24. Jahrgang
Mittwoch, den 8. Dezember 1897
M 281
Kuld aerMZeitung
Inserate: Die einspalt. Garmond- Mtle oder bereu Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Ps.; bei Wiederholungen wird entsprechend Rabatt gewährt
Erscheint täglich, gu Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Lierteljührl.
-e,ugspreis ohneBnngerlohn und Bestellgeld in «ulda und auS- »ärtSlM.SOPf.
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mit Zlnterhattungs -Meitage „Sterne und Mlumen"
Druck und Verlar der Fuldaer Lctiendruckeret peterrg-Se Nr. 2 (BomenU).
Ein Spaziergang durch die Fuldaer Geschäfte.
ii.
Nach achttägiger Pause, die wir dazu benutzten, fleißig an den noch rückständigen Weihnachtsstickereien, die wir den Stickereigeschäften von PH. Siebert, B. Quink und I. Uth entnommen haben, zu arbeiten, nehmen wir heute unsere Wanderung durch die Fuldaer Geschäfte wieder auf. Da in den vorausgegangenen Tagen das Wetter gar nicht sehr einladend war auszugehen, wir aber jetzt, da die Zeit drängt, ausgehen müssen, haben wir uns, um für alle Fälle gerüstet zu sein, bereits mit gutem Schuhwerk, das uns die rühmlichst bekannten Fuldaer Schuhgeschäfte in großer Auswahl und bester Qualität zu annehmbaren Preisen lieferten, vorgesehen. Ein wohlgefülltes Portemonnaie zu uns steckend, statten wir zunächst, da wir an Damengeschenken noch nicht alles beisammen haben, dem Weiß- waarengeschäft von Wilh. Mollenhauer in der Marktstraße einen Besuch ab, wo wir schon bald etwas recht Praktisches gefunden haben, zahlen baar und eilen, da wir diesmal wegen Papa, der letztmal bei unserem Heimkommen ein verdrießliches Gesicht machte, (kein Wunder!) nicht so lange von Hause bleiben wollen, weiter. Doch da bannen uns gleich wieder die schön ausgelegten Schaufenster der Wollwaarenfirma Gottfried Wegner, wo uns so Manches zum Kaufe einladet. Unser Weg führt uns nun über den neu gepflasterten, selbst zur Regenzeit trockenen Buttermarkt in das Damen-Konfektionsgeschäft von Carl Künstler, wo wir unsere diesbezüglichen Wünsche reichlich befriedigen können. Noch weitere Gelegenheit unsere Einkäufe besorgen zu können, bietet sich am Buttermarkt im Weiß- waarengeschäft von Valentin Plappert, H. Hempel und im alten wohlbekannten „Lämmchen"; haben wir vielleicht auch Pelzwerk, Hüte oder Mützen nöthig, können wir hier ebenfalls einen Theil unseres Bedarfes bei Hammel II decken, einen anderen Theil lassen wir den Kürschnern Wenzel, Hammel I, Henkel, Ricken und Kräh zukommen. Wenden wir uns nun in die Karlstraße, da fällt uns zuerst das Ausstattungsgeschäft von Richard Schmitt, das so ziemlich alles das bietet, was der Stolz der Hausfrau ist, in die Augen; auch ihm statten wir, Auswahl zu treffen, einen Besuch ab. Da wir den Apotheken nicht hold sind, gehen wir an dem daranstoßenden Hause vorüber und besehen uns die Schaufenster der Eisenhandlung von C. A. Arnd, die recht praktische Gegenstände für den Haushalt aufweisen, nehmen unseren Wunschzettel heraus und notiren uns, was wir für unseren Haushalt nöthig haben Da wir von dem Standpunkte: „Jedem Etwas", uns leiten lassen, fügen wir dem Wunschzettel die Notiz an, daß solche Haushaltungsgegenstände auch beiI. Ruppel in der Marktstraße, Leopold Traut an der Bahnhofstraße und Gustav Grau am Steinweg in mannigfachster Auswahl am Lager sind.
