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Mittwoch, den 6. Oktober 1897

21 Jahrgang

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S

Uermrschles

Fortwährend

kann mit dem Abonnement auf unsere Zeitung noch

genossen bitten wir, in ihren Bekanntenkreisen unsere

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Alle diese Artikel sind nur an der Küste zu haben Andere unentbehrliche Gegenstände, Kleider, Küchen- geräthe, Bücher und Arzneien müssen aus Europa ^schafft werden. Um also die einzelnen Posten im । «yciucuiymn lujincimii Innern zu unterhalten, bedarf es wiederum jedes Wahrheit zuzuführen, ^ahr einer Karawane von mehreren hundert Trägern. Die Kosten für den Transport einer Last von 30 Kilogramm von der Küste bis in die Missionen be­laufen sich auf mehr denn 100 Mark.

Jlber trotz dieser enormen Kosten lassen sich die Missionare weder entmuthigen noch abschrecken Voll Vertrauen auf Gott, der sie sichtlich schützt, voll Ver- auch auf die Opferwilligkeit der deutschen Katholiken, getragen durch die ganz überirdische Be- gelsterung die den Missionären inne wohnt, haben , -----......öutuluie, slIta

L°ls"ES,°ub-»sb°,°„ in das Innere 5M&ÄÄÄ

«Yvrr-^m-‘ tausendfachen Dankgebeten lohnen die Missionare und die Neubekehrten jegliche Mitwirkung, um diese Aermsten der Armen, die in Sklaverei und Heidenthum schmachten, die Neger dem Lichte der

Trier, Missionshaus der Weißen Väter, St. Barbara, Ufer Nr. 2.

zu wollen. Probenummern werden auf Verlangen von der Geschäftsstelle unberechnet und postfrei gerne geliefert.

Die Weißen Väter tu Afrika.

Das deutsch-ostafrikanische Schutzgebiet hat einen Flächeninhalt von nahezu einer Million Quadrat­kilometer. Drei katholischen Missionsgesellschaften liegt die Evangelisation dieses Theils des schwarzen Kontinents ob. Diese sind:

1) Die Väter vom heiligen Geist, welchen das apostolische Vikariat Nord-Sansibar in einer Aus­dehnung von 200000 Quadratkilometer auf deutschem Gebiete zugewiesen wurde.

2) Die Väter der St. Benediktus-Missionsgesell- schaft aus Bayern, die das apostolische Vikariat Süd- Sansibar mit 250 000 Quadratkilometern zu missio- niren haben.

3) Die Weißen Väter, welche die apostolischen Vikariate zu versehen haben: a. das apostolische Vikariat Süd-Nyanza, welches 150000 Quadratkilo- metcr umfaßt; b. das apostolische Vikariat Unyangembe mit 200000 Quadratkilometer; c. das apostolische Vikariat Taganjika mit 200000 Quadratkilometer.

.Die Weißen Väter haben also in Deutsch-Öst- afrika ein Missionsgebiet von 550 000 Quadratkilo­meter, das sich bis zur äußersten Westgrenze des Schutzgebietes erstreckt, das heißt 1200 Kilometer von der Küste entfernt. Dies ist die Ursache der außergewöhnlich großen Kosten dieser weit ausge­dehnten Missionen. Eine solche Entfernung, um zum Nyanza oder Taganjika zu gelangen! Dabei fehlt es sowohl an Fuhrwerk, als an Lastthieren. Das unentbehrliche Gepäck der Missionäre muß auf dem Rucken schwarzer Träger transportirt werden.

Um zum Beispiel zehn Missionäre in die ver­schiedenen Stationen gelangen zu lassen, muß man zunächst in Europa alle für eine so weite Reise un umgänglich nothwendigen Gegenstände, wie Zelte Feldbetten, Küchengeräthe, Reiseapotheken, einige Kon­serven für Kranke ankaufen. Dieses Alles muß nach Bagamoyo transportirt werden, wo eine Karawane organisirt wird, die für zehn Patres ca. aus 200 Köpfen, Trägern und bewaffneten Begleitern besteht Erst nach 70- bis 80tägigem Marsche langt die Karawane an ihrem Bestimmungsorte an. Man hat berechnet, daß um einen Missionär von Europa auf einen der innerafrikanischen Missionsposten gelangen zu lassen, 8840 Mark erforderlich sind. Dann müssen denselben jedes Jahr neue Tauschartikel und einige unentbehrliche Lebensmittel zugeführt werden; denn Geld ist etwas ganz Unbekanntes in jenen Ländern. Es werden Stoffe, Glasperlen, Kupferdraht an Zahlungsstatt gefordert.

