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Mittwoch, den 14. Juli 1897

24. Jahrgang

aber alle Neuaufnahmen zu unterlassen, sobald durch

st. Von dem Handelsminister sollen, wie die,Voss. Ztg/ hört, an die Aeltesten der Berliner Kaufmann­schaft die Anfrage ergangen fein, ob es nicht zweck­mäßig sei, eine Versammlung der Mitglieder der Produktenbörse einzuberufen, in der Sachver­ständige ernannt werden, die an der Börse unter Aufsicht des Staatskommissars für Feststellung der Preisnotirungen Sorge tragen sollen. Der,Voss. Ztg/wird geschrieben: Da die gegenwärtige Produkten­börse nur aus einem Saale ohne Besucher bestehe, so würden die Aeltesten zur Antwort geben, daß von der Regierung erst die Grundlage zur Herstellung einer Produktenbörse gegeben werden müsse und daß dann erst die Feststellung von Preisen in Frage kommen könne. Am Donnerstag wird der Verein der Produktenhändler und am Freitag das Aeltesten- kollegium sich mit der Angelegenheit befassen.

* Durch eine Verfügung der preußischen Provinzial-

«, * Die soztalrfirftye fresse Deutschkauds be­steht zur Zell nach einer Zusammenstellung im ,V o r w ' aus 39 täglich erscheinenden, aus 15 wöchentlich drei­mal erscheinenden, 7 wöchentlich zweimal erscheinenden und 5 wöchentlich einmal erscheinenden Blättern. Außerdem gehört zu ihr eine wissenschaftliche Wochen­schrift und ein einmal im Monat erscheinendes Blatt, 2 Witzblätter und ein illustrirtes Unterhaltungsblatt'.

heran, der kathollschen Presse zu gedenken und für sie zu werben. Es kostet ja höchstens einen oder em paar Nickel, wenn man durch Nachfrage auf den Bahnhöfen die eigene Presse unterstützt, und in den Hotels, Restaurants, Kursälen, Lesezimmern kostet es gar nichts, als ein nachdrückliches. Wort am rechten Platz, oder einen Eintrag in das Beschwerdebuch oder ein kleines Billet an die Kurkommission."

* Eine Aeforvt des Iideikommißrechts soll dem Vernehmen nach von der Regierung geplant sein. Es heißt, die Vorarbeiten seien bereits im Gange.

KinLcröung

zur

44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. Deutsche Katholiken!

Das ganze katholische Deutschland begeht heuer in dankbarer Erinnerung das 300jährige Jubiläum des seligen Petrus Canisius und rüstet sich, an seinem Grabe das hehre Vermächtniß des Seligen pietätvoll zu feiern.

In Niederbayerns schöner Herzogsstadt, im alt­ehrwürdigen Landshut, wirkte dieser große Schüler des hl. Ignatius durch seine Predigten mit außer­ordentlichem Erfolge. Gerade aus diesem Grunde ist es zur Aufnahme des diesjährigen deutschen Katholiken­tages berufen. Unter dem Zeichen des zweiten Apostels der Deutschen werden wir in diesem Jahre tagen.

Mit gnädigster Zustimmung der beiden Ober­hirten, des Hochw. Herrn Erzbischofs Antonius von München-Freising und des Hochw. Herrn Bischofs Ignatius von Regensburg, im Einvernehmen mit Se. Durchlaucht Fürst Karl v. Löwenstein, dem Kommissär der Generalversammlungen, und unter regster Mitwirkung aller Kreise der Bevölkerung hat das unterzeichnete Komitee die Vorbereitung zur 44. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands übernommen, welche mit Gottes Gnade und unter dem besonderen Schutze der Patrona Bavariae und der Stadtpatrone in der Zeit vom 29. August vis 2 Septemver d. I. i» Landshut Berathung pflegen wird.

Laut werden dort die herrlichen Monumente einer großen Vergangenheit zu Ihnen sprechen. Schon von ferne ruft St. Martin's kühner Bau, des Bayern­landes höchsttragende Warte, festliches Willkommen entgegen und einladend winken die Zinnen der Trausnitz, dieser hochberühmten Wittelsbacherveste.

Aufrichtigsten Bürgergruß entbietet Ihnen die altehrwürdige Dreihelmenstadt, allbewährt durch katho­lische Treue und biedere Gastlichkeit.

So mögen denn die Katholiken aus allen deutschen Gauen sich recht zahlreich in unserer Mitte zusammen- schaaren, um, entsprechend der weisen Intention des gemeinsamen Vaters der Christenheit, mitzuarbeiten an der Regenerirung der menschlichen Ge­sellschaft und dem großen Werke der katho­lischen Einheit!

Landshut, den 2. Juli 1897.

Das Lokal-Komitee zur Dorvereitung der 44. General­versammlung der Katholiken Deutschlands.

