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Montag, den 13. Dezember 1897
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« Der ledtc WMing von fiillanicn.
Eine historische Erzählung
von Philipp Wasserburg lLaicus).
------ (Nachdruck verboten)
I. Fünf Pfund für ein Pferd.
Es war im September des Jahres 1649, und auf die reichen Fluren der irischen Grafschaft Longford schien noch warm die Sonne. Das Bild war reich an Naturschönheiten, und man hätte von ihm entzückt sein können, wenn nicht da und dort große Trümmerhaufen die Zerstörung menschlicher Wohnstätten bezeichnet hätten.
Nur eine Behausung machte von diesem allgemein Übeln Eindrücke eine Ausnahme. Das war ein noch fast neues burgartiges Gebäude. Thor und Fenster konnten sest verschlossen und verriegelt werden. Der Bewohner schien auf eine Belagerung gefaßt zu sein. Das besagte auch der Thurm, welcher massiv in einer Entfernung von etwa vier Schritten vom Hause erbaut war. Auch er zeigte, wie das Haus, unten keinerlei Zugang und nur vom Giebel des Hauses führte eine Laufbrücke in schwindelnder Höhe zu einer niederen Thüre. Unten hatten sich einige unscheinbare Lehmhütten an die Mauer gelehnt, und schmutzige Kinder spielten in dem am Hause sich hinziehenden Graben.
Auf dem Felde waren halb nackte Arbeiter mit dem Einbringen der Ernte beschäftigt. Wildes struppiges Haar bedeckte die Köpfe mit wettergebräunten Gesichtern. Es waren Iren,
X Marine und Handel.
Die Regierung hat der Flottenvorlage außer der'eigentlichen Begründung zur Erlau» terung noch eine Denkschrift beigegeben, die ein großes, fleißiges und sicherlich an und für sich ein verdienstvolles Werk ist. Das ist schon von Blättern aller Parteien anerkannt worden, und ganz mit Recht. Und da nun die Regierung diese Denkschrift selbst dem Reichstage vorgelegt hat zu dem Zwecke, um sich danach ein Urtheil zu bilden über die Berhältnisfe, die mit der Flottenvorlage in Zusammenhang stehen, so wird Jedermann die Angaben dieser Denkschrift als eine vollkommen berechtigte Grundlage anerkennen müssen für die Beurtheilung der Dinge, auf die es nach Ansicht der grundsätzlichen Freunde ansehnlicher Flottenvergrößerungen hauptsächlich ankommen soll.
Es heißt, unser Handel brauche eine Kriegsflotte, die viel stärker ist als die, die wir jetzt haben. Nicht etwa nur zum Schutze des Handels soll eine viel stärkere Marine noth- wendig sein. Viele behaupten unmittelbar, der Handel könne sich nur dann richtig und voll entwickeln, wo eine große Flottenmacht vorhanden ist: die starke Flotte sei die erste Bedingung, die vorhanden sein müsse; dann folge der Handel nach. Nun wollen wir einmal sehen, wie solche Ansichten bestehen können vor den Darlegungen jener Denkschrift, die die Regierung selbst ihrer Flottenvorlage als Erläuterung beigegeben hat.
Da ist es zunächst notbwendig zu wissen, wie es um unfern deutschen Handel über die See hinüber im Allgemeinen steht. Die Denkschrift sagt es uns. Wir versend.en und empfingen in den Jahren von 1891 bis 1895 die weitaus größten Waarenrnassen im Handelsverkehr mit England, nämlich im Jahresdurchschnitte mehr als 83/t Millionen Tonnen. Dann kommt an zweiter Stelle der Verkehr mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika im durchschnittlichen Jahresumfange von 3'/, Millionen Tonnen. Und ferner folgen der Reihe nach die nordischen Staaten Dänemark, Schweden und Norwegen, der Verkehr mit Rußland auf dem Seewege, Ostindien und Holland. Diese Länder sind die Gebiete, auf die unser Handel über See seit einer langen Reihe von Jahren gestützt ist. Und von vornherein ergibt es die Natur dieser Länder und unser ganzes hergebrachtes Verhältniß zu ihnen, daß es für die Entwickelung unseres Handels mit ihnen vollendet gleichgiltig ist, ob wir eine Reihe von Verderben drohenden Seeungeheuern mehr oder weniger auf den Meeren schwimmen haben.