Die Klitzphotographie.

Von S. A. Smith.

„Vater," sagte mein Sohn Donald eines Tages, „Vater, wie kann man nur den Blitz photographieren? Man weiß doch nicht, wann er kommt, und er hält doch auch nicht so lange still, dis das Bild fertig ist!"

„Der Blitz photographiert sich selbst, mein Junge," erwiderte ich. „Du brauchst nur in einer Gewitter­nacht eine präparierte Platte einzustellen, die Linsen unbedeckt zu lassen und sie nach dem Himmel zu richten. Der nächste Blitzstrahl wird auf die Platte einwirken."

„Weiter nichts?" gab Donald zurück. „Wie ein- fach. Das müssen wir gleich mal versuchen!"

„Recht gern, aber erst müssen wir ein Gewitter abwarten. Auf alle Fälle halte Deine Platten bereit." . <Mten nicht lange zu warten, denn schon in der folgenden Nacht wüthete ein furchtbares Gewitter.

Es begann ungefähr um 11 Uhr, und Donald kam ms ^Zimmer gestürzt und rief:

„Komm schnell, Vater, es blitzt ganz füchterlich. Ich habe alles zurecht gemacht. Das Schlafzimmer ist. der beste Ort zur Aufnahme.

Ich muß einfügen, daß unser Haus 10 Fuß von der Landstraße entfernt steht und der Blick von dem . Schlafzimmer nach vorn heraus auf die Landstraße und das „Gemeindeland" fällt.

Zweites Klatt

Zröthiglke. Nachtwächter (zum Studenten, welcher ftark beduselt mit einem Hausschlüssel in der Hand auf der Treppe eines fremden Hauses sitzt): „Weshalb sitzen Sie denn .8e^n "Ot rns Haus? Sie haben doch einen Haus- ÖtoTtopr !L~ Student (lallend): „Ja, einen Hausschlüssel hab' ich schon, mein Lieber, aber das dazu passende Haus fehlt mir noch!" 5

I , * ermunternd. Jüngst wandte sich ein Pferde-

Nebraska brieflich an einen in der Landeshaupt­stadt Washington wohnenden Geschäftsfreund mit der An- frage, ob er dort Pferde verkaufen könne. Letzterer ertheilte hierauf folgende Antwort: „Die Leute in Washington fahren auf Zweirädern, die Straßenbahnen werden durch Elektrizität betrieben und bei der Regierung werden Esel verwendet. Wir brauchen keine Pferde."

sicher Geizhals hatte einer Predigt beigewohnt, welche die Pflicht der Wohlthätigkeit zum Gegenstand hatte. „Eine recht rührende, ergreifende Prediat" er, als er die Kirche verließ, „ich habe wahrhaftig Lust, betteln zu gehen." y 1 y

* Me Verwerthung des Mekaites. Schwester: „Hast Du auch eine Uhr, stlber-vergoldet?" - Bruder (Stubent)- „Nein — golden — versilbert!"

• r „Sag'n Sie, liebes Kind, sind noch

viel Paisagiere hier m der Sommerfrische?" — „Na, die meisteii san scho' aus'zogen."

* Am Aeftauranl. Gast: „Das Beefsteak ist aber heute so zart und ftin . . ." - Wirth (knurrend): „Natürlich, und 'ch kann imch hier abqualen - der Schafskopf von Kellner hat die Portionen verwechselt!"

Früh am Morgen wurden wir durch ein heftiges Klingeln erweckt. Als ich im Schlafrocke herunter- gmg, um zu öffnen, fach ich den Gendarmen mit ganz verstörtem Gesichte vor mir stehen.

„Wollen sie einmal mit mir aufs Gemeindeland kommen.' stammelte er. „Da liegt eine Leiche, ein lc9 fürchte, er ist ermordet worden. Ein Messer steckt in seiner Brust."

g . der Aerkiner Magistrat „verschreist", geht aus den nachfolgenden, dem Bericht der Deputation zur Be- schaffung der Schreibmaterialien entnommenen Zahlen hervor. iÄ^UtabIhfd)en Zureaus und Anstalten wurden im letzten Geschäftsjahr verabfolgt: über eine Million und 37,000 Bogen und Bnef-Papler der verschiedenen Formate, zirka

Mittlerweile hatte Donald eine Unmenge präva- rietter Platten herangeschlept. P v

„©ine roirb hoffentlich gut werden," sagte er.

