LL Jahrgang
Mittwoch, den 8. September 1897
sur oie
L5berg wohl mahnen mrch zu aller Zeit
W°ge- September 1838.
Jegliche
theidigen. — Andere meinen — und hier begegnen sich konservative und liberale Blätter — Fürst Bismarck, der seinen alten Groll noch immer nicht überwunden habe, sei wieder in recht bitterer Stimmung, gegen die Regierung und den Kaiser und ärgere sich über die Konservativen, weil sie ihm nicht mehr Helsen, die Unzufriedenheit und Verstimmung nachdrücklicher geltend zu machen; die nächsten Wahlen sollten ihm eine Genugthuung verschaffen und eine Art Antwort auf seine Entlassung sein. Wenn die Wahlen auch schwerlich ihren Verdruß über die Entlastung Bismarcks noch nachträglich Ausdruck geben werden, so sprechen doch bis jetzt alle Anzeichen dafür, daß Fürst Bismarck insofern seine Revanche haben wird, als die Wahlen eine bisher beispiellose Verurtheilung der ganzen gegenwärtigen Regierungspolitik bedeuten werden. Die Mißstimmung, Verbitterung und „Reichs- Verdrossenheit" ist indeß schon ohnehin so stark und allgemein, daß es der Nachhilfe des Fürsten Bismarck gar nicht mehr bedürfen würde, um ein Plebiszit ;egen die heutige Regierung zu erzielen.
Wo in Bayerns Auen mit waldigen Hohen Sich der Kreuzberg erhebt, der König der Rhün, Wo die Lüfte so klar und so hell und so rem. Wo wir freudig den purpurnen Morgenschetn, Wenn die Tiefen noch ruh'n, schon begrüßen. Und Frankonia's Städte, so fern und so klein
Ringsum zerfließen.
Da empfingen im Kloster die geistlichen Herrn Mich reisenden Studio freundlich und gern. D'rum ergriff ich die Feder, eilig bereit. Und habe dies Blatt der Erinnerung geweiht Zum Dank für die köstliche Pflege: An den Kiew"-----" — “*
Deutsches R^ch*
Berlin, 7. September.
* Der Reichskanzler hat der .Detmolder Landesztg/ zufolge den Wortlaut des Schiedsspruches in der Lippischen Regentschaftsfrage den Bundesregierungen zugehen lassen mit der Mittheilung, daß der Schiedsspruch einstimmig gefaßt worden sei. ,
* Staatssekretär Rosadowsky begibt sich morgen nach Bremen, um einer Schiffsaufnahme beizuwohnen. Wie die ,Nordd. Allg. Ztg/ betonen zu sollen glaubt, ist dies der einzige Zweck seiner Reise.
* Unterstaatssekretär Dr. Iischer hat der ,Vost. Ztg/ zufolge schon vor längerer Zeit sein Entlassungsgesuch eingereicht. Wie das Blatt nun hört, ist ihm der Abschied bewilligt und zu seinem Nachfolger der Direktor der ersten Abtheilung des Reichs-Postamts Fritsch ernannt worden.
* Ueber den Legationsrath Dr. Karuarm hat die ,D. Tagesztg/ eine falsche Nachricht in die Welt gesetzt. Es wird ihr aus Kreisen, die dem genannten Herrn nahe sieben, mitgetheilt, daß Dr. Hamann erst am 1. August seinen Urlaub angetreten habe.
ft Der KisenöaHr, Minister hat infolge der jüngsten Eisenbahnunfälle eine besondere Kommission mit der Prüfung der betriebssicherheitlichen Einrichtungen auf besonders gefährlichen Punkten und Strecken der Eisenbahn und mit der erneuten Revision der allgemeinen und für die Sicherheit des Betriebes erlassenen Vorschriften beauftragt. Auch hat er sämntt- liche Eisenbahndirektionen dem ,Berl. Tagebl/ zufolge angewiesen, den Beamten die genaueste und peinlichste Beachtung der Vorschriften erneut einzuschärfen und
Bis ihr werdet ungefährdet Einst zur ew'gen Heimath ziehen.
Fremdenbuch 1888.
Herzlicher Empfang wird Jedem bereitet; es wird nicht gefragt: „Bist du Bayer oder Preuße, bist du Katholik oder Protestant?" — Jeder wird mit einem Grüß Gott!" empfangen und bei Jedem herßt es: "Sans uns willkumme!" Man liest im Fremdenbuche:
Im Regen kam ich gestern an Bei hoher Kreuzbergspforte, Und schnell ward mir da aufgethan Mit freundlich liebem Worte. g
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Es regnete, die Luft zog kalt.
