24. Jahrgang
Mittwoch, den 15. Dezember 1897
M 287
mit Anterhaktungs -Beilage „Sterne und Blumen
Die heutige Nummer smfsßt 16 Sritrn
verantwortlich: Für die Redaktion Ioi. Lau», für Juferau I. parzeller in Fulda.
Druck und Verlag der Fuldaer Rctiendruckeret petersgaAe Nr. 2 (varmonief.
□ Etatsberathung im Reichstage.
Der Reichshaushalt, oder der Etat, wie wir Deutsche uns noch immer überwiegend ausdrücken, ist an sich ein recht trockenes Ding, und an sich nicht geeignet, das lebhafte Interesse weiter Volkskreise auf sich zu ziehen. Aber die erste Bc- rathung über den Reichshaushalt wird regelmäßig von den Rednern aller Parteien dazu benützt, -allen ihren Beschwerden und Wünschen Ausdruck zu geben, und dadurch gestaltet sich die erste Lesung des Etats gewöhnlich zu einer sehr belebten und interessanten parlamentarischen Handlung, die von der Trockenheit des eigentlichen Berathungsgegenstandes nichts mehr gewahr werden läßt. Und der eigentliche Berathungsgegenstand selbst bleibt dabei meistens ganz unberührt.
Diesmal trägt die erste Lesung des Reichshaushaltes ein "ganz besonderes Gepräge: die Herren am Tische des Bundesrathes betheiligen sich daran mit einem Eifer, der sonst nicht wahrzunehmen war. Neue Staatssekretäre — so könnte man ein altes Sprüchlein in veränderter .Form anwenden — reden gut! Aber das ist doch noch nicht dagewesen, daß, wie am letzten Montag aus dem Hause nur drei und vom Tische ldes Bundesrathes her nicht weniger als fünf Reden gehalten wurden. Das hatte mit seinem Toben ,,Genosse" Bebel gethan! Fast schien es, -als hätten ihm die „Genossen" Schönlank und Molkenbuhr zu matt geredet bei der Flottenvor- Lage, und hätte nun' er dazwischen fahren wollen mit einem richtigen sozialdemokratischen Donnerwetter. Mit dem Centrum fing Herr Bebel an; bald aber ergoß sich die volle Schale seines Zornes über die Regierung und dir herrschenden Klassen und schließlich artete seine Rede in ein förmliches Toben und Wüthen gegen Staat und Gesellschaft aus. Ausdrücke wie Schmach und Schande waren noch die sanftesten Töne in dem Schimpfregister des Herrn Bebel, das sich bis zu einem wuth- schnaubenden Pfui steigerte auf alles, das nicht in die sozialdemokratische Zukunftsinusik hinein- Paßt — bis ein Ordnungsruf des Präsidenten das heiße Blut des Herrn Bebel abkühlte und ihn daran erinnerte, daß er nicht in einer sozialdemokratischen Volksversammlung, sondern im Reichstage sich befand. Wie ganz anders die Etatsredner des Centrums, des Abg. Fritzen: !klar und sachlich ist der Aufbau seiner Rede, bestimmt seine Ausdrucksweise, und ohne daß er rednerischen Pomp entfallet, fesselt er die Zuhörer als einer der anerkannt besten und angenehmsten Medner des Reichstages.
Ganz gegen die Gewohnheit kann man diesmal von der Etatsrede des Herrn Eugen Richter nicht sagen, daß sie einen fesselnden Einfluß ausgeübt hätte; die Eigenart Richters -entwickelt sich immer erst so recht im eigentlichen Kampfgewühle, wenn es Zwischenrufe hagelt von rechts und links, wenn das ganze parlamenta-
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rische Bild dem Wogen und Branden des wildbewegten Meeres gleicht. Und gerade davon war diesmal nichts, aber auch gar nichts zu merken. Es war, als sei noch Graf Caprivi Reichskanzler, und als sei einmal wirklich dessen einst gegebene Zusage wahr geworden, daß unter ihm die Politik langweilig werden solle. Leere Bänke gelangweilteGesichter — keinWiderspruch von rechts, kein Beifall von links — schließlich schien Herr Richter selbst seine Rede bangweilig zu werden, und er eilte mit geschäftsmäßiger Trockenheit und Kürze dem Ende zu. Dieses Ende selbst aber war ein Angriff gegen den Reichskanzler, wie dieser ihn bisher im Parlament noch nicht erlebt hat. Das geschah wegen der Vereinsgesetzgebung: Fürst Hohenlohe hat es dem Reichstage versprochen, daß das Verbindungsverbot der Vereine untereinander fallen sollte, aber in Erfüllung ist das Versprechen bekanntlich noch nicht gegangen. Und das geschah in einem Tone, als empfinde Herr Richter das tiefste Mitleid mit dem altersschwachen Manne, der gegenwärtig auf den Kanzlersessel seinen Platz hat. Herr Richter erklärte, daß er und seine Freunde die süc den Reichskanzler im Etat geforderte Erhöhung der Geldbezüge nicht bewilligen werde. .
