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Montaa. den 6. Dezember 1897
24. Jahrgang
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mit Nnterßaktungs-Aeikage „Sterne und Alumen"
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerel peterogaäe llr. 2 fbarmouie).
Lircherckalen-er.
Montag, 6. Dezember. Nikolaus. Er stammte aus einer edlen Familie der Stadt Patara in Lycien und zeichnete sich schon in frühester Jugend durch Selbstlosigkeit und Liebe zur Armuth aus. Sein ganzes, nicht unbeträchtliches Vermögen schenkte er den Nothleidenden. Auf der Rückreise von Jerusalem, welches er zur Festigung seiner Frömmigkeit besucht hatte, wurde er zu Myra durch Gottes wunderbar gcoffenbarten Willen zum Bischöfe dieser Stadt gewählt. Als solcher war er ein liebevoller Vater der Armen, ein entschiedener Beschützer der Hilfslosen. Mit der größten Unerschrockenheit vertheidigte er gegen die Ellasse eines Diokletian die Wahrheit des christl. Glaubens, was ihm Verbannung und Kerker einirug. Bon Kaiser Konstantin zurückgerufen, nahm er an dem Konzile von Nizäa theil, starb aber bald nach dem- felben im Jahre 326. Er liegt begraben zu Bari . qn Unteritalien.
Dienstag, 7. Dezember. Ambrosius, Kirchenlehrer. Geboren (wahrscheinlich in Trier um das Jahr 340) als Sohn eines hochgestellten Beamten, ergriff er die staatsinännische Laufbahn und brachte es^bald zu einer angesehenen Würde in Mailand. Als Streitigkeiten bei der dortigen Bischofswahl eingetreten waren und Ambrosius dazwischentreten mußte, wurde er gleichsam auf göttliche Eingebung hin gewählt. Ec ließ sich taufen (bis dahin war er noch Heide) und versah, zum Bischof geweiht, sein Amt in der segensreichsten Weiie. Mit aufopfernder Hirtensorge nahm er sich der Armen an, mit Entschiedenheit und Klugheit beschirmte er die kirchl. Rechte gegen die Eingriffe der Kaiser, verbot dem einen sogar das Betreten der Kirche. Als Redner und Schriftsteller weithin berühmt, starb er am 4. April 397.
Initiativanträge.
Gleich in den ersten drei Tagen sind dem Reichstage so viele Initiativanträge zugegangen, daß der Vorrath für die ganze Session reichen wird, wahrscheinlich gar nicht einmal erschöpft werden kann. Zwei Dutzend liegen bereits gedruckt vor; außerdem sind von Freisinnigen und Antisemiten vielleicht noch ein weiteres Dutzetid angemeldet. Es werden aber gewiß noch roeuere kommen; mehrere Parteien haben sich noch gar nicht gemeldet. Da nach der neuen Geschäftsordnung jeder Aussicht hat, wenigstens einen Antrag in der Session auf die Tagesordnung zu bringen, so braucht man sich ja nicht arg zu beeilen, sondern kann warten, bis einem etwas einfällt. Das Centrum steht mit seinem Jesuitenantrage an der Spitze. Da es aber gleichzeitig noch mehrere andere Anträge eingebracht hat, steht ihm die Wahl frei, welchen es zuerst auf der Tagesordnung haben will.
Am zahlreichsten sind die sozialpolitischen Anträge vertreten. Ausfallend sticht dagegen die Thronrede ab, die von der Fortführung der Sozialreform, wie auch die „Soziale Praxis" heroorhebt, kein Wort sagt. Weder die in der vorigen Session unerledigt gebliebenen Gesetzentwürfe, noch neue werden angekündigt. Wenn demgegenüber mehrere Parteien, die sonst auf sehr verschiedenem Boden stehen, sich veranlaßt finden, selbständig mit sozialpolitischen Anträgen vorzugehen, so ist dies doch wohl ein Zeichen, daß auch die Regierung hier noch ein reiches Arbeitsfeld gehabt hätte. Das Schweigen der Thronrede bestätigt nur, daß Herr v. Stumm
Die Gründung des Klosters nnd der Stadt Fulda.
Vortrag, gehalten im Fuldaer Geschichtsverein am 25. Nov. 1897 vom Schriftführer I Baum.
(Schluß.)