Betrachten wir unsere Handelsbeziehungen zu den weiter gelegenen überseeischen Ländern, ,z. B. Südamerika, Australien, Japan und China, so finden wir, daß der Umfang unseres deutschen Seehandels mit diesen Ländern verhältnißmäßig sehr klein ist. China und Japan sind beispielsweise im Durchschnitt der Jahre von 1891 bis 1895 nur mit rund 271000 Tonnen verzeichnet, d. h. mit etwa nur einem Sechstel desjenigen Verkehrs, den wir über die Ostsee mit nordrussischen Häfen haben.
Dem ganz überwiegenden Theile unseres Seehandels können wir also mit stahlgepanzerten Schiffskolossen und mit Krupp'schen Riesengeschützen
gar nichts nützen. Und der Verkehr mit den nur halb civilistrten oder gar noch ganz barbarischen überseeischen Ländern steckt bei uns noch so in den Kinderschuhen, daß keine riesenhaft großen Flottenmachten dazu gehören, um diesem Handel den nöthigen Schutz zu verleihen. Es ist auch gar nicht anzunehmen, daß unser Handel nut solchen Ländern in absehbarer Zeit sich außerordentlich stark entwickeln könnte. Denn solche Länder sind selbstverständlich gar nicht in der Lage, auch nur annähernd so viele Waaren aufzunehmen, wie Kulturländer. Der Handelsverkehr mit ihnen muß zunächst klein bleiben, und alle Flottenmächte der Welt können vorläufig nichts ändern an dieser Naturwahrheit.
Wie Deutschland eine Landmacht ist, so wandelt auch sein Handel vorwiegend Landwege, und namentlich in der neuesten Zeit hat sich sein Handel auf dem Landwege außerordentlich stark entwickelt. Belgien bezog im Jahre 1896 mehr als ein Zehntel seiner ganzen Einfuhr aus Deutschland. Nach Italien haben wir vorher noch niemals so viel ausgeführt wie im Jahre 1896, Oesterreich - Ungarn bezog in demselben Jahre fast 40 pCt. seiner ganzen Einfuhr aus Deutschland, und auch unsere Ausfuhr nach Rumänien ist erheblich gewachsen. In der Einfuhr, welche die S ch w e i z bezieht, stehen wir unter allen fremden Ländern weitaus an erster Stelle, und während des Jahres 1896 ist auch unser Ueberlandverkehr mit Rußland ganz bedeutend gestiegen .... kurz, wohin wir blicken, sehen wir Verhältnisse, welche das unmittelbare Gegentheil sind von der Behauptung, daß die Entwickelung unseres Handels in wesentlichem Maße abhängig sei von der Stärke unserer Kriegsflotte. , .
Die Regierung selbst hat uns in ihrer Denkschrift das erforderliche Material an die Hand gegeben. Um zu diesem Ergebnisse zu gelangen. Will also die Regierung nachweisen, daß sie unbedingt eine viel größere und stärkere Kriegsflotte braucht, als sie jetzt hat, so muß sie diesen Nachweis auf andere Art fuhren, lind will unser Großhandel, will unsere Großindustrie eine so bedeutende Vermehrung unserer Flottenmacht, so erfordert es die Gerechtigkeit, daß aus dem Vorschläge des Abg. Dr. Lieber Ernst werde und diese Kreise auch den Löwenantheil der Kosten tragen, die eine solche Vergrößerung unserer Kriegsflotte verursachen würde.
Deutsches Kerch.
Berlin, 11. Dezember.
* Der Kaiser wird Dl^stag Nachmittag in Kiel eintreffen. Dort wird Abends im Schlosse ein großes Abschiedsmahl stattfinden, zu dem Prinz Heinrich alle Offiziere eingeladen hat, die nach China kommandirt sind. Mittwoch früh werden die Kreuzer „Deutschland" und „Gefion" auslaufen, während die Marine-Infanterie in einem Sonderzuge nach Wilhelmshaven befördert wird. — Der Panzerkreuzer „Deutschland" war bei seiner Durchfahrt durch den Kaiser-Wilhelm- Kanal auf Grund gekommen, ist aber bald wieder flott geworden. Vermuthlich wird der Kaiser dem Prinzen Heinrich auf dem Panzerkreuzer „Deutschland" eine Strecke weit das Geleite geben. Die kaiserliche Yacht „Hohenzollern" wird das Ge-
chwader etliche Meilen begleiten und den Kaiser alsdann an das Gestade zurückbringen. Während der Weihnachtsfeiertage wird das Geschwader vor Gibraltar vor Anker gehen.