An tatsächlichen Mittheilungen hat die erste Lesung des Etats wenig gebracht. Es müßten denn als solche die Bemerkung des Staatssekretärs Tirpitz genommen werden, daß Fürst Bismarck schriftlich seine Uebereinstimmung mü der Flottenfrage ausgedrückt hat, und die Ankündigung des unermüdlichen Bimetallisten v. Kardorff, daß er demnächst ein neues Bankgefetz in Gestalt eines Antrages im Reichstage einbringen wolle. Beide Mittheilungen aber sind nicht von sonderlich aufregender Natur. Im Vordergründe des Interesses stehen jedenfalls die Ausführungen des Centrumsredners Fritzen, aus denen vor allen Dingen Ernes von neuem hervorgeht, daß nämlich im Centrum die Akten über die Flottenvorlage noch lange nicht geschlossen sind, wie manche Regierungsblätter gern glauben machen möchten.
werde über Euch kommen wie der Blitz, der die Rotte Koreh verschlang!"
Es war Jack Robber, der mit seinem Stabe umherfuchtelnd in den Kreis trat und beim Anblick des verwundeten Kindes überrascht stehen blieb. Sein Herannahen war bei d,r unge- theilten Aufmerksamkeit, welche man der Frau und dem Kinde widmete, unbemerkt geblieben.
Er war nicht im Stande, sich das zu erklären, was et sah; aber so viel bemerkte er, daß unter den Irländern eine dumpfe Gährung darob herrschte, die er durch ein gebieterisches Auftreten unterdrücken zu müssen glaubte.
„An die Arbeit, Ihr Schlingel!" schrie er, „Ihr seht, daß Ihr da doch nichts helfen könnt. Und wie kommt Ihr auf das Gebiet meines Herrn, des edeln Sir Harry Hungry?" herrschte er das Weib an.
„Ach, lieber Herr! Wir sind die Straße durch den Wald gezogen . . "
„Seid ruhig, Frau, und ängstigt Euch nicht," versicherte Robert treuherzig, „es geschieht Euch kein Leid; aber Ihr, Master, brauchet gerade nicht so grob gegen das arme Weib zu fein, das sich ohnedies mehr als zu viel über Eure Landsleute zu beklagen hat."
Jack Robber sah Den Mann groß an. Seinem Aeußern nach schien er allerdings nicht gewöhnlichen Herkommens zu fein; aber er war ein Ire, und folglich rechtlos, wenn er selbst aus königlichem Geblüte wäre.
„Wer hat Euch denn gefragt?" schnob Jack den jungen Irländer an, indem er majestätisch die Linke auf den Korb seines Hirschfängers legte,
X Die Aufmerksamkeiten, die dem vorher grollenden Jürgen Bis* *uarek vom Berliner Hofe und von der Regierung in der jüngsten Zeit erwiesen würden sind, sind in Friedrichsruh auf fruchtbaren Boden gefallen. Staatssekretär Tirpitz hat im Reichstage mitgetheilt, daß Fürst Bismarck brieflich mit den Forderungen der Flottenoorlage sich einverstanden erklärt hat. Dazu bemerkt das Hamburger Organ des Fürsten^noch nachträglich: „So viel wir wissen, billigt Fürst Bismarck nicht nur die Vorlage in vollem Umfange, sondern ist sogar der Ansicht, daß sie vom Standpunkte des Schutzes der überseeischen Interessen Deutschlands aus eher zu wenig, als zu viel Kreuzer verlange." Vorher hatte es anders geklungen aus dem Sachsenwalde. Da mußte ein Bismarck'scher Leibjournalist nach einem Besuche in Friedrichsruh selbst sehr abfällige Artikel schreiben gegen Parade- und Prunkschiffe. Aber schon der alte Spruch sagt uns, daß kleine Geschenke die Freundschaft erhalten. Und hier hat sich seine Wahrheit von neuem bewährt.
