JE 198 Dienstag, den 31. August 1897 21. Jahrgang
FuldanMZeitliiig
mit Unterhaltungs-Srilage „Sterne ««d Kimme««.
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44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands Landshut.
Land shut, 30. Aug.
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Zunächst sei noch nachgetragen, daß auch der „Verein katholischer Edelleute", wie schon öfters so auch dieses Jahr wieder gelegentlich des Katholikentages eine Zusammenkunft dahier abgehalten. Am Freitag (27. August) fand bereits eine einfache, gesellige Zusammenkunft im Cafe Fischer statt. Reden wurden nicht gehalten. Samstag fanden für die verstorbenen Mitglieder Seelenmessen statt. Um 10 Uhr fand im Rathhaussaal die Generalversammlung statt, von Baron von Pfetten-Arab geleitet. Da der Referent über den sel. Canifius, Frhr. v. Wam- bolt, verhindert war, fiel das Referat aus. Reichsrath Freiherr v. Soden sprach über die Erziehung in adeligen Familien, v. Grand-Ry über christliche Charitas, Frhr. v. Pfetten über die sozialen Pflichten des Adels in der Gegenwart. Nachmittags 3 Uhr -führte ein familiäres Essen die Mitglieder nochmals .zusammen. Die Stadtverwaltung hatte in liebenswürdiger Weise dem Verein jede Förderung zu Theil werden lassen, sie war auch durch den rechtskundigen Bürgermeister Marschall und den 1. Vorsitzenden des Gemeindekollegiums Grafen Sprati vertreten.
Am Samstag Nachmittag fand die Generalversammlung des Augustinusvereins zur Pflege der katholischen Presse statt, die gut besucht war. Ihre Verhandlungen entziehen sich der Oeffent- lichkeit.
Gestern Abend um 8 Uhr begann in der reich dekorirlen Festhalle die
Begrührmgs-Aersammktmg.
Zu derselben war der Andrang sehr stark, besonders nahmen viel Damen daran theil, desgleichen zahlreiche hervorragende Parlamentarier, Adlige, Geistliche, auch vom Auslande. Eine Militärkapelle und Liedertafel verschönten die Feier durch Musik- und Liedervorträge.
Der Präsident des Lokalkomitees, Regierungsrath Freiherrr v. Aretin, begrüßte die Versammlung mit dem katholischen Gruße und hieß sie herzlich willkommen in der alten Dreihelmenstadt. Er führte .aus, daß die Freude über die Nachricht, daß die Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in diesem Jahre hier in Landshut abgehalten werden sollte, groß war, die ganze Bevölkerung, insbesondere die städtischen Behörden alle Kräfte daran setzten, um den lieben Gästen den Aufenthalt während der Dauer der Versammlung so angenehm als möglich zu machen. Die Stadt Landshut könnte nicht viel bieten, aber freudiger würden die Gäste nirgends willkommen geheißen. Er hoffe, daß die Arbeiten der Versammlung gesegnet seien. Es sei das erste Mal, daß die Katholikenversammlung in Niederbayern tage.
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Von Fr. Henze.
11 ------ (Nachdruck verboten.)
Man findet in den Fremdenbüchern geschrieben:
Einkehr.
Ein Dörfchen kenn' ich in der Rhön,
Einsam am Bergeshange, Seit Ostem hab ich's nicht geseh'n, — Wie ward die Zeit mir lange!
Fort aus dem engen Stadtreoier, D'rauf Rauch und Nebel hangen. Die liebe Rhön, sie rufet mir, Nach ihr steht mein Verlangen. —
Ein Häuschen steht im Dörfchen drin. Den Hirsch führt' es im Schilde, Da könnt' ich nie vorübergehn. Blieb steh'n vor diesem Bilde.
Im Häuschen drin mir's wohl gefiel. Da war ein heimlich Stübchen, — Im Winter warm, im Sommer kühl. Was willst du mehr, mein Bübchen?
Im Stübchen drinnen, blank und rein. Da ließ es sich gut hausen;
Kaffee gab's, Schnaps und Bier und Wein, Was Gutes auch zum Schmausen.
Oft kam ich an erhitzt und matt,
Da regten sich viel Hände, Bis trocken ich, geruht und satt, — Des Sorgens war kein Ende.
In diesem Jahre wurden zwei Jubiläen von Männern gefeiert, die zum Lande Bayern in besonderen Beziehungen standen: das des sel. Petrus Canifius und dasjenige des Herzogs Max I. von Bayern, der im Todesjahre des sel. Canifius geboren wurde und im dreißigjährigen Kriege in Treue festhielt an seinem Gott, seinem Kaiser und seinem Volke. Redner schließt mit einem Hoch auf den Papst, das stürmisch ausgenommen wurde. Die Versammlung sang darauf die Papsthymne.
