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Montag, den 6. September 1897
21. Jabraano
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mit Nntrrhaltungs-Keilage „Strrur und Kiumrn"
** Aus dru Frmdeubüihtru der Wu.
Vater-
1822
1822.
von Filke ist eine Komposition im großen Stile und voll von Schwierigkeiten. Es war ein Genuß diese hochdramatische, in mächtigem Pathos die schöne Dichtung deklamirende Komposition. Zu Ehren des anwesenden Komponisten kam außer Programm an diesem Abend auch der effektvolle gemischte Festchor von Mitterer, der am Begrüßungsabend so sehr gefallen hatte, zum Vortrag und rief erneuten Beifall hervor. Die Pieren der Militärmusik fanden so beifällige Aufnahme, daß auf Verlangen wiederholt Zugaben gespielt werden mußten. Es war ein schönes Fest, das die gastfreundliche Stadt Landshut zum Abschied ihren Gästen noch bereitet hatte und zu dessen ^gelungener Durchführung besonders auch die unermüdlichen Sängerinnen und Sänger das Ihrige beitrugen.
Die von der Generalversammlung angenommene Nefolirtio« üver die H>reffe hat folgenden Wortlaut, den wir der allgemeinen Beachtung empfehlen: „Da die sogen, parteilosen Blätter in Wirklichkeit nicht parteilos sind, sondern vielmehr dem Centrum oft entgegentreten, da sie ferner in ihren Feuilletons vielfach Lehren und Gebräuche der katholischen Kirche angreifen, in ihren Tagesneuigkeiten den Lesern die Skandalgeschichten der Großstädte pikant erzählen, in ihren Inseraten oft zweideutig und selbst in schlechtem Sinne unzweideutig sind, so warnt die 44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands vor diesen Preßerzeugnissen. Kein Katholik, dem Glaube und Unschuld für sich und feine Familie lieb ist, darf ein derartiges farbloses Blatt in seinem Hause dulden. Auch durch Inserate oder durch lokale Mittheilungen können solche Blätter ohne Verrath an der katholischen Sache nicht unterstützt werden. Dagegen empfiehlt die 44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands allen Katholiken die 'katholische Presse, die aus dem Boden des Centrums steht. DurchAbonnement, kurze lokale Nachrichten, Inserate, fleißige Empfehlung :c. soll jeder Katholik zur Verbreitung der guten Presse beitragen. Auch in allen Wirthshäusern, Bahnhöfen, Restaurants, Gasthöfen rc. soll jeder Katholik nach einer katholischen Zeitung fragen. Nur durch thatkräftige Unterstützung wird die katholische Presse immer mehr leisten können."
Die schönen Tage des Landshuter Katholikentages, d. i. der 44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, sind vorüber und der herrliche Verlauf derselben hat gewiß jeden Theilnehmer hochbefriedigt. Hochideale Güter sind es, die da von hervorragenden katholischen Männern aus Süd und Nord, Ost und West, aus allen Gauen Deutschlands und darüber hinaus zusammengetragen wurden behufs gegenseitigen Austausches, behuss Mittheilung an alle Gutgesinnten, behufs Verwerthung im praktischen Leben. Ein solcher
Am südlichen Ende der Rhön, im bayerischen Lande, -wenige Meilen von Kissingen entfernt, erhebt sich der Kreuzberg. Weithin glitzern die vergoldeten Balken des mächtigen Kreuzes, das sich bis 25 m über den G'pfel erhebt; and weithin leuchtet das Kloster, einladend zur Ruhe und feierlichen Rast. — Gar rauh rst's droben auf der Höhe, stets streicht ein kühler Wind über die Kuppen hin. Selbst den Bäumen und Sträuchen will's dort wenig behagen; verkrüppelt winden pe sich am Boden entlang, hier vor den rauhen Stürmen Schutz zu suchen. An der den Herbst- und Wmterstürmen zugekehrten Seite sind sie ästeleer. Belm ersten Anblick scheint es, der Sturm sause durch die Wipsel hin, den Stamm beugend ynd die Zweige Mit sich reißend; und doch ist Grabesstille rings umher; man hört nicht Sturmesheulen und Blätterrauschen. Die Zweige vom Sturme zerzaust, der Stamm vom Wind verdreht, das ist hier oben das Angesicht von Busch und Baum.
