Freitag, den 24. September 1897
24. Jahrgang
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_________UnterhalLungs-SriLage „Sterne und Slnwen".
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zu machen. Er selbst hat zu seiner ZeitLandräth und andere abhängige Verwaltungsbeamte, die auch „Drohnen" waren, gern in den Parlamenten gesehen weil sie so gefügig waren. Und hätte etwa die „Parlamentsherrschaft" ein Ende, wenn lauter „ „Männer des praktischen Lebens" wie Herr D- ^Plötz und Frhr. v. Stumm im Reichstage säßen und der Regierung ihren Willen diktirten? Würde
Betreffend die UeuwaHke« für das Reich und m Preussen sind den,B.P.N/ zufolge bis jetzt noch keine Terminsbestimmungen getroffen worden. Dagegen ist in Aussicht genommen worden, den Reichstag tn der zweiten Hälfte des November, wahrscheinlich erst gegen Ende November, einzuberufen und den Landtag erst in der 1. Hälfte des Januar. Außer dem Budget sollen dem Landtag keine größeren Vorlagen zugehen. Was das Material für den Reichstag anlangt, hört die ,Nat.-Ztg/, daß betreffend die Frage der Vorlegung der Novelle zu den Unfallversicherungsgesetzen innerhalb der Reichsregierung noch kein Entschluß gefaßt sei.
*. Die „Most" ist unter der neuen Redaktion womöglich noch „stummer" geworden als früher. Sie fällt über alles wüthend her, was nicht im Sinne des Scharfmachers ist. Auch kulturkämpferischer wird sie neuerdings wieder. Heute warnt sie die Regierung von der vom Reichstage mit großer Mehrheit be- schlostenen Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes. Werde das Gesetz durchlöchert, so würden die Jesuiten das Verbot der Niederlassung umgehen, indem sie dritte Personen, als Strohmänner dienende Vertrauens-
wegunpen mit einer Aufmerksamkeit,' als sei 'cs das erste Mal, daß er Thee machen sähe.
„Ich weiß nicht, woher es kommt," sagte sie, gefällt Einem, wenn man ge- muthuch zu Hause sitzen kann. Ich denke mir, es ist der Kontrast--"
„yja, wahrscheinlich. Es ist gerade so, als wenn man bei schlechtem Wetter auf Wache kommandirt ist."
„Wie meinen Sie das?"
„Im Seedienst," erklärte der Gutsherr, „gibt es gar nichts Angenehmeres, als bei schlechtem Wetter unter Deck sein zu können "
„Das denke ich,mir auch," sagte Frau Goddard. „Sind Sw oiel auf der See gewesen, Herr Juxon?"
„Dreißig <iahre lang," gab der Gutsherr lakonisch zurück. Die junge Frau sah ihn erstaunt au.
„(Sie wollen doch nicht sagen, daß Sie Ihr ganzes Leben im Seedienste zugebracht haben?"
„Wundert Sie das? Ja, ich habe seit meinem zwölften Jahre auf der See gelebt. Aber ich bin es leid geworden. Es ist ein hartes Leben."
„WarenSiebeiderMarine?" fragte Frau Goddard, froh, endlich einen Anhaltspunkt in seiner Lebensgeschichte zu haben."
„Ja, ich war bei der Marine," gab Juxon zögernd zu. „Dann war ich wieder auf der Universität, "dann abermals bei der Marine. Zuletzt trat ich bei der
^Niederlage Englands in Inner- Indien.
Die Engländer haben in ihren Kämpfen mit den eingeborenen Stämmen am Khaibarpasse auf der Grenzscheide zwischen dem indischen Britenreiche und Afghanistan eine ganz bedenkliche Schlappe erlitten. Eine englische Brigade, die von General ^effreys befehligt wird, wollte nordwärts vom Kabulpasse im Rücken der am Khaiberpasse aufgestellten Afridi-Stämme gegen den Volksstamm der Mohmands vordringen, „feiges und erbärmliches Raubgesindel", wie vorher die indischen Meldungen englischer Blätter sich ausdrückten. Aber die englische Brigade konnte ihre Ausgabe nicht vollbringen. Das angeblich feige Raubgesindel erwies sich stärker als die ^Brigade des Generals Jeffreys, und dieser mußte mit einem Verluste von 9 englischen Offizieren und 129 Mann an Todten und Verwundeten den Rückzug antreten.