Bürgermeister Marschall von Landshut, stürmisch begrüßt, heißt die Gäste herzlich willkommen. Die Bürgerschaft fühle sich hoch geehrt und erfreut über den Besuch. Er wünscht der Versammlung besten Erfolg und bittet, zu entschuldigen, was an der Vorbereitung noch mangele. (Widerspruch.) Die kurze Zeit zur Vorbereitung sei jedenfalls nach Kräften ausgenützt worden. (Beifall.) Die Bevölkerung Niederbayerns, die leider wirthschaftlich darniederliege, brauche den Segen einer solchen Versammlung. Landshut habe auch Anspruch darauf wegen seiner großen Vergangenheit. (Beifall.) Landshut habe sich stets ausgezeichnet durch seine treue Anhänglichkeit an den katholischen Glauben und an das Haus Wittelsbach, das ebenfalls stets dem Glauben treu geblieben sei. (Beifall.) Redner schließt mit einem stürmisch ausgenommenen Hoch auf den Prinz-Regenten. (Beifall.) Die Versammlung singt die Königshymne.
Gymnasial-Professor Amsdorf vom Lokalkomitee lenkte den Blick auf das gesammte Vaterland. Aus Mißverständniß und Haß streite man den Katholiken vielfach die Vaterlandsliebe ab, obwohl sie diese in Zeiten der Gefahr genügend bewiesen hätten und sich an Vaterlandsliebe von Niemand übertreffen ließen. (Lebhafter Beifall.) In dieser Hinsicht würden sie sich auch für alle Zukunst bewähren. Gerade die unbedingte Achtung, die die Katholiken vor der von Gott gesetzten höchsten Gewalt hätten, mache sie zu Hütern des Palladiums der Autorität in diesen schweren Tagen, wo finstere Mächte an den Grundfesten des Staates und der sittlichen Ordnung rütteln. Die strengste Pflichterfüllung gegen das Vaterland und dessen von Gott gesetzte Lenker und Führer sei ihnen Herzens- und Gewissenssache. (Lebhafter Beifall.) In dieser Gesinnung blicke man in dieser Stunde auf zu jenem Herrscher, der an der Spitze hoher Verbündeter in unvergleichlicher Pflichttreue und rastloser Thätigkeit für des Reiches Wohlfahrt seines Amtes walte, auf Kaiser Wilhelm II., der als ein Friedensfürst in des Wortes schönster Bedeutung nach außen wie nach innen walte, der seine Fürsorge allen Klassen und Berufen angedeihen lasse. (Beifall.) Jede christliche Seele müsse es erfreuen, daß der edle Monarch ein Vorbild für jeden Bürger sei, indem er stets unzweideutig seiner christlichen Lebensauffassung Ausdruck gebe. (Lebhafter Beifall.) Wir fühlten uns eins mit dem durch schwere Opfer wieder-
Und sind von Hitz' und raschem Lauf Zerschlagen meine Glieder, Steig' ich die steile Stieg' hinauf, Leg' mich "zur Ruhe nieder.
Da wecket mich kein Kikeriki Am frühen, hellen Morgen, Ich wenigstens, ich hört' es nie. Ich schlief ja ohne Sorgen.
Und halt' ich mich schön ausgeruht, Sollt' weiter es mich treiben. Bekam ich wieder frischen Muth, Zu wandern? Nein, zu — bleiben.
Abtsroda, 1878. ♦ * *
Nach Abtsrod' gekommen. Ward Herberg genommen Bei dem Hirschenwirthen. Wie sie sich da aufführten. Können alle bezeugen; Doch will ich verschweigen, Was sie da verzehrten. Wie viel Glas sie leerten. Und jetzt — o Schmerz und Leiden! Wir von Abtsroda scheiden.
Abtsroda, Juli 1877. ♦ ♦ ♦
Alles Lob der Wirthschaft hier, Gut der Wein und frisch das Bier, Speisen echt, froh der Empfang: Unserer Wirthin besten Dank!
Milseburg, 3. September 188».
gewonnenen deutschen Vaterlande, im Gefühl der Treue zu Kaiser und Reich. (Lebhafter Beifall.) Redner schließt mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Die Versammlung singt: „Deutschland, Deutschland über alles."