Im Anschlüsse an diese Schilderung, welche ISigil von den Vorgängen gibt, die zur Gründung des Klosters Fulda geführt haben, drängen sich eine Reihe von Fragen auf, deren eingehende Behandlung hier zu weit führen würde und späteren Vorträgen überlassen bleiben muß. Ich beschränke mich daher auf einige kurze Bemerkungen.
Eigil nennt den buchonischen Wald, in dem das Kloster Fulda gegründet wurde, eine „schauer- liche" Einöde (hoirendum deaertum), eine „Wüste", „Wild niß Ebenso schreibt der heil. Bonifatius an den Papst Zacharias: „Es liegt ein waldiger Ort in einer sich weit ausdehnenden wüsten Einöde in der Mitte der Völker, denen wir predigen." In gleicher Weife be- zeichneil die gleichzeitigen Geschichtsschreiber und die Urkunden jener Zeit Buchonien als eine unbebaute Waldeinöde. Sturmius hat auf seinen Reisen durch diese Einöde, wie sein Schüler Eigil erzählt, außer wilden Thieren, .deren es eine Menge gab", und Vogelichwärmen nichts als ungeheuere Bäume und wüste Felder gesehen. Daß er irgendwo Spuren von menschlichen Nieder- laffungen gefunden habe, davon sagt Eigil, der doch jede Kleinigkeit erwähnt, kein Wort; außer den Slaven, die an der Straße in der Fulda badeten, und dem reisenden Knechte des Orcis, den er am Ortswege traf, hat Sturmius keinen Menschen in der Einöde gesehen, obschon er ringsum
obenauf ist und die Aera des sozialen Reformeifers vorüberzog. Aus dem Centrum kommt der Antrag auf Anstellung von Erhebungen über die Beschäftigung schulpflichtiger Kinder und auf Erlaß von Verordnungen gegen die mißbräuchliche Ausdehnung dieser Beschäftigung. Von den Nationalliberalen ist ein Gesetzesantrag, betreffend den Arbeiterschutz in Werkstätten der Hausgewerbetreibenden sowie die Arbeitszeit der in offenen Verkaufsstellen, in Schenk- und Gast- wirthschaften beschäftigten weiblichen Personen, ferner ein Gesetzentwurf über die Kündigungsfristen für gewerbliche Angestellte eingebracht. Die Sozialdemokraten haben gleich eine Serie von 9 Anträgen vorgelegt, darunter handelt einer von der obligatorischen Errichtung von Gewerbegerichten, ein anderer von der Abschaffung der Gestnde- ordnungen, ein dritter von der Einrichtung von „Betriebsaufsichtsbehörden", ein weiterer von der Einrichtung des Achtstundentages; es werden aber keine Vorschläge gemacht, sondern die Regierung soll nur aufgefordert werden, die betr. Gesetze vorzulegen. Auch ein Reichsberggesetz wird verlangt." Also Anregung genug für das Reichsamt des Innern.
Von Centrumsmitgliedern sind weiter beantragt eine Justiznovelle (Antrag Dr. Rintelen) und die Vorlegung einer Novelle zum Wein- gesetze (Antrag Dr. Schmitt und Roeren) und die sog. lex Heinze. Die Elsaß-Lothringer beantragen Gesetze wegen Aufhebung der Diktatur in Elsaß Lothringen, wegen Einführung des Reichspostgesetzes in den Reichslanden und Neuregelung der Wahlen zum Landes- ausschusfe. Aufhebung" der Diktatur beantragen auch die Sozialdemokraten, die ja für Elsaß- Lothringen besonderen Eifer zeigen, seitdem sie dort Mandate errungen haben. Mit einer Gesetzesvorlage wegen Aufhebung des Verbots der Verbindung politischer Vereine waren die Na- tionalliberalen zuerst am Platze. Die Sozialdemokraten gehen weiter und beantragen ein Gesetz wegen Einführung voller Ver- sammlungs-, Vereins- und Koalitionsfreiheit. Sodann erwähnen wir noch den k on serv at i ven Antrag wegen Abänderung der Bestimmungen über die Eidesleistung vor Gericht, den sozialdemokratischen Antrag, daß ein Mitglied des Reichstages während der Tagung nicht ohne Genehmigung des Reichstages verhaftet werden darf und auf Verlangen aus der Haft entlassen werden muß, ein Antrag, an dem die Sozialdemokraten selbst das meiste Interesse haben; sind doch etwa ein halbes Dutzend von ihnen mindestens mit einer strafrechtlichen Untersuchung bedacht; Herr Stadthagen hat sogar schon eine gan;e Menge Gefängiußstrafen zudiktirt erhalten; andere „Genossen", wie Liebknecht, sitzen bereits im Gefängniß.
