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Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Vierteljährl.

Kezugspreis ohneBringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

Dienstag, den 14. Dezember 1897

24. Jahrgang

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Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pi, Re­klamen die Petit- zcile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

verantwortlich: Für die Redaktion Ios. Da um, für Inserate I. parzcller in Fulda.

mit Flnterhattungs Ieilage „Sterne und Blumen!'

Druck und Verlag der Fuldaer »ctieudruckerei p-tersgaffe Nr. 2 (Sarmonie).

Deutsches Deich.

Berlin, 13. Dezember.

* Die Aöfahrt des Kreuzergefchwaders unter dem Befehle des Prinzen Heinrich nach .China ist auf Donnerstag verschoben worden, da die nothwendigen Reparaturen an dem Panzer­kreuzer „Deutschland" erst Mittwoch beendet werden können. Demgemäß wird auch der Kaiser statt, wie zuerst geplant, am Dienstag, erst am Mittwoch nach Ki l reisen. Der Panzer­kreuzer, der einen bedeutenden Tiefgang hat, er­hielt bei seiner Durchfahrt durch den Kaiser Wilhelm-Kanal ein Leck am Boden des Vorder­schiffes. Sollte der Wasserstand im Kanal sich nicht bis Donnerstag heben, ist es möglich, daß die Ausfahrt statt durch den Kanal nordwärts nm Dänemark herum erfolgt. Die China-Frei- willigen der Berliner Garde sind am Samstag Abend von hier nach Bremerhaven abgereist. Im Ganzen sind es 65 Freiwillige. Prinz Heinrich wird in dem englischen Hafen Plymouth einen «intägigen Aufenrhall nehmen und sich bei dieser Gelegenheit von der Königin von England verabschieden.

X Wie es einst dem Reichskanzler Grafen Caprivi mit dem Abg. Eugen Richter ging, so etwa eracht es augenblicklich dem Kentrum mit der Regierung und namentlich mit der Regie­rungspresse: ihr Lob könnte dem Centrum beinahe unheimlich werden. Und während sonst nur von dem vaterlandslosen Ultramon- tanismus die Rede war, gefällt sich augenblicklich die Regierungspresse darin, an dem Centrum und an dem, was es thut, alles, aber auch alles schön zu finden. Auch den Umstand, daß das Centrum die Flottenvorlage in der Budget-Kommission des Reichstages erst nach dem Etat berathen haben will, wollen Regierungsblätter so auslegen, daß das zugunsten der Flottenvorlage geschehe. „Das Centrum scheint — so läßt sich ein Berliner Re­gierungsblatt vernehmen — den Wunsch zu hegen, die dauernden Ausgaben des Reiches möglichst so zu beschneiden, daß durch den Ausbau der Flotte keine höheren Ausgaben für das Reich erwachsen, vor allem Sicherheit zu schaffen, daß weder höhere direkte noch indirekte Steuern nöthig werden ...." mit anderen Worten: das Blatt glaubt, das Centrum kenne jetzt keine höhere Aufgabe als die, die Flottenvorlage unter Dach zu bringen, und danach richte es sein ganzes anderes Thun und Lasten ein. Und die .Nordd. Allgem. Ztg/ ver­steigt sich sogar zu der siegesfreudigen Bemerkung: Der Verlauf der ersten Lesung der Flottenvorlage könne die verbündeten Regierungen nur in der Entschlossenheit bestärken, an den Grundsätzen der Vorlage festzuhalten. Merkwürdig, daß die Re­gierungspresse über die Stimmungen und An­schauungen im Centrumslager so ungleich besser unterrichtet sein sollte als die Presse der Cen­trumspartei selbst. Diese weiß nichts von großer Flottenfreudigkeit im Centrum, sondern weiß

höchstens etwas vom Gegentheil. Und voraus­sichtlich wird der Tag nicht mehr fern sein, an dem die Leiter der jetzt so rosig gestimmten Regierungspresse einsehen werden, daß sie sich recht sehr getäuscht haben. Nur etwas ist wahr: das Centrum wollte und konnte auf keinen Fall den Schein erwecken, daß es von vornherein eine grundsätzlich gegnerische Stellung einnehme gegen eine Vorlage, deren Annahme die Regierung als un­umgänglich nothwendig bezeichnet im In­teresse des Reichswohles. Das C e n t r u m w i l l erst prüfen, und dann will es urtheilen. Und damit hat es von allen Parteien des Reichs­tages einzig und allein die richtige Stellung zu der Marinevorlage eingenommen. Denn alle anderen Parteien haben ihr Ja oder Nein schon gesprochen, noch ehe sie die genaueren Mirthei- lungen der Regierung in der Budgetkommission zur Flottenvorlage angehört haben.