Das ist eine böse Schlappe für die Engländer und für ihren Waffenruhm in Indien; und sie werden bedeutende Anstrengungen machen müssen, um bald wieder ihr altes Ansehen bei den eingeborenen Stämmen herzustellen. Denn von einer völligen Unterwerfung des strittigen Grenzgebietes kann jetzt um so weniger die Rede sein, als die indische Regierung vor wenigen Wochen in einem Schreiben an den Emrr Abdurrahman von Afghanistan diesem die bestimmte Versicherung gegeben hat, daß England nur den Aufruhr der Grenzstämme niederschlagen, nicht aber deren Unabhängigkeit antasten wolle. Aber schließ- uch wwd der indischen Regierung nichts Anderes übrig bleiben, als einen regelrechten Krieg gegen diese fortgesetzt unruhigen Grenzvölker zu führen und sie in irgend einer Form zu unterwerfen. Denn sonst werden die Beunruhigungen niemals aufhören.
Früher reichte das britisch-indische Gebiet nicht so hoch hinauf. Dies ist erst der Fall seit dem Jahre 1849, tn welchem Jahre das Reich der Sikhs der Provinz Pandschab einverleibt wurde. Und vorher war es ebenso mit den Sikhs gewesen, wie es jetzt mit, den Afridis, Mohmands ist, oder wie die Stämme sonst noch heißen mögen. , Vorher beunruhigten die Sikhs ihre Nachbarn unaushörlich ebenso, wie es jetzt die Afridis weiter oben thun; und eben zu dem Zwecke, um endlich Ruhe zu haben, mußten die Engländer in aller Form einen Krieg gegen die Sikhs führen und diese vollständig unterwerfen. Es ist ein schwerer Kampf gegen diese wilden Bergvölker. Unversehens, wie der Sturmwind brechen sie aus ihren
Handelsmarine ein und befehligte ungefähr 20 Jahre lang mein eigenes Schiff."
„Wie interessant! Aber dann kennen Sie ja fast die ganze Welt."
''^"öefähr, ja — und doch bin ich am liebsten in Billmgsfield."
»Sie haben mir nie davon erzählt," wandte Frau Goddard beinahe vorwurfsvoll ein, „wie schwer Ihnen der Uebergang vom Seeleben zum Leben des einfachen Landedelmannes geworden ist."
„Es war immer mein Streben gewesen, ein solcher zu werden."
„Aber Sie haben ja gar nichts von dem traditionellen Seekapitän?"
„Das mag sein," erwiderte er gedankenvoll. „Es grät auch in diesem Stande sehr verschiedene Spezies Ich hatte eine Vorliebe für Bücher, und dieser Hang wurde durch die oft jahrelang dauernden Seereisen lehr begünstigt. Mein Stand, meine Erziehung und der zehnjährige königliche Dienst hatten mir außerdem eine andere Richtung gegeben, als man sie sonst unter Seeleuten ,zu sinden gewohnt ist. Haben Sie je eine weite ^Reise gemacht, Frau Goddard?"
»Ich bin über den Kanal gekommen," sagte sie; „aber bitte, fahren Sie doch fort, mir etwas aus Ihrem Leben zu erzählen."
„O nein, das ist alles sehr langweilig," protestirte
Uerfolgt.
Dem Englischen von Marion Erawford nacherzählt von Cora von Schönburg.
‘ ------- (Nachdruck verboten.)
4. Kapitel.
SKn einem kalten Regentage im Januar endlich fand Juxon Frau Goddard alleinzuHause. DiejungeFrau , s^ soeben mit einem Buche am Kamine niedergelassen und freute sich des ungestörten Alleinseins.
„Darf ich für einen Augenblick stören?" fragte er, ln "er geöffneten Thür stehen bleibend.
„Os wäre grausam. Sie bei einem solchen Wetter nicht zu empfangen," sagte sie, „aber Sie müssen fürlteb m^n. ich habe Kopsweh und Nellie ist nicht zu Hause Sind Sie wirklich zu Fuß gekommen?"
