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crick-ink täglich, n Ausnahme der 5omt= und Feier- ;gt. Bierteljährl. ijf (ugsprtis ihneBimgerlohn lild Bestellgeld in »ulba und auS- ^SrtS l M SOPf

24. Jahrgang

Donnerstag den 9. Dezember 1897

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Z«s,rat»:Die ein­spalt. Garmond- zeile ober deren Raum IS Pf., Re­klamen die Petit- zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechen: Rabatt gewährt

p««nttw>>rtlich: Fii» M< Krtattüm Jot. Sa«m, fi» Jnttrale j. Parzelle» t» Fulda

mit Anlerhattungs-Anlage „Kieme und Alumeni'

Drud und Verlag der Fuldaer ttctieudruckere! peterrgaße kl». - (Tsarmonte).

Lirchrrckalender.

10. Dezember. Fest der Uebertragung des heil. Hauses von Loreto. Nach dem un­glücklichen Ausgange der Kreuzzüge wurde das heilige Haus, in dem das ewige Wort Fleisch angenommen, von Engelshänden in einer Nacht nach der Stadt Rau- nitza in Dalmatien übertragen (10. Mai 1291). Aber schon bald darauf (10. Dez. 1294) verschwand es von dort und ließ sich, über das Meer und die Lüfte schwebend, bei Recanati in Italien in einem Lorbeer­haine (laurea) nieder (daher Lauretanisches Haus und Loreto). Noch zweimal änderte es kurz darauf an diesem Orte seinen Platz; am jetzigen steht es seit dem 7. September 1295. Wunder und Wissenschaft haben aus das genaueste bewiesen, daß es jenes Häuschen sein muß, welches einst zu Nazareth von der aller­seligsten Jungfrau bewohnt ward. Jetzt wölbt sich über demselben ein herrlicher Dom, das Ziel unzäh­liger Wallfahrer. Papst Jnnocenz XII. führte 1699 obiges Fest in der ganzen Kirche ein.

K Die Debatte über die Marine- Vorlage

wird zwar heute(Donnerstag) noch fortgesetzt werden, allein die erste Lesung wird den augenblicklichen Stand der Dinge nicht mehr verschieben können. Daran ändert es nichts, daß die national- liberale Partei noch nicht zu Worte ge­kommen ist. Ihre Stellungnahme ist ja bekannt. Die Vorlage wird sicher, wie es das Centrum beantragt, an die Budgetkommission ver­wiesen werden. Eine Abweisung »limins wollen nur die Sozialdemokraten, freisinnige Volkspartei und süddeutsche Volkspartei. Auf dem entgegen­gesetzten Standpunkte der Bereitschaft, alles ohne nennenswerthe Aenderung anzunehmen, stehen Reichspartei, Nationalliberale und die Mehrheit der Konservativen, doch versteigt sich auch ihr Wasserenthusiasmus keineswegs bis zur Annahme ohne Kommissionsberathung Eine Mehrheit wie diejenige, die 1893 die Militärvorlage ange­nommen hat, findet sich nicht entfernt wieder zu­sammen. Einmal hat diese Mehrheit inzwischen ein Dutzend Mandate verloren, sodann haben die Polen sich von ihr zurückgezogen, die freisinnige Vereinigung hat wenigstens budgetrechtliche Be­denken und ein Theil der Antisemiten sträubt sich ebenfalls.

Mehr wie jemals hat also diesmal das Cen­trum die Entscheidung in der Hand. Daß es sich seiner schweren Verantwortung nach jeder Richtung hin bewußt ist, bedarf keiner be­sonderen Versicherung. In solcher Stellung kann man nicht leichten Herzens seine Entscheidung treffen und etwa frischweg Nein sagen, wie eine Partei, die von vornherein weiß, daß es auf ihre Stimme doch nicht ankommt. Die Centrums­wähler werden es daher billigen, wenn das Een- trum in der ersten Lesung erklärt hat: wir ent­scheiden uns heute noch nicht, sondern wollen erst gründlich prüfen. Gewiß, die Mehrheit der Wähler fchwärmt nicht für die Marine und fürchtet mit Recht die neuen Lasten, die sie bringen kann. Auf die finanzielle Seite legte darum auch der Centrumsvertreter Dr. Lieber das Hauptge­wicht. In welche unübersehbaren Kosten stürzen wir uns mit der Vorlage und wie soll das Geld beschafft werden? Der indirekten Steuern haben

Auf derselben Stufe.

Eine WeihnachtSgeschichte auS London »on Klara Lötschert.