Doch um so wärmer ward ich ausgenommen,
das Bismarck gekennzeichnet hat, zu erkennen. Man hält regelmäßig zu der Meinung, von der man sich den meisten Vortheil verspricht, west man sich oben damit lieb Kind machen kann. Der ,Relchsbote, der längst mit Stöcker zerfallen ist, kann nicht umhin, die Vorwürfe des ,Volk' in etwa anzuerkennen. Er wünscht dringend, daß die konservative Partei sich die Angriffe des Fürsten Bismarck „und seiner chnstlich- sozialen Mitkämpfer« Anlaß zur Selbstprüfung werden lasse, und mahnt sie, doch nicht weiter die Rolle einer spezifischen Jntereffenpartei zu spielen, der sie dann ihre jetzige bedrängte Lage zu verdanken habe. Das habe ihr auf der einen Seite erbitterte Feindschaft zuqezoqen und auf der andern habe es enttäuschend gewirkt, weil die Forderungen, für die man lahrelang alles einsetzte, sich als undurchführbar oder unerreichbar erwiesen hätten. Sobald eine Partei anfange, spezifische Jntereffenpartei zu werden werde ste einseitig, gereiche auf extreme Wege und komme dort zu Fall Derartige Mahnungen hat der Reichsbote schon oft an seine Freunde gerichtet, ohne daß es etwas genützt hat. Sie können aber nicht anders, einmal weil es in ihrer Natur liegt und zweitens weil sie schon so weit gezogen sind, daß sie nicht mehr zurück können, ohne die eigene Existenz zu gefährden.
Was hat Fürst Bismarck aber mit fernen Kundgebungen beabsichtigt? Hat er „sich nichts dabm gedacht" und nur so arglos dahergeplaudert, oder hatte er einen bestimmten Zweck? Das erste traut man dem alten Diplomaten nicht zu. Man vermachet, er wolle den Bund der Landwirthe, dessen Vorstand noch lungst bei ihm zu Gaste war, gegen die Antisemiten unterstützen. Diese Vecmuthung erhielt neue Nahrung als am Montag in der ,Deutschen Tgztg/ ein Artikel de. Grafen Schwerin-Schwerinsburg über die Partei der Zukunft erschien. Darin wird ausgefuhrt daß der Bund der Landwirthe schon jetzt eine politische Partei fei es noch mehr werden werde und überhaupt die Partei der Zukunft sei, in welche die jetzt be reundeten Parteien aufgehen würden. Vorläufig sollen ja der Besitzstand dieser Parteien geschont werden, wenn sie Kandidaten aufstellten, die die Bundesforderungen anerkennen; geschehe das nicht, so müsse der Bund schon jetzt schon an eigene Kandidaten denken. Die -Deutsche Tgsztg/ erklärt zwar, daß sich die „beachtenswerthen Auseinandersetzungen nicht allenthalben mit ihren eigenen Anschauungen deckten", und versichert nachträglich, daß der Artikel mit den Aeußerungen Bismarcks in keinem Zusammenhänge stehe, vielmehr schon geraume Zeit vorher eingesandt worden sei, und es dem Bundesvorstände bei seinem Besuche m Friedrichsruhe nichts ferner gelegen habe, als von Bismarck Hilfe gegen die Konservativen zu erbitten, allem das Behagen über die Aeußerungen vermag sie offenbar nur schwer zu verheimlichen; hat sie sich doch auch gar keine Mühe gegeben, die Konservativen zu ver-
Hier an heil'ger Stätte suchend Für die Seele Trost und Gnaden;
Ob sie von des Amts Beschwerden Ruhe suchen und Erlösung, Oder für des Leibs Gebresten Heilung, Stärkung und Genesung;
Ob sie leicht mit Jugendfrische Erstlings diesen Berg erklommen, Oder schon gebeugt am Stabe Letzten Abschied hier genommen,—
Allen, allen Gruß und Willkomm Auf des Kreuzbergs grünen Matten, Frieden, Segen, Gnade, Heilung In des Kreuzes heil'gen Schatten.
Allen, allen sei gewähret Gasffreundschaft in unfern Mauern, Die gleich Berg und Kreuz und Kloster Mög' Jahrhundert' überdauern.
Ruhet aus in unserm Stübchen, Dehnt und streckt die müden Glieder, Leert die Gläser frischen Trankes. — Bruder Pförtner füllt sie wieder.
Steigt dann auf zum heil'gen Kreuze, Schaut hinab in's schöne Franken, Schwinget euch aus nicht'gem Treiben Auf zu heiligen Gedanken!
Zeichnet ein dann eure Namen, Euch und uns zum Angedenken, — Zieht dann weiter, und Gott möge Allzeit eure Schritte lenken; —
Lenken auf den rauhen Pfaden Durch des Lebens Kampf und Muhen,
& Fürst Bismarck und die Konservativen.