* Abg. Dr. Kieöer war während der letzten Tage gezwungen, das Bett zu hüten. Er ist von einem Magenleiden befallen worden, das leider nicht zum erstenmale bei ihm Einkehr hält. Aber chon heute ist erfreulicherweise in seinem Befinden eine ausgesprochene Wendung zum Bessern eingetreten, so daß man hoffen darf, den verehrten Centrumsführer bald wieder im Reichstage erscheinen zu sehen. .....
* Die ,Nordd. Allg. Ztg." schreibt offiziös: „In der heute hier ein getroffenen .Times" findet ich ein Telegramm aus Schanghai, wonach die Deutschen demnächst die Kiautschau-Aucht verlassen und die S a m s a - B u ch t in Beschlag nehmen würden. Diese Nachricht beruht auf Erfindung.
ff Mit der Weiteröeralyttttg der Ikotten- vorlage hat es vorläufig keine Eile. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Budget-Kommission des Reichstages zuerst den Etat erledigen und dann erst die Flottenvorlage in Arbeit nehmen, so daß diese etwa erst 9)Htte Februar oder gar erst in der zweiten Hälfte des Monats Februar an die Reihe kommen dürfte. Auch der Marine- verwaltung soll, wie berichtet wird, diese Reihenfolge der Berathungsgegenstände angenehm fein, da sie einige Zeit braucht, um das gefammte Material vorzubereiten, das der Budget-Kommission für ihre Berathungen erforderlich ist.
X Der Abg. Dr. Lieber hat in feiner Rede zum Flottengesetze geäußert, daß, wenn zu den Forderungen, wie sie das Gesetz enthält, noch andere große Ausgaben für Erweiterung der Werftanlagen, Verstärkung der Küstenbefestigungen usw. kommen sollten, eine direkte Aeichssteuer unter Belastung der leistungsfähigen Schultern, insbesondere derjenigen, denen die Flotte vorwiegend zu Gute kommt, eröffnet werden müßte. Die,Nordd. Allg. Ztg." kann demgegenüber zu ihrer „Genugthuung feststellen"", daß einerseits derartige außerordentliche Ausgaben während der bevorstehenden Flottenbauzeit nicht zu erwarten stcn.den, audererstts in den rechtsstehenden Kreisen völliges Einverständniß darüber herrsche, daß die Entwickelung der Flotte mehr oder weniger allen Erwerbszweigen zu Gute komme, von einer einseitigen Belastung des Handels und der Industrie mithin keine Rede sein könne. Die „rechtsstehenden Kreise" fürchten aber, daß sie ihre Flotten.; begeifterunn mich baav bezahlen sotten und da sind sie natürlich gern bereit, die Last auf das ganze Volk, besonders auf die ärmeren Klassen abzuwälzen. In solchen gefährlichen Lagen vergessen sie auch ihre Abneigung gegen Handel und Industrie und wehren sich „solidarische mit ihnen gegen die Folgen des Flotteneifers. So lange aber das Centrum die Entscheidung in der Hand hat, wird es ihnen nicht gelingen, dem Volke neue indirekte Steuern aufzuhalsen. Das hat auch der Abg. Fritzen wieder betont. Die Feststellung der,Nordd. Allg. Ztg.", daß keine außerordentlichen Ausgaben „während der bevorstehenden Flottenbauzeit"" zu erwarten seien, ist werthlos. Und nachher? — Ein Blatt hatte die Vermutbung aufgestellt, ein Theil der Aufträge, die das Flottengesetz mit sich bringen würde, werde wohl schon au den Wersten
des Herrn Krupp in Kiel und des „Vulkan"" in Stettin in Bestellung gegeben sein. Die ,Nordd. Allg. Ztg." erklärt das für vollständig erfunden. Na! na!
