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DtenSta«, den 16. November 1897 2 t JaSra-n,

MtkkWZrMg _________ urit UutrrhaLtungs-KriLagr „Sterne und KLumerr".

scheinen, dann setzte er an. Der Tausend! Das wärmte und schmeckte! Behaglich schnalzte er mit der Zunge, verwahrte die Flasche sorgsam und trieb die Pferde an

Der Weg führte durch eine schnurgerade Pappel­allee. ^sm Mondscheine warfen die Bäume tiefe dunkle Schatten. Kein Blättchen rührte sich- der Wind war verweht. Nur vom Flusse her hörte man em leises Plätschern.

In gleichem Abstande reihte sich Baum an Baum. Peter ward es müde, sie anzusehen. Er holte die Flasche hervor. Wieder hielt er sie gegen den Mond und freute sich, wie das Licht sich in silbernem Strahle m ihr brach. Wie ein Kind spielte er, bis die Leiden­schaft ihn überkam; er setzte an und sog, bis sie leer war. Nochmals hielt er sie prüfend gegen das Licht: kem Tropfen war übrig geblieben. Da kam ein Zorn über ihn. Warum war die Flasche schon leer? Du Racker," schrie er sie an, „hast Dich selbst verzehrt!" und drohte ihr wie einem Gegner. Noch ließ sie ihn nicht los. Abermals hob er sie gegen den Mond - da schien rhm Leben aus ihr zu sprühen. Ein breites Gesicht grinste ihm entgegen. „Teufelszeug!" brüllte er, und ließ sie fallen. Die Räder des Wagens gingen über sie und nur ihre Scherben lagen auf der Erde. „Geschieht Dir recht," lachte Peter und schüttelte noch die Faust zurück. Dann richtete er sich auf. Da war auf einmal die Gegend verwandelt. Nicht mehr Bäume, Menschen standen rechts und links an der Straße, Speere und Keulen schüttelten sie gegen ihn, und der Mond, fein Freund, versank hinter Wolken. Peter überlief ein Grauen. Er wollte nach der Peitsche greifen, sich $u wehren, aber die Bestie ließ sich nicht fangen. Der Stiel schwankte auf und ab und entschlüpfte stets seiner suchenden Hand. Peter fluchte bis er müde ward. Dann schlief er plötzlich ein. Die Rößlein trabten munter weiter.

Nach einer Weile hörten die Bäume auf und theilte sich der Weg. Die Pferde stutzten, schlugen dann aber die Richtung gegen den Fluß ein, denn sie waren durstig. Peter schlief fest auf seinem Bocke wie im weichsten Bette. Die Straße senkte sich ab­wärts zur Fähre. Heute hatte man die Schiffe ent­fernt, weil man einen Eisstoß fürchtete.

Die Thiere drängten zum Wasser, der Wagen fand Halt an einer ebenen Stelle. Da tönte auf ein­mal ein entsetzliches Krachen durch die stille Luft. Das Eis war geborsten und hatte sich gestaut. Scholle thürmte sich auf Scholle und drängte das Wasser über die Ufer. Dazu erhob sich plötzlich ein orkan­artiger Sturmwind; das Wasser stieg rapid.

o Die Glockenweihe.

Zu den feierlichsten Weihungen, welche die katholische Kirche kennt, gehört, wie P. Schüch in seinem Handbuche der Pastoraltheologie hervorhebt, die Glocken weihe, die wegen der Aehnlichkeit ihres Ritus mit jenem der Taufe auch Glockentaufe ge­nannt wird. — Die Glocken haben für die Kirche eine hohe Bedeutung. Sie sind gleichsam die Zunge, die Sprache der Kirche. Sie helfen die rechte Stim- mung zum Gottesdienste vorbereiten, indem sie zum voraus die verschiedene Art und Feier des Gottes­dienstes ankündigen, und begleiten diesen selbst in seinen hervorragenden Momenten (Evangelium, Sanktus, Wandlung 20.). Sie heiligen die Zeit, in­dem sie mit feierlichem Klange die verschiedenen Tageszeiten ankündigen und uns mahnen, das irdische Tagewerk durch Aufschwung zu Gott zu heiligen, und begleiten den Menschen selbst auf seinem ganzen Lebenswege von der Wiege bis zum Grabe.

Wegen ihrer hohen Bedeutung und innigen Ver­bindung mit dem Gottesdienste werden die Glocken auch geweiht und zwar von jeher, wahrscheinlich gleich seit ihrer Einführung zum kirchlichen Gebrauche im 7. Jahrhunderte. Der Ritus der Glockenweihe beginnt mit einer Vorbereitung, bestehend aus I 7 Psalmen, in welchen die eigene Sündhaftigkeit, Gebrechlichkeit und Schwäche, die große Zahl und der Uebermuth der Feinde, die Güte und Barm- herzigreit Gottes, die gehoffte größere Erkenntniß, Lobpreisung und Verherrlichung Gottes die Motive bilden, um mit demüthigem Vertrauen Gottes schnelle Hilfe zu erflehen.

