigfaltigster Abwechslung zu bieten.

Der äußerst rührige Verlag von I. W. Cordier in Heiligenstadt (Eichsfeld) legte wieder einige an­ziehende ' Neuheiten auf den Weihnachtsbüchertisch. Ein episches Meisterwerk, das sich den Geisteserzeugnissen der namhaftesten katholischen Dichter der Neuzeit eben­bürtig anreiht, ist „Palla Toa", lyrisches Epos von Wilhelm Kreitmann, dem preisgekrönten Dichter der New-Yorker Kolumbus-Fest-Kantate 1892. (In Salon­band mit origineller Buntdruckdecke 6 Mk.) „Palla Toa" behandelt auf dem historischen Hintergründe der Entdeckung des westindischen Kontinents durch die Spanier die Aufnahme des Glaubens an den neuen Christengott im Sonnenreiche der Jncas.

Unter dem Titel „Sängergrüße aus dem katho­lischen Priester- und Lehrerhause" hat Adam Görgen eine Sammlung der schönsten und besten Poesien unserer zeitgenössischen Dichter aus dem Priester- und Lehrerstande veranstaltet, die nicht nur wegen ihrer schönen Idee, sondern noch mehr wegen der mit fein­sinnigem Geschmacke getroffenen reichen Auswahl das höchste Lob verdient. 69 Dichter und Dichterinnen sind in dem mit vielen Porträts ausgestatteten Bande vertreten. Die meisten Gedichte sind Originale, die übrigen den Werken der Dichter entnommen. Kurze Biographien der Dichter erhöhen den Werth der Sammlung, die in elegantem Goldschnittbande 9 Mk. kostet.

Im Hinblicke auf das am 31. Dezember bevor­stehende diamantene Priesterjubiläum Leos XIII. dürfte ein im Verlage von Adolf Ruffell in Münster er­schienenes Merkchen als Festgeschenk ganz besonders will­kommen sein. Wir meinen die als Nachschlagebuch für Jedermann sehr zeitgemäße Schrift von Dr. theol. F. I. Scheuffgen, Domprobst zu Trier: „Die Hierarchie in der katholischen Kirche". Es soll ein Volksbuch sein, der Preis ist daher trotz einer sehr reichen Ausstattung (die Einbanddecke in den päpstlichen Farben mit dem päpstlichen Wappen in Gold- und Silberdruck ist geradezu entzückend) sehr mäßig gestellt (geb. 3 Mk.) Die Kritik nicht nur der. katholischen, sondern auch der gegnerischen Presse hat sich über das Buch und seine praktische Brauchbarkeit sehr aner­kennend ausgesprochen.

Jin Berlage von Heinrich Schöningh in Münster i. W. erschien in 6. vermehrter Auflage eine Schrift, die bei ihrem ersten Erscheinen vor fast 25 Jahren geradezu Epoche machte und von Autoritäten auf dem Gebiete der Vogelkunde hoch gerühmt wurde, nämlich „Der Vogel und sein Leben" von Dr. Bernhard Al- Genuß als die Lektüre eines guten Buches. Da­her sind Bücher besonders geeignet zu Geschenken für Kinder sowohl wie für Erwachsene. Aber mehr als bei irgend welchen anderen Dingen ist hier Vorsicht geboten, denn es gibt leider gar viele Bücher, die namenloses Unheil anzurichten im Stande sind. Deshalb dürfte es angebracht er­scheinen, daß wir hier aus der Reserve, die wir uns sonst auferlegen, heraustreten. Während wir bei allen Dingen weder den Ankauf empfehlen, noch davon adrathen, halten wir es in Bezug auf die Bücher für unsere Pflicht, zur Vorsicht zu ermahnen. Wie es kein besseres und schöneres Geschenk gibt, als ein gutes Buch, so ist ander­seits ein schlechtes Buch das Gegentheil eines Geschenkes, es ist Gift, welches dem Beschenkten Tod und Verderben bringen kann. Man lasse sich nicht durch einen schönen Einband oder sonstige Aeußerlichkeiten täuschen, man erkundige sich genau nach dem Inhalte. In unseren beiden Buchhandlungen in der Friedrichstraße, bei A. Maier und F. I. Reinhardt sind gute und empfehlenswerthe Bücher aller Art zu haben, und jedes etwa nicht vorräthige Buch kann ohne Preiserhöhung in kürzester Zeit beschafft werden — auch hier ist es also nicht nothwendig, das Geld nach auswärts zu tragen. Auch die Buchbindereien von Laberenz (Marktstraße), Ricken (Stein­weg), Glück (Gemüsemarkt), Bamberger (Kanal­straße), I. E. Schenck (Kanalstraße) und W. B. Schenck (Karlstraße) führen gar mancherlei Artikel, die sich zu Weihnachtsgeschenken vorzüg­lich eignen.

Wir kommen beim Weitergehen an die Schau­fenster der Firma Franz Wähler und richtig, hier tritt uns das fahrende Karussel, das Lieschen sich gewünscht, entgegen. Wir treten ein, kaufen es, suchen noch andere praktische Sachen und Sächelchen, die hier in großer Auswahl vorhanden sind, aus und setzen, nachdem wir, wie immer, baar bezahlt, unseren Rundgang nach der Markt­straße fort. Hier begegnen wir in dem Schau­fenster des Galanterie- und Spielwaaren-Lagers von van Haag dem von Lieschen gewünschten Lämmchen. Da wir nicht gewillt sind, die Wünsche der Kleinen alle zu erfüllen, kaufen wir das Lämmchen vorerst noch nicht, merken es uns nur — je nach dem Stande der Kaffe eoeutl. für später vor, suchen aber bei van Haag, wo wir in großartigster Auswahl Spielsachen, Beschäf-