Doch jetzt ist es aber an der Zeit, daß wir auch der männlichen Glieder unserer Familie gedenken. „Kleider machen Leute", sagt ein Sprichwort, und Kleider kann man immer brauchen; deshalb besichtigen wir das wohlassortirte Kleidermagazin von Peter Hombach in der Mitlel- straße, wo für kleine und große Herren feine und gewöhnliche Kleidungsstücke jeder Art in Menge zu haben sind, ferner die Herrenkleider- geschäste von G u t b e r l e t in der Pfandhausstraße, Steinhauer in der Friedrichstraße, Schmitt in der Borgiasstraße, H e ß am Steinweg — hier können wir auch sonstige praktische Einkäufe machen — und noch manche andere angesehene Geschäfte dieser Art, überall staunend, ob der großen Auswahl an Stoffen und den verschiedensten fertigen Kleidungsstücken zu soliden Preisen. (Hemden, Kragen, Manschetten, Kravatten und bergt nützliche, stets willkommene Geschenke haben wir bereits in früher genannten Geschäften eingekauft.) Einem schon lange gehegten Wunsche Papas Verwirklichung zu geben, besichtigen wir noch die trefflich ausgestatteten Möbelmagazine von Franz Kramer und Konrad Sauer Söhne, in welchen uns Möbel aller Art zur Ausschmückung unseres traulichen Heims zum Kaufe einlaben. Nachdem wir unsere Wahl getroffen unb bas Treffor gezogen, erinnern wir uns, baß Tante sich eine Wäsche-Mangel bestellt hat, bie wir bei Kircher-Makorn,bei welcher Firma wir neben anberen Maschinen auch Nähmaschinen finden, unverzüglich ankaufen — wollen. Denn, o weh, in der Eile hatten wir bei unserem letzten Kauf gar nicht gemerkt, daß unser baares Geld „aus
gegangen" war. Jndeffen auf „Treu und Glauben" wird uns die Mangel auch ohne Geld, also auf Kredit, zurückgestellt und bald zugesandt. Mit dem Gelds ist aber auch bereits ein gut Stück Zeit draufgegangen und wir erinnern uns des saueren Gesichtes, das uns Hausväterchen das letzte Mal gemacht hat. Deshalb nun schnell nach Hause, um das griesgrämige Gesicht des rechnenden, aber gutmüthigen Ehemannes zu glätten, denn wir haben ja noch so Vieles am Herzen. Beim nächsten Gang wollen wir dann unserer kleinen Lieblinge gedenken, die heute schon in banger Erwartung die Tage zählen, bis das liebe Christkind ihnen die schönsten Spielsachen bringt. Der Wunsch-Brief „An das liebe Christkind" ist ja schon lange unterwegs.
Weihnächte« im Feldlazareth.
(Schluß aus dem dritten Blatte.)
Im Saale für Leichtverwundete überraschte mich ein sonderbares Bild regen Lebens. Einen Arm, den Kopf oder eine Hand in weißer Binde, umstanden die Soldaten zwei Schwestern, die emsig dabei waren, einen Christbaum mit allerlei bunten Kleinigkeiten zu schmücken. Ein weh- müthiger Zug erfüllte meine Brust, als ich diese seltsam packende Scene sah und dabei an die liebe ferne Heimath dachte. Folgsam, wie das gute Kind der Mutter, so fügten sich die erprobten Tapferen den Anordnungen der barmherzigen Schwestern und zollten denselben wetteifernd alle Hochachtung und Dankbarkeit.
Die Freude der Soldaten vermehrte sich, als ich einzelnen Geld brachte. Sie vermeinten, sich damit eine besondere Weihnachtsfreude machen zu können, und — hatte einer etwas, dann kam es kameradschaftlich allen zu gut.
Ein ganz anderer Anblick bot sich im oberen Saale.
