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Drei Knaben, vergnügt wie 'ne Lerche, Die gingen heut' auf die Berge.

Auf der Milseburg, die freundlich that winken, Da thaten ste alles vertrinken;

Und als sie alles vertrunken, Den Berg sind hinab sie gewunken.

Milseburg, 4. Mai 1890.

Ein „kenntnißreicher" Wanderer ergänzte dieses „Bekenntniß" durch folgenden Bericht:

Sie eilten von hier nach Bieberstein, Wahrscheinlich fielen sie da noch ein. Und wie sie von da sind hinunter gestiegen. Das hat der Sänger wohlweislich verschwiegen.

Ein Frühlingsmorgen, duftumwoben. Nahm uns in H . . . seid freudig auf; Ein Frühlingsmorgen, sonnenlächelnd, Bracht uns zum Oechsen froh hinauf.

Und dreißig kräft'ge Sängerseelen,

Bon suff'gem Biere ganz beschnullt. Die haben sich in sel'ger Wonne Manch Stündlein hier henrm gedrullt.

D'rauf haben ste, — ihr güt'gen Götter!

Die bierbeträuften Sänaermagen

Nach langem, langem Biergeschmetter Dann öchsenabrvärts heimgetragen.

Und als sie zogen wonnetrunken, — Das Bierfaß stand geleert zur Seite — Da sind sie sich an's Herz gesunken Und riefen jubelnd in die Weite:

JVo 197

Montag, den 30. August 1897

21. Jahrgang

FuldaerWZkitulig

______ mit Unterhaltungs-Keilage „Sterne und Slumeu".

Erscheint täglich Sonn, and Feiertage anSgenommen. - »ierteljährlicher AbonnemenrSpreiS ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mart 50 Psennia. ___Ju?"ate kosten die emspalvge Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiedcrholungeifentsprecheiw« Rabatt^

44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ru Landshut.

Landshut, 29. Aug.

Wohl schon manches herrliche Festgepränge war in den Mauern des alten Landshut zu sehen als es noch die Residenz war der alten bayerischen Herzöge. Aber ein solches festliches Kleid, wie wir es Heuer in diesen alten Mauern bewundern, dürfte Landshut wohl noch nie angelegt haben. Und mit vollem Recht. Galt es in früheren Zeiten tapfere Ritter zu empfangen und zu bewirthen, fo gilt das jetzt nicht minder. Ja, nicht Ritter mit Panzer, Schwert und Lanze, nein, andere Ritter eilen jetzt nach Landshut, unsere katholischen Männer, um auch die diesjährige Katholikenversamm­lung wieder würdig einzureihen in die Kette der Vor­gänger.

Einige Zeit war es zweifelhaft, welcher Stadt die Ehre zu Theil werden würde, die Katholikenversamm­lung in diesem Jahre in ihren Mauern aufzunehmen. Aachen, die alte Kaiserstadt, hatte sich darum beworben. Von Neiße in Schlesien lag bei der letzten General­versammlung im vorigen Jahre in Dortmund die ent­sprechende Anfrage vor. Da die Frage aber, wo die Versammlung in diesem Jahre statlfinden solle, nicht -ohne weiteres, entschieden werden konnte, wurde die Entscheidung satzungsgemäß dem Kommissar der Ge­neralversammlungen, dem Fürsten Karl zu Löwenstein, überlassen.

Wie anmuthig in einfachen Linien zieht sich das Jsarthal hin, bekränzt von laubigen Hügeln. Und inmitten der reizenden Landschaftsbilder winkt der hohe St. Martinsthurm, winkt von der Höhe die alte, wetterharte Herzogsburg Trausnitz, auf der jetzt unser großer Veteran der katholischen Presse, Dr. Ed­mund Jörg, wohnt. Gleichsam als ein Symbol unserer hl. Kirche, die kein Sturm zu zerschellen ver­mag, gleichsam als ein Symbol der unerschütterlichen Wahrheit schaut diese alte Burgfeste weit ins Land hinaus. Und betritt der Fremde die Stadt und kommt her über die innere Brücke, so steht er vor der schönen hl. Geistkirche und einige Schritte weiter, so schweift der Blick durch die malerische Altstadt, wohl eine der schönsten Straßen des Bayernlandes.

Landshut war es auch, wo die alten nieder­bayerischen Herzöge von 1255—1340 regierten. Als im Jahre 1800 die Universität Ingolstadt verlegt werden mußte, da flüchtete sie sich in die alte Residenz ihrer Gründer, nach Landshut, wo sie bis 1826 blieb, um von da aus dann nach München überzu­siedeln. Die Juristen Savigny, Feuerbach und Mitter- maier, der Theologe Sailer und andere Gelehrte bildeten damals die gefeierten Zierden der bayerischen Hochschule in Landshut, das ja überhaupt so große historische Bedeutung in der Geschichte Bayerns hat.

