Einzelbild herunterladen
 

275

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Zonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

-»lugsprris ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. SO Pf.

Mittwoch, den 1. Dezember 1897

24. Jahrgang

FuldaerMZeitung

Inserate: Die ein- spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit- zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend Rabatt gewährt

verantwortlich: Für die Redaktion Ios. Saum, für Inserate I. parzeller m Fulda.

mit ZlnterKattungs »Beilage „Sterne und Blumen!'

Druck und Verlar der Fuldaer Actiendruckerei peterrgakse Nr. 2 (Darmonie).

LircherckaleuLer.

1. Dezember. Eligius. Der hl. Eligius wurde um das Jahr 580 in Frankreich geboren; er erlernte die Goldschmiedekunst und wurde Münzmeister am Hofe des Königs. Durch seine Frömmigkeit und große Freigebigkeit stand er bei allen in hohem Ansehen. Später gab er sein ganzes Vermögen zum Loskauf von Sklaven und zur Unterstützung der Nothleidenden hin und wurde Priester. Im Jahre 639 wurde er zum Bischof von Noyon erhoben. Auch als Bischof war er vor allem auf die Linderung der Roth und des Elendes bedacht und er verwandte den größten Theil seiner Einkünfte zu Almosen. Er starb im Jahre 659, tief betrauert von seiner ganzen Diözese, insbe­sondere aber von den Armen, die ihn als ihren Vater beweinten.

2. Dezember. Die hl. B i b i a n a, Jungfrau und Märtyrin, f 'in Jahre 363. Sie wurde geboren zu Rom als die Tochter des hochangesehenen Stadtprä­fekten Flavian und seiner hl. Gattin Dafrosa. Ihre Eltern starben unter dem Kaiser Julian des Abtrün­nigen als Märtyrer. Nach deren Tode wandte sich die Wuth des Prätors Apronianus gegen Bibiana und ihre Schwester Demetria. Er nimmt ihnen ihr Ver­mögen und sucht sie zum Götzendienste zu verleiten; aber umsonst. Demetria wird vor den Augen ihrer Schwester hingerichtet, diese einem lasterhaften Weibe zur Verführung übergeben. Als aber dieses nicht glückte, wurde sie zu Tode gegeißelt. Ihr hl. Leib ward den Thieren vorgeworfen, diese aber ließen ihn unversehrt; er ruht jetzt zu Rom in einer Kirche, welche Papst Urban VIII. gründete und mit dem Namen unserer Heiligen belegte.

Die Eröffnung des Reichstags.

Gestern (Dienstag) Mittag 12 Uhr wurde der Reichstag im Weißen Saale des königlichen Schlosses eröffnet. Seine Majestät der Kaiser verlas dabei folgende Thronrede:

Geehrte Herren!

Bei Beginn der letzten Tagung der neunten Legislatur-Periode des Reichstages entbiete ich Ihnen Namens der verbündeten Regierungen Gruß und Willkommen.

Die Vorlagen, welche Ihre Thätigkeit in An­spruch nehmen werden, stehen zwar dem Umfange nach hinter dem Arbeitsstoffe der letzten ausge­dehnten Tagung zurück, sind aber zum Theil von weittragender Bedeutung.

Die Entwickelung unserer Kriegsflotte entspricht nicht den Aufgaben, welche Deutschland an seine Wehrkraft zur See zu stellen gezwungen ist. Sie genügt nicht, bei kriegerischen Ver­wickelungen die heimischen Häfen und Küsten gegen eine Blockade und weitergehende Unter­nehmungen des Feindes sicher zu stellen. Sie hat auch nicht Schritt gehalten mit dem lebhaften Wachsthum unserer überseeischen Interessen. Während der deutsche Handel an dem Güteraus­tausche der Welt in steigendem Maße Theil nimmt,

& Ein Spaziergang durch die Fuldaer Geschäfte.

i.

Weihnachten naht heran, und damit ist für die Geschäftswelt diejenige Jahreszeit gekommen, welche dem Kaufmanns zwar die meiste Arbeit macht, dafür ihm aber auch den stärksten Absatz seiner Maaren und damit den besten klingenden Ertrag bringt. Der Beginn des Winters macht wohl in jeder Familie die Anschaffung dieses oder jenes Gegenstandes, des einen oder anderen Kleidungs­stückes nothwendig, und zur Weihnachtszeit bringt das Christkindchen nicht nur den lieben Kleinen seine vielbegehrten Gaben, sondern auch die Er­wachsenen pflegen ihrer Zuneigung einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Die liebende Gattin be­schenkt den Eheherrn und dieser beglückt seine bessere Hälfte mit der Erfüllung eines langgehegten Wunsches; die Kinder erfreuen ihre Eltern mit Weihnachtsgeschenken und finden unter dem strahlen­den Weihnachtsbaume die Gegengeschenke der für­sorglichen Eltern. Braut und Bräutigam, Freunde und Freundinnen, sie alle pflegen nach alther­gebrachter Gewohnheit das Fest der Geburt des göttlichen Kindes durch gegenseitige Geschenke sich zu verschönen.