Hier herrschte eine beengende unheimliche Ruhe, und nichts erinnerte an den Weihnachtsheiligenabend. Die verhüllten Fenster ließen die weißen Betten mit den darin liegenden regungslosen Gestalten nur um so bleicher erscheinen. Ich konnte mit keinem der Armen sprechen. Ein Assistenzarzt nahm für die Betreffenden gegen hastig hingeworfene Quittung das Geld in Empfang und schloß es ungezählt in ein Schreibpult. Der Mann hatte keine Zeit. Leise, aber behend gesellte er sich noch zwei Kollegen zu, die im Verein mit einer Franziskanerin ein Krankenbett am Ende des Saales umstanden und sich da mit emporgestreiften Hemdärmeln zu schaffen machten.
Ich weiß nicht, warum ich näher trat, aber ich that es, und — da flimmerte es mir schwarz vor den Augen.
In der Eile schlecht verdeckt, befanden sich dort in einem Gefäß zwei abgesägte menschliche Beine, und dort über dem Bette stand auf schwarzem Täfelchen:
„Nr. 39. Gefreiter Hüne der X. Kompagnie des X. Regiments."
Nun wußte ich alles! Welch ein Verhängniß! Eltern und Braut kamen weit her aus Deutschland gerade am heiligen Abende, an dem Tage und zu der Stunde, in der ihr Sohn, der Stolz und die Freude ihres Alters, amputirt worden war. Die schaurige Exekution war vorüber, und die Schwester zog wieder die Bettdecke über die vorschriftsmäßig verbundenen Stümmel.
Mit geschlossenen Augen und kreidebleich lag Hüne da und regte sich nicht. Er schien tobt.
Langsam näherte ich mich einem ber Aerzte, um ihm bie eben erfolgte Ankunft ber Eltern Hünes mitzutheilen, als sich bie Hauptthür öffnete unb biefelben unter Führung bes Chefarztes selbst erschienen.
Man mochte bie letzten Augenblicke des Musketiers geahnt haben unb hielt nun die Eltern nicht länger vom Kinde zurück.
Der Äthern stockte mir voll Erwartung des Kommenden. Ich schielte verstohlen nach dem ver- hängnißvollen Gefäß mit den Beinen, es war nicht mehr da. Auch die Männer hatten ihre Röcke wieder angezogen und so jede äußere Erinnerung an die eben vollbrachte schauerliche Arbeit verwischt.
Die fromme Schwester stand dicht am Bette des Amputirten, trocknete ihm mit weichem Tuche das feucht zusammengebackene wirre Haar und flößte ihm kundig und geschickt eine Flüssigkeit zwischen die fest zusammengepreßten bleichen Lippen. Da auf einmal sprang die Mutter herbei, schob die Schwester beiseite, und als sie nun in das magere, blasse Antlitz ihres einzigen, lieben Sohnes sah, da vergaß sie all ihre gelobte Mäßigung und Rücksichtnahme, und ein markerschütternder Schrei durchzitterte die Luft.
„Mein Kind! Mein Kind!" schrie fast unnatürlich die verzweifelte Mutter und warf sich über den Patienten und küßte und streichelte und liebkoste weinend denselben, wie eine Mutter nur küssen und liebkosen kann. Die Aerzte ließen es
geschehen; sie wollten im letzten Stadium die treue Mutter nicht mehr vom Sohne trennen.
Der Qekonom Hüne hielt sich indeß krampfhaft an der unteren Bettstelle fest und schwankte ob des ungeahnten, schrecklichen Anblickes wie ein Trunkener. Er wäre gefallen, wenn ich ihn nicht schnell gestützt hätte.
Die Braut stand sprachlos mit offenem Munde da und starrte mit großen, weit geöffneten Augen geradeaus. Dann entrang sich ein langgezogener, tiefer Seufzer ihrer Brust, unb ohnmächtig fiel sie zur Erbe. Es war gut so für sie, sie war nicht Zeuge bes fommenben Furchtbaren. Zwei Schwestern erbarmten sich ihrer unb trugen bie anscheinenb leblose junge Dame hinaus.