X Die Angelegenheit von der bevorstehenden Einführung eines netten Gewehres im Reichs­heere kann nicht zur Ruhe kommen. Daß ein Gewehr mit kleinerem Kaliber, als das Modell 88 hat, in der Jnfanterie-Schießschule bei Spandau und beim Garde-Jäger-Bataillon in Potsdam probiert wird, ist bekannt. Dieses Modell hat ein Kaliber von 6 Millimeter, besitzt größere Rasanz als das Modell 88, und jeder Mann könnte etwa um ein Driltheil Munition mehr bei sich führen als vom Modell 88. Das neue Modell trägt etwa ein Kilometer weiter als jenes. Ohne Zweifel würde die Frage der Einführung dieses neuen Modells sofort brennend werden, wenn die Schießversuche, die damit angestellt werden, zur vollen Befriedigung ausfallen würden. Aber dies ist vorläufig noch nicht der Fall ge­wesen, und vorläufig bleibt es also bei Modell 88. Leider aber wird auch aller Wahrscheinlichkeit nach der Tag kommen, an dem es heißt, nun­mehr ist das neue Modell dem alten überlegen, und des Reiches Wohl und Sicherheit erfordern die Einführung dieses neuen Modells; denn das ist der natürliche Lauf der Dinge bei unserer nimmer rastenden Technik.

h Nach wie vor werden von der derrtscherr Sozialdemokratie die Geldsammlungen für die ausständischen englischen Maschinen­bauer mit Hochdruck betrieben. Mindestens schon 300000 Mark sind von Deutschland nach Eng­land für die Ausständischen gesandt worden, allein der Verband der Buchdrucker-Gehilfen hat 20000 Mark gespendet. Auch ein deutscher Professor hat sich an diesen Spenden betheiligt: Professor Lujo Brentano in München, der Verfasser eines vielgenannten Werkes über die englischen Gewerkoereine. Jetzt hat Professor Brentano ein langes Schreiben an den General­sekretär der genannten Vereine gerichtet und diesem Schreiben seinen Beitrag für den Aus­stand beigefügt.

* Aus Herford wird berichtet, daß dem dort eine Gefängnißstrafe wegen Preßvergehens verbüßenden Redakteurund Reichstagsabgeordneten Dr. Lütgenau die Setvstöefchäfliguttg ver­weigert werde. (Wir können unmöglich glauben, daß das wahr ist. D. Red.)—Der Redakteur der Breslauer ,VolkswachL, Emil Neukirch,

« Otr tritt fjäuptluig von üiUornrq.

Eine historische Erzählung

von Philipp Wasserburg (Laicus).

2 ------ (Nachdruck verboten.)

„Kaltes Blut, Freund Kerry," bemerkte Allan. „Die Suppen werden nicht so heiß ge­gessen, als sie aufgetragen werden."

„Das glaub' ich, denn bei uns werden gar kerne aufgetragen. Den Sommer haben wir Ans gefreut, zu ernten, jetzt bringen wir ihm die Ernte. Verstucht sei jeder Schweißtropfen, den rch freudig vergoß, als ich Gottes Segen heran- wfen sah! Verstucht sei das Land! Disteln und Dornen sollen wuchern, und Hagel soll seine Saaten zerschmettern, wenn die Ernte am schönsten steht."

„Aber versteckt Eure Pferde," meinte Frederik, „sonst bringt Ihr sie nicht von hier fort."

„Möchte doch wissen, wer uns daran hindern sollte?" meinte Allan, und warf die Hafergarbe den Pferden vor. „So! die braucht der Sir da . . . wie heißt er?"

„Sir Harry Hungry nennt sich der Hallunke, der Wortbrüchige!"

„Nun, Sir Harry Hungry braucht diese Garbe nicht dreschen zu lassen. Was verlangt Ihr, ich will es Euch bezahlen."

