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mit Untrrhaltungs-Krilage „Sterne uns KLrrnreu"

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Keberrsverstchermrrg und DarlehnsKalfe.

Vortrag des Herrn Pfarrers Sell-Stepfershausen auf dem Verbandstage' der hessischen Raiffeisenvereine in Fulda am 15. Juli 1897.

«Nach den stenographischen Aufzeichnungen zweier Mitglieder des Gabelsbcrger'schen Stenographenvereins.)

Nachdem in wundervollen Worten der hochverehrte Herr Vorredner sein Thema „Bauernvereine und Raiffeisenvereine" erledigt hat, ist es mir gestattet, das Wort zum Vortrage zu ergreifen. Ich will Hinweisen auf ein Institut, das in die' Kreise der Raiffeisenmänner noch wenig Eingang gefunden hat, es ist dies die Lebensversicherung in Verbindung mit den Darlehenskassen der Raiffeisenvereine. Unsere Vereine wollen Hilfe bringen überall, besonders Hilfe dem bedrängten Bauernstands in allen Gebieten und Lebenslagen. Die Raiffeisenvereine sollen nicht bloß Geldinstitute sein, sondern Wohlfahrtseinrichtungen in des Wortes bester Be­deutung. Raiffeisen will Hilfe bringen in allen Nöthen der Landwirthschaft. Und da dürfen wir die den Volkswohlstand fördernden Mittel, die außerhalb der Thätigkeit der Vereine liegen, nicht vergessen und müssen beachten, daß besonders ein Hauptpunkt der Wohlfahrtseinrichtungen unserer Zeit die Lebensversicherungen sind.

Meine Herren aus dem Bauern- und Landwirthschafts- stande! Lassen Sie sich nicht bange machen, daß ich noch von einer neuen Versicherung rede. Was gibt es nicht alles für Versicherungen? Versicherungen gegen Feuer-, gegen Hagel­schaden und dann alle die staatlichen Versicherungs-Anstalten. Nur nicht ängstlich fragen: Was sollen wir da noch mit einer neuen Versicherung? Ihr sollt in dieser Versicherung nicht euer Geld herthun, sondern ihr sollt Geld bekommen (Heiterkeit), d. h. wenn ihr gestorben seid, euere Nachkommen, euere Kinder und Kindeskinder und da werden wir wieder gut miteinander. Mehr Geld muß ins Dorf kommen. Die Raiffeisenkassen treten fürs Sparen ein, sie regen an zur Ausgabe des Geldes für künstliche Dungmittel und für alle möglichen andern Zwecke. Meine Herren! Ich möchte recht freundlich von Ihnen angeschaut sein, indem ich Ihnen sage: Sie sollen nun viel Geld erhalten. Bislang hat der Beamten- und Kaufmannsstand, die produktiven Stände, die über be­stimmte Mittel verfügen, allein Lebensversicherungen ab­schließen können. Es wird mir von allen Bauern vorge­halten werden: Wir haben kein Geld zu dieser Versicherung. Meine Herren! Sie haben doch Geld! Wir wollen im Nach­folgenden jetzt kurz reden (denn wenig Zeit ist mir gegeben), davon, was Lebensversicherung ist, dann die Einwendungen dagegen hören und zuletzt vernehmen, inwiefern die Lebe'ns- versicherudg mit der Darlehenskasse in Verbindung trete» kann.

Vorausgeschickt sei, daß vor der Aufnahme von Land­leuten, die vollends auf der schiefen Ebene angekommen sind, nicht die Rede sein kann. Wenn jemand so weit herunter­gekommen ist, daß er nicht einmal 50—60 Mark erübrigen kann, für den bietet die Lebensversicherung auch keine Hilfe mehr. Es heißt überall: Die Landwirthschaft sei so ver­schuldet. Nun ja, die Landwirthschaft drücken schwere Lasten und es ist schlimm, daß die Hilfsquellen stets geringer werden und die Einnahmen weniger. Es graffirt allerdings auch immer weiter dieses Krebsgeschwür; aber ich glaube, wir würden es uns doch nicht gefallen lassen, wenn man uns sagte: Ihr habt alle nichts mehr, Ihr seid lauter Lumpen! Es steckt noch eine Volkskraft der Arbeit und des Kapitals in uns, und das lassen wir uns nicht nehmen. Von uns leben auch die andern Stände, nnd wir haben noch viel

Geld, viel Kredit, Eine Lebensversicherung nun kann abge­schlossen werden, und da will ich mich kurz fassen, zunächst, daß man also sagt: Ich will mein Leben versichern, daß meine Hinterbliebenen eine bestimmte Summe herausgezahlt bekommen, oder es existirt die andere Form der Versicherung, die alternative oder abgekürzte Form. Man sagt sich da: Ich will mein Leben versichern auf eine bestimmte Dauer, so lange wie ich Prämien zahle und dann will ich noch das Glück genießen, von dem Kapital die Zinsen verbrauchen zu können. Die erstere Form ist besonders für diejenigen Kreise maßgebend, die für die Zukunft der Familie sorgen wollen.