5 (Nachdruck »erboten )

Sie saßen beide in dem hinteren Theile des kleinen Ladens, den die Besitzerin im Winter durch einen großen, rothblumigen ^Vorhang von dem vorderen Raume abtheilte. So bildete er eine Art Stübchen, dessen Ofen auf diese Weise bequem zu Koch- und Heizzwecken dienen konnte. Margot Gleendom hatte ihren gewöhnlichen Platz am Fenster eingenommen, das in eine enge, dunkle Gasse mündete, deren hohe Mauern ein unangenehmes Zwielicht verbreiteten. Margot strickte mit einer Ausdauer und Emsigkeit, als sei diese eintönige Arbeit ihr einziger Broderwerb; nur ab und zu blickte sie aufmerksam durch die Scheiben. ^Währenddem saß ihr Gast auf der Ecke eines Stuhles und bemühte sich, ein Gespräch in Gang zu bringen. Ben's Schwester gab indeß auf Alles nur kurze, abgebrochene Antworten. Endlich, nachdem Anna in tödtlichster Verlegen­heit eine Weile geschwiegen, drehte sich jene voll zu ihr herum und sagte: „Mein Bruder Ben steht in der letzten Zeit recht schlecht aus er dauert mich!"

„Habt Ihr ihn denn kürzlich gesehen, Margot?" fragte Anna. ,

„Natürlich, er kommt jeden Tag hierher!"

Anna biß sich auf die Lippen und schwieg; die Stricknadeln aber klapperten rastlos weiter.

Na h einigen Minuten ging die Ladeythür; während die Schwägerin abberufen wurde, trat Anna leise zu dem kleinen Wandfenster und warf

wir eine Reihe genug. Ist man etwa bereit, direkte Reichssteuern einzuführen, damit die stärkeren Schultern die Last zu tragen haben? Gerade die marinebegeisterten Parteien schwärmen für direkte Steuern am wenigsten.

Das Centrum denkt nicht daran, den Reichstag für sieben Jahre und die Folgezeit für Summen zu verpflichten, die niemand kennt. Das ist überhaupt eine Zu- muthung, die noch nicht dagewesen ist. Alle Hinweise auf das Militärseptennat, die Nord- Ostsee-Kanal-Vorlage usw. sind werthlos. Da hat man es mit klaren, festen Zahlen zu thun; bei der Marineoorlage weiß kein Mensch, was ge­fordert werden wird; denn die Zahlen in der Begründung sind nichts als Vermuthungen und verpflichten zu nichts. Die Regierungsvertreler behaupten, die Regierung binde sich durch die Vorlage ebenfalls. Es ist aber ausreichend nach­gewiesen, daß das nicht der Fall ist. Der Abg. Dr. Lieber hat den Gedanken vorgetragen, man solle im Gesetze die Maximalsumme festlegen, die jährlich für neue Schiffe gefordert werden kann, die Maximalsumme der sonstigen einmaligen Ausgaben und den Betrag, um den die ordent­lichen Ausgaben alljährlich höchstens steigen dürfen. Das wäre eine wirkliche Bindung der Regierung. Staatssekretär Tirpitz griff den ihm neuen Ge- danken gern auf und erklärte, ihm persönlich sympathisch gegenüberzustehen. Was die übrigen Regierungsleute darüber denken, steht noch dahin.

Sollte man sich über diesen Punkt ver­ständigen, so ist damit indeß noch keineswegs eine Verständigung über die ganze Vorlage erzielt. Es bliebe ja zunächst noch die Summe strittig, auf die man sich beiderseits überhaupt binden will; es bliebe strittig, wie groß die Marine sein soll, ob sie so und so viel solche Schiffe oder eine andere Anzahl anderer Schiffe zählen soll; es blieben strittig die Indienststellungen, die Er­gänzungsbauten. Vor allem würde man sich auch noch fragen: Wie steht es mit der Klassiftzirung der Schiffe? Kann die Kommandogewalt ein Schiff, das vom Reichstage z. B. als Linienschiff bewilligt ist, eigenmächtig in die Klasse der Kreuzer versetzen, so daß dann für das Linienschiff ein Ersatzbau nöthig wird? Somit bleiben noch eine Menge Fragen ungelöst, auch wenn die Haupt­frage, die der Kosten, sowohl was die Höhe als was die Beschaffung angeht, gelöst wäre. Es läßt sich also auch noch nicht entfernt vermuthen, ob eine Verständigung und welche zu Stande kommt. In der Presse der Linken wird man jetzt wohl lesen, das Centrum sei zum „Umfallen" bereit. Das ist mindestens sehr voreilig, denn thatsächlich hat es noch nichts gesagt, als was seine Pflicht ist: wir wollen die'Vorlage objektiv prüfen und selbst davon unsere Stellungnahme nicht abhängig machen, daß die Regierung sich so wenig um unsere Wünsche kümmert. Die Regierung wird sehr viel nachgeben müssen, ehe eine Verständigung möglich ist. Mag sie sich dazu nicht verstehen, so kann man ihr heute schon sagen: dann wird eben aus der Vorlage nichts werden. Will sie dann an das Volk appelliren, so mag sie es thun. Wir glauben aber, daß auch sie nicht einen Augenblick darüber im Unklaren sein wird, daß der nächste Reichstag doch nicht „besser" sein wird als „dieser" Reichstag.

