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24. Jahrganp

Donnerstag, den 26. August 1897

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4 mit Unterhaltungs Seilage „Sterne und Klnmen".

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O Ländliche Arbeiterfrage.

(Schluß.)

Dazu kommt, daß nunmehr auch die Tagespresse den Verhältnissen der ländlichen besitzlosen Arbeiter seit einiger Zeit oft in lebhaften Diskussionen sich zu­wendet. Die dadurch geschlagenen Wellen werden bei dem gesteigerten Interesse der Oeffentlichkeit sür soziale Dinge immer weitere Kreise ziehen. Das Ueber- angebot von Arbeitern in den Jndustrieorten und die dadurch verursachte ständig wiederkehrende Arbeits­losigkeit bei gleichzeitigem Arbeitermangel auf dem Lande, die speziell der Sachsengängerei, dem alljähr­lichen Zuge großer Arbeitermassen nach den Zucker­rüben - Distrikten Sachsens, anhaftenden Schäden für Gesundheit, Sittlichkeit und geordnete seßhafte Lebens­weise zwingen die Regierungen, ebenso wie die inter- essirten Grundbesitzer und Industrie-Arbeiter zur Stel­lungnahme gegenüber der „ländlichen Arbeiterfrage". Für viele mag dies Wort noch einen ungewohnten Klang haben, aber es muß auch zu diesem Problem Stellung genommen werden und es wäre von größter Gefahr für unser Staatswesen, wenn zu der revolu­tionären industriellen Arbeiterbewegung nun auch noch in Folge unserer Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit, um wenig zu sagen, eine radikale Massenbewegung unter den ländlichen Arbeitern käme.

Angesichts dessen ist eine Zeitungsmeldung zu be­grüßen, daß mit der Unterstützung des preußischen Landwirthschafts-Ministers in Berlin ein „Ausschuß für Wohlfahrtspflege auf dem Lande" sich gebildet hat und daß dieser Ausschuß im Anschlüsse an die schon in Berlin bestehende Centralstelle für Arbeiterwohlfahrts-Einrichtungen in Thätigkeit getreten ist. Hervorragende Katholiken sind diesem Ausschüsse bereits beigetreten. Dadurch ist schon öffentlich an­erkannt, daß auch der ländliche Arbeitgeber wie Ar­beitnehmer der Verbesserung der ländlichen Arbeiter­verhältnisse ernstes Interesse entgegenbringen muß, der erstere, damit er immer tüchtige und brauchbare Ar­beiter hat, der andere, damit er eine Besserung seiner Lage in die Wege geleitet sehe.

Gleichzeitig wird von einer Untersuchung berichtet, welche die Brandenburgische Landwirth-

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Von Fr. Henze.

7 ------ (Nachdruck verboten.)

Es wird darum gerathen:

Willst du die Sorgen des Lebens vergessen, Auf zu den Bergen, den hohen und freien, Schau in die Weite, so unermessen, Schaue der Kuppen anmuthige Reihen! Einsam stehend auf rasiger Halde, Ruf es hinab zu den Hütten im Thal: Kommt herauf, daß das Herz nicht erkalte, Und vergeßt aller Sorgen und Qual!

Wasserkuppc, 19. September 1885.

* * * *

Wich jammert des Volks, das unten im Thal Sn Elend und Sorgen, im Weltgewühle Kaut murrend erträgt des Lebens Qual, Statt aufzustreben zu höherem Ziele.

Gntschlag dich der Sorgen, die 'sHerz dir beschweren, Äetracht Gottes Welt, die ringsum zu schauen, Dlnd laß dich von bösen Menschen nicht stören, Kicht's ein, auf Gott und dich selber zu bauen! Heh fröhlich nun weiter, befolg' diese Lehren!

Milseburg, 19. September 1885. ♦ * ♦

Fängst du an zu Hypochondern, Dich von andern abzusondern, Siehst nicht mehr den Himmel blauen. Mußt du muthvoll aufwärts schauen,

schaftskammer durch einen ihrer Geschäftsführer anstellen läßt, nämlich eine Prüfung der Maß­nahmen zur Besserung der ländlichen Ar­beiterverhältnisse. Diese Untersuchungen werden allem Anscheine nach mit einer Untersuchung zusammen­hängen, welche der deutsche Landwirthschaftsrath im vergangenen Winter anregte.