Es gibt zweierlei Lebensversicherungs-Gesellschaften; das eine ist diejenige der Aktien-Gesellschaft, die andere diejenige der Gesellschaft mit Gegenseitigkeit. Bei den Aktiengesell­schaften ist es so, daß aller Ueberschuß in die Taschen der Aktionäre fließt; bei den auf Gegenseitigkeit gegründeten Gesellschaften ist die Einrichtung die, daß alles, was erübrigt, zum Nutz und Frommen der Versicherten verwendet wird. Es fällt mir nicht ein, über die eine oder andere Einrich­tung den Stab brechen zu wollen. Wir praktische Raiffeisen- mäuner müssen uns aber doch mit aller Entschiedenheit für die zweite Einrichtungsart entscheiden. Woher kommt denn das viele Geld in den Versicherungskasseu? Durch die Divi­denden. Woher die? Sie kommen aus den Ueberschüssen Derer, die erst spät gestorben sind, also die ein hohes Lebens­alter erreicht haben und die infolgedessen recht viel Beiträge eingezahlt haben. Dieses Mehreinzahlen ist aber auch nicht schlimm, man thut es ja für die Wittwen und Waisen und dieses ist ein wichtiges ethisch-sittliches Moment. Fünf Jahre lang werden die Dividenden für den Versicherten noch nicht berechnet, und die hierdurch entstehenden Ueberschüffe fließen den Versicherten ebenfalls zu. Wem gibst du das Versiche­rungsgeld? Wenn es eine Kasse auf Gegenseitigkeit ist, deinen Brüdern und Schwestern; natürlich, es muß ehrlich und ideal zugehen, es muß eine Versicherung sein, die einen ordentlichen Ruf genießt und sparsam wirthschaftet. Wenn die Prämien­gelder erhoben sind, und man sollte später in die Lage ' kommen, keine Prämie bezahlen zu können, was tritt dann ein? Da gibt es Versicherungsgesellschaften, die stecken den Mann sogleich in den Sack oder werfen ihn hinaus; es gibt auch Gesellschaften, die das eingezahlte Geld in bestimmten Quoten zurückzahlen.

Besonders ei t Mann ist es, welcher für die Verbindung der Lebensversicherung mit den Landivirthschaftskassen ein­getreten ist: es ist unser Vater Raiffeisen, er hat in seinem großen Buch über die Darlehnskassen-Vereine beson­ders darauf hingewiesen, daß der Landwirthschaftsstand sich immer mehr den Nutzen der Lebensversicherung zu gute kommen lassen müsse. Wenn solches ein so großer Denker,'der ein so edles Herz hatte, betont hat, dann können wir ihm auch ruhig nachbeten und nachschwören. Als ich hierher reisen wollte nach Fulda, bekam ich cin Buch zugeschickt von einem Freunde, das den Titel hat: „Die Lebensoersicherung als Ruin der Volkswohlsahrt." Der Mann stellt sich hier vor den Centralausschuß der Landwirthschaftskammer und predigt: die Lebensversicherungen sind der Ruin der Volks­wohlfahrt. Ich habe mir das Buch angesehen, er meint es gar nicht so schlimm, die Lebensversicherungen, so sagt er, sind ganz gut, aber wir dürfen nicht bei den bestehenden Lebens­versicherungen versichern, wir müssen eine eigene gründen. Er sagt auch u. a., daß 38 Millionen Mark jährlich der deutschen Landwirthschaft verloren gehen, wenn sie sich an die bestehenden Aktiengesellschaften für Lebensversicherung an­schließt. Der Landwirth kann sich die Versicherung verbilligen, wenner eine eigene Lebensversicherung in Verbind­ung mit den Darlehnskassen gründet. Diese Kassen sind dann auch eine Macht, welche der großen Verschuldbarkeit und allen feindlichen Elementen Widerstand leisten kann, mehr als alles andere. Er sieht dann ein, daß die Lebens­versicherungen von außerordentlichen Vortheilen sind, gerade für seinen Stand.

Im Nachfolgenden wollen wir einmal die stupiden Ein­wände hören, die gegen die Lebensversicherung geltend ge- ■Yirajavir r V7MwnaM»am«Msgs3nawTWTiiwrr;»Twriaiial'a>att«gaMKM

Das Srrrrdenerve.