Als die Pferde die Nässe und Kälte spürten, wurden sie unruhig. Sie bäumten sich und rissen an den Zügeln. Der Wagen kam in's Gleiten und drückte die Pferde trotz ihres Sträubens nur weiter in das Wasser.

Peter fiel durch den Ruck vornüber. Der Kopf schlug gegen das Schutzgitter und die Hände tauchten in das Wasser. Das weckte ihn vom Schlafe. Er riß die Augen auf; noch wußte er nichts.

Aber die Pferde zogen mit aller Gewalt an den Zügeln, die um feinen Arm geschlungen waren. Aus einmal ward er nüchtern, fuhr empor und schaute um sich. Wo war er denn? — Herr des Himmels! Was er sah, war nur Wasser, trübe, gurgelnde Fluchen! Er war in den Strom gerathen! Er schrie, so laut er konnte, aber Wellenrauschen und Windes­wehen übertönten seinen Ruf.

Die Pferde, die kaum noch Grund faßten, schnaubten und rissen, der Wagen schwankte ungestüm.

Peter entschloß sich schnell. Er wollte die Kutsche den Wellen überlassen und sich auf den Pferden retten. Rasch schnitt er die Stränge los und zerrte das Handpferd zu sich. Aber das Thier schlug aus, und ehe sich es Peter versah, hatte es sich befreit, und schwamm mit wildem Wiehern dem anderen nach zum Ufer.

Mit knapper Roth hielt sich Peter am Gitter fest. Der Wagen, nicht mehr von den Thieren gehalten, ward in die Strömung gerissen und drehte sich im Kreise. Schollen und Fluchen faßten ihn und trieben ihn rasend schnell vorwärts.

Peter saß betäubt und regungslos. Kaltes Grauen überlief ihn und sträubte ihm die Haare. „Das ist der Tod!" schrie es in ihm. Aber er wehrte sich. Er schrie um Hilfe und spähte umher.

I Lehren und Gnaden des Christenthums nach allen vier Weltgegenden verbreitet werden mögen. Der Glocke wird bei der Weihe derNameeines Heiligen gegeben, nicht nur „um das Werkzeug des göttlichen Lobes unter dem Schutze eines Heiligen zu stellen," sondern auch, um die Einladung zu Gebet und Gottesdienst, statt durch todtes Erz, gleichsam durch den Mund eines Heiligen zu empfangen.

Im dritten Theile des Ritus wird die Weihe der Glocke durch I n z en s a t i o n vollendet. Es wird nämlich ein Weihrauchgefäß, das mit Thymian, Weih­rauch und Myrrhen gefüllt ist, unter die Glocke ge­stellt, damit sie den ganzen Rauch in sich aufnehme, und während der Jnzensation wird ein Bruchstück des Psalmes 76 gebetet, das Gott lobpreiset, der das israelitische Volk an der Hand Mosis und Aarons unter Donner und Blitz und Erdbeben so wunderbar mächtig und gnädig durch die Fluthen geführt. Da­durch aber wird angedeutet und durch das damit verbundene Gebet erfleht, daß, wo immer der Schall der Glocke ertöne, dort Alles so voll der Gnade und des Segens sei, wie hier das Innere der Glocke voll des Wohlgeruches, und daß wir uns also auch durch den Ton der Glocke in jeder Noth und Drangsal zum vertrauensvollen Gebete mögen ermuntern lassen.

Zuletzt wird das Evangelium (Luk. 10, 38 bis 42) von dem Einen Nothwendigen ge­sungen und die ganze Feier mit dem hl. Kreuz- zeichen beschlossen. Die Glocke soll uns von der ängstlichen Sorge um das Viele zurückrufen und stets an das „Sursum corda!“ und an die unvergänglichen Güter des Himmels erinnern, welche wir über Alles lieben und durch den Gekreuzigten muthig erstreben sollen. So ist die Glocke auch ein stehendes Symbol des Predigers, des Apostels: „lieber die ganze Erde geht aus ihr Schall und bis an das Ende des Erd­kreises ihr Wort." (Pf. 18, 5.)

Das große Koos.