»e jA ledem Wetter, mag es sein, wie es keinerlei Umstände und ist mir in feder Beziehung angenehmer."
®ruJlb 'st besonders stichhaltig. — Aber darf ich^lhnen etwas Thee anbieten? Ich wollte, Cte sagten ,,^a , da ich mich selbst danach sehne." f ’rr rp'Qoe werde ich natürlich entzückt sein! Soll ich schellen?"
<y dRarlha brachte das Theegeschirr und
Zrau Goddard stand auf um sich an di? Bereitung des 4,hees zu begeben. Juxon folgte jeder ihrer Be-
Derrtsches Reich.
Berlin, 23. September.
* Den Zufammeuschkuß alter prodrrziren- den Stande, vor allem der Landwirthschast und der Industrie empfehlen die Bismarck'schen ,Hamb Nachr/ insbesondere für die nächsten Reichstagswahlen. Wir hätten gegen diesen Zusammenschluß durchaus nichts emzuwenden, wenn die Empfehlung nicht mit einem recht bedenklichen Kommentar ü<fr= bunden wäre. Es sollen nach der Absicht des Bismarckblattes nämlich die „Drohnen" durch die „Bienen" aus dem Reichstage entfernt werden. „Drohnen" sind alle Leute, die nicht selber Produzenten von Getreide, Webstoffen oder Metallen und „Manner des praktischen Lebens" sind, die , Nichts- als-Konsumenten", die „Gehaltsbezieher im Staatsund Kommunalamt, die Professoren, Pastoren und viele andere Leute." (Die ,Deutsche Tagesztg.', das Organ des Bundes der Landwirthe, die den Artikel ^frgaüglich abdruckt, hat vorsichtig die Gehaltsbezieher, P?jessoren, Pastoren u. s. w. nicht mitzitirt.) Beim Fürsten Bismarck wechseln auch die Meinungen, wie's trifft. Früher hat er den Parlamenten empfohlen, ihren Einfluß gegenüber absolutistischen Bestrebungen geltend
Seitenthälern hervor, machen im Fluge unter Begleitung von Mord und Brand reiche Beute, und dann verschwinden sie ebenso schnell, wie fie gekommen [mb, tn ihre Bergnester, wo ihnen bisher keine europäische Truppe etwas anhaben konnte.
Diese Neigung zu Raub und Plünderung wohnt den unruhigen Gesellen am Kabutpasse und am Khaiberpasse stets inne. Jetzt kommt nun ganz , „„„ UCL yiculctunt, u,ren Minen öitttrten* EFES 2RT «r*
DoUe Etwas hangt nut einer Bewegung zusammen. Dem Fürsten Bismarck ist eine Parlamentsberrsck^" 9”6en .W" 3«™ -°ht. fd>m gan'j «d)t,
Blutbezeil und Glanzperiode er will Daß „Männer des praktischen Ledens" wie des Mohamedantsmus tm Anzuge, etngeleitet durch er sie sich denkt die Bekämvfuna nnb Urtfrfm'hGrft
Steg der Türkei über Griechenland; und dii machung de?
scbas/'"di^Ä-^?b^,. England für die Gegner- betreiben würden, als die „bisherigen Volksvertreter Dieses der Türket Ni derselben griechischen aus dem Reiche der Drohnen und des Streberthums" bewiesen hat. Und daß dieses Umstandes wird ihm Herr v. Stumm ohne Weiteres glauben' andere Leute sich freuen denen das Vorwärtsdringen Andere Leute sind aber sehr zweifelhaft ob in diesen der Engländer tn Mittelasien etn Greuel ist, das ist Dingen das Urtbeil des dürften .
» ZT«?? bie .^stille. Gelegenheit'für dies'e t^T der
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noch kein? F^ud^g mach?°^ ®”9lanbern bisher entsprechenden Kompensationen Ansicht auf Erfolg U) tyreuoe gemacyr. | haben. Aber warum wendet man sich denn nicht an
den Reichstag oder nimmt den bereits vorliegenden Reichstagsbeschluß an? Man hat doch ein Versprechen gegeben.
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Mit einer Beilage.
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