Ein Lug-ins-Land ist nun der Kreuzberg, diese ssurmumtoste Kuppe; eine unbeschreiblich schöne Rund- slcht bietet sich dem Auge. Weit schweift der Blick
Austausch von Meinungen, Erfahrungen und Rathschlägen edelgesinnter Männer ist besonders gegenwärtig, wo finstere Mächte durch einen rücksichtslosen Radikalismus an der bisherigen guten Gesinnung eines großen Theiles der Bevölkerung unseres engeren und weiteren Vaterlandes ihr unheilvolles Werk ausüben, von nicht zu unterschätzendem Werthe. Der Landshuter Katholikentag wird auf den Lauf der Dinge unzweifelhaft eine vortheilhafte Nachwirkung ausüben. Das Gefühl der Gemeinsamkeit wird mächtig geweckt und spornt zur Einsetzung der Kraft eines Jeden, auch des Schwächsten, an. Das Gefühl der Gemeinsamkeit kam auch prägnant zum Ausdrucke in dem herzlichen Empfange, der allen Gesinnungsgenossen aus allen Zonen zu Theil wurde, und besonders unsere norddeutschen Brüder, welche ihren Fuß zagend in die niederbayerische Kreishauptstadt setzten, werden ihren Landsleuten zu Hause nunmehr gerade das Gegentheil von dem erzählen können, was eine gewisse Presse vor dem Katholikentage in nicht zu verkennender unlauterer Absicht in die Welt hinausposaunte. Und damit wäre auch eine der Hauptaufgaben des Katholikentages glänzend gelöst: Förderung des katholischen Bewußtseins!
Das Weltall liegt uns hier zu Mißen; Auf Wald und blumenreichen Wiesen, Auf hundert Dörfern ruht der Blick; Das Auge ruht auf tausend Auen, — Kurz, die Natur läßt sich beschauen Als Gottes großes Meisterstück.
fc,-..» .„ Äwujbcrj, 17.
Weiter liest man:
Du Riese der Rhön, Nun sei uns gegrüßt! Wir freu'n uns der Höh'n, Die der Himmel geküßt.
Ein Loblieb ertön' Aus jubelnder Kehl! Es ist hier so schön! Wie freut das die Seel!
Balsamisches Weh'n
Umftrömt deinen Rück;
Dein fels'ges Genick Läßt weit aus uns seh'n.
Gar herrlich zu schauen
Bon hier ist die Welt: Wälder und Auen Und Wiese und Feld.
Kreuzberg, 7. Juli 1839.
44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands m Landshut.
(Nachtrag.)
Landshut, 4. September.
Am Mittwoch Nachmittag 2 Uhr fand sich zur Konferenz der Nincentinsvereine sine große Zahl Mitglieder des Katholikentages und darunter viele Angehörige auswärtiger Vincentius- vereine in der städtischen Krippen- und Vincentius- anstalt ein. Nach einem Rundgange und eingehender Besichtigung sämmtlicher Räume unter Leitung des derzeitigen Vorstandes, Herrn Grafen von Spreti, theilte derselbe eine kurze Geschichte der Thätigkeit des Vereines mit. Er betonte hiebei ganz besonders, daß die ersprießliche Thätigkeit ohne die jederzeit opferbereite Unterstützung von Seiten der Gemeindevertretung nicht möglich gewesen wäre und lobte ganz besonders das rege Zusammenarbeiten der öffentlichen Armenpflege mit den Vorständen des Vincentius- vereines. Hierauf gab ein Mitglied des Vincentius- vereines von Berlin seiner Freude über den Erfolg des biefigen Vincentinums Ausdruck und referirte über die Thätigkeit der Berliner Konferenzen. Auch von Halle a. S. brachte ein Herr Grüße und bemerkte, daß auch dort zur Hintanhaltung doppelter Unterstützungen und Ausnützung der Privat-und öffentlichen Armenpflege die Vincentiusvereine in eifrigem Contakte mit der dortigen öffentlichen Arrnenverforgung stehen. Herr Stadtpfarrer Knoll von München führte noch aus, daß es namentlich in größeren Städten sehr nothwendig sei, eine Aufsichtsstelle für Kinder während der Freizeit von der Schule zu gründen, da die Eltern meistens leider durch Arbeit und Aufsuchens des noth- wendigen Verdienstes zur Erhaltung der Familie an der Ueberwachung ihrer Kinder behindert seien. Von Seite des Herrn Grafen v. Spreti wurde diese Anregung dankend entgegengenommen. Hierauf dankte der Graf den Anwesenden für den die Anstalt ehrenden 'Besuch und lud dieselben ein, unter seiner Führung auch die Marienanstalt und die von dem Custos Herrn Vilsermeier hier gegründete Pflegeanstalt zu besuchen.