Darauf folgten Musikvorträge, abwechselnd mit Ansprachen von Gästen, die Grüße überbrachten, darunter Abg. Singens, ein alter Versammlungsveteran, der Grüße aus Aachen übermittelte. Weiter über- brachtenGrüße Domkapitular Breitung ausFulda, der bischöfliche Kommissar Herold vom Eichsfelde, Dekan Hammer aus Wolfstein aus der Pfalz, der, wie immer, durch seine humoristische Ausführung stürmischen Beifall erzielte, Schloffermeister König aus Mannheim und Abg. Pichler aus Passau.
Zahlreiche Begrüßungsschreiben und Telegramme wurden verlesen, u. A. vom Bischof von Fulda, Kardinal Gruscha aus Wien und Oberbürgermeister Lueger aus Wien.
* ♦ ♦
* Landshut, 30. Aug. Das feierliche Pontifikalamt begann heute Morgen nach der Anfahrt der Studenten. Dasselbe wurde vom Erzbischof Thoma- München unter Assistenz des Bischofs v. Senestrey- Regensburg und Abt Zenetti-München celebrirt. Nach demselben begann die erste geschlossene Versammlung. Derselben wohnte auch Dr. Edm. Jos. Jörg bei, welcher vom Präsidenten des Lokalkomitees Baron Aretin beim Beginn der Versammlung stürmisch begrüßt wurde. Abg. Karl Bachem wurde zum Präsidenten, Baron Hermann Aufseß-Regensburg zum ersten, Fabrikbesitzer Brandts-Gladbach zum zweiten Vizepräsidenten, Rechtsanwalt Hotter und Reallehrer Evert- Landshut, Frhr. Johann Ow und Oberamtsrichter Gießler-Mannheim wurden zu Schriftführern gewählt. Zu Sektionsvorsttzenden wurden gewählt Dr. Porsch, Prälat Hülskamp, Domkapitular Stigloher-München, Lycealrektor Daller-Freising. Ein päpstliches Schreiben wird verlesen, in welchem es heißt, der hl. Vater lege großen Werth auf diese Versammlungen, welche, wie die Erfahrung lehre, großen Nutzen brächten. Auch vom deutschen Episkopat liegen Begrüßungsschreiben vor. Nach Vorschlag des Vorsitzenden wird ein Telegramm an Papst Leo gesandt, mit dem Ausdruck der Ehrfurcht, der Hingebung und des Gehorsams; ferner ein Huldigungs-Telegramm an den Prinz-Regenten von Bayern; an Kaiser Wilhelm sendet die Versammlung in dem Augenblick, wo Rheinland Wilhelm dem Ersten ein herrliches Denkmal widmet, den Ausdruck ehrfurchtsvollster Ergebenheit und unterthänigster Huldigung. Kommissar Fürst «.Loewenstein erstattet zunächst den Bericht für die Generalversammlung, sodann begann die Berathung der Anträge. Die Resolution, betreffend die römische Frage, wurde von Dr. Porsch begründet und von Fürst v. Loewenstein befürwortet und unter stürmischem
Auf hoher Rhön.
Abend wird's, des Tages Stimmen schweigen, 2$erg und Thale hüllen sich in Nacht;
Träumend schau' ich auf zum Sternenreigen, Sehnend dann in’8 Thal, wo's Nest gemacht. Auhig, Herz! Ein freundlich Lichtlein blinket, Gb ich's kenne? — Aus dem Fensterlein Kes gold'nen Hirschen*) es dem Wand'rer winket. Ah! Dort werd' ich wohl geborgen sein!
Abtsroda, 19. August 1878.
* * *
Zur Milseburg wohl mancher steigt Und freut sich, wenn er sie erreicht. Nicht leicht wird's einem, wenn's grab’ heiß. In Strömen rinnt des Edlen Schweiß; D'rum find' ich es gar löblich hier, Daß da der Wirth mit gutem Bier Den müden Wandersmann erquickt, Nicht durstig ihn zu Thale schickt.
Gar prächtig schmeckt's hier auf der Höh', Ich trink' noch eins, bevor ich geh'.
Milseburg, 31. August 1891.
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Hans Sorg t) ist von Gott gesendet In des Lebens Leid und Jammer, Daß er uns den Himmel spendet In der Kneipe trauter Kammer.
•) Bevor Schutzhaus und SafthauS auf der Wafserkuppe errichtet waren, bot hauptsächlich das Htrschwirthshaus zu Abtsroda dem Wanderer, der zur Wafserkuppe stieg, gastliche Pflege.
f) Hans Sorg ist der Wirth auf der Wasserkuppe.