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Donnerstag, dm 22. Juli 1897. 24. Jahrgmg
uldaerMZeitliug
_________mttUntechaltnngs-KrUage „Sirr,re utü> Klumen«.
das erwähnte Urtheil des Oberverwaltungsgerichts
, „Barmherziger Gott," jammerte sie und rang die
Die Hausthüre wurde rasch aufgerissen und von Wasser triefend stürmte eine ältere Frau in die Stube
sich auf die Anhöhen flüchteten, rannten an mir vorüber, jammernd wehklagend über das ihnen zugestoßene entsetzliche Unglück. Ihre Anwesen wurden überschwemmt, das Vieh fortgerissen oder in den Ställen ertränkt, und einzelne von dem Wasser unterwaschene Gebäude sind ganz eingestürzt. Ja, wie ich hörte, fanden sogar einige Menschen in den rasenden Wogen den Tod."
gestellt werden, auf der Arbeitskarte ihre Meldung zu bereinigen und durch Aushang des Plakates auf den Bauten und Plätzen die Sache des Arbeitsnachweises zu fördern. Gegen die Angaben der Lohnkommission hat der Bund der Bau- ec. Meister eine Kundgebung erlassen, der zufolge jene Angaben als übertrieben erscheinen. Der Stundenlohn von 60 Pfg., heißt es, werde nur in den Fällen gewährt, wo eine besondere Zwangslage vorliege. Weitaus die meisten Gesellen erhielten nach wie vor 55 Pfg. die Stunde. Bedeutende Betriebe, welche 100 und mehr Arbeiter be-
* Der Reichstagsabgeordnete Kehner ist gestern im Alter von 72 Jahren geft o rb en. Lehner gehörte der Centrumsfraktion an und vertrat im Reichstage den 5. Wahlkreis der bayerischen Oberpfalz; er war auch Mitglied des bayerischen Abgeordnetenhauses und zwar seit 1882.
wie sie sich bei der Veranlagung darstellt, maßgebend. Wodurch die
§ 19 des Einkommensteuergesetzes zu gewähren. Diese Befugniß sowie die ihr entsprechende Pflicht ergeben
erreichte kaum die Wohnung der Tante, als das Unwetter losbrach.
Sie beschloß, so lange bei Taute Anna zu bleiben, bis der Regen aushörte, oder doch einigermaßen nachließ.
Nach dem Abendgebete versuchte Martha zu lesen, aber der immer stärker werdende Aufruhr in der Natur zog sie von diefer Beschäftigung ab.
Sie trat an das Fenster. Da zuckte ein greller Blitzstrahl nieder und erschrocken fuhr sie zurück.
Gleich darauf vernahm man ein Krachen und Donnern, als berste die Erde entzwei, und fast gleichzeitig ergoß sich das Wasser in einem wolkenbruch- artigen Regen aus dem schwarzen Gewölk auf die Erde herab.
stufen bezüglichen Vorfchrifteu, darunter der § 19 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891, gehören. Weiter verbreitet sich dasselbe über die Bedeutung des im § 19 enthaltenen Begriffes der „außergewöhnlichen Belastung." Die Revision hatte gerügt, daß der Vorderrichter freiwillige Leistungen des Klägers für eine besonders gute Erziehung seiner beiden altern Kinder als unter diese „Belastungen" gerechnet hatte. Was freiwillig, nicht auf Grund einer Verpflichtung geleistet werde, könne nicht als
weiter oben im Thal liegenden Orte. „Jesus, Maria und " ■ -
Deutsches Deich.
Berlin, 21. Juli.
* Der Kaiser hat die Nordlandsreise wieder ausgenommen und sich mit der „Hohenzollern" von Bergen nach Gudvangen begeben. Nach der Rückkehr aus Rußland wird der Kaiser sich nach Wilhelmshöhe begeben und von dort mit der Kaiserin zu den Kaiser- manövern nach Homburg reifen.