Das Gartenfest tm Nrantkgarten, welches die Stadt zum Abschied den Festgästen bereitete, fand unter den günstigsten Umständen statt, da der schöne Abend zu einem Gartenfeste wie geschaffen war. In hellen Schaaren strömten denn auch Festgäste und Einheimische in den hübsch dekorirten Prantlgarten. Die Notabeln der Festversammlung, darunter das ganze Präsidium des Katholikentages und des Lokal- Komitee's, hatten sich in der reichgeschmückten Halle niedergelassen. Vom Musikpodium her ertönten die Klänge des Marsches „Einzug in dieHeimath". Das gewählte Programm bot in den darauf folgenden schönen Chören großen Genuß. „Lobgesang zum Herrn" für Männerchor mit Instrumentalbegleitung
Von Fr. Henze.
------- (Nachdruck verboten.)
Auf dem Kreuzberg.
in die Lande hinaus, nach Hessen, Thüringen und Franken hinein. — Nach Norden und Nordosten übersieht man die langgezogenen Bergesrücken der hohen Rhön, aus denen Pferdskopf und Eube, Wasserkuppe und Heidelstein, Himmeldankberg und der Schasstein bervorragen; an klaren Tagen erblickt man in weiter Ferne die breite Gestalt des Brockens Im Osten erscheint der Thüringer Wald mit dem Beerberg und dem Jnselsberg, dem Dolmar bei Meiningen und dem Gleichenberg. Nach Süden schaut man hinab in das Thal der fränkischen Saale, schaut unzählige Dörfer und Weiler, schaut die blitzenden Dächer von Kisfingen, Schloß Saaleck und die Veste Trimburg; noch weiter erblickt man die Berge bei Würzburg, den Steigerwald und Spessart. Im Westen aber sieht man den Dreistelz und den Volkersberg, die beiden Auersberge und das Dammersfeld, bis weit in der Ferne Vogelsberg und Taunus die Aussicht beschließen. Ein schönes Stück vom deutschen lande überschaut man vom Kreuzberg!
Gar oft ward dieser Ausblick besungen; ward geschrieben:
Deutsche MlgerfaHrt zum Graße des selige« Netrus Kanifms in Ireiöurg (Schweiz)
im Anschluß an die 44. Geueralversammlunq der Katholiken Deutschlands.
Vom ersten bis letzten Redner des diesjährigen Katholikentages wurde in den Haupt- wie in den Nebenversammlungen dem Gedanken Ausdruck verliehen, daß die diesjährige Tagung im Zeichen des zweiten Apostels Deutschlands, des seligen Petrus Canisius, stehe. Mußte, namentlich aus äußeren Gründen, von einem Sonderzuge für die Pilger zum Grabe des seligen Petrus Canisius abgesehen werden, so erlitt die Begeisterung doch keinerlei Beeinträchtigung. Am Mittwoch den 1. September versammelten sich die Pilger im Rathhaussaale in Landshut unter dem Vorsitz des Monsignore Geiger-München, um die nötigen Informationen entgegen zu nehmen. Die Fahrt von Landshut nach München wurde dem Err messen der einzelnen Theilnehmer überlassen. De- Sammelpnnkt der Pilger war das katholische Kasino m München. Als Leiter des Pilgerzuges wurden die Herren Präses Mehl er-Regensburg, Domkapitular Graf Lippe-Wien und Pfarrer Jüttner-Riet- schütz (Schlesien) gewählt. Zum Ehrenpräsidenten wurde Herr Legationsrath v. Kehler ernannt. Das Ziel des ersten Tages war Einsiedeln.
Begrüßungs-Versammlung in Freiburg im Breisgau.
Die freundliche Bischofsstadt Freiburg am Fuße des Schwarzwaldes war der Sammelpunkt für die Pilger aus Baden und diejenigen aus Nord- und
Auf des Kreuzbergs Höhen, da blickten wir rund Und sahen mit entzücktem Auge, wie kraus und bunt Städt' und Dörfer, Weiler, Flecken, Berge und Auen Weit in der Ferne prächtig zu schauen.
Kreuzberg, 3. Junt 1893.
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Hier gewesen — Umgeschaut, Viel gesehen — Sehr erbaut!
17. April 1892.