„Wir verlangen nichts!" riefen beide Ir­länder aus einem Munde. „Aber hütet die schönen Pferde."

„So jagt Ihr immer; aber bei St. Patrick, wimmelt denn die Gegend von Pferdedieben?"

„O Jesus! Ihr kennt nicht das Gesetz?"

„Welches Gesetz?"

„Kein Irländer darf ein Pferd besitzen, das mehr als fünf Pfund englisch (hundert Mark) werth ist."

„So? bei uns weiß man davon nichts. Aber meinetwegen, welchen Werth ich meinem Pferde beilege, ist ganz meine Sache."

„Aber jeder Engländer ist berechtigt. Euch fünf Pfund zu geben und Euer Pferd weazu- nehmen."

„Ei, ei! Möcht's Keinem rathen! Wer hat denn das Gesetz gemacht?"

„Das stammt noch aus den Zeiten der Königin Elisabeth."

„Das kennt man bei uns nicht!"

„Aber macht, daß Ihr heimkommt, Sir Harry liebt schöne Pferde, und wenn er sie billig be­kommen kann ..."

Allan sprach kein Wort, er schnallte nur ein Futteral von rothem Leder auf, das am Sattel- dopfe des jungen O'Drentor befestigt war, und irachle eine verhältnißmäßig kleine Streitaxt von glänzend polirtem Stahl zum Vorschein. Er chwang dieselbe ein paarmal um den Kopf, und ieß sie dann in einen Baum sausen. Die Schneide bohrte sich bis an den Stil ein.

„Das war ein prachtvoller Wurf," jubelte Frederik.

„Das ist das Spielzeug der Kinder im Sept von Killarney," bemerkte Allan. „So wirft bei uns jeder, selbst die jungen Mädchen."

„Aber Freund," sagte Kerry, der immer er­grimmter wurde. „Ihr dürft auch keine Waffen ühren; wenn Euch Herr Robber findet, büßt er Euch für die Waffen um die Pferde."

„Ist das auch ein Gesetz?"

welcher wegen Beleidigung des Ministers von Thielen angeklagt war, wurde heute zu 150 Mk. G eldstrafe verurtheilt. Die Beleidigung wurde in einer Kritik der vom Minister zur Untersuchung von Eisenbahnunfällen eingesetzten Kommission ge­funden. Der Staatsanwalt hatte neunMonate Gefängniß (!) beantragt.

4fr Aller Wahrscheinlichkeit nach wird nun Berlin doch kein Denkmal für die März- gefakkenen erhalten. Die Deputation, die von der Versammlung der Stadtverordneten zur Vor- berathung dieser Angelegenheit eingesetzt worden war, hat die Errichtung eines solchen Denkmals ab gelehnt. Es wurde dagegen beschlossen, die Begräbnißstätte der Märzgefallenen anläßlich der 50. Wiederkehr des 18. März ausschmücken zu lasten und dem Magistrat von Berlin zu empfehlen, bei der Stadtverordneten-Versammlung die Bewilligung der dazu nöthigen Geldmittel nachzusuchen.

* Zur KriminakAatistiK für das deutsche Ikeich sührt die ,Berliner Korr/ folgendes aus: Im Jahre 1896 wurde wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze 456 939 Personen verurtheilt, darunter 44 212 unter 18 Jahre alt. Die Verurtheilung erfolgte bei 81 868 Personen wegen Verbrechen und Vergehen gegen den Staat, die öffentliche Ordnung und Religion, bei 194522 wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Person, bei 179 132 wegen Vergehen gegen das Ver­mögen und bei 1417 wegen Amtsdelikte. Beim Vergleich mit den Vorjahren sind die Verur- theilungen wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Person stetig und zwar wesentlich gestiegen; die Zahl der Verurtheilten dieser Kategorien be­trug 1891 149 750, 1892 157 928, 1893 172 096, 1894 181 977, 1895 187 834 und 1896 194 522. Ebenso haben stetig zugenommen die Verbrechen und Vergehen gegen den Staat, die öffentliche Ord­nung und Religion, welche von 61 949 im Jahre 1891 auf 81 867 im Jahre 1896 gestiegen sind. Die Zahl der wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen Veburtheilten betrug 1892 196439, 1896 179 132, mithin 1896 17 305 weniger. — Von den 44 212 „Jugendlichen", d. h. ‘2 bis unter 18 Jahre altxu Personen, wurden unter anderem verurtheilt 21484 wegen Diebstahls, 8186 wegen Körperverletzung, 2912 wegen Sachbeschädigung, 2063 wegen Unter­schlagung, 1704 wegen Betruges, 1168 wegen Beleidigung, 1109 wegen Hehlerei, 1088 wegen Unzucht, 861 wegen Hausfriedensbruches, 588 wegen Urkundenfälschung, 521 wegen Jagd- und Fischereivergehen, 334 wegen Brandstiftung und fahrlässiger Inbrandsetzung, 206 wegen sonstiger Sittlicykeitsoerbrechen, 117 wegen Raubes und Erpressung, 21 wegen Mordes, Todschlages und Kindesmordes; u. 's. w.