O Die Ketze gegen die Kanisius-Kncyk- kika fängt nachgerade an, auch in protestantischen Kreisen öffentlichen Widerspruch zu erwecken, als ein Ausdruck der Mißbilligung, die -man im Stillen schon längst vielfach dagegen empfand. In diesem Sinne schreibt das ^Stöcker'sche ,Volk': „Hier liegt die zweifelnde Frage nicht fern: wenn es gegolten hätte, diesen Protest nicht nur als Widerspruch gegen Rom, sondern auch im Widerspruche mit drohenden staatlichen Autoritäten auszusprechen — wie viele oder wie wenige würden dann fest genug gewesen sein, ein lutherisches „Ich kann nicht anders" zu sprechen?" Herr Hofprediger a. ®.,~ Stöcker, kennt seine Pappenheimer, und er darf sich darum die Bosheit gestatten. Hätte ein kathol. Blatt sich dieselbe erlaubt, würde sich ohne Zweifel ein wildes Rufen dagegen auf jener Seite erhoben haben.
* lieber seine Stellung zur Ikottenfrage hat der Centriimsabgeordnele Dr. Carl Bach em sich in einem Briefe geäußert. Im Wahlkreise des genannten Abgeordneten, in Krefeld, hatte die Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes und die Lokatabtheilung-der deutschen Aowmalgesell- schaft eine Versammlung abgehalten und von Versammlung aus telegraphisch die „dringende Bitte" an den Abgeordneten gerichtet, für das von der Regierung vorgeschlagene Flottengesetz „rückhaltlos einzutreten". Auf diese „dringende Bitte" hat Herr Dr. Bachem laut der ,Niederrh. Volksztg/ prompt folgende Antwort hierher gelangen lassen:
„Berlin, 10. Dez. 1897.
Herrn Dr. Rumpe, Krefeld!
Euer Wohlgeboren beehre ich mich, den Empfang des Telegramms roon heute Morgen im Auftrage einer Versammlung in der Stadthalle zuKrefeld in Sacken der Flottenfrage ganz ergeben)! zu bestätigen, lieber meine eigene Stellung zu dem erst feit dem 30. Nov. dem Reichstage vorliegenden Flottengesetz bin ich jetzt, da eben erst die erste Lesung beendet ist, noch nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen. Es wird der weiteren Verhandlungen im Reichstag, sowohl in der Kommission, wie in zweiter und dritter Lesung im Plenum, namentlich der weiteren Aufklärungen,
s Der letzte tjänpiling von Sillarneij.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg (Laicus).
3 ------ (Nachdruck verboten.)
„Und was ihnen vor die Klinge kam, ward miedergehauen, . . . mein armes Kind . . .**
„Hier? das Mädchen!" fragte John Kerry.
„Ich hielt's auf dem Arm, und er hieb nach wir und hieb dem Kind in das Aermchen."
Das Weib stützte das Gesicht in die Hand And weinte bitterlich.
„Aber das ist eine Schande vor Gott und der Welt," sagte Allan, indem er dem Weibe einen Becher Thee reichte, dem er etwas Rum zugegossen, „sich an einem so armen Würmchen zu vergreifen')."
„Oh, da hat mir ein Anderer ein Wort zugerufen," rief das irische Weib mit den Zähnen knirschend, „das that mir weher, als wenn er mir die Partisane in die Brust gestoßen hätte."
„Was war's? gute Frau! Was war's?" fragte Allan.
„Der Hieb hatte mir gegolten, und nur zufällig traf er mein Kind; als es aufschrie, war der Soldat betreten; und da rief ihm Einer hinten zu: „Nur drauf, Kumpan! Aus Nissen werden Saufe2)".
') Man schätzt die Zahl derer, die in der Kathedrale von Drogheda von den Truppen Cromwells ohne Gegenwehr, größtentheils Weiber und Kinder, nieder- gemacht wurden, auf Tausend.