Original-Roman von Max Benno.

29 ------ (Nachdruck verboten.)

Mit der Ankunft Hermanns schien aus einmal mehr Leben und Eifer unter die jungen Leute gebracht worden zu sein. Sie drängten sich um den Listenführer und in wenigen Minuten waren fast alle Nummern verkauft. Das Preisspiel bildete allmählig nicht mehr die Hauptsache. Das größere Interesse wendete sich vielmehr den nebenher statlfindenden Wetten zu, deren Betrag bei der wachsenden Aufregung der jungen Leute mit jedem Satz stieg. Auf sechs, sieben, ja so­gar acht „Holz" wurde gewettet; je nachdem der Schiebende in dem Rufe stand, ein mehr oder weniger geschickter Kegler zu sein.

Mit besonderem Eifer betheiligte Adols Vogel sich an diesem Spiele, und es schien eine riesige 'Genug- lbuung für ihn zu sein, daß Hermann infolge seiner Waghalsigkeit fast immer verlor.

„Du wirfst jetzt keine sechs Holz", rief Vogel ihm zu, „ich wette mit Dir um hundert Mark". Bei diesen Worten legte er einen Hundertmarkschein auf den Tisch.

Hermann warf dem Partner einen fragenden Blick zu. Er hatte soeben noch auf sieben und acht Holz

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gewettet und gewonnen. Nun sollte er keine sechs werfen, das schien ihm doch eine Kleinigkeit. Er sagte daher spottende „Du scheinst wohl zu viel über­flüssiges Geld zu haben." Dann griff er nach feiner Börse, die aber so viel nicht mehr enthielt; gelassen ging er hinaus und auf den Baum zu, wo feine Joppe hing und kehrte eiligst mit der ihr entnommenen Brieftasche zurück.

Schon vorher war der Polizeikommissar, ohne daß es jedoch jemanden ausfiel, förmlich in die Höhe ge­schnellt. Man hätte glauben können, der auf den, Tisch geworfene Hundertmarkschein übe eine elektrische Wirkung aus ihn. Er erhob sich und trat, um das Resultat der Wette besser beobachten zu können, an den Tisch, auf welchem das Geld lag.

Zum nicht geringen Aerger der mitspielenden Bauern ließ plötzlich der Landjäger Fröhlich seine Karten fallen und drängte sich durch an die Kegel­bahn vor.

Hermann hatte seine Brieftasche geöffnet und brachte eine Hundertmarknote zum Vorschein. Er wollte sie neben diejenige Vogels legen, aber sie fiel ihm aus der Hand auf den Boden.

Der Kommiffar, welcher wie zufällig, einen rasch m Blick auf den Schein Vogels geworfen, wobei er feine hohle Hand vor das Auge hielt, bückte sich und kam

macht werden. Es sagen unsere Bauern: „Es ist besser, das Geld in die Sparkassen tragen. Wenn ich so jährlich meine 500 Mark spare, nun dann kommen in zehn Jahren mit Zinsen und Zinseszinsen — das können Sie ja selbst leicht ausrechnen — mehr als 5000 Mark heraus." Das wäre alles schön und gut, „doch mitten im Leben find wir vorn Tod umfangen", wir können sterben. Die Sache mit den Sparkassen ist nicht im geringsten maßgebend, weil kein Mensch weiß, wie lang er sparen kann. Die Lebensver­sicherung ist gleichsam eine Zwangssparkasse. Wenn Jemand eine Lebensversicherungspolice abgeschlossen hat zu 1000 oder 5000 Mark, — was ist das für ein Kapital, wenn er stirbt und die Wittwe bekommt das? Ich habe auch die Beob­achtung gemacht, daß die Bauern viel sparsamer werden durch die Lebensversicherung, damit zur bestimmten Zeit die Prämien bezahlt werden können. Da sind die Butter- und Milchpfennige zusammengehalten worden, weil man sich ge­fürchtet hat, die Prämie nicht bezahlen zu können. Es ist also eine Zwangs-Sparkasse.

Weiter sagen einige: „Woher kommen denn die Ueber- schüsse in den Lebensversicherungs-Kassen? Das kann nicht möglich sein, daß man so viel Geld bekommt." Ja so sagen die uneingeweihten Köpfe, aber Sie kennen ja alle das Gesetz der großen Zahl und das der Gegenseitigkeit der Gesellschaft, daß die Ueberschüffe durch lange Lebende und durch Erspa­rung der Verwaltungskosten der Gesammtheit zufließen, daher kommt dieses. Wenn wir die ganzen deutschen Lebens­versicherungs-Anstalten ansehen, so finden wir überaus große Zahlen und große Ueberschüffe, die erwirkt werden.