Der Vorstand:

Ehrenpräsidium: Joseph Edmund Jörg, kgl. Kreisarchivar dahier. Karl Frhr. v. Ow, Exzellenz, kgl. Kämmerer und Direktor a. D. des Verwaltungsgerichtshofes in München (langjähr. Vertreter Landshuts in der Abgeordnetenkammer und langjähr. Kammerpräsident). Konrad Graf v. Preys in g- Lichtenegg-Moos, Exzellenz, erbl. Reichsrath, in Moos. Joh. Bapt. v. Zabuesnig, Kommerzienrath, Buchhändler und Buchdruckereibesitzer dahier (langjähriger Vorstand des Gemeinde-Kollegiums).

Deutsches Deich.

Berlin, 13. Juli.

* Das Befinden des Kaisers ist andauernd zu­friedenstellend. Heute setzte die Yacht „Hohenzollern" die Rerse nach Bergen fort. — Der Stapellauf des Panzerneubaus „Ersatz Friedrich der Große" findet, wie die ,Post' hört, in Wilhelmshaven am 30. Juli in Gegenwart des Kaisers statt.

* Der neue Ches der Reichspost-Verwaltung v. Sodviekski beabsichtigt, alsbald nach den Sitzen einer Anzahl von Oberpostdirektionen zu reisen, um daselbst die Einrichtungen zu inspiziren und eventuell Anordnungen über anderweitige Gestaltung des dienst- llchen Verkehrs mit der Centralstelle zu treffen. Die erste Reise dürfte über Halle, Leipzig, Erfurt, Kassel nach Köln gehen.

Präsidium: Anton Frhr. v. Aretin, kgl. Kämmerer und Regrerungsrath, SRajor der Landwehr. Otto Marschall, rechtsk. Bürgermeister u. Landrath. Theodor Graf v. S p r eti, kgl. Kämmerer und Gutsbesitzer, 1. Vorstand des Gemeinde- Kollegiums.

Erscheint täglich Sonn- und Feiettage ausgenommen. - Vierteljährlicher AbonnementSpreiS ohne Bringerlohn und Bestelkgelb in Fulda und auswärts 1 Mark tn im. Inserate kosten tue einspaltige G-rmondzelle oder deren Raum 15 Pf., Reklamen di- Petitzeile 25 Pf, bei Wiederholungen entsprechet Raba? Pfennig.

sie zu. „Der Vater ist, wie es scheint, nicht daheim," sagte er, „und ich denke mir, daß ich ihn im Walde aufsuchen muß."

Wenn das Mädchen geglaubt hatte, durch ihr leb­haftes bejahendes Nicken den unwillkommenen Gast los zu werden, so täuschte es sich. Sigel knüpfte ein Ge­spräch mit ihr an und stellte allerlei Fragen an sie. Martha begriff recht gut, daß ihre kurzen Antworten und ihre Zurückhaltung dem fieundschastlichen Ver- hältniß ihres Vaters zu Sigel wenig entsprachen, aber es war ihr unmöglich, gegen diesen Mann einen an­dern Ton anzuschlagen, vor dem sie, so oft er in ihre Nähe kam, ein heimliches Grauen empfand.

Endlich wurde sie aus ihrer peinlichen Lage be­freit. Sigel verabschiedete sich und verließ den Gar­ten, ohne daß er ahnen ließ, was in seinem Innern vorging.

Nach kurzer Wanderung hatte er die Kohlplatte Vogtherrs erreicht. Dieser stand vor seiner Hütte. Er wartete augenscheinlich auf ihn.

Der Angekommene sagte nichts von dem Abstecher, den er bei Martha gemacht hatte, dagegen kam er ohne weiteres auf die Andeutungen des vergangenen Abends zurück.

„Ich bin nun mit mir im Reinen," begann er.

„und will Dich in eine Sache einweihen, durch welche Du wahrscheinlich ein bischen aus dem Gleichgewicht gebracht wirst. Aus der Heirath zwischen Deiner Tochter und dem Hermann Sommer darf nichts wer­den, da Martha, um mich kurz zu fassen, mein Weib werden muß."

Vogtherr machte ein Gesicht, als habe er nicht recht gehört.

„Dein Weib, Martha?" wiederholte er, ich glaube. Du bist nicht recht gescheidt."

Sigel kam nicht aus der Fassung.

„Es ist mein voller Ernst," erklärte er. „Die Kleine hat es mir angethan und ich hoffe, daß" Du mir in dieser für mich so wichtigen Angelegenheit an die Hand gehst."

Der Kohlenbrenner kraute sich hinter dem Ohr Die Entschiedenheit des Freundes beunruhigte ihn.

„Aber so sage mir doch um Himmels willen," drängte er, „wie war es möglich, daß dieser Rappel so plötzlich über Dich kam."