Herr Dr. Stumpfe, den die Landwirthschafts- kammer mit dieser Prüfung beauftragt hat, hat vor­läufig den ersten Theil seines Berichtes erstattet, näm­lich über die Maßnahmen polizeilicher Natur, die etwa in Vorschlag kommen könnten. Seiner An­sicht nach könnten hier in Betracht kommen eine Ver­schärfung der Gesindeordnung, eine Beschränkung der Freizügigkeit, eine strafrechtliche Verfolgung des Ver­tragsbruches und eine Umbildung der Arbeitsver­mittelung. Aber von einer Anwendung der ersten beiden möglichen Maßnahmen verspricht er sich keinen günstigen Erfolg, und mit Recht. Denn, fo sagt er, eine Aenderung der Gesindeordnung in dem Sinne der stärkeren Bindung des Arbeiters an den Arbeit­geber sei geradezu gefährlich und nur Wasser auf die Mühlen der sozialdemokratischen Verhetzung. Nicht viel anders stehe es mit einer direkten Beschränkung der Freizügigkeit.

So weit erst kennen wir den Bericht, welchen Dr. Stumpfe erstattet hat. Es sollen als zweite und dritte Gruppe von möglichen Maßnahmen folgen solche, die dem Gebiete der wirthschaftlichen Betriebs­technik angehören und endlich solche von ethisch- sozialpolitischer Art. Wir werden eingehender darauf zurückkommen, sobald uns der Bericht vorliegen wird. Jedenfalls gilt auch für die ländliche Arbeiter­frage, was uns die Erfahrungen mit der industriellen Arbeiterfrage hinlänglich sollten gelehrt haben, daß nämlich polizeiliche Gewaltmaßregeln und alle Maß­nahmen, die als solche empfunden werden, nur schaden können. Sozialreform ist auch hier das einzig förder­liche Mittel. Was insbesondere die Gesindeordnung angeht, so hat das Centrum im vorigen Jahre beim Abschlüsse des bürgerlichen Gesetzbuches durch eine Re­solution eine Aenderung, und zwar in sozialreforma­torischer Richtung, von der Reichsregiemng erlangt.

Deutsches Keich.

Berlin, 25. August.

* Das Kaiserpaar hat heute früh Wilhelmshöhe wieder verlafsen, um sich zur Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals nach Magdeburg zu begeben. Hier traf dasselbe gegen 1/gl2 Uhr ein. Zu seinem Empfange waren auf dem Bahnhof anwesend der Oberbürgermeister von Magdeburg, der Oberpräsident, der Regierungs­präsident, der Kommandeur des V. Armee-Korps, General der Kavallerie von Hänisch, der Polizeipräsi­dent, der Ober-Hofmarschall Graf zu Eulenburg, so­wie andere hervorragende Persönlichkeiten. Nach der Begrüßung begab sich das Kaiserpaar sofort zum

Mußt, zum Kreuzberg aufwärts steigen. Bald wird dann dein Dämon weichen; Bei dem Bier und frischen Lüften Muß er wieder zu den Klüften.

Kreuzberg, 19. August 1877.

* * *

Greift alle zum Bergstock, zum Rucksack und Geld, Vergeßt alle Noth und die Sorgen!

Hinaus in der Berge so herrliche Welt, Und heute noch, harrt nicht bis morgen! Wenn frisch die Bergluft das Herze durchzieht, Hienieden verklärt man den Himmel schon sieht.

Wasserkuppe, 25. August 1887.

* * *

Pandekten und alle juristischen Zweifel, O fahret zur Hölle hinab und zum Teufel! Uns aber laßt auf des Kreuzbergs Höhn Die heilige Sprache des Himmels verstehn.

Kreuzberg, Pfingsten 1887.

* * *

Vergnügen bereitet die Mutter Natur In unermeßlicher Pracht;

Drum lasset uns folgen der göttlichen Spur, So lange die Jugend uns lacht.

Stetnmanb, 28. Juni 188 6.

Wenn Wanderlust

Dir durch die Brust

An einem sonn'gen Tage weht. Hinaus dann frisch!

Weg Aktenwisch

Und was uns sonst im Wege steht!