Ist nun auch schon längst der fürstliche Schimmer gewichen, welcher namentlich im 15. Jahrhundert die

Trausnitz sowohl als auch die Stadt umgab, so trag : denn doch das äußere Ansehen Landshuts, der Stad:: mit nunmehr 20,554 Einwohnern, keineswegs das Gepräge einer gefallenen Größe, einer allmählichen Verkümmerung, wie so viele alte Städte. Es zeigt, daß noch Jugendkraft, frisches Leben, Wohlhabenhei und Gewerbthätigkeit unter dem Schilde mit den drei Helmen fröhlich blühen und gedeihen. Die Wahl von Landshut zu der diesjährigen Katholikenversammlung scheint daher eine sehr glückliche zu sein. Und die Art und Weise, wie bisher die Landshuter den schweren Aufgaben der Vorbereitung gerecht geworden sind, scheint dies von Neuem zu beweisen.

Was vor Allem die Festhalle anbetrifft, so haben wir zunächst deren herrliche, trefflich gewählte Lage an der rauschenden Isar, mit dem Blicke apf den Martinsthurm, die Trausnitz, wie überhaupt auf die schöne Stadt Landshut und deren reizende Um­gebung hervorzuheben. Die Halle ist von dem be­währten Meister Frauenknecht hier im imposanten Basilikenstil erbaut und läßt, was Schönheit, ver­bunden mit Festigkeit anlangt, nichts zu wünschen übrig. Die Halle entspricht allen Anforderungen der Sicherheit nach jeder Richtung. Im Parterre be­finden sich 7 allezeit offene, ferner 6 Nothausgänge; auch die Galerie ist mit Ausgängen genügend versehen. Den Außenbau krönt ein dem Zwecke des Gebäudes entsprechendes Kreuz, unter welchem in mächtigen Let­tern die Worte angebracht sind: „Omnia ad majoreai Dei eloriam!“

Im Innern fällt dem Beschauer auf den ersten Blick das interessante Gebälke im Basilikenstile auf. Ueber der Absis am Ostende der Halle befindet sich in dem großen Radfenster am Tympanon ein herr­liches Glasgemälde aus der Zettler'fchen Kunstanstalt in München, die Patrona Bavanae, umgeben von Heiligen, darstellend; darunter die von Bildhauer Osterrieder in München gefertigte imposante Büste des hl. Vatees Papst Leo XIII. Vor dieser Büste befindet sich die Rednerbühne, welche von den Sitzen der hohen Kirchenfürsten und anderer Honoratioren umgeben ist.

Das Parterre ist räumlich äußerst praktisch und bequem eingetheilt; in den ersten Reihen sind 700 reservirte Plätze (Stühle) angebracht, der übrige Raum wird, soweit er nicht von breiten Gängen durchzogen ist, mit Bänken ausgefüllt, welche jederzeit auch in Tische verwandelt werden können. Die geräumige Gallerte mit besonderen, für die Damen reservirten Plätzen ist mit Teppichen von imprägnirtem Stoffe drappirt; die vorderen Reihen derselben sind mit vier Medaillons geschmückt, welche fortlaufend die Inschrift tragen: „Quam speciosi pedes evangelicantium pacem, evangelicantium bona!“

Besonders reizvoll ist die Ausstattung des mit Kränzen und Guirlanden reizend geschmückten Gebälkes, in dessen Feldern die Wappen Bayerns, des hl. Vaters, des deutschen Reiches, der Stadt Landshut und der übrigen Städte, in welchen die Katholiken­

tage seit dem Jahre 1848 stattgefunden haben, angebracht sind.

Die Eintheilung der Nebenräume für die einzelnen Kommissionen und Bureaus, sowie für sonstige Zwecke ist nicht minder praktisch getroffen, als jene der Halle selbst: Links vom Eingang befinden sich im Parterre 5 Räume; nämlich eine große Garderobe, Küche, Schänke 2C. Rechts vom Eingang 4 Nebenräume: Post- und Telegraphenanstalt, Garderobe rc. Von der Absis zweigen 5 weitere Räume ab, nämlich für die Presse, die Stenographen, das Festkomitee, die Vorstandschaft und die Ordnungskommission.

Außerdem ist neben der Halle eine Küche angebracht, und ein Weg führt von der Halle in die Restauration. Alles dieses wird umgeben und abgeschlossen von einer hohen Planke, an welcher sich zahlreiche Kassen be­finden, wo das Publikum rasch und in der zuvor­kommendsten Weise bedient werden kann.