„Es ist kein Rappel," hielt Sigel entgegen, „und so ganz auf einmal entschloß ich mich auch nicht zu meinem Schritt. Im Gegentheil. Gleich bei der ersten Begegnung machte Deine Tochter einen unwider­stehlichen Eindruck auf mich. Schon damals reifte in

, , Wnter dem Titel: „Mehr Korpsgeist und SeköstvewußtsemP« bringt das Juli-Heft der Monatsschrift ,Die Wahrheit' (Herausgeber Dr. Kausen, Verlag von R. Abt in München) einen Lettaufsatz, der sich gegen die stiefmütterliche Behandlung der katholischen Presse in Gasthöfen, Restaurants, Lesezimmern rc. und an den Bahnh öfen wendet und die gläubigen . .—........,„ö„..a vtuuuijtuu5

Katholiken eindringlichst an ihre Pflicht erinnert, auf schulkollegien sind die Direktoren sämmtücher höheren diesem wichtigen Gebiete Wandel zu schaffen. Während Lehranstalten, auch die der lateinlosen Realschulen unsere Gegner auf diesem Gebiete eine Art von angewiesen worden, grundsätzlich jede Neöerschreituttg I »gesundem Fanatismus" an den Tag legen — ein der WaximakzaHkeu (50 in VI und V, 40 in IV Liberaler, em Demokrat, ein Sozialdemokrat würde und III, 30 in II und I) zu verhüten,'namentlich

Jan£e• tn einem Lokale aushalten, wo nur aber alle Neuaufnahmen zu unterlassen, sobald durch katholische Zeitungen aufliegen — lassen manche diese die Maximalzahl einer Klasse überschritten gutgesinnte Katholiken sich alles bieten würde.

und machen höchstens eine Faust in der Tasche, wenn * Die vereinigten Arbeitgeber des Bau- U d'e Preffe ihrer Richtung todtgeschwiegen oder gewerbes haben einen unentgeltlichen Ärveits- offentlich mißhandelt sehen. Auf diesem Gebiete nachweis für Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter kann feder Katholik, auch der gemeine Mann, ein eingerichtet, um Streiks so weit wie möglich vorzu- Pwnier der guten Sache werden. Wenn Jeder es beugen und für den Fall eines Streiks kuzua zu sich zum Grundsätze macht, in öffentlichen Lokalen haben. Eine Protestversammlung der Zimmerer und auf der Reife an den Bahnhöfen oder in den Berlins hat am Montag Abend eine Resolution an- Bahnhosrestauratlonen jedesmal nach einem katho- genommen, wonach die Zimmerer Berlins sich ver- ■!?en r «? r e zu fragen und, wenn keines vor- pflichten, den Arbeitsnachweis solange zu meiden als rathig rst, Beschwerde zu erheben, dann würde bald dessen Verwaltung nur durch Arbeitgeber geschieht Wandel geschaffen sein. In Hotels und Restau- Was den Streik der Zimmerer anlanqt, so haben bis rationen muß tm äußersten Falle der Boykott an- jetzt 202 Arbeitgeber den geforderten Stundenlohn gewandt werden. Man fagt dem betr. Inhaber: von 60 Pfg. bewilligt.

„Wenn dieses oder jenes katholische Blatt nicht auf­gelegt wird, verkehre ich in Ihrem Hause nicht mehr." Dieses Mittel hat fast in allen Fällen, in denen es angewandt wurde, guten Erfolg gehabt.... Wir stehen bereits mitten in der Reisesaison, die Sommer­frischen und Bäder füllen sich mit Gästen. Da tritt an die Katholiken, denen ihre Mittel eine solche Aus- fpannung erlauben, geradezu die Ehrenpflicht

^Das Snnbenerde.

Original-Roman von Max Benno.

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Sigel ging noch lange in seinem Gemache auf und ab. Unverständliche Laute, bald zornig, bald weicheren Regungen folgend, kamen über seine Lippen. Zuletzt wurde er ruhiger und der Widerschein eines festen Entschlusses prägte sich in seinem Mienenspiel aus. ® schon lange Mitternacht vorüber, als er sich endlich zur Ruhe begab ....

Am folgenden Morgen verließ er sein Häuschen und schlug den nach Vogtherrs Wohnung führenden Weg em, obgleich er wußte, daß er diesen nicht zu Hause antraf. 0

Vorsichtig näherte er sich dem Gärtchen und schaute hinein. Er sah, wie Martha im leichten Morgenkleide die Blumen begoß. Ein eigenthümlicher Strahl brach, wahrend er ihren anmuthigen Bewegungen folgte, .aus seinen Augen hervor Er verschlang mit seinen Blicken fast die schone Gestalt. Rach einer Weile ging er auf die Emgangsthür zu und trat in den Garten

Martha gerieth in augenscheinlichen Schrecken als sie ,hn sah.

Er kehrte sich jedoch nicht daran und schritt auf

FuldaclMZkitilüg

____ mit Unterhaltung» Keilas- „Sterne uns Klnme«