X Ueber die Lösung der Frage von dem Reservatrechte Bayerns auf einen eigenen Höersten Mitttärgerichtshos tauchen Meldungen auf, die so klingen, als habe die bayerische Regierung in dieser Frage klein beigegeben und auf einen eigenen Gerichtshof verzichtet. Es wird nämlich berichtet, zwischen der bayerischen und der preußischen Regierung sei die Vereinbarung getroffen worden, daß Bayern keinen eigenen Gerichtshof, sondern nur einen bayerischen Senat in dem Reichsmilitärgericht erhalten soll. Das Reichsmilitärgericht aber soll bekanntlich seinen Sitz in Berlin haben. Vorher hatte der bayerische Kriegsminister im Finanzausschüsse der bayerischen Abgeordnetenkammer und in dieser selbst erklärt, daß die bayerische Regierung unbedingt an dem bayerischen Reseroatrechte eines eigenen Obersten Militärgerichtshofes festhalten werde. Sollte dies nun wirklich die Erfüllung jenes Versprechens vorstellen sollen, das der bayerische Kriegsminister der bayerischen Kammer gegeben hat?
X Vor einigen Wochen wurde berichtet, daß man an maßgebender Stelle nicht geneigt fei, für Preußen weiökiche Iavrikinspekloren zuzulassen. Neuerdings wird gemeldet, es würden Diakonissinnen und weibliche Personen aus ähnlichen Berufszweigen den Fabrikinspektoren zur Ausbildung und Aushilfe zugetheilt". Zunächst bedarf diese Meldung noch der Bestätigung. Sollte sie sich indessen bewahrheiten, so würde sie mit Freude zu begrüßen sein als eine Verbesserung im Vergleiche zu dem unleidlichen Zustande von jetzt, wo weibliche Kräfte in der Gewerbe- und Fabrik-Aufsicht vollkommen fehlen. Vor allen Dingen müßte aber auch darauf gedrungen werden, daß in überwiegend katholischen Gegenden auch k a t h o l i s ch e S ch w e st e r n zur Verwendung gelangen. ’
* In der Andgetkommission werden den Vorsitz führen die Abgg. v. K a r b o r f f (Rp.) bzw. Graf Hompesch (C.): als Schriftführer fungtren Prinz Arenberg (C.), Dr. Müller (sagan) (fr.Volksp.), Paasche (nl.),Werner (deufschsoz.); sonst gehören noch dieser Kommission an die Konservativen Will, v.Leipziger, GrafRoon, v. Massow, Traf Limourg-Stirum von uer Reichspärte: Graf Arnim, die Ncftldnak liberalen Dr. Hammacher, Dr. Haffe, «affermann, vorn Centrum Dr. Frhr. v. Hertling, Dr. Lieber (Montabaur), Dr. Lingens, Müller (Fulda). Dr. Schaedler, Gröber, von der Freisinnigen Vereinigung Frese, von der Freisinnigen Volkspartei Richter, von der Deutschen Volkspartei Galler, der Pole Dr. von Jazdzewski, die Sozialdemokraten, Bebel, Meister und Singer.
* Stuttgart, 11. Dez. Der infolge feines Zweikampfes mit dem preußischen Legationssekretär Freiherrn von Wangenheim kürzlich mit Pension verabschiedete württembergische Premierlieutenant Gras v. Uexküll hat sich vor einigen Tagen mit der inzwischen geschiedenen Gemahlin seines Duellgegners, Freifrau von Wangenheim, vermählt.
* München, 11. Dez. Die Wahl des neuen Erzbischofs für München und Freising
von denen sich ein Mann, der unter denselben auf und ab wandelte, sofort als ein Engländer erkennbar machte. Er war hochgebaut und starkknochig, hatte kurzgeschorenes, rothblondes Haar und einen Filzhut mit einer Ungeheuern Krempe auf dem Kopse sitzen. In der Hand trug er einen langen Stab, welcher ihm theils als Stütze, theils als Droh- und Treibmittel für die Arbeiter diente, roenn er glaubte, daß einer oder der andere lässig sei. ,
Eine geraume Weile dauerte das, bis endlich der würdige Jack Robber, der Aufseher des nicht minder würdigen Sir Harry Hungry, des Besitzers des Schlosses Hunry-Tower, gewahrte, daß weit am anderen Ende der Felder die Arbeiter fast alle die Arbeit eingestellt und sich aus irgend welchem Grunde unter einer Baumgruppe versammelt hatten.