ft Parlamentarische Nachrichten.

— Dem Reichstage sind statistische Zu­sammenstellungen und Bemerkungen über die Arbeitslöhne, Arbeitszeit und Arbeits­ruhe des in den Marinebetrieben beschäf­tigten Personals, über die Durchführung der Arbeiteroersicherungsgesetze und die wichtigsten der bei den kaiserlichen Wersten und Torpedowerkstatt

„Freil ch! Freilich!"

„Nun beruhigt Euch, Freund, das ist keine Waffe; das ist unser Kleingeld, mit welchem wir Sir Harry Hungrys Pfund wechseln. Aber einstweilen behalten wir unsere Pferde, und er sein Geld. Doch da kommt der junge O'Drentor. Aber wer ist denn bei ihm? Und idas ist beim das?"

In der Thal kam Robert O'Drentor langsam des Weges daher, und die Art und Weise, wie er kam, rechtfertigte nur zu sehr die Ausdrücke der Verwunderung, womit sein Septsmann ihn empfing.

Er zog nämlich aus Leibeskräften an der Stange eines mit einem zerfetzten Linnentuche überspannten Wägelchens, auf welchem einiger dürftige Hausrath aufgehäust war; ein Knabe von etwa zwölf bis vierzehn Jahren schob hinten nach, und zur Seite ging ein Weib, ein kleines Kind auf dem Arm.

„Allan! Allan!" rief Robert schon von ferne.

Der Ire schnellte aus seiner beobachtenden Haltung empor und rannte schnell wie ein Pfeil Robert entgegen.

Beide spannten sich nun an den Wagen, und das elende Gefährte kam um vieles rascher herbei.

„Puh!" machte der künftige Cean-Cinneth von Killarney, als sie glücklich unter der Gruppe Eschen angekommen waren, wo die Pferde grasten und ein Imbiß seiner wartete. „Das hat mir warm gemacht!" Damit nahm er seine spitze Mütze von Otterfell ab und trocknete sich mit dem Aermel seiner Jacke die Stirne. „Setzt Euch hier nieder, gute Frau! Allan wird Euch einen kräftigen Thee kochen und auch nach den

vorhandenen Wohlfahrtseinrichtungen zuoegangen- dem Wunsche des Abg. Roesicke entsprechend, den derselbe in der Sitzung am 24. März d. I. aus­gesprochen hatte. Nach dieser Statistik bewegten sich die Durchschnitts-Tagesbesoldungen und Löhne der Gehilfen, Hilfsbediensteten und Arbeiter der Marineoerwaltung zwischen 2,90 bis 4,62 Mk. Aus der Nachweisung über die tägliche Dauer des planmäßigen Dienstes des Personals, aus­schließlich der Arbeiter der Kaiserlichen Werften und der Torpedowerkstatt ergibt sich für 712 Per­sonen bis 8 Stunden einschließlich, 910 Personen mehr als 9 bis 10 Stunden, 18 Personen mehr als 10 bis 11 Stunden, 52 Personen mehr als 11 bis 12 Stunden, 76 Personen; im Liegen­dienst beschäftigt, mehr als 14 bis 15 Stunden Arbeitszeit. Die Nachweisung über die tägliche Dauer des planmäßigen Dienstes der Arbeiter der Marineverwaltung stellt für 13,387 Arbeiter mehr als 9 bis 10 Stunden, für 114 Arbeiter mehr als 14 bis 15 Stunden Arbeitszeit fest. Die Einnahmen der drei bestehenden Betriebs­krankenkassen der Kaiserlichen Marine beziffern sich für das Kalenderjahr 1896 auf 596,349,27 Mark. Das Mitglied hatte durchschnittlich jährlich 24,74 Mk. selbst beizutragen. Die Jahresaus­gaben der 3 Kassen beziffern sich auf 550,145,72 Mark. Für 79 Unfallverletzte wurden im Jahre 1896 Entschädigungen festgestellt. Die Beiträge der Marineverwaltung zur Jnvaliditäts- und Altersversicherung betrugen im Etatsjahre 1896,97 95,885,33 Mk.