Da gilt es für den Kaufmann, all den ver­schiedenartigen Wünschen entgegenzukommen, damit jeder das finden kann, was er zu Geschenken für seine Lieben ausersehen hat. Mit freudiger Genug- thuung können wir konstatiren, daß unsere Fulda er Geschäftswelt in dieser Hinsicht hinter anderen und größeren Städten nicht zurücksteht. Kein Fuldaer ist gezwungen, seine Geschenke von auswärts zu beziehen; die hiesigen Geschäfte bieten in allen und jeglichen Dingen eine so reiche Aus­wahl, daß ein Jeder, mag ihm ein großes oder

reicht die Zahl unserer Kriegsschiffe nicht hin, unseren im Ausland thätigen Landsleuten das der Stellung Deutschlands entsprechende Maß von Schutz und hiermit den Rückhalt zu bieten, den nur die Entfaltung von Macht zu gewähren vermag.

Wenngleich es nicht unsere Aufgabe sein kann, den Seemächten ersten Ranges gleichzukommen, so muß Deutschland sich doch in den Stand ge­setzt sehen, auch durch seine Rüstung zur See sein Ansehen unter den Bölckern der Erde zu behaupten.

Hierzu ist eine Verstärkung der heimischen Schlachtflotte und eine Vermehrung der für den Auslandsdienst im Frieden bestimmten Schiffe erforderlich.

Um für diese dringenden und nicht länger hinauszuschiebenden Maßnahmen einen festen Boden zu gewinnen, erachten die verbündeten Regierungen es für geboten, die Stärke der Marine und den Zeitraum, in welchem diese Stärke erreicht werden soll, gesetzlichfestzulegen. Zu diesem Zweck wird Ihnen eine Vorlage behufs verfassungs­mäßiger Beschlußnahme zugehen

Zur Förderung unserer überseeischen Interessen ist auch der Ihnen schon in der letzten Tagung vorgelegte Gesetzentwurf bestimmt, welcher die Verbesserung der Postdampfschiffsver­bindungen mit Ost-Asien bezweckt. Nach­dem dieser Entwurf wiederholter Prüfung unter­zogen worden ist, wird er Ihrer Beschlußfassung von Neuem unterbreitet werden.

Nach vieljährigem, ernstem Bemühen ist es den verbündeten Regierungen gelungen, für eine Reform des M il itär stra fversah ren s eine Grundlage zu finden, welche unter mög­lichster Anlehnung an den bürgerlichen Straf­prozeß den für die Erhaltung der Mannszucht unbedingt nothwendigen Forderungen Genüge leistet. Der hiernach aufgestellte Entwurf einer Militärstrafgerichtsordnung wird Ihnen unver­züglich vorgelegt werden. Ich hege die Zuver­sicht, daß Sie, geehrte Herren, dem Bestreben, ein gleichmäßiges gerichtliches Verfahren für die gesammte bewaffnete Macht einzuführen, Ihre verständnißvolle Mitwirkung gewähren werden.

Das neue bürgerliche Recht kann nicht ins Leben treten, ohne daß auch das Verfahren in bürgerlichen Rechtssa chen, soweit es schon auf gemeinsamen Rechte beruht, nach mehr­fachen Beziehungen abgeändert und, soweit es noch nicht für das ganze Reich geregelt ist, neu gestaltet wird. Es wird daher zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Angelegenheiten der frei­willigen Gerichtsbarkeit sowie zu Entwürfen von Gesetzen betreffend Aenderungen der Civilprozeß- ordnung und der Konkursordnung Ihre Zu­stimmung eingeholt werden. Mit der Verab­schiedung dieser Gesetze und der zugehörigen Nebengesetze soll die Rechtseinheit auf dem Ge­biete des bürgerlichen Rechts zum Abschlüsse ge­langen. Die verbündeten Regierungen geben sich der sicheren Hoffnung hin, daß in gemeinsamer Arbeit mit Ihnen noch im Laufe der gegen« kleines Portemonnaie zur Verfügung stehen, all seine Bedürfnisse und Wünsche am Platze befriedigen kann, was nicht nur bequemer, sondern auch vor- theilhafter und sicherer ist, als von auswärts die Katze im Sack zu kaufen. So viel Lokalpatriotis­mus sollte und wird wohl auch jeder besitzen, daß er das Geld nicht fremden Leuten zuträgt, was- wir hier in Fulda recht gut gebrauchen können.