* Der Ausgang des Lippe'schen Streites, wonach das Schiedsgericht der Biesterfelder Linie die Erb-
* Der Saatenstand in Kreutzen berechtigte um die Mitte dieses Monats zu folgenden Erwartungen (Note 1: sehr gute, 2: gute, 3: mittlere (durchschnittliche), 4: geringe, 5: sehr geringe Ernte): Winterweizen 2,4 (im Juni 2,3), Sommerweizen 2,8
folge von Lippe-Detmold zugesprochen hat, veranlaßt in der Presse weitere Betrachtungen über itnelieu- vürtige Krvfokge So schreibt z. B. ein Thüringisches Blatt: Bekanntlich wollte Friedrich Wilhelm IV. von der Nichtebenbürtigkeit des Augustenburgers nichts wissen, er nannte die bez. Ausführung „faule Fische." Eine Anzahl preußische Kronsyndici waren aber dem Minister Bismarck willfährig und sprachen dem Herzog Friedrich von Augustenburg die Erbfolge ab. Freilich konnte Twesten im preußischen Abgeordnetenhause int Dezember 1866 bei Berathung des Annexionsgesetzes ohne jeden Widerspruch erklären, daß dies Gutachten gegen alle fundamentalen Grundsätze des Staats- und Völkerrechts verstoße und der preußischen Jurisprudenz genau so wenig Ehre mache wie jener berüchtigte Obertribunalsbeschluß gegen die verfassungsmäßig garantirte Redefreiheit der Abgeordneten. Bei weiterer rückschrittlicher Entwickelung in der Richtung der mittelalterlichen Ebenbürtigkeits - Anschauung ist die Möglichkeit keineswegs ausgeschlossen, daß die Frage der Ebenbürtigkeit auch einmal für die Thronfolg e in Preußen aufgeworfen wird. Wenn Herzog Friedrich von Schleswig - Holstein - Auaustenburg, wie der gelehrte Jurist v. Daniels behauptete, aus un- ebenbürtiger Ehe entsprossen war, so würde nach den feudalen Rechtsanschauungen auch feine To chter, die jetzige Kaiserin, die Ebenbürtigkeit nicht erlangt haben. Die Successionsfähigkeit der Söhne unseres Kaisers würde also auf gleicher Linie stehen wie der Rechtsanspruch des Grafen zur Lippe- Biesterfeld, der ja auch von mancher Seite nicht als der berufene Agnat von Lippe - Detmold vor dem Schiedsspruch angesehen worden ist. Für solche Zweifel bietet glücklicherweise der Schiedsspruch zu Dresden keine neue Unterlage, immerhin aber könnte die konsequente Anwendung der Ebenbürtigkeitstheorie dahin führen, daß früher oder später ein Kollegium gutgesinnter „loyaler preußischer Kronsyndici" nach gewissenhafter Prüfung — das Gutachten abgibt, daß Streikleiter die Arbeite/aller Kategorie/ fsth^auf dem
Privatfürstenrecht ebenbürtig feien. Das einzig Richtige wäre es, mit diesem veralteten Privatfürstenrecht in Deutschland überhaupt aufzuräumen. Befänden wir uns in normal konstitutionellen Zuständen, so könnten sich die verbündeten Regierungen leicht mit dem Reichstage über ein Reichsgesetz zur Abänderung der Hausgesetze der regierenden Häuser verständigen.
großen Theile durch dessen Vermittelung auch bereits Arbeit erhalten hätten. Eine schärfere Kontrolle sei indessen unbedingt nothwendig. Die Unternehmer, __ Iütroe, tonne man ats
erfnA? , $erm^un9 Don Mißbräuchen Belastung bezeichnet werden. Demgegenüber^ führt
, Bestellkarten auf Zusendung von Arbeits- das erwähnte Urtheil des Oberverwaltungsgerichts haften nicht nur mit Namensunterschrift, sondern stets aus: Für die Frage der Ermäßigung ist ledmlich die
Zu Esehen. Ferner wird persönliche Leistungsfähigkeit, wie sie sich bei der
gebeten, den Arbeitsuchenden, auch falls sie nicht ein- Veranlagung darstellt, maßaebend. Wodurcb die
(im Juni 2,6) Winterspelz 2,1 (im ^uni 2,2), fWgteMabite^
S 39?7 'ytm ^«m 2,4) Sommerroggen 3,2 Erfolge", welche die Lohnkommission verzeichn^ seien WA Sw AW- -us-°b»d-.-sPhan.ap°-°rm°,-n ,udkf.