Der Vorwurf, daß Initiativanträge manchmal keine praktische Bedeutung hätten, sondern nur auf die Wirkung nach Außen berechnet seien, mag ja nicht ganz von der Hand gewiesen werden können. Insbesondere mögen es die Sozialdemokraten bei ihren Massenanträgen, die zudem m ist recht bequem sind, da sie der Regierung „alles Nähere" überlassen, auf die Stimmungsmache, zumal angesichts der Neuwahlen, abgesehen haben.
Alles genau erforschte. Daraus darf man doch wohl den Schluß ziehen, daß die Gegend überhaupt nicht bewohnt war. Und doch ist das von namhaften Forschern bestritten und behauptet worden, Buchonien sei zu jener Zeit schon bewohnt gewesen und sogar in nächster Nähe des neuen Klosters seien schon vorher menschliche Niederlassungen gegründet worden. Auf diese interessante Streitfrage kann ich hier nicht näher eingehen; es möge für heute genügen, wenn ich bemerke, daß diese Einwendungen gründliche Widerlegung gefunden haben und es als sicher angesehen werden darf, daß Buchonien zur Zeit des hl. Sturmius eine große, menschenleere, unbebaute und unbewohnte Waldstrecke gewesen ist. Die Bebauung begann erst mit der Giü'.idung des Klosters Fulda, oder wie (Segen« b au r sich so schön ausdrückt: „Der Pflugschar, die ihre fruchttragenden Furchen durch die Erde zog, ging das Kreuz voraus."
Was nun weiterhin die wilden Thiere angeht, deren es nach Eigils Angaben eine große Menge in den Wäldern Buchouieus gab, so waren es namentlich der Wolf und der braune Bär, welche damals die deutschen Wälder unsicher machten ; ferner kamen damals vielleicht noch in einzelnen Wäldern vor: der Elch und der W.funt (Auerochs). Gewaltig übertrieben ist aber die Schilderung, welche Kuhlmann in feinem Werke „Leben des heil. Bonifatius" (Paderborn 1895) von den wilden Thieren gibt, die noch in jener Zeit im deutschen Walde hausten, wenn er schreibt: „Der Auerochs, das größte und wildeste von allen Thieren dieser Gatiung, dem die starrende Mähne und die kurzen kräftigen Hörner ein wildes Aus
allein allgemein giftig ist der Vorwurf nicht, Niemand wird von den Centrumsanträgen behaupten können, daß sie nicht ernst gemeint seien, oder das ©entrinn ihrer für die Agitation bedürfe. Daß die Anträge meist fein positives Ergebniß haben, weil die Regierung nicht darauf eingeht, ist wahrlich kein Grund, auf die Anträge zu verzichten. Wollte man nur beschließen und reden, was die Regierung vorher approbirt hat, so bliebe wohl nicht viel zu thun. Mögen die meisten aus der Initiative des Reichstags heroor- gegangenen Gesetze und Beschlüsse „immerfort in den Papierkorb des Bundesraths wandern", das kann die Abgeordneten nicht abhalten, zu thun, was sie für ihre Pflicht erachten. Ganz verloren ist die Arbeit doch nicht, und fteter Tropfen höhlt den Stein. Die Parteien, die an den vielen Initiativanträgen Anstoß nehmen, sind gerade diejenigen, die selbst nichts vorzuschlagen wissen, es fei denn, daß es sich um ihr eigenes persönliches Interesse handelt, die für die Wünsche der Bevölkerung kein Verständniß und kein Entgegenkommen haben und die manche Wünsche, die sie selbst wohl hätten, nicht in die Form von Anträgen zu kleiden wagen, weil sie wohl wissen, daß sie damit im Volke übel an- taufen würden.
Deutsches Keich*
Berlin, 4. Dezember.
X Das Mräftdirrrn des Ikeichslags wurde heute (Sonntag) Nachmittag vom Kaiser in Audienz empfangen. Der Kaiser unterhielt sich in äußerst freundlicher Weise mit den Herren. Bezüglich der Marinevorträge äußerte der Kaiser den Wunsch, daß die bevorstehende Be- rathung derselben in einer von allem Beiwerke freien und sachentsprechenden Weise geführt werden möge. Dies werde dem Ansehen des Reichstags dem Auslande gegenüber förderlich sein. Die Beziehungen nach außen bezeichnete der Kaiser als gut. Bezüglich Chinas theilte er mit, daß der h l. V a t e r ihm durch den Botschafter o. Bülow seine Sympathie zu seinem Vorgehen infolge der Ermordung der Missionare habe ausdrücken lassen.