— Dem Reichstage sind die Entwürfe eines Gesetzes betr. Aenderungen des Gerichts- ver fass» ngsgesetzesundder Strafprozeß­ordnung, sowie eines Gesetzes betr. Aender­rungen der Civilprozeß Ordnung und eines' zugehörigen Einführungsgesetzes nebst Begründung zugegangen. Die Gesetzentwürfe sind die Folge einer Bestimmung im Artikel 1 des Einführuugs- gesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch; doch enthält der Gesetzentwurf betr. Aenderung des Gerichts- verfassmigsgesetzes und der Strafprozeßordnung auch einige Vorschläge, welche mit dem bürger­lichen Rechte nicht Zusammenhängen, Ebenso sieht der Gesetzentwurf betr. Aenderung der Civil- prozeßordnung. neben den mit dem bürgerlichen Rechte in unmittelbarer Verbindung stehenden Neuerungen, noch eine Reihe sonstiger Ver­besserungen vor. Es handelt sich um Punkte, in denen eine Reform allgemein als dringend aner­kannt wird. Es sind namentlich solche Aende­rungen vorgenommen, von denen sich durch Milderung des Formzwanges, durch Abkürzungen von Fristen und in gewissem Umfang auch durch Beschränkung der Rechtsmittel eine Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens, sowie eine | Verminderuna und Verbilligung her Prozesse er­wartet! läßt. Beider Revision des Entmündigungv- und des Zwangsvollstreckungsverfahrens ist auch auf einen erhöhten Schutz der Persönlichkeit und der wirthschaftlichen Existenz Bedacht genommen. Ob die Gestaltung des Prozesses auf Grund der geltenden Gesetzgebung noch weitere Aenderungen erheischt, wird von den Erfahrungen abhüngen, welche mit den gegenwärtigen Vorlagen gemacht werden. Der Entwurf eines Einführungsgesetzes zu dem Gesetz betr. Aenderung der Civilprozeß-

Wundeu des armen Wurmes sehen. Dann möget Ihr die Straße mit uns ziehen. Aber was wollt Ihr mit dem Hausrath?"

„O Herr!" sagte die Frau weinend, „das ist ja alles, alles, was wir noch haben, und ist kein Stück, an welchem nicht meines Mannes Schweiß und Blut hängt, und alles, alles fort!"

Allan hatte unterdessen ein kleines Feuer an- gezündet, mit einigen Steinen einen primitiven Herd gebaut und einen aus dem Mantelsack her­vorgeholten kleinen Kessel darauf gesetzt. Der Umstand, daß es damals feine Wirthshäuser im heutigen Sinne gab, und daß es auch fraglich war, ob die Gastfreundschaft, die man fand, mehr bieten konnte, als guten Willen, zwang den Reisenden, mit mehr Umsicht seine Ausrüstung zu bewerkstelligen, als dies heute nothwendig erscheint.

Die Frau hatte sich unter eine Esche gesetzt, und hielt das Kind, ein Mädchen von etwa zwei Jahren, dessen Augen halb geschlossen waren, dessen Wangen im Fieber glühten, auf ihrem Schooß. Der Knabe begann dürres Holz abzu- brechen und herbeizubringen.

„Nun Weib, jetzt redet einmal vernünftig," begann Robert wieder; „also von Drogheda kommt Ihr mit den Kindern?"

„Es ist alles verloren, o Herr, es ist alles verloren!" jammerte die Frau, „wie Tiger, wie Tiger ..."

Inzwischen waren die auf den nächstliegenden Feldern arbeitenden Iren zusammengelaufen.

„Ihr wollt wohl sagen, daß in Drogheda ein Kampf stattgefunden hat."

„Sie sind gekommen, längs des Meeres her.