Wenn wir nun den einzelnen Geschäften einen Besuch abstatten wollen, so wissen wir in der That kaum, wo wir beginnen sollen; überall winken uns die Schaufenster so einladend entgegen, daß uns die Wahl nicht leicht wird. Doch da in den letzten Tagen die winterliche Kälte sich schon so empfindlich fühlbar machte, dürfte es wohl gerathen sein, zunächst in den Kleidergeschäften eine kleine Umschau zu halten. Wir sind galant genug, den Damen den Vortritt zu lassen und laden deshalb zunächst die Damenwelt ein, uns auf dem Spazier­gange durch die Fuldaer Geschäfte zu begleiten.

Fangen wir in der Friedrichstraße, als der Hauptstraße unserer Stadt an, so stoßen wir zu­nächst auf die Firma Gebrüder Schultheis, die fertige Kostüme und Kleider, Morgenröcke, Blusen, Schürzen usw. in reichster Auswahl bietet, daneben auch Kinderkleider und -Kleidchen, Mützen und Hauben, Pulswärmer und Handschuhe, Betten und Bettzeug, Wäsche für Damen, Herren und Kinder, Tischtücher und Handtücher, Regenschirme und Reisedecken, Teppiche und Portieren und alle möglichen in diese Fächer einschlagenden Artikel von den feinsten bis zu den gewöhnlichsten Quali­täten. Gleich nebenan bietet die Firma Wilhelm S t ö h r den verehrten Damen in ähnlichen Artikeln ebenfalls eine reiche Auswahl an, so daß auch hier sowohl für das herrschaftliche Haus und den feinen Salon, wie für das bürgerliche Haus und das einfache Familienzimmer die geeignete Ausstattung

madigen Tagung dieses hohe, vom deutschen Volk so lange ersehnte Ziel endlich erreicht werden wird.

Nachdem die gesetzliche Regelung der Ent­schädigung unschuldig Verurtheilter in Verbindung mit der erstrebten Verbesserung des Strafverfahrens nicht zum Abschluffe gelangt ist, wird jetzt ein Gesetzentwurf den Gegenstand Ihrer Berathung bilden, welcher lediglich die Entschä­digung der im Wiederaufnahmeverfahren frei­gesprochenen Personen bezweckt.

Die allgemeine Finanzlage zeigt ein befriedigendes Bild. Auch fürdas nächste Rechnungs­jahr sind in dem Haushaltspläne des Reichs Matriku larbeiträge nur in solcher Höhe vorgesehen, daß den Bundesstaaten eine materielle Belastung daraus nicht erwächst. Dabei ist nicht nur die vom Reichstage seit Jahren verlangte, wegen der Ungunst der Finanzlage bisher aber zurückgestellte Verbesserung der Mannschaftskost für das Heer und die Kriegsmarine zur Durch­führung gebracht, sondern es ist ferner der sehr erhebliche Aufwand für die zeitgemäße Umge­staltung des Artilleriematerials, welcher im laufenden Jahre noch der Anleihe zur Last ge­legt werden mußte, auf die regelmäßigen Ein­nahmen übernommen worden.

Da die Voranschläge für die Reichs- fteuern mit gewohnter Vorsicht aufgestellt sind, lassen sich auch für die Folge Mehreinnahmen erwarten. Es wird Ihnen deshalb zugleich mit dem Haushaltsplan ein Gesetzentwurf zugehen, welcher Vorsorge trifft, daß ein erheblicher Theil der zu erhoffenden Ueberschüsse, wie in den Vor­jahren, zur Verminderung der Reichsschuld Ver­wendung findet.

Zur Vorbereitung und Begutachtun g handelspolitischer Maßnahmen ist aus Vertretern der Industrie, der Landwirthschaft und des Handels ein wirthschaftlicher Ausschuß ge­bildet worden, mit dessen sachkundigem Beirathe die Bedingungen und der Umfang der weitver­zweigten heimischen Gütererzeugung klargestellt werden sollen, um für die künftige Gestaltung des Zolltarifs und der Handelsbeziehungen zum Ausland eine feste, den Bedürfnissen der Gegen­wart entsprechende Richtschnur zu gewinnen.