Da kommt ein dritter Einwand: „Man muß dem lieben Gott vertrauen und alles Gott anheim stellen, deshalb gehe ich in eine Lebensversicherung nicht." Das Sprichwort sagt auch: „Wer auf Gott vertraut, der hat auf keinen Sand gebaut." Der hl. Augustin aber sagt, man müsse auf Gott vertrauen, aber auch arbeiten. Daher auch das Sprichwort: „Bete und arbeite." Gott gibt wohl seinen Segen, aber wir müssen das unsrige auch thun, daher auch das andere Wort: „Hilf dir selbst, so wird dir Gott helfen." Wenn der Väter stirbt und die Wittwe hinterläßt mit Kindern, welche vor der Erbschaftsregulirung und vor dem Ausgleich der Schulden und vor dem Zusammenbruch alles defsen steht, was der Vater mit seiner Arbeitskraft durchgeführt hat, dann sitzt diese Wittwe da und ißt Thränenbrod; da ist es doch etwas anderes, wenn der Vater gesorgt hat für Weib und Kind und sich eingekauft hat in eine gute Lebensver­sicherung.

Der Haupteinwand, den man macht, ist der, daß man allzu große Schulden habe und infolge dessen die Prämie nicht bezahlen könne. Ich weiß es ja und ich kenne viele Ortschaften, in denen nur wenige Leute pro Jahr 30 bis 40 Mark zusammenbringen. Ich kenne aber auch Ort­schaften mit einer ganz großen Anzahl solcher, die da mit- thun können, ich kenne solche Landwirthe, die wenigstens ein paar hundert Mark erübrigen können. Die legen ihr Geld besser an, wenn sie ihre Landwirthschaft verbessern, wenn sie Sorge tragen für die Verbesserung der Wiesen, Aecker n. s. w. und nicht das Geld in die Darlehns- unb Sparkassen zahlen, in der man 3 oder 4 pCt. erhält. Die Bauern thuen auch besser daran, wenn sie in die Lebensversicherung eintreten und dadurch eine Kapitalkraft erwerben; und bann, wenn man munkelt, er ist in der Lebensversicherung, bann wirb es mit den heirathsfähigen Töchtern schon ganz anders, da kommt ein ganz anberes Leben in bie Bube. Es ist doch von großer Beruhigung und wirklich von großer Bedeutung, wenn man sagen kann: Meine Schulden sind abgezahlt. Wenn ein Mann in die Lebensversicherung geht, kann er noch zahlen und er weiß gewiß: wenn ich sterbe, kann meine Schuld getilgt werden.

Herr Dr. Faßbender führt ein interessantes Beispiel auf: ' Wenn so ein Mann mit 3000 Mark ausgenommen ist, so zahlt er ab mit Tilgungsrente. Er kann einen großen Theil davon abzahlen und am Ende hat er es abgezahlt und noch ein Geschäft gemacht, nämlich mit 3000 Mark baares

dem Haidhofer beim Aufraffen der Banknote zuvor. — Letzterer wollte sich für diese Aufmerksamkeit be­danken, war aber nicht wenig betroffen, als der Herr nach einem flüchtigen Blick auf den Schein unsanft feinen Arm erfaßte und ihm mit drohender Stimme zurief: „Woher haben Sie diesen Hundertmarkschein?"

Durch den versteckten Verdacht, welcher sich in dieser Frage aussprach, wurde der junge Mann in Harnisch gebracht. Er riß sich los und gab dem Kommissar, den er nicht kannte, vielleicht unabsichtlich einen heftigen Stoß.

„Das geht Sie nichts an", rief er zornig; „mein Geld her, oder . . ." Er kam nicht weiter.

Der Landjäger hatte sich auf einen Wink des Beamten auf ihn gestürzt und im Augenblick war er durch Handschellen unschädlich gemacht.

„Jetzt sollen Sie erfahren, mein feiner Herr", wandle sich nunmehr Letzterer an ihn, „was mich diese Banknote angeht. Ich bin der Polizeikommissar Former aus Weilbach, was Ihnen Landjäger Fröhlich hier, wenn Sie meine Behauptung etwa bezweifeln sollten, bestätigen wird, und dieser Schein ist gefälscht. Es ist einer der früheren Ausgabe, bei welchem das Tüpfelchen auf dem i in der Ünterschrift fehlt. Des­halb nochmals: woher haben Sie ihn?"

Während unter den Gästen ein Gemurmel all-