Ja, es sollte noch mehr bes Schrecklichen kommen.
Das laute Jammern ber alten Dame störte wohl bie anbern Verwundeten. Einzelne derselben erhoben sich mühsam in ihren Betten und schauten nach der laut Weinenden hin. Die Aerzte suchten deshalb die Dame zu beschwichtigen und sie sanft vom Bett hinwegzuziehen. Die arme unglückliche Mutter merkte das kaum, als sie den schlaffen Arm ihres Sohnes fester an ihr Herz preßte, vor den Männern in die Knie sank und in rührendster Weise flehte:
„Ach, meine lieben Herren! Um Christi Blut und Wunden willen, — bitte, bitte, bitte, lassen Sie mich hier bei meinem Sohne! Es ist mein einziges, liebes Kind, das können — das dürfen Sie nicht von ber Mutter trennen, benn mein Anrecht ist älter, ist heiliger! Haben Sie Barmherzigkeit mit mir unb reißen Sie mich boch nicht von meinem Kinbe! Ich will ja auch gern ruhig fein, nur lassen Sie mich hier!"
Das heiße, innige Flehen ber Mutter traf bie Herzen ber im ernsten Kriegshandwerk hart und gefühllos gewordenen Aerzte. Sie ließen ab von der Frau und wandten ihr Gesicht fort. Schämten sie sich der Thränen, die ich schon lange frei über den Bart rollen ließ? — Thränen am rechten Platze schänden einen Mann nicht!
Das laute Gebühren der Mutter brach die tiefe Ohnmacht des Sohnes. Dieser schlug die Augen auf und ließ die Blicke im Kreise schweifen. Auf mir ruhten sie nur kurze Zeit, als besänne sich Hüne auf etwas; aber — er erkannte seinen Feldwebel nicht wieder.
Da trat langsam dex große, breitschulterige Oekonom heran; der arme schmerzgebeugte Mann dauerte mich. Still weinend ergriff er die zarte, wachsbleiche Hand des Sohnes und streichelte sie sanft. Der Soldat ließ sich das ruhig gefallen; mit den großen, geisterhaften Augen schaute er dem über ihn gebeugten Manne lange und for» schend in's Gesicht unb — erkannte auch seinen Vater nicht roieber.
Nunmehr hielt ber große, starke Mann seinen Schmerz nicht mehr zurück. Er schluchzte laut wie ein Kinb. Kaum aber hatte bie Mutter gesehen, baß ihr Sohn erwacht war, ba beugte sie sich schnell über ben Krüppel, umschlang unb küßte ihn roieber, noch ehe es Jemand verhindern konnte, und rief mit schmerzerfüllter Stimme:
„Mein Sohn! Mein lieber Sohn! Siehe her! Hier bin ich, Deine Mutter, die Du immer so sehr liebtest!"
Die Katastrophe war da! Hüne erkannte feine Mutter.
Athemlos und starr schaute er derselben eine bange Weile in die Augen, dann färbte die bleichen Wangen ein flüchtiges Roth, die Augen bekamen Glanz und Leben, stürmisch wogend hob sich die Brust unter der Bettdecke, und mit übermenschlicher Anstrengung rief laut der Soldat nur das eine Wort:
„Mutter!"
Ein ganzes Meer von Gefühlen und kindlichen Empfindungen offenbarte -sich in dem einzigen die Luft durchzitternden Worte.. Dann aber stand das arme Herz still, und die müden Augen schlossen sich — für immer.
Hüne war tobt. In feinem wachsbleichen, schönen Antlitze aber lagerte ein Lächeln der Ruhe und des Glückes; denn kurz vor unserem Eintreffen hatte er sich auch mit Gott versöhnt und nun noch einmal in's treue Mutterauge geschaut.