Es würde mir zur hohen Genugtuung ge­reichen, wenn diese gemeinsame Thätigkeit, zu der sich hervorragende Vertreter der großen Er­werbsgruppen zusammengefunden haben, dazu beitrüge, einen gerechten Ausgleich zwischen den verschiedenartigen Ansprüchen unseres Er­werbslebens herbeizuführen und damit die Schärfe der wirthschaftlichen Gegensätze zu mildern.

Die Entwickelung unserer Schutzgebiete ist im allgemeinen zufriedenstellend. Infolge des Auftretens der Rinderpest in Südwest-Afrika während des Sommers hat sich die Nothwendig- feit ergeben, sofort an eine Besserung der Trans­portverhältnisse durch Legung von Schienengeleisen heranzutreten.

lieber die Festlegung der Grenzen zwischen Togo und Dahomey sind mit der französischen

im Ganzen und im Einzelnen zu finden ist. In derselben Straße können die Damen dann auch noch ihren etwaigen Bedarf an fertigen Mänteln und Kostümen — eine Spezialität der Firma HermannKalb — decken; außerdem führt diese Firma, welche heute ihren Weihnachtsausoerkauf beginnt, Kleiderstoffe aller Art für Damen, sowie Teppiche und ähnliche Artikel. Auch die Firma H. Büttner, ebenfalls in der Friedrichstraße, empfiehlt Kleiderstoffe für Damen in so reichlicher Auswahl, daß jedem Geschmacke und jeder Börse Rechnung getragen werden kann. Gehen wir dann die Friedrichstraße hinunter, so fällt uns gleich hinter der Post das Aussteuer-Magazin von E. Kritschewsky in die Augen, welches unseren Damen sich für Damen- und Kindermäntel, Kleiderstoffe, Leinen- und Baumwollwaaren, Möbelstoffe und Wäschegegenstände rc. empfiehlt. Ebenso bietet die Firma Adolf Grau, Kanal- straße, in ihrem Weihnachtsausverkauf den Damen Gelegenheit, ihren Bedarf an Kleiderstoffen aller Art, in Mänteln, Blusen und ähnlichen Dingen anzuschaffen. In reicher Auswahl offerirt das Modemagazin von LeopoldEschwegein seinem großen Weihnachtsausverkauf Kleiderstoffe, Seiden­stoffe, Taschentücher,Leinen und Halbleinen, Hand­tücher, Tischtücher, Teppiche, Gardinen und was fönst alles in dieses Gebiet einschlägt.

Gehen wir nun hinüber zur Marktstraße, so bietet da die Firma Beruh. Quink den Damen Gelegenheit, in Wollwaaren aller Art, Unter­kleidern , Handschuhen, Kragen, Manschetten, Shlipsen und gar vielen anderen nützlichen Dingen für Damen, Herren und Kindern den Bedarf zu decken. Gerade gegenüber ladet das Schaufenster der Firma S. Strauß u. Co. ein, ihre schönen Damen- und Kinderhüte, Stickereien und seine Weißwaaren zu besichtigen und unsere Geschenk­auswahl danach einzurichten.

Regierung Verhandlungen gepflogen worden, von deren Ergebniß zu erwarten ist, daß -s den beider­seitigen wirthschaftlichen Interessen zum Vortheile gereichen wird.

Die Ermordung deutscher Missionäre und die ^Angriffe auf eine der unter meinem Kaiser!. Schutze stehenden und mir am Herzen liegenden Missions-Anstalten in China haben mich genöthigt, mein ostasiatisches Geschwader in die dem Thatorte nächstgelegene Kiaotschu-Bucht ein­laufen und Truppen dort landen zu lasten, um volle Sühne und Sicherheit gegen Wiederkehr ähnlicher beklagenswerther Ereignisse zu erlangen.

Die politischen Beziehungen zu den fremden Staaten sind durchaus erfreulich. Meine Begegnungen mit verbündeten und be­freundeten Monarchen, sowie der glänzende und herzliche Empfang, welcher mir bei meinen Be­suchen in Peterhof und Budapest zu Theil wurde, haben mir hierfür auf's Neue werthvolle Bürg­schaften geliefert. Alle Anzeichen berechtigen zu der Aussicht, daß wir mit Gottes Hilfe auch fernerhin der friedlichen Entwickelung Europas und des deutschen Vaterlandes entgegensehen dürfen.