einen Blick in das Nebenzimmer. Es war leer und aufgeräumt, so ordentlich, als ob es seit Wochen nicht mehr benutzt worden wäre. Sogar der kleine Spiegel und der Korb mit den ge­machten Rosen auf dem Kaminsimse steckten wieder unter ihrem schützenden Tüllüberzuge. Wo mochte Paul Olten sein, und was war an den beiden Geschwistern Wahrheit, was Verstellung? Sie preßte die Hände zusammen und trat muthig der eben eintretenden Schwägerin entgegen.

„Margot! Sagt mir, was es ist! Ihr seid verändert und Ben ist es! Ich bin mir keiner Schuld bewußt; aber sprecht aus, was Ihr gegen mich habt! Ihr dürft mich offen anklagen; doch Euer ferneres Schweigen wäre unedel!"

„Wirklich, Du willst die Wahrheit hören, Anna? Gut, setze Dich nur wieder dorthin und ich will Dir genau sagen, was ich weiß! Da ist zunächst das, daß mir der Grund Deines Besuches bekannt ist! Warum fragst Du nicht offen: Wo ist Mr. Olten?"

„Und wenn ich es thäte, wäre da ein Un­recht dabei?"

„Vielleicht nicht; aber Du sollst in Allem die Wahrheit hören — gib Acht, ob Du sie ertragen kannst! Nein, werde nicht so blaß — es wird von keinem Morde dabei die Rede sein, nur von ganz gewöhnlichen Dingen. — Es war an dem Abend nach dem letzten Besuche Deines deutschen Freundes in meines Bruders Hause — (Margot betonte diese beiden Worte) — als Ben ziemlich spät mit ihm hereinkam. Sie sprachen lebhaft miteinander. Herr Olten hieß mich ein Glas Grog bereiten, während Ben so aufgeregt, wie ich ihn nie zuvor gesehen, im Zimmer auf und

Deutsches Deich.

Berlin, 7. Dezember.

X Am 13. Dezember wird der Kaiser in Kiel eintreffen, um sich die Truppen vorstellen zu lassen, die nach China gehen. Die Abreise des Seebataillons ist bis zu dem genannten Tage verschoben worden. Als Kommandeur der nach Ostasien bestimmten Marine - Infanterie wird Major v. Lossow genannt. An den Nord­deutschen Lloyd in Bremen und an die Ham­burger Packetfahrt-Gesellschaft ergingen Anfragen wegen Stellung eines Frachtdampfers für die Be­förderung der Truppen nach China. Aus China selbst ist die Meldung eingegangen, daß am 3. Dez. 200 Mann deutsche Marinesoldaten und Matrosen mit zwei Feldgeschützen die Stadt Kiautschau besetzt haben, die 18 englische Meilen von der Bucht entfernt liegt. Wälle und Thore der Stadt sind nach dieser Meldung ohne Widerstand besetzt worden.

ff lieber den Empfang des Aeichstags- Aräfidiums beim Kaiser wird nachträglich noch in der Presse berichtet, daß der Kaiser seine Bewunderung ausgesprochen habe für die eng­lischen Maschinenarbeiter, die mit so er­staunlicher Disziplin schon Monate lang um den Achtstundentag kämpfen, ohne daß bisher eine Ruhestörung vorgefallen ist. Auch über die Wahlen vonl898sollder Kaiser sich geäußert und seiner Ansicht Ausdruck gegeben haben, daß dieselben kaum weniger oppositionell ausfallen dürften, als die Wahlen des Jahres 1893.