Die erste Nummer des Festblattes, das in einer Auflage von 4600 Stück gedruckt wurde, war bereits am Samstag Abend völlig vergriffen, so daß man heute schon gar keins mehr bekommen kann. Zeitungsberichterstatter sind über 90 angemeldet, da­runter verschiedene von außerdeutschen Ländern.

Die Stadt selbst zeigt eine reiche, theilweise großartige Dekoration. Man sieht vorwiegend bayerische und Landshuter Fahnen, aber auch viele päpstliche und so ziemlich in gleicher Zahl deutsche Fahnen. Schon am Freitag kamen zahlreiche Fremde, besonders aber ist gestern und heute der Andrang ganz kolossal. Auf den Straßen herrscht ein lebhafter Verkehr; be­sonders aber aus dem Bahnhofe. Die Kirchen waren heute Morgen während des Gottesdienstes so voll, daß man oft gar keinen Platz mehr finden konnte und an der Kirchenthüre schort umkehren mußte. Ueberall begegnet man zahlreichen Fremden. Angemeldet sind bis heute Mittag 1500 Mitglieder, darunter Nuntius Lorenzelli, der Erzbischof von München- Freising, die Bischöfe von Passau und Regensburg, viele Geistliche, zahlreiche Mitglieder des Adels, nament­lich aus Süd- und Westdeutschland, von Abgeordneten Bäuerle, Gerstenberger, Grand-Ry, Gröber, v. Hert- ling, Graf Hompesch, Herold, Hesse, Lerno, Lieber, Lama, Morsey, Müller (Fulda), Pichler, Schädler, Daller, Orterer; ferner der Präsident der bayerischen ReichsrathskammerGrasLerchenfeld, zahlreiche bayerische Beamte. Die Polizeiverordnung hat für morgen Nachmittag bis 7 Uhr Abends das Offenhalten der Läden gestattet. Für Wohnungen scheint ausreichend gesorgt zu sein. Auch eine Anzahl protestantischer Familien hat sich zur gastfreundlichen Aufnahme von Fremden erboten. Gestern Nachmittag ist bereits der Bischof von Regensburg Ignatius von Senestreq so­wie Fürst -Löwenstein eingetroffen. Der päpstliche Nuntius sowie der Erzbischof von München werden heute Abend hier erwartet.

Außer den bereits schon genannten Besuchern der Katholikenversammlung wollen wir aus dem bis jetzt

Aus -rn Freulblilbjjchtril der Wu.

, Von Fr. Henze.

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Wandern und Trinken gehören zusammen, sie sind Geschwister; Sonnenschein ist beider Vater. Es heißt drum auch:

Was sollen wir sagen vom heutigen Tag?

Ich dächte nur: ergo bibamus!

Er ist nun einmal von besonderem Schlag, Drum immer aufs neue: bibamus!

Er führet die Freunde durchs offene Thor,

Es glänzen die Wolken, es theilt sich der Flor, Da treten die Weiten so herrlich hervor;

Wir klingen und singen: bibamus!

Kreuzberg, 29. April 1895.

War nun der Weg recht steil und der Durst recht groß, wollten die Wolken nicht schwinden, der Nebel nicht weichen, dann mags ost geschehen sein, wie einst ein Münchener schrieb: '

Heut rast de Sunn mit'n Nebi

Scho' an die zwoa Stund,

Bis de Sunn a mal Herr werd, Bin i lang wieder drunt.

Daß 's Nebi gibt.

Hat wohl den anzigen Grund, Daß er die Touriste Ka Aussicht vagunnt.

Da kunnts na leicht gescheg'n, ,'s halt ft oane an's Bier, Kriegt selber an „Nebel" Un ka nix derfür!

Kreuzberg, Oltober 1892.

* * *

Und es gibt zu denken, wenn geschrieben ward: Vergnügt ich jetzt von dannen geh'. Ich bin voll Bier und Poesie!

Kreuzberg, 6. Juli 1893. * * ♦

Auf Ebersburg da sitzen wir Und trinken um die Wette, Und auf den Thurm da stiegen wir. Wenn ich den Durst nicht hätte.

O heil'ger Veit von Staffelsiein, Verzeih' uns Durst und Sünde Und laß uns leidlich nebelfrei Den Heimweg wiederfinden.

Edersberg, 2. Juli 1893.

Als ein offen Bekenntniß aber darf man es be­trachten, wenn zechende Wanderer schrieben:

Zwei Studio kehrten einst hier ein, Sie tranken weder Schnaps noch Wein, Sie tranken aber Biere Und waren zuletzt zu Biere.

Milseburg, 30. Mat 1895.