Daß Fürst Bismarck mit seiner Kritik der Konser- wativen diesen einen schlechten Dsenst erwiesen hat, darüber ist Freund und Feind einig. Die Liberalen, die augenblicklich wenigstens in ihrer Kampfeslust gegen feie Konservativen einig sind, tnumphiren, Fürst Bismarck Lsorae ihre Geschäfte aufs Beste und liefere ihnen die schneidensten Waffen; ste brauchten ferne Aeußerungen nur drucken zu lassen und hatten dann die wirksamsten Wahlflugblätter. Ohne Zweifel wer^ sie ba§ auch thun, und wenn man auf konservativer Seite die Miene anzunehmeu sucht, als fürchte man sich davor nicht, so ist der ,Reichsbote' aufrichtiger wenn er wieder und wieder lammert daß sich der verehrte Fürst Bismarck zum Bundesgenossen fees Liberalismus gemacht habe. Auch die übrige konservative Presse verräth schon durch ihr lautes Klagen, daß fie sich vor den Wirkungen der Bismarck schen Herzensvergunstungen fürchtet, zumal sie sich gar nicht verhehlt, daß die^konseroative Partei im Lande sehr unbeliebt ist Daß der Exkanzler trotz aller Verehrung und Dankbarkeit, die die Konservativen ihm bis heute bewiesen, und trotz des Eifers, mit dem feine Politik durch dick und dünn unterstützt haben jetzt fo gegen sie auftritt, ist für sie sehr -schmerzhaft Die ,Kons. Korr.' möchte am liebsten immer noch „bezweifeln", ob der Verherrlichte wirklich so gesprochen habe, aber der Zweffel will nicht recht aufkommen und so bedauert sie die A-uß-rungen um so lebhafter. Ein Körnchen Wahrheit laßt sie m derselben gelten, nämlich daß Unlust zu politischer Arbeit in konservativen Kreisen sich bemerkbar mache; sie selbst habe das wiederholt beklagt. Aber alles andere befreitet sie, besonders daß die Konservativen die Begriffe konservativ und gouvernemental verwechselten. Desgleichen sucht die ,Kreuzztg/ hauptsächlich diesen Vorwurf zu widerlegen. Man beruft sich darauf, daß man doch in den letzten Jahren kräftig Opposition gemacht habe. Als wenn die? Oppositionsgebahren nicht gerade für Bismarck spähe! Was hat es denn für einen Grund und Zweck? Nicht um die Wahrung von Grundsätzen handelte es sich dabei, sondern man fühlte seine materiellen Interessen nicht ausreichend berücksichtigt; man trieb Opposition aus ganz ge- m5ÄSnl6.teu*ltt M MW MT feie gerühmte „Selbstständigkeit" der Kon ervativen indem es daran erinnert, daß sie im Kulturkämpfe, in der Sozialreform, in der Frage des Sozialistengesetzes in der Handwerkerfrage usw. mit derselben Begeisterung heute für dies, morgen für das Gegen- theil eingetreten sind, je nachdem sich oben die Um -schauungen geändert hatten. Das ist sehr wenig von Grundsätzen, aber sehr viel von dem Streberthum,
Ais dm Kkmdmdiichmi dn LH»«.
Von Fr. Henze.
17 ------- (Nachdruck verboten.)
Zu Gebet und Arbeit ruft also das Glöcklein die Mönche. Aber für den Wanderer, der müde den -Pfad emporkeucht, feer bei Nacht und tm Nebel den Weg verlor, der sich verirrte im wetten Walde, da fingen die Glöcklein und rufen:
O kommet, wir wollen dem Müden
Tafel bereiten, ihn betten in Frieden. ' 1. Juli 1828.
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Denn das Kloster beut Gastfteundschaft Jedem, feer sie begehrt. Es ist ein Hospiz, und Willkommen hat es für Jeden, hinter dem die Klosterpforte sich geschloffen hat. So lautet denn auch die Widmung, welche das Kloster dem Fremdenbuche des Jahres 1888 woransetzte:
Willkommen!
Fest gegründet, weithin schauend ।
Sieht des Kreuzes heilig Zeichen, Gruß und Willkomm Allen bietend. Die den Kreuzesberg besteigen.
Ob von Osten oder Westen, Ob von Süd und Nord sie kamen, Ob sie fchlichte Wandersleute, Ob sie trugen hohe Namen; —
Ob ste kamen, von des Lebens Noth und Sorgen schwer beladen.
FilldaerWZcitlilljs
mit Nuterhaltungs-Hritage „Sterne und Klumru«._________________