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Mit diesen Worten verließ er die Kasematten, und zur festgesetzten Stunde standen die 13 Verurtheilten vor ihrem höheren Richter. ,

Trotz dieser grausamen Strafe fühlte Rodti sich noch nicht sicher. Werweiß, so dachte er bei sich, ob ich nicht zufällig das Leben einiger anderer Verschwörer verschont habe, die vielleicht noch gefährlicher waren als die erschossenen? Ich kann mich dabei nicht be­ruhigen. Der Beichtvater muß genau darüber Be­scheid wissen. — „Man rufe den Kaplan!" befahl er dann seinen Untergebenen. .

Der Kaplan kam und wurde von Rodil wie folgt angeredet: „Vater! Ohne Zweifel offenbarten Ihnen jene Schurken in der Beichte alle ihre Pläne wre auch die Elemente, auf welche sie ihr Vertrauen gesetzt hatten. Ich muß alle diese Thatsachen wissen, und im Namen des Königs befehle ich Ihnen, mir alles mitzutheilen und weder Rainen noch Umstände zu ver-

„Jch bin sowohl meinem König als meiner Fahne treu"— und zwar wie ich wohl sagen darf, so treu wie irgend ein anderer. Aber keine Macht kann mich zwingen, zu einem Verräther an Gott zu werden. Es ist mir verboten. Ihnen zu gehorchen."

Rodil rißdieThür aufund rief: „KapitänJmrralde, bringen Sie vier Musketiere mit geladenen Gewehren sierher." Und die vier Schützen kamen schnell herbei.

In den Kasematten, in welchen diese denkwürdige Unterredung stattsand, standen mehrere große Särge, ,Kniee, Mönch!" schrie der wüthende General.

Und der Priester kniete neben einem Sarge nieder. Ladet! Zielet!" kommandirte Rodil. Sich dann nach seinem Opfer wendend, sagte er in befehlendem Tone: „Zum letzten Male befehle ich Ihnen nnNamen des Königs, die verlangten Enthüllungen zu machen."

Und" im Namen Gottes weigere ich mich, zu sprechen," antwortete der Ordensmann mit schwacher, aber ruhiger Stimme.

Feuer'" schrie Rodil.

Eine Salve, ein Gestöhn und Pater Peter Marne- lux, der berühmte Märtyrer der Religion und Pflicht, stürzte mit von Kugeln durchbohrtem Herzen tobt zu

Weiteren wird uns dann noch erzählt, daß die Väter des guten Sterbens in ihrem Mutterhause zu Rom einen authentischen Bries besitzen, welcher von einem gewissen Signor Gardillo unlängst ge­schrieben wurde. In demselben heißt es, daß nach dem Zeugnisse der Verwandten des Märtyrers und anderer bei dem Tode desselben gegenwärtigen Per­sonen Pater Peter Marielux noch lebendig erngefargt, dann geschloffen und sch'ießlich begraben wurde ehe man sich noch überzeugt hatte, ob er auch todt fei, ferner daß ein getreues Bild des Martyriums von Signor Augusto Rinaldi gemalt wurde.

Ein südamerikanischer Nachfolger des heiligen Johannes von Nepomuk. Der ,Nacionatt von Lima schildert den Martertod des Paters Peter Marielux ans dem Orden der requlirten Kleriker für den Dienst der Kranken oder der Väter des guten Sterbens. Pater^Marielux war Feldkaplan bei der von dem Brigade-General R o d l l beiebliaten spanischen Armee in Peru. Nachdem die Macht der Spanier durch die Schlacht von Ayakucho gebrochen war, wurde Callao von den 1 legreichen Peruanern belagert, aber der gute Priester wollte Don Rodil nicht verlassen.

Im Jahre 1825, nachdem die Belagerung neun Monate gedauert hatte, entstand unter den Mitglie­dern der Garnison in Folge von Mangel an Lebens­mitteln und des Vorherrschens von Krankheiten Un­zufriedenheit, und Gerüchte von Verschwörungen kamen in Umlauf. Am 23. September erhielt der General eine förmliche Warnung, welche besagte, daß um a Uyc an dem Abend eine Empörung unter der Leitung des Lieutenants Montero ausbrechen sollte, und an dieser Meuterei wären die hervorragendsten Günstlinge Rodil's betheiligt. Rodil ließ sofort sämmtlrche An­geklagte verhaften, aber weder Drohungen noch Folter­qualen konnten denselben ein Geständniß entlocken — alle behaupteten hartnäckig, daß gar keine Verschwö­rung exiftire. Der Feldherr machte daun kurzen Prozef, und beschloß, alle miteinander, die Unschuldigen Mit den Schuldigen, um 9 Uhr an demselben Abend, die Stunde, in der man ihm das Leben hatte nehmen wollen, erschießen zu lassen. — „Kaplan," sagte Rodil zu Vater Marielux, „es ist jetzt 6 Uhr; innerhalb 3 Stunden müssen Sie allen diesen Rebellen die Beichte abgehört haben."

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„General," antwortete Vater Manelux, „sie ver­langen von mir etwas Unmögliches, U) werde nie die Rettung meiner Seele dadurch verscherzen, day ich Ihnen die Geheimnisse meiner Beichtkinder offenbare, selbst wenn es mir vom König befohlen würde, den Gott erhalten möge."

Der Brigade-General, roth vor Wuth, stürzte auf den Priester' los, und indem er ihn ungestüm am Arme schüttelte, rief er aus: „Sagen Sie m,r alles, oder ich lasst Sie erschießen!"

Vater Marielux erwiderte nut wahrhaft aposto­lischem Muthe: „Wenn Gott meinen Martertod wünscht, so geschehe sein heiliger Wille. Der Priester kann Niemandem etwas aus der Beichte offenbaren.

Sie wollen es also nicht sagen?" schrie Rodil. „Verräther an Deinem König, Deinem Vaterlande und Deinem Vorgesetzten!"

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