Bei dem großen Mißtrauen, welches die Engländer gegen die Irländer empfanden, schien das Jack Robber bedenklich, zumal er auch etwas wie einen Wagen und Pferde dort zu bemerken glaubte. Die Baumgruppe bildete die äußerste, vorliegende Spitze des Waldes, man wußte doch immer, nicht, was darin stecken konnte. Fast ganz Irland hatte sich für den König Kail I. erhoben, und nach der Hinrichtung desselben war es den Irländern nicht eingefallen, die Waffen nieder- zulegen. Bis in die neueste Zeit konnte man überall Schaaren Bewaffneter sehen, und so bildete fast ganz Irland ein Schlachtfeld.
So sehen wir Jack Robber mit feinen langen Beinen ausschreiten, um zu erfahren, was unter
der Baumgruppe vorging, und warum die Arbeiter ihre Ai beit verlassen hatten.
Etwa zwei Stunden vorher war aus dem Walde ein Reiter gekommen, der ein zweites vollständig gesatteltes Pferd am Zügel führte. Unter der Baumaruppe machte er Halt, sah sich prüfend nach allen Richtungen um und sprang dann behend aus dem Sattel. Das Plätzchen mar zum Lagern überaus einladend. Ueppiger Graswuchs versprach Futter für die Pferde, der Hafer war reif und wurde eben geschnitten; kein Ire würde ja eine Handvoll Hafer verweigern; ein Bächlein floß vorbei, das Wasser für Mann und Roß gab. In wenigen Minuten waren die Kopfgeschirre abgenommen, die Pferde waren augepflöckt, und einiger Mundvorrath wurde aus einem Mantelsacke, der quer über dem Rosse des Reiters lag, bervorgesucht. Aber ohne davon zu genießen, ging er zu dem nächsten irischen Mäher, der ihm neugierig zugesehen, und bat um etwas Hafer, nöthigenfalls gegen Bezahlung.
„Gott und St. Patrik soll mich behüten, daß ich einem fremden Landsmann einen Arm voll Hafer abschlage, ober Geld dafür nehme, roenn ich ihn habe. . . Aber. .
„Nun da ist ja!'"
„Das ist englischer Hafer," meinte ber Arbeiter grottenb.
„Das hat gar nichts zu sagen," erwiderte bet andere gutmütig; „unsere Pferde fressen auch englischen Hafer. Und wenn Ihr sonst nichts dagegen habt. . ."
Damit raffte der Ankömmling eine Garbe Hafer zusammen.
„Ich gönn's Euch von Hirzen; aber auf Eure Verantwortung," setzte ber Ire bei.
„Aber,roerther Freund, . . . wie heißt Ihr?"
John Kerry."
„Hub ich heiße Allan O'Mahra. Also, mein wertherJohn Kerry, Ihr thut, als ob wir bte Gebeine eines Heiligen stellen wollten. Wir nehmen ein wenig Hafer, weil unsere Pferde dessen bedürfen , und zahlen Euch landesübliche Preise; die könnet Ihr Eurem Engländer geben.“
„Aber er verkauft keinen Hafer an Iren und will auch nicht, daß Irländer Pferde halten sollen."
„Wollen kann er, was er will, Freund. Wisse, ich gehöre zu den Septleuten') von Killarney, und geleite meinen jungen Herrn und Freund, der sich den Sommer über bei einem Vetter in Schottland aufgehalten, heim. Dort im Walde liegt er noch unter einer Eiche und träumt."
John Kerry kam näher und betrachtete sich die Thiere.
O welche prächtigen Pferde! Ah, Allan, so etwas gibt's bei uns nicht! — Sorgt, daß sie keinem Engländer begegnen."
„Bei uns gibt es feine Engländer!" versetzte Allan stolz.
„He! Vetter Frede, ik!" rief ber Ire einem anbern zu. „Komm einmal gleich her; da ist ein Landsmann, in dessen Gegend gibt es feine Engländer!"
>) Sept ist der Name der irischen Stämme. Er bedeutet dasselbe wie Clan im Schottischen.