Von M. Leib old,

0 , (Nachdruck verboten)

Was weiß ein Kind von Geldsorgen! Peter aber wußte ein Lied davon. Der Zinstermin war wieder einmal verstrichen, ohne daß er ihn eingehalten hätte. Da brachte der Gerichtsdiener ihm die Kündigung in's Haus. Grete jammerte, Peter fluchte und suchte Vergessenheit im Trünke. Von neuem war das Un­glück da. Weinend erzählte es Mariechen im Pfarrhof. Die Schwester verwies das Kind zur Geduld und immer eifrigem Gebet. „Das Gebet der Unschuld dringt hinauf, werde nicht müde!" mahnte sie, und Mariechen folgte. Ein paar Tage später ward Peter bestellt, eine Kommission zu fahren. Sein alter Gönner, der Herr Rath, suchte ihm stets noch Ver­dienst zuzuweisen. Es war in den ersten Tagen des März. Lieblich tönte schon der Amsel Lied von den kahlen Bäumen, und die Sonne schien hell und warm auf die noch schlummernde Erde. Eine leichte Schnee­decke barg die Felder; aber es thaute allenthalben | und kleine Bächlein rieselten von den Abhängen. Auch | den Fluß hielt noch das Eis in Banden, aber es knisterte und sprang in der schmeichelnden Sonnen­wärme und am Ufer löste es sich bereits und große Schollen trieben abwärts.

Im Dorfe gab es langen Aufenthalt. Während die Herren ihre Besichtigung vornahmen, lief die Kunde eines großen Diebstahls im Städtchen ein.

Der Vorsitzende schlug vor, sofort hinabzufahren, aber sich des Wagens nur bis zur nächsten Station zu bedienen. Die Herren stimmten bei und Peter spannte ein.

Es dunkelte bereits stark, als das Ziel erreicht war. Beim Schein der Laternen sah der Rath, daß Peter dem Biere stark zugesprochen haben mußte. Er sprach ihm leise zu, in der Nähe zu übernachten. Peter aber schüttelte lachend den Kopf. „Schauen's, Herr Rath, wie der Mond vorkommt. Das ist ein guter Freund von mir, der leuchtet mir heim. Meine Rößlem wollen in ihren Stall. Behüt Gott und schönen Dank, Herr Rath! Ich fahre!"

Damit schwang er sich auf den Bock. Er wartete bis der Rath sich entfernt hatte, bann griff er hinter das Kiffen. Dort lag etwas Extrafeines, ein „Magen- stärker". Peter ließ die Flasche vom Mondlicht durch- I

Hierauf folgt der erste Th eil der Glockenweihe, welche tn der Abwaschung der Glocke mit dem dazu vorerst geweihten Wasser besteht; sie ist die Reinigung der Glocke, gleichsam ihre Taufe, wodurch sie von allem Profanen ausgesondert und für den heiligen Dienst bestimmt wird. Während der Ab­waschung werden sechs, die Aufforderung zum Lobe Gottes enthaltende Psalmen gebetet. Denn das ist ' (riach dem Inhalte des Weihegebetes über das zur Abwaschung gebrauchte Wasser) die Bestimmung der Glocke, daß durch ihren Schall alle, sowohl von Seiten der Elemente als auch von Seiten des Satans drohenden Gefahren von den Gläubigen abgewendet, diesen die Zeit des Lobpreises Gottes verkündet, deren Andacht geweckt und vermehrt und sie ausgemuntert werden, zur Kirche zu eilen, dort in der Gemeinschaft der Heiligen Gott zu preisen und mit ihren Gebeten am Chore der himmlischen Geister Theil zu nehmen. Sowie aber die Glocke („totalitär intus et extra“) gereinigt wird, um würdig zu sein, zum Lobe Gottes zu ertönen und die Gläubigen dazu einzuladen: so werden auch nur jene Gläubigen diese äußere Ein­ladung der Glocken und das innere freudige Anregen des göttlichen Geistes verstehen und mit Gebet und j Gesang das Lob Gottes verkünden, die sich rein und unschuldig bewahrt haben, oder sich wieder reinigen lassen durch das läuternde Wasser der Buße.

Im zweiten Theile wird die gereinigte Glocke geheiligt durch die Salbung mit Krankenöl “nb, Chrisma. Zuerst salbt der Bischof mit Stranfenöl die Glocke von außen in Kreuzesform, und e§ wird dadurch (wie das darauf folgende Gebet und der sich anschließende Psalm mit seiner Antiphon an­beuten) die höhere Macht, die dem Klange der Glocke innewohnen soll, bezeichnet. „Geheiligt vom hl.

Ton wie „Gottes Stimme" alles Schädliche und Todbringende oon'ben Gläubigen ferne $La, a"“UL^nfi jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus nn Kreuze den Tod überwunden und herrsche ™ berf Glorie des Vaters." Dann zeichnet der Bischof nut demselben Krankenöl sieben Kreuze nach außen und mit Chrisma vier Kreuze im Innern der Glocke, damit alle die auf ihren Schall zusammen­kommen, durch die siebenfache Gnade des hl. Geistes o, n Versuchungen des Feindes befreit, immer bie Wahrheiten des in den vier Evangelien nieder- I gelegten katholischen Glaubens befolgen und die '