* Amtlich werden jetzt die Meldungen über die Höhe der Tr«ppe«se«du»gen «ach Hst- aste« bestätigt, beziehungsweise noch erweitert. Danach werden zur Verstärkung der Landungs- abtheilung des Kreuzergeschwaders demnächst ein Bataillon Marineinfanterie und eine Kompagnie Matrosenartillerie nach Ostasien abgehen. Das Bataillon wird zu vier Kompagnien formirt und erhält eine Stärke von 23 Offizieren, Aerzten und Zahlmeister und 1200 Unteroffizieren und Mann­schaften. Die Kompagüie der Matrosenartillerie wird insgesammt vier Offiziere und Aerzte und 200 Unteroffiziere umfassen. Dazu kommt noch eine Kompagnie Pioniere. Die gesammte Stärke unserer Mannschasten auf chinesischem Boden wird nach Ankunft der in den nächsten Tagen dorthin abgehenden Mannschaften mehr als 4500 Mann betragen, eine Stärke, mit der eine drei- und vierfache Uebermacht der an und für sich feigen Chinesen im Ernstfälle zurück­gewiesen werden könnte. Die Entsendung so be­deutender Verstärkungen nach Ostasien läßt das Vorgehen Deutschlands in Schantung viel ernster erscheinen, als man bisher annehmen konnte. Die Reichsregierung ist es jedenfalls der Nation schuldig, über eine so weittragende Angelegen­heit, die so viele Gefahren und Komplikationen in ihrem Schooße trägt, baldigst nähere Auf­klärung zu geben. Die Chinesen müssen jeden­falls für die Jahr um Jahr erfolgendeu Christen­metzeleien gezüchtigt werden, aber sollte mit der „deutsch-chinesischen Frage" der Versuch verbunden werden: mit einem Male in „W eltPolitik" zu machen, so würden einem solchen Beginnen

ab schritt. Sein Wesen beunruhigte mich, und da Niemand auf mich achtete, blieb ich am Kamin stehen und hörte bald genug von ihrer Rede, um Alles zu begreifen — Der Deutsche sagte unter Anderem: „Laßt Euch doch über­zeugen, daß Euer Verdacht grundlos ist! Hätte ich eine Ahnung von Euren Gefühlen gehabt, so würde ich Euch längst von meiner Gegenwart befreit haben! Sie lebte auf bei den Nachrichten aus der Heimath, und ich fand Gefallen bei der gemeinfamen Erinnerung an die vergangene Zeit. Was war da weiter dabei?"

„Ja, was war dabei?" wiederholte Anna mit leiser Stimme.

„Wohl, vielleicht ist dies Alles so nach deut­scher Sitte, und in jenem Lande denkt man nichts Unrechtes darüber, so antwortete Ben," erzählte Margot weiter. „Aber sehen Sie, Herr, mein derbes englisches Gemüth erträgt es nicht länger! Ich habe gethan, was ich konnte, um sie glück­lich zu machen. Sie ist es nicht, ich weiß es; ich habe es nie deutlicher gefühlt, als an jenem Weih­nachtsabend! Auch ich bin es nicht; aber ich liebe sie, so beiß und treu wie mein Weib, mein Kleinod! Nicht wahr. Sie sind nicht gekommen, um mir mein Liebstes zu rauben?" Da sprang der deutsche Herr auf und sprach sehr eifrig auf Ben ein; zuletzt hörte ich ihn sagen: „Gleendom! Laßt nun die finsteren Gedanken und hört mich ruhig an! Seht, wenn es zu Eurer Beruhigung dient, will ich schon morgen London verlassen! Ich will sogar gehen, ohne Abschied von Eurer lieben Frau genommen zu haben — sie möchte ein wenig betrübt aussehen, und Ihr —- nun, Ihr würdet es mißdeuten; das weiß ich jetzt!

die berufenen „Wächter der Nation", die Reichs' tagsboteu, rechtzeitig entgegentreten müssen-

h An Herzschwäche gestorben ist, wie schon kurz gemeldet, Kammerherr Krich vo« Giede- mau«, Mitglied der freikonservativen Fraktion des Abgeordnetenhauses. Er war eines der ältesten Mitglieder dieser Fraktion. Sein Name ist besonders bekannt geworden dadurch, daß er zu den Vorkämpfern und Spitzen des Vereins zur Förderung des Deutschthums in den Ost­marken gehörte (Hakatiften-Verein).

h. In der,Kreuz-Zeitung' lesen wir: „Der deutsche Bund zur Aekämpf««g der Ilrrftit- kichkeit hat bei der Generalsynode eine Petition eingebracht, die kirchlichen Behörden zu ersuchen, an maßgebender Stelle auf den Erlaß einer neuen Gesetzesvorlage gegen die Unsittlichkeit hin­zuwirken. Die Generalsynode . . . wird dieser Petition um so eher Folge geben, als die poli­tische Vertretung der katholischen Kirche im Reichstage, das Centrum, dort bereits einen solchen Gesetzentwurf eingebracht hat." Gemeint ist der als lex Heinze bezeichnete Antrag.