2Rrtümt^im'i99 i? K^lauch Luzerne) * Um den in den verschiedenen Landestheilen als
2,8 (un ^um 2 1) Wiesen 2 8 (tm Ium 2,3). Wanderredner zur Förderung des kleinaewerb-
h ?fl/x faC9r/ef0Ier+ preußische Wasser- liehen Genossenschaftswesens tätigen Per-
durfte dem Abgeordnetenhaufe in der nächsten fonen zu einer mündlichen Aussprache über die bisher
eeffon noch nicht zugehen Die,B. P.N/schreiben: gesammelten Erfahrungen und zu einer gemeinsamen
t- i bei dem Umfange und der Schwierig- Erörterung verschiedener Fragen von grundsätzlicher
«t b^weifeln sei es möglich fein Bedeutung Gelegenheit zu geben, hat der Handels- 6rl§ 8Um ^rglmi der nächsten Landtagssession Minister beschlossen, sie zu einer mündlichen Be- bie- Vorlage zur Behandlung tm Landtage spruchreif sprechung am 26. d. Mts. einzuladen
.^lachen, so birrfte doch die nächste Session mit * Das Königl. Oberverwaltungsgericht in Berlin berfelbeti schwerlich belastet werden, vielmehr diese hat in einem in einer Verwaltungsstreitfache er- 9ro^e, Ausgabe dem nächsten Gesetzgebungsabschnitte qangenen Erkenntnisse vom 4 November 1896 __
vorzubehalten fein; denn M eine Session, welche un- O.-V.-G. E. Nr.II2167 - eine für die Lrommunak- mittelbar vor den neuen Wahlen stattfinde, seien so öesseuernng der Köuigkichen Skaalsöeamlen umfangreiche Vorlagen nicht geeignet. wichtige Entscheidung getroffen, welche im roefenb
. Herrenhause findet morgen 12 Uhr die lichen wie folgt lautet: Der Umstand, daß ein Be- zwel^ Abstimmung über das Derernsgesetz statt, amter bereits steuerliche Bevorzugung genießt insofern Am Sonnabend wird das Abgeordnetenhaus wiederum als er nur mit der Hälfte seines Diensteinkommens u ’er. ^vvelle abzustimmen haben. gur Gemeinde-Einkommensteuer herangezogen werden
Elsenbahnminlster hat wohl mit darf, schließt die Befugniß der veranlagenden Be- Ruchicht auf die Mngst vorgekommenen Eisenbahn- Hörde und bezw. des an deren Stelle tretenden Ver- hervorgerufene Beunruhigung waltungsrichters nicht aus, ihm auch bei der Ge- im Publikum Veranlastung genommen, die Bestimmung meinbebefteuerung eine Ermäßigung auf Grund des in ©rinneruiig ju bringen, nach welcher die Unter- § 19 des Einkommensteuergesetzes zu gewähren. Diese suchung der Ei)enbahnunfalle nach Möglichkeit zu be- Befugniß foroie die ihr entsprechende Pflicht ergeben schleunigen ist. _ Auch sollen die Eifenbahnbeamten, sich ohne weiteres aus der Bestimmung des 8 36 melfy tm Laufe der gerichtlichen Untersuchung zur Abs. 2 des Kommunalabgabeng setzes vom 1 Juli Abgabe von Sachverstandigen-Gutachten aufgefordert 1893, da zu den für die Veranlagung geltenden MZM -ngVM-dtgung dieser Auftrage sich |. unzweifelhaft auch die auf die Feststellun/de? Steuer.
O Die Aröeilsnachweis - Kommission des Bundes der Bau-, Maurer- und Zimmermeister erläßt einen Aufruf an die Bauarbeitgeber, in welchem betont wird, daß trotz aller (Segenagitationen der
Das Knndenerde.
Original - Roman von Max Benno.
33 ------ (Nachdruck verboten.)
Den seitherigen schönen Frühlingstagen folgte auf einmal stürmisches Wetter. Schwere Regengüsse gingen nieder, so daß alle Gewässer Mischwollen und sogar das sonst so zahme Flüßchen iyi Thale über die Ufer au§trat. An eine ernste Gefahr dachte jedoch kein Mensch. Auch auf dem Haidhofe nicht, obgleich das Wasser auf der Thalfeite bereits die Bodenanfchwellung bespülte, aus welcher das Anwesen lag.
Wegen einer Fußverstauchung sah Scholastika sich au bas Zimmer gefesselt. Gleichwohl hatte sie sämmt- Uches Gesinde nach Weilbach geschickt, wo die Hoch- zeitsfeier eines ihrer früheren Knechte stattfand. Sogar Valentin, der daheim bleiben zu wollen erklärt hatte wurde von ihr gegen Abend, weil sie feine Therlnahme als Großknecht für geboten hielt, förmlich zum Gehen gedrängt.
Martha sprach "bei ihr vor. Das Mädchen hielt sich ledoch nicht lange auf. Die am Horizont herauf- fteigenben Wolkenmaffen verhießen nichts Gutes und um nicht in den Regen zu kommen, machte sie sich nach halbstündigem Aufenthalt auf den Weg. Sie
In diesem Augenblicke brauste ein Windstoß heulend ums Haus. Ein Laden wurde losgerissen und gegen die Fenster geworfen, daß klirrend eine Scheibe zerbrach. Vom Walde herüber aber vernahm man das Krachen stürzender und brechender Bäume.
Mit angstbleichem Gesicht kam Anna von der Küche herein. „Ist das ein Wetter," flüsterte sie, „fast meint man, der jüngste Tag breche an."
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Der Widerschein tödtlichen Schreckens verdrängte
war auf dem Heimwege, aber fast ertrank ich in dem
Ä ^v^rnder Strom durch das woincyeu «cyrecrens
uialzt. Und esscheint noch arger zu kommen, plötzlich die Farbe aus Marthas Gesicht Verschiedene Leute' Manner Frauen und Kinder, die - < • ~ j