Die Schwester faltete ihrem entschlafenen Pfleglinge die Hände ineinander und kniete am Todten- bette nieder zum Gebet. Alle Uebrigen folgten still dem schönen Beispiele und ließen den Thränen freien Lauf. Nur die Schwester meinte nicht. Mit himmelwärts gewandtem Blicke glich sie einer Heiligen.
Alles war ruhig. Da drang in leise getragener Weise melodisch ein Männergesang von unten herauf. Geschaart um den brennenden Weihnachtsbaum fangen unten die leichtverwundeten Krieger mit klangvollen, kräftigen Stimmen das alte fchöne Lied: „Q du fröhliche, o du selige, gnadenbrin- gende Weihnachtszeit!“
Soll ich noch mehr erzählen? Die „Civilisten" blieben im Lazareth zurück. Ich fuhr allein nach
Hause und fand unterwegs reichste Unterhaltung int erbaulichen und nachdenklichen Beschauen der zahllosen, hellglänzenden Sterne, die wie Weihnachtslichter vom dunkeln Himmel abstachen.
Das war am Weihnachtsheiligenabend 1870.
Hüne's Eltern sah ich wieder auf dem Bahnhofe. Gebeugt und gebrochen schritten sie daher und schienen in wenigen Tagen 20 Jahre älter geworden zu sein. Sie reichten mir schweigend die Hand zum Abschied, und — dort ging der Eisenbahnzug bann mit ihnen dahin, ohne Hüne. Der schläft weit ab von dem schönen Thüringen auf einem französischen Kirchhofe den ewigen Schlaf.
Vermischtes.
Aew Hork, 6. Dez. Wohl in keinem Lande und keiner Religionsgenossenschaft der Welt ist es mit der Unauflöslichkeit der Ehe so schlecht bestellt, wie bei den zahlreichen protestantischen Sekten hier in Amerika, aber auch nirgendwo wird wohl das Eheschließen den jungen Leuten so leicht gemacht wie hier, wo gewisse Prediger nichts anderes thun, als „Ehen schließen". Der protestantische Prediger W. H. Burrels in New-Aork hat in diesem Jahre in der Zeit vom 1. Januar bis 1. November 7400 Eheschließungen vollzogen, also durchschnittlich jeden Tag zwei Dutzend. Unter den getrauten Paaren befanden sich 2500, von denen beide Theile bereits vorher gerichtlich geschieden waren, während bei weiteren 3000 Personen immer einer der Eheschließenden eine Scheidung hinter sich hatte. Die ungewöhnliche Bevorzugung des Pfarrers Burrels beim Vollzüge von Eheschließungen hat, wie hiesige Blätter zu melden wissen, hauptsächlich darin seinen Erund, daß dieser Herr die Heirathenden „nicht mit vielen Fragen belästigt" und in kaum fünf Minuten eine sehr ergreifende Predigt zu halten versteht. Außerdem verlangt Burrels nur eine Traugebühr von fünf Dollars, die ihm jedoch ein Jahreseinkommen uon 200,000 Mk. sichert.--
X Oi« interessantes Verfahren, die KöHe der Wolken z« messe«, besteht, nach einer Mittheilung vom Internationalen Patentbureau Karl' Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, darin, daß man die Strahlen einer kräftigen Lichtquelle in vertikaler Richtung auf die Wolke wirft. Der beleuchtete Theil der Wolke wird von einer benachbarten Station beobachtet, und durch eine einfache trigonometrische Rechnung wird die Höhe derselben gefunden. Mit Hilfe der starken Lichtquellen, die man heute znr Verfügung hat, sind derartige Beobachtungen ungemein vereinfacht worden.
* Kiner, der sich zn Helsen weih. Dichter: „Hier siehst Du das Manuskript meines neuen Dramas." — Freund: „Das sind ja Kragen!" — Dichter: „Allerdings; diesen Winter war das Geld nämlich so knapp, daß mir nichts übrig geblieben ist, als auf die abgelegte Papierwäsche zu schreiben."