H Am Dienstag Abend ist der Vorstand der evangelischen cheneral-Synode vom Kaiser- Paare empfangen worden. Der Präsident der General-Synode machte heute Mittheilung davon in der General-Synode. Danach hat das Kaiserl. Paar feine herzliche Theilnahme und fein lebhaf­tes Mitgefühl mit den Arbeiten der Synode be­kundet. „Bei der Entlastung des Vorstandes," so theilte wörtlich der Präsident mit, „geruhte Se. Majestät, mich zu beauftragen, der Synode Allerhöchstfeinen Gruß zu übermitteln. Se. Maj. that dies mit den Worten: „Entbieten Sie der General-Synode meinen Königl. Gruß und sagen Sie ihr, daß ich lebhaften Antheil an ihren Be- rathungen nehme und von Herzen wünsche, daß aus denselben reicher Segen für die Landeskirche erwachse."

* Der Landwirt Hs chafts Minister hat an sämmtliche Landwirthschaftskammern rc. einen Erlaß, betr. die ländliche« Iortöildungs- schttle«, gerichtet. Danach ist alljährlich durch die Regierungspräsidenten eine Uebersicht über den Stand der im Regierungsbezirke vorhandenen ländlichen Fortbildungsschulen während des ab­gelaufenen Rechnungsjahres aufzustellen und bis zum 1. Juni j. I. an das Ministerium einzu­reichen. Vom nächsten Rechnungsjahre ab soll den zuständigen Stellen auf ihren Antrag zur Bewilligung von Staatsbeihilfen an länd­liche Fortbildungsschulen ein Kredit zur Ver­fügung gestellt werden. Bei Einreichung der Uebersicht ist die Höhe der hierzu erforderlichen Summe zu bezeichnen und kurz zu begründen. Bei der Bewilligung der Staatsbeihilfen sind folgende Bestimmungen zu beachten: 1. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, daß die Errichtung und Unterhaltung der ländlichen Fortbildungs­schulen den beteiligten Interessenten, bezw. den Gemeinden ober weiteren Kommunalver­bänden obliegt. 2. Soweit deren Mittel zur Bestreitung der entstehenden Ausgaben nicht aus­reichen, kann eine staatliche Beihilfe ge­währt werden, die nach dem Grade des Bedürf- niffes abzumessen ist. 3. Die Staatsbeihilfe soll höchstens 2/s der durch Schulgeld nicht gedeckten

Ihr könnt derselben ja meine herzlichsten Grüße für meine schnelle Abreise angeben!" Ben sagte nichts. Später meinte Mr. Olten mit seinem kurzen Lachen — es war so ein sonderbares, Hel­les Auflachen, das er an sich hatte: „Eigentlich, mein englischer Freund, müßte ich Euch recht dankbar fein, daß Ihr mir wieder auf die Beine geholfen habt! Denn wißt, auch ich gedenke mir bald ein eigenes Nest zu bauen und fo verschwende ich hier nur nutzlos meine Zeit. Je eher ich drüben in Liverpool bin, desto eher kann ich sie heirnführen, meine liebe, schöne Braut! Und dann nannte er einen deutschen Namen, den ich aber nicht behalten habe."

„Sagteer vielleicht: Lilly Hoffmann?" fragte Anna hastig.

„Ja, ganz recht, genau fo sagte er," erwiderte Margot. „Ben, der arme Mann, drückte ihm die Hand und ging. Am andern Morgen fuhr Mr. Olten nach dem Liverpooler Bahnhofe."

Es entstand eine peinliche Pause; keine der beiden Frauen sprach, und nur das eintönige Ge­räusch der Stricknadeln unterbrach die eingetretene Stille. Anna saß noch immer dort, die Hände krampfhaft ineinander geschlungen; sie wußte jetzt Alles — die Kunde, vor der sie seit Tagen und Nächten gebangt, war nicht eingetroffen. Der einfache Bericht der Schwägerin hatte ihre Zweifel an Ben's Rechtschaffenheit gelöst, die schwerste Sorge war von ihr genommen; aber sie empfand keine Erleichterung darüber. Nur ein Gefühl unendlicher Verlassenheit beschlich ihr Herz; es kam ihr vor, als ob sie ausgestoßen, gemieden und gehaßt auf einsamer Klippe stände. Wie öde, gefühllos und kalt war Alles um sie her! Ein