“) Diese Los. ng -st historisch, und wir werden i r noch öfter begegnen. Man rechtfertigte unter dieser Formel jede Mißhandlung, jeden Mord an Unmündigen.
welche diese Verhandlungen bringen werden, für mich noch bedürfen, ehe ich mich über meine enb giftige Abstimmung schlüssig machen kann. Wenn aber die Versammlung schon jetzt unter dem Eindruck eines Vortrages des Herrn Kontreadmirals a. D. Werner die „dringende Bitte" an mich richtet, für das Flottengesetz „rückhaltlos einzutreten", so darf ich doch mir erlauben, auszufprechen, daß die Versammlung mir meine Stellungnahme nur bann erleichtert haben würde, wenn sie auch die Deckungsmittel — welche höchst wahrscheinlich, wenn nicht sicher, neu geschaffen werden müßten, im Falle das Flottengesetz unoeränbert angenommen würbe — jetzt schon bezeichnet hätte. Will bie Versammlung zur Deckung der Kosten eoent. nur die Vermehrung der indirekten Steuern, etwa die Biersteuer, oder die Tabaksteuer befürworten? Oder würde sie auch „mit Begeisterung" dafür eintreten, daß die Deckung durch eine neue Reichseinkommen- fteuer ober wenigstens burch Zuschläge zu den einzelstaatlichen Einkommensteuern gesucht wird? Oder ist sie gemeint, zur Deckung der Kosten eine Sonderbesteuerung von Handel und Schifffahrt, denen die Vergrößerung der Flotte wesentlich mit zu Gute kommen soll, zu verlangen, oder auch eine Sonderbesteuerung derjenigen Groß- Industriellen, welche aus einem vermehrten Flottenbau vornehmlich den materiellen Nutzen ziehen würden? Wie wohl alle öffentlichen Kundgebungen zu Gunsten einer Vermehrung der Flotte, soweit sie mir bisher zu Gesicht gekommen sind, spricht sich auch Ihr Telegramm über diesen Punkt nicht ans. Sie werden es aber verstehen, daß ich in meiner Eigenschaft als Abgeordneter auch diese Seite der Sache im Auge zu behalten für meine Pflicht halte und daher, was Sie mir freundlichst nicht verübeln wollen, auf bie Kundgebung der Versammlung mehr Werth gelegt hätte, wenn in ihr bie finanzielle Seite nicht auch völlig übergangen wäre.
Für bie Nachsendung des Telegrammes, welches Sie nach Köln gerichtet hatten, hat das Telegraphenamt in Berlin 4,55 Mk. von mir eingezogen, um deren Erstattung ich bitte. Der Einfachheit halber möchte ich Sie ersuchen, dieses Gelo meinem Freunde, dem Herrn Dr. Urfey zu hebändigen, den ich bitten werde, es dem selber St. Vincenz-Verein zur Unterstützung der Armen zuzuwenben. Mit ausgezeichneter Hochachtung habe ich die Ehre zu zeichnen als Ihr sehr ergebener Carl Bachem."
X Die in Nr. 284 der ,Fuld. Ztgck erwähnte Gtatsüverschreitnng im Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1896/97 hat folgenden Grund: Die Zölle ergaben 28,000,000 Mark mehr als erwartet, diese mußten nach der Clausula Frankenstein an bie Bunbesstaaten ausgezahlt werden, außerdem 10,000,000 Mark Mehrausgabe für biverse Ressorts, denen 11,000,000 Mk.Mind er- ausgaben bei anderen Ressorts gegenüberstanden. Daher also: 38,000,000 Ueberjchreitung! und 11,000,000 llnterfdjreitung.
X Heute, am Dienstag, soll im AnsÜande der englischen Waschrnenbaner ein entscheidendes Wort gesprochen werden. Im Westminster Hotel zu London sind heute die Vertreter der beiden Parteien versammelt, um über die Möglichkeit der Beilegung des Ausstandes zu berathen.
während er sich mit der Rechten auf feinen Stab stützte.
• Allan legte eben Charpie auf bie Wunde und schnitt dann Hestpflaster in Streifen. Die Iren waren etwa 20 Schritte zurückgegangen; sie wagten nicht, sich in Händel mit dem gefürchteten Vogt einzulaffen, aber sie waren doch zu neugierig, um den Ausgang des vielversprechenden Austrittes nicht mit anzusehen.