X Während die deutschen Kriegsschiffe in der Bucht von Kiaulschan vor Anker liegen, hat sich Eng land an der Küste des himmlischen Reiches in aller Stille ein schönes Plätzchen zu sichern gewußt: China hat an Großbritannien ein Stück des Festlandes abgetreten, das gegenüber von Honkong liegt. So wenig irgend welches Aufsuchen von Abenteuern an den fernen Gestaden Ostasiens oder anderswo empfehlenswerth ist, so muß man doch unbedenklich der Meinung bei« pflichten, daß ein festes Auftreten gegenüber den Chinesen durchaus nothwendig ist. — Nach den neuesten Nachrichten sieht man in Petersburg die Besetzung der Bucht von Kiautschan durch die Deutschen nicht als eine dauernde Maßregel an. Die deutsche Regierung soll sich sogar ausdrücklich in Petersburg dagegen verwahrt haben, daß sie die Ermordung der Missionäre zu Gebietserwerbungen in China benutzen wolle. Rußland soll daraufhin angeboten haben, daß es feinen ganzen Einfluß in Peking auf bieten werde, um den deutschen Forderungen zur Annahme zu ver
sehen gaben, der majestätische Riesenhnych m t seinem riesigen, oft 4-5 Meter breiten Geweihe, das Elen, em Hirsch von der Größe eines Pferdes mit breitem, schaufelartigem Geweih, das genügsame Renthier, der ungeschlachte Höhlenbär, der marderartige, aber größere und kräftigere Vielfraß, die scheußlich heulende Hyäne, der nimmer« satte Wolf, der beutegierige Höhlenlöwe, derKönig der damaligen Thierwelt, der bhitöürftige Luchs, der gefährliche Eber, die mächtige Wildkatze: diese und noch andere ungefährliche Thiere, wie Hasen, Füchse und Rehe fanden in den gxoßen dunkeln Wäldern Schuy und Nahrung." Dabei läßt Kuhlmann es noch dahingestellt, „ob nicht auch das elefantenartige Mammuth, das plumpe Nashorn und das riesige Flußpferd damals noch in Deutschland lebten“. Nicht nur diese, sondern auch die meisten anderen vorhin genannten Thiere waren damals in Deutschland längst ausgestorben.
Zum Schluffe möchte ich noch Einiges über die Motive sagen, welche Bonifatius veranlassen konnten, gerade in dieser Einöde ein Kloster zu errichten. Zunächst hatte das Kloster, wie auch das Kloster Fntzlar, dey Zweck, eine Bildungs- Anstalt für einheimische Priester und Missionäre zu sein. Zn diesem Zwecke, sowie für die abgeschiedene mönchische Ascese, wie Sturmius sie nach Eigils Aussage suchte, war ein Ort in stiller Waldeinsamkeit sehr geeignet. Aber Bonifatius hatte bei der Wahl des Ortes ein höberes Ziel im Auge. In einem Briefe an den Papst Zacharias erklärt er selber, er habe diesen Ort gewählt, weil er inmitten seines Missions-Bezirkes liege und weil die vier Hauptvölker (Bayern, Franken, Thüringer und Hess.») im
helfen. Heber London wird berichtet, daß bereits Verhaftungen von solchen Chinesen stattgefunde haben, die an der Ermordung der deutschen Missionäre mitschuldig sind. — Der Kai ser wird voraussichtlich zur Abreise des Prinzen Heinrich nach Kiel reisen.
h. Freiherr von Aoteuhan, Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, wird deutscher Gesandter bei der Schweiz werden Gleich nachdem bekannt war, daß Freiherr Marschall von Bieberstein von der Leitung des Auswärtigen Amtes zurücktrete, wurde berichtet, daß Freiherr von Rotenhan seinen gegenwärtigen Posten zu verlassen wünsche. Offiziös wurde aber diese Nachricht als unzutreffend bezeichnet. An die Stelle des Freiherrn von Rotenhan wird Freiherr von Richt Hofen treten, jetzt Direktor der Kolonial- abtheilung. Die Leitung dieser letzteren soll der Genannte einstweilen noch beibehalten.