Bald brach die ganze Wuth des entfesselten Ge- witters los. Der Donner rollte, Blitze zuckten grell auf. Die Platten waren nacheinander eingeschoben worden, unter Hoffnungen, die Donald mit stolzer Freude erfüllten. Gerade als ich die letzte einstellte sagte er:

„Wollen wir nicht das Gemeindeland ausnehmen 9" und kaum war es geschehen, als ein greller Blitz die Gegend erhellte und ein furchtbarer Donner folgte.

»Bch bm froh, daß es vorbei ist," sagte Donald, sobald seine Stimme nach dem entsetzlichen Geräusch hörbar werden konnte. „Ich möchte nicht noch in so einer Nacht am Fenster stehen!"

„Geh zu Bett, so schnell wie möglich," sagte ich, "jnorgen wollen wir uns die Platten ansehen! Gute Nacht." 1

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Die bereits erschienenen Nummern liefert die Post gegen Zahlung von 10 Pfg. nach.

Ich ging. Des Gendarmen Bericht war nur zu wahr. Auf dem feuchten Grase lag, Haar und Kleider von dem Regen der letzten Nacht besudelt Jean Solenski, der Miether der Villa „Anna", ein hübscher junger Mann, der sich um die Hand Marie Devereuxs, eines der schönsten Mädchen aus dem Dorfe bewarb. Während der Gendarm bei der Leiche Wache hielt, eilte ich zum Doktor, der bei seiner Ankunft mittheilte, daß der Tod schon seit einigen Stunden eingetreten war.

„Gott im Himmel," rief er aus, als er die Leiche betrachtete, „das Messer gehört Gerald Merrilees. Hier ist sein Monogramm!" Und dabei zeigte er uns die Buchstaben G. M. auf dem silbernen Griffe.

Noch an demselben Abende wurde Gerald Merrilees wegen Mordes verhaftet. Er hatte sich gleichfalls um Marie Devereuxs Gunst beworben Der Fleischer des Dorfes sagte aus, daß Merrilees am Abende vorher eine heftige Unterredung mit Fräu­lein Devereux hatte, bei der Solenski's Name mehr­mals erwähnt wurde, und daß Merrilees plötzlich aus dem Hause gestürzt sei mit den Worten:

„Ich schlage ihn todt! Ich schlage ihn todt!"

Dieses Zeugniß und das Auffinden des Messers waren die Veranlassung für Geralds Gefangennahme.

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(Schluß folgt.)

FuldaerWZkitiliig

__________Unterhaltrmgs-Krilage „Sterne und Klwnrrr".

Missionäre und 10 Schwestern in die drei Vikariate entsandt worden. 34 davon, darunter eine Schwester sind gestorben. 4 sind krankheitshalber nach Europa zuruckgekehrt, es bleiben also 49 Missionäre und 9 Schwestern. Die Missionäre wie die Schwestern sind Deutsche, Holländer und Franzosen.

8 zählte die noch nicht zwanzig ^zahre alte Mission ^nnerasrikas 22 Stationen mit 24 681 Getauften, 93 732 Katechumenen, die regel­mäßigen Unterricht erhalten, aber erst nach einer vier- Mrigen Prüfungszeit zur hl. Taufe zugelaffen werden. Mehrere Tausende, die nur unregelmäßig dem Katechis- mus beiwohnen, sind hier nicht mit einbegriffen.

Ein Arbeitsfeld! Welch ein segensreiches Werk, Missionsschüler auszubilden. Für Deutsch-Ostafrika besteht fett 1894 ein Missionshaus dieser Genossen­schaft für Deutsche. Mit 2 Patres, 1 Laienbruder und 12 Zöglingen wurde es in gemiethetem Hause eröffnet, -oetzt ist die Zahl der Zöglinge auf 26 ge- ftiegen. Das Haus bietet zur weiteren Entfaltung der Anstalt nicht mehr genügenden Raum. Da die Gründung und der bisherige Unterhalt der Anstalt nur durch die Gaben des Afrika-Vereins und einzelner mcher Wohlthäter möglich war, so ist Zuwachs von Einnahmequellen zur Erwerbung eines eigenen Heims dringend nothwendig. Mögen die Gebete der Mis­sionare und der Zöglinge, sowie der Frmnde der­selben die christliche Barmherzigkeit weiterer Kreise erwecken, damit es möglich werde, noch im Laufe dieses Wahres ein geeignetes Grundstück zu kaufen

Hm zur Pflicht macht, talentvolle junge Leute, die von Gott die besondere Gnade erhielten, den Beruf für die fernen Missionen in sich zu fühlen, wenn nur irgend möglich, nicht wegen Mangel an Raum ab-