„Ich bin gleich fertig, Robert O'Drentor, mit dem Kinde und dann will ich das Weitere mit diesem Runddeckel da besprechen," sagte Allan in bittendem Tone.
„Wenn es Dir Vergnügen macht, mein guter Allan, so thue das," erwiderte Robert und ging zu den Pferden, um denselben das Kopfgeschirr anzulegen.
Jack warf einen Blick auf das prachtvolle Pferd und trat rasch heran.
„Wo habt Ihr das Pferd her?" fragte er, indem er bie Hand auf bie Croupe legte.
Robert sah ihn erstaunt an. Er fühlte, wie ihm das Blut ins Gesicht fchoß.
„Auf Fragen in solchem Tone bin ich nicht gewohnt zu antworten," entgegnete Robert stolz. „Die Hanb von meinem Thier."
„Ich nehme es für fünf Pfund (100 Mark), kommt mit nach Himgry-Tower, wo ich Euch bas Gelb bezahlen werbe."
„Ihr feib wohl nickt recht bei Trost! Ich bin kein Roßtäuscher, llnb jetzt rathe ich Euch in Gutem, kreuzt nicht meinen Weg."
Damit griff er nach der linken Seite, woselbst ein leichtes Koibschwert hing.
Deutsches Deich.
Berlin, 14. Dezember,
h. Der Kaiser wird am Donnerstag beit Prinzen Heinrich auf dem Panzerkreuzer „Deutschland" bis nach Rendsburg begleiten. Wegen der Reise nach Kiel hat der Kaiser die Einladung für heute Abend beim Reichskanzler abgelehnt. — Die,Nordd. Allg. Ztg/ schreibt offiziös: „Die (Wiener) ,Neue Freie Presse' veröffentlicht aus Budapest Angaben über Aeußerungen, die der Kaiser in einer Unterredung mit dem ungarischen Reichstagsabgeordneteu Grasen Eugen Zichy n. a. über die Entsendung des Prinzen Heinrich nach China sowie über die parlamentarische Lage in Ungarn gethan haben soll. Diese Angaben sind vollständig unbegründet."
* Abg. Dr. Aiever ist erfreulicherweise wieder so weit hergestellt, daß er heute wieder nach dem Reichstage sich begeben konnte. Dort hat heute die Budgetkommission ihre Berathungen begonnen. Auch in der Plenarsitzung war Dr. Lieber anwesend.
„Sollte man die Hunde nicht austilgen?" rief Kerry, indem er beide Fäuste ballte.
Langsam und vorsichtig wickelte das Weib die Lumpen ab, welche um den Arm des Kindes, das zu wimmern ansing, gebunden waren Allan kniete neben ihr, einen Schwamm mit warmem Waffer in der Hand, um Blut und Eiter zu lösen. Als man so weit war, wo die Lappen auf einander klebten, stieß das Kind einen Schrei aus, und schmiegte sich ängstlich an seine Mutter.
„Sei ruhig, Püppchen! Sei ruhig, es geschieht dir nichts, das sind keine bösen Männer . . ." so beruhigte die Mutter das Kind, während Allan mit einer Hebung verrathenden Sorgfalt den Arm des Kindes entblößte. Die irischen Arbeiter und Arbeiterinnen standen herum; die einen ballten die Fäuste, die andern wischten die Thränen aus dem Gesicht.
Endlich hatte Allan den entblößten Arm in seiner Hand. Der ganze Arm war blutig und der Oberarm zeigte eine breitklaffende Wunde, aus welcher in Folge des Ab nehmens des Verbandes Eiter und Blut floß.
„Holt mir einmal den Kessel!"
Robert lief eilig zum Feuer und brachte das warme Waffer herbei. Allan wusch die Wunde und das Kind schaute mit weit aufgeriffenen Augen den bärtigen Mann an, der vor ihm kniete und so zart mit ihm umging, daß es keinerlei Schmerz empfand.
„Was gibt es da! Ihr Faulenzer!" tönte plötzlich eine barsche Stimme. „Was geht da vor; warum seid Ihr nicht an der Arbeit! Ich
Erscheint täglich, ■
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