Denkmalsplatz, wo die Enthüllungsfeier programm­mäßig sich vollzog.

tt Zu der Diußkanbreise des Kaisers wird nachträglich bekannt, daß der Kaiser am Tage seiner Ankunft in Peterhof mit dem Zaren eine anderthalb­stündige Unterredung ohne Zeugen hatte. Nach Be­endigung derselben hatte der Kaiser eine längere Unter­redung mit dem Botschafter v. Bülow. Daß der Kaiser nicht den Reichskanzler, sondern Herrn v. Bülow zu dieser Unterredung ausersah, erklärt man damit, daß v. Bülow, da es sich offenbar um Fragen der auswärtigen Politik gehandelt habe, als resort­mäßiger Leiter des auswärtigen Amts vom Kaiser zu sich berufen worden sei. Auch habe der Kaiser bei der vorgerückten Stunde schonende Rücksicht auf den Reichskanzler nehmen wollen.

* Der MeichsKanzker hat, nachdem das preu­ßische Staatsministerium im Mai d. I. für sammt- liche Staatsdienstzweige über die Vereinfachung des Geschäftsganges und die Verminderung des Schreib­werks gemeinsame Grundsätze beschlossen hat, diese nun auch für den Geschäftsverkehr der Reichsbehörden eingeführt.

ff, Staatssekretär v. AodöieksKi soll, dem,Lok. Anz/ zufolge, betreffend die Verwunderung, welche feine Ernennung zum Leiter des Reichs-Postamts in der Oeffentlichkeit hervorgerufen hat, sich einem Post­beamten gegenüber dahin geäußert haben, daß er seine militärische Karriere als abgeschlossen betrachte. Er habe sich seit geraumer Zeit als Kaufmann gefühlt und habe als der Mitinhaber einer großen Firma (Tippelskirch u. Co.) gleich vielen anderen Kaufleuten Mängel in unserem Verkehrsleben so gut wie jeder andere empfunden und darüber nachzudenken Veran- lafsung gehabt, wie Abhilfe zu schaffen sei. Uebrigens will v. Podbielski für den Verkauf von Postwerth- zeichen besondere Schalter einrichten, deren Dienst von Damen versehen werden soll. Dieselben sollen einen Lohn bis zu 60 Mark erhalten. Die Postämter sind um gutachtliche Aeußerung angegangen worden.

* Da zur Beseitigung der durch das Kochwasser herbeigeführten Zerstörungen außerordentliche Arbeits­kräfte erforderlich sind, hat der Minister des Innern sich bereit erklärt, aus den Provinzen Schlesien, Sachsen, Brandenburg und Posen Strafgefangene zu den erforderlichen Arbeiten zur Verfügung zu" stellen. Die Abgabe erfolgt auch an Private unter der Garantie der nöthigen Sicherheitsvorkehrungen.

O Zur Begründung einer LentraMelke zur Vorbereitung der Kandeksverträge hat hier eine Versammlung von Vertretern wirthschastlicher Vereine stattgefunden. Die Gründung der Central- stelle wurde von der Versammlung beschlossen. Die Central stelle verfolgt nicht bestimmte wirthschafts- politische Grundsätze, sondern, indem sie die Ver­folgung ihrer wirthschaftlichen Interessen den einzelnen Gruppen von Industrie und Handel überläßt, will sie in den Fällen, wo die gegenseitigen Interessen int

Weißt du, wie bald Ein Lied verhallt? Auch deine Jugend ist ein Lied. Noch blitzt hinein Der Frührothschein;

Wisse: bald ist auch der verblüht.

Die Lerche singt, Die Sonne blinkt. So komm denn, Wanderstab und Hut. Wer wandert viel, Ruht sanft am Ziel

Und schlummert traumlos, sanft und gut.

* Kreuzberg, 28. Mai 1856.

So lang dir rollet Jugendblut, Sei heiter stets und wohlgemuth; 8abe Gott und Menschen gerne, lickst dann fröhlich in die Ferne, Schaust offenen Auges himmelan Und nieder zu dem grünen Plan, -

Vergißt auf freier Bergeshöh' Kümmerniß und Erdenweh!

Milseburg, 16. Juni 1886.

Wer lang das Wetterglas betrachtet Und stets auf Wind und Wetter achtet. Und den zu sehr die Straß' befleckt, Und den die nasse Wiese schreckt. Den Bergessteig mit Noth erkeucht, Dem gleich der Schweiß wohl Mißmuth zeugt, Wer nicht mit Frohsinn trotzen kann: Das ist kein rechter Wandersmann.

Kreuzberg, 22. Oktober 1896.

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