Nach Verlesung der Thronrede sprach der Kaiser: Meine Herren! Ich knüpfe hieran noch fol­gende Worte: Vor fast zwei Jahren habe ich an dieser Stelle auf das ruhmreiche Feldzeichen meines ersten Garderegimentes z. F. Len Eid geleistet: das, was der in Gott ruhende Kaiser Wilhelm der Große geschaffen, zu erhalten und das An­sehen und die Ehre des Reiches überall zu schir­men. Sie haben bewegten Herzens und feuchten Auges diesen Eid entgegengenommen und find dadurch meine Eideshelfer geworden. Im Angesichte Gottes des Allmächtigen und im An­denken an den großen Kaiser bitte ich Sie, mich durch Ihre Mithilfe auch fernerhin in den Stand zu fetzen, diesen meinen Eid zu halten und mir beizustehen, des Reiches Ehre nach außen, für deren Erhaltung ich nicht gezögert habe, meinen einzigen Bruder einzusetzen, kräftig zu wahren.

Vermischtes.

X Ziömische Ziegel, welche in der Nähe von Bath in England ausgegraben wurden, zeichnen sich durch ihre eigenthümliche Form aus. Nach einer Mittheilung vom Internationalen Patentbureau Karl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, stammen dieselben aus den altrömischen Bädern von Agaae solis (Bath). Augenscheinlich haben sie das Dach der Ankleideräume gebildet, welches aus flachen Mauerbogen bestand. Da diese bei der Zusammen­setzung aus ganz gewöhnlichen Ziegeln unter ihrem Eigengewicht zusammengestürzt sein würden, baute man sie aus Hohlziegeln; eine Längsseite derselben trug eine halbcylindrische Erhöhung, die auf der gegenüberstehenden Fläche einer entsprechenden Vertiefung entsprach. Um einen genauen Gewölbeschluß zu erreichen, waren die Ziegel außerdem leicht kerlförmig geformt. Sie waren sehr sauber und exact ausgeführt und bestanden offen­bar aus gewöhnlichem, gebrannten Lehm. Eine große Ziegelei in London soll beabsichtigen, sich die Herstellung dieser Art Ziegel neuerdings patentiren zu lassen.

* Dom Frasernenljol. Unteroffizier: „Da seh mir einer diesen Kerl an! Kommt der nicht daherjehoppst wie der Schmerzensreich auf der Hirschkuh?"

* Umschriebe«. Sergeant: „Schnucke, die Würste von zu Hause waren ja gut — nur die Zipfel saßen etwas zu nahe aneinander."

Gar vielerlei und mancherlei schöne Sachen finden wir bei den Firmen Heller u. Co. und A. Froes e,die neben Luxusartikeln, Schmuckfachen, Puppen und allerhand Kurzwaaren auch Kleidungs­stücke für Kinder und Damen in reichlicher Aus­wahl führen. Ebenso bietet S. Baer u. Co. von den kleinen und großen Ausrüstungs- und Ausschmückungsgegenständen für Kinder und Er­wachsene so vielerlei Dinge zum Verkauf an, daß es uns, wie bei den bishergenannten Firmen, schwer fällt, die Hauptsachen herauszufinden. Leichter wird uns das bei der Firma H. A. Lederle, die nur Seinen führt, dafür aber diesen Lieblings­artikel unserer Hausfrauen auch in allen möglichen Qualitäten und Webearten, vom feinsten Damast bis zum rauhen Kneippleinen, fast ausschließlich eigenes Fabrikat.

Noch gar manches andere Geschäft müßten wir heute besuchen, aber ich befürchte, daß die verehrten Damen schon jetzt ermüdet sind von all' den vielen, schönen und begehrenswerten Dingen, die wir auf diesem ersten Rundgange in Augenschein genommen haben. Wir treten also für heute den Heimweg an, bewundern im Vor­übergehen noch die schönen Nähmaschinen der Firma Anton Henkel, die prachtvollen Gold- und Silbersachen bei Aug. Peters, W. Bäch- städt, F. Jäneke und bei unserem Domgold- fchmiede Wilh. Rauscher und kehren dann, um uns von den Strapazen zu erholen, in die Herb fi­sche Konditorei oder in die Konditorei von Florian Pult oder auch von O. Thiele ein, wo wir uns mit einem Gläschen Wein und einem Stückchen Kuchen stärken und dann, nachdem wir noch für das Kleinste einige Süßigkeiten gekauft haben, eiligst nach Hause wandern. Nächstens wollen wir dann unsere Wanderung weiter fort­setzen.