* Der vesse Wei«. Aeltere Dame: „Ich will hoffen, daß Sie mir einen wirklich guten Wein verkauft haben." — Weinhändler: „Gnädige Frau, nach einer Flasche von diesem Wein küßt sie selbst ihr Schwiegersohn."
* Heschmeichell. Räuber: „Ihr Geld — oder Sie sind ein Kind des Todes!" — Alte Koquette (entzückt): „Ein Kind hat er mich genannt! — Hier, edler Räuber, meine Börse!"
Schlagfertig. Frau (welche in der Küche zwei ringende Soldaten antrifft): „Ja, was ist denn das?" — Soldat: „Der Kampf ums Dasein, gnädige Frau."
Literarisches.
Eine Weihnachtsgave. Der Frauenburger Domherr "Julius Poh l hat ein gar liebliches Buch bei Cordier in Heiligenstadt in prächtiger Ausstattung erscheinen lassen: „Veilchen und Vergißmeinnicht für gute Kinder und fromme Mütter", ein Bilderbuch mit Reimen und Gedichten; in farbigem Umschlag gebunden 3 Mark.
Ein berufener Kritiker sagt von dem Werke: „Das Büchlein ist eine Zierde für den Weihnachtstisch und kann ans's Beste allen frommen Müttern, die ihre Kinder in Gottesfurcht erziehen wollen, empfohlen werden." Wir halten das Buch für einen ganz entschiedenen Fortschritt in der Weihnachtsliteratur. Dem Kinde wird feine tägliche Umgebung geschildert, sein richtiges Verhalten zu Gott und Ewigkeit, zu Eltern und Spielgenossen, zu Thier und Mensch in kindlicher Weise und poetischer Fassung nahe gelegt. Sein Herz wird bewegt, gerührt, gehoben. Mütter, greift zu! Ihr werdet nicht blos euren Lieblingen eine Freude machen, sondern auch selbst euch am Buche erfreuen. Thränen werden euch ins Auge treten, wenn ihr mit dem frommen Dichter singt und betet: „Komm', Herzchen klein, ich sing dich ein; ich leg' dich in Jesu Schoß, in seinem Frieden werde groß. O Jesu, gib in deiner Lieb' dem trauten Kind ein glücklich Loos!" Und die lieben, herzigen Bilder sind eine Augenweide für Jung und Alt! Mögen recht viele fromme Mütter nach dem Büchlein greifen und sich mit ihren Kindern daran erfreuen! H. F. M.
Tie rühmlichst bekannten „Geschichlskiige«" (Paderborn, Ferdinand Schöningh) erscheinen soeben noch rechtzeitig vor Weihnachten, in 14. Auslage. Für unsere Leser und für die Besitzer früherer Auflagen wird es von Interesse fein, zu vernehmen, daß diese neue Auflage im Vergleich zu den elf ersten sich in durchweg veränderter Gestalt repräsentirt, da sie nichts von dem enthält, was sie in den ersten elf Auflagen geboten haben und somit als eine „Neue Folge" des alten Inhalts oder als „zweiter Band" zu betrachten ist. Wer eine der ersten elf Auflagen und diese 14. besitzt, darf sagen, daß ihm ein fast vollständiges Ar fenal zur Widerlegung der verbreitetsten Geschichtslügen zur Verfügung steht. Einer besonderen Empfehlung bedürfen die außerordentlich zeitgemäßen „Geschichtslügen" nicht mehr; es genügt zu betonen, daß das Werk vom Papste Leo XIII. belobt, von namhaften katholischen Gelehrten als eine wirklich werthvolle Leistung und von der gesammten katholischen Presse des In- und Auslandes als eine der hervorragendsten Erscheinungen der Neuzeit bezeichnet worden ist. Uebersetzungen erschienen in französischer, englischer, italienischer, ungarischer, holländischer und polnischer Sprache. Die Geschichtslügen wünschten wir in die Hände eines jeden Katholiken der stndirenden Jugend. Der Preis ist trotz der vergrößerten Bogenzahl (548 S.> nur 4 M, gebunden 5 M.