* Der als „lex Keinze" bezeichnete Antrag des Centrums im Reichstage soll die §§ 180 bis 182 und 184 des Reichs-Strafgesetzbuches ersetzen und dem § 327 einen § 327 a anfügen. Wegen Kuppelei (§ 180) soll Niemand unter einem, Monat Gefängniß bestraft werden, gleichzeitig kann auf Geldstrafe erkannt werden. Wird (§ 181) Kuppelei aber gewohnheitsmäßig ober aus Eigennutz getrieben, soll Zuchthausstrafe bis zur Dauer von 5 Jahren eintreten, gleichzeitig kann auch hier auf Geldstrafe erkannt werden. Männliche Personen, die aus gewerbsmäßiger Unzucht ihren Lebensunterhalt beziehen, werden mit Gefängniß in der Dauer von einem Monat bis zu einem Jahre bestraft; auch kann Polizei-Aufsicht verhängt werden (§ 181 a). Verführung junger Mädchen im Alter von weniger als 18 Jahren wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft (§ 182). Arb eitgeber ober Dienstherren, die das Arbeits- oder Dienstverhältnis zu unzüchtigen Zwecken mißbrauchen, werden mit Gefängniß bestraft (§ 182). § 184 handelt von unzüchtigen Sch rif ten und von der Schaustellung von G e g en stä nden, die zu unzüchtigen Zwecken bestimmt sind, und § 184a von der Vertreibung unzüchtiger Schriften, entsprechend § 184o von unsittlichen theatralischen Vorstellungen; gegen alle Vergehen in diesem Sinne werden Gefängniß- und Geldstrafen beantragt. § 327a richtet sich gegen die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten.
X Die erste Berathnng des Ilotteugesetzes am nächsten Montag im Reichstage wird, wie beabsichtigt ist, vom Reichskanzler mit einer Erklärung eingeleitet werden. Diese Erklärung, so verlautet aus halbamtlicher Quelle, soll die Absicht der verbündeten Regierungen klarlegen, daß sie unbedingt an der gesetzlichen Regelung der Flottenfrage festhalten wollen. Man solle ja nicht glauben, daß die verbündeten Regierungen diese gesetzliche Festlegung der Flottenoerstärkung nur deswegen in den Entwurf hineingebracht hätten, damit etwas darin stehe, das sie sich nachher „abhandeln" lassen könnten; vor solchen irrthürn- lichen Meinungen sei „ernsthaft zu warnen". 9?id)t aus Gründen der parlamentarischen Taktik, sondern nur aus sachlichen Motiven sei der Weg der gesetzlichen Regelung der Flottenvorlage ge- Umkreise des Klosters wohnien. Durch die Gründung Fulda's wurde die Scheidewand, welche der bnchonische Wald zwischen diesen Völkern gebildet halte, hinweggeräumt und dadurch eine größere kirchliche Einigung unter diesen Völkern, bei denen das Christenchum schon Eingang gefunden hatte, ermöglicht und herbeigeführt. Durch die Gründung des Klosters Fulda wurde das verbindende Glied zwischen Hessen, Sachsen, Thüringen und Franken geschaffen, eine Brücke für den gegenseitigen Verkehr geschlagen und der Ausbreitung des Christenthums eine Bahn gebrochen. Zugleich wurde damit aber auch dem fränkischen Reiche ein fester Stützpunkt geboten, von dem aus die Ausdehnung des Reiches auf die im Osten noch wohnenden germanischen Stämme und damit die Erhaltung des germanischen Wesens in jenen Gegenden ermöglicht und gesichert wurde. Die Gründung des Klosters Fulda erscheint uns demnach als eine hochbedeulsame That für die christliche Kirche und für das gelammte deutsche Volk.
Auf derselben Stufe.
Eine Weihnachtsgeschichte aus London von Klara Lötschert.
3 ------ (Nachdruck verboten.)
Und bald darauf war Anna Bellingheirn wirklich erwacht. Sie erinnerte sich noch deutlich, welch wohlthuenden Eindruck das warme, weiße Bett und das gute, über sie hin geneigte Gesicht Margot Gleendom's auf sie gemacht hatten. Sie hatte sprechen und danken wollen; aber die Thür nach dem kleinen Laden stand offen und ein starker Geruch von Spezereiwaaren, Käse und Fischen.