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Donnerstag, den 24. Dezember 1896.

23. Jahrgang

!rltu,^et?in; ba8 *ft bie „Hauptpflicht deS katho- gut genug. Da soll und muß doch der echte Christ llschen Deutschland».- Unterstütz?» wir de« seit zwei I zum F'ste des „heiligen Christ- ein Einsehen haben

empfiehlt

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Aber was für Werke der Liebe? Ich will hier kurz einige erinnern.

Wir haben in Deutschland bei unserer sehr großen „Diaspora" viele und große Bedürfnisse, die sich von Jahr z« Jahr vermehren; aber daneben solle» und wolle» wir auch a« dem eminent katholischen Werke der Missionen in dm Hei denk ändern uns be- theiligm durch Gebet und Opfer av Geld und Men« schmkrast. Unterstützen wir daher eifrig de» Boni«

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Jahren mit dem Kindheit«Jesu«Berei» in Verbindung stehenden Schutzengelverein, der str die deutsche« Heidenkinder sorgm will und «och viel zu wmig bekannt ist. Sorgen und strebe« wir endlich auch für den Bonifatin».Sammel- Verein, der für die Kinder der dmtschen Diaspora Waisenhäuser und Kommunikanten » An­stalten begründe» und erhalten will; helfe» wir eifrig all die Dinge fammel», die der Verein brauche« kann, seien wir aber stet» eingedenk der Meinung:

„Alte Röcke, Westen, Mützen Können unserer Sache nützen. Doch am. besten ist fürwahr Stets ein Beitrag noch in baar."

Im Zusammenhang damit stehen die vielen Hilfe' rufe der Kirchenbettler, die Tag für Tag au» allen Ecken der westen deutschen Diaspora an «nser Ohr und Herz dringen. Wahrlich, eS ist keine leichte Ausgabe für einen jungen Priester, in einer ander»- gläubige« Gegend für die dort zerftreutm arme« Katholiken alle» beschaffen zu müssen! Dazu ge­hört Muth und Gottvertraum, und deshalb fallen wir ganz besonder» in den Weihnachtstagen diese Hilferufe beachten mtb au» Liebe zum Christkindchen mal recht tief i« den Beutel greifen. Damtt thun wir ei» gute» Werk und erfreuen die armen Kirchen- bettler, vo« denen einer singt;

„Hart ist es, in unfern Tagen Nach dem Bettelstab zu greifen Und das Lied von Kirchennöthen Milden Herzen vorzupfeifen."

und seine Seistlichm in ihre« Bestrebungen zur Ehre Gotte» und zur Zierde seine» Hanse» «al merklich unterstützen.

Natürlich brauchen e» nicht immer kirchliche Zwecke z« sein, für die ma« fei» „Christkindchen- hm- gibt; allewohlthätige« Zwecke: Arme, «ranke und Rothle'idende, Krankenhäuser, Waismanstalten mtb ähnliche menschenfreundliche Bestrebungen und Anstalten solle« keine»weg» vergesieo werde«. Die Bedürfaiffe find groß, aber der Spender find wenige. Und wen« e» auch nur eine kleine Gabe wäre, Sott vstd sie schon segnen, weil sie fteiwillig «nd au» gutem Herze« gegeben ist. Biele kleine Gaben wirken Große»; mit vereinten Kräften lasse« sich viele Schwierigkeiten überwinden.

Die Gabe braucht aber auch nicht gerade klein zu sein. E» steckt so viel unnützer, weil ««frucht- barer Mammon in Kaffetten und Portefeuilles, i« Struwpfsocken und Koff-r-Beiladen; was willst Du damit? Nimm ihn heraus «nd lasse ihn wuchern! Wer de« Armen gibt, hat Sott geliehen. Nach deinem Tode mache« sich vielleicht deine Erbe« damit lustig oder streiten sich darum an deinem Srabe.

Solltest du aber wohlthätige Anstalten in deiner Nähe nicht haben: an Gelegenheit, wohlzu- thus, fehlt e» niemals, wo Menfchen sind. Schau dich nur mal um! Da ist in deiner Nähe ein alter Mann, der schon lange kränkelt, eine arme Frau, die schon lange da» Bett hütet; du selbst hast schon gedacht oder gesagt, e» werde ihnen wohl die rechte Pflege fehlen — nun wohlan, gehe hin und hilf ihnen! Wer lange krank liegt oder stet» kränkelt, ist bald ver- 8essen, und die verschämten HauSarmen find die ärmste« limen. Da begegnet dir ein Schulmädchen bei Frost- Wetter im dünne« Kattunkleidchen, ein armer Junge, dem im Schnee die Zehen au» den alten ftemde« Schnhen hervorlagen — möchtest du so dürsttg be- kleidet, so schlecht beschuht einhergehe« ? Wenn nicht, so hilf! Und wüßtest du dem Chripkmdchen gar «ich! anzubringe«, so übergieb e» dem Lehrer oder der Lehrerin, oder deinem Ort»geistlichev; die werde« schon Verwendung dafür finde«.

Da» find so einige Blumen vom Felde de» Wohl- thnn», verschieden wie die Blumen be» gelbe», aber alle schön in ihrer Art. Der Sine hat bitfe Lieblings« blume, der «nbere jene; suche bir auch von biesen Blüthm christlicher «ohllhättgkeit «ach Geschmack und Lust eine aus. — Damit hätte ich meine Pflcht er- füllt, btt das Lied von Menschrnnoth und Christen- liebe vorzupfeifen; — du aber bedenke:

„Schön ist es, zum frohen Feste Zu beachten solches Pfeifen Und für gute, edle Zwecke Tief in's Portemonnaie zu greifen."

An die Bedürsnisie der Diaspora rechen sich die Bedürfniffe der eigenen Diözese. Unter den Kirchen steht neben seiner Pfarrkirche dem Diözesanen die Mutterkirche der Diözese, die Kathedrale der BischosSftadt am nächsten und unter den Diözesan- Anstalten sind e» vor allem die bischöflichen Lehr- Anstalten zur Heranbildung be» KleruS, die bet steten Sorge mtb Opfer bedürfen. Diesem Zwecke dient der Joseph»pfennig, oder wie die Sammlung für bedürftige Studirende der Theologie in den einzelnen Diözefen heißt. Wer einem talent­volle« und zugleich frommen Jünglinge den Eintritt in da» Priesterthum ermöglicht, hat «ntheil an all dem Guten, das der Priester später wirst, und mit Recht sagte Domdechant Dr. Heinrich: „Wer einen Priester heranbilden hilft, thut mehr, al» wer einen Altar baut und selbst mit Gold und Edelsteinen zieret. "

Bei diesm allgemeinen Zwecken soll man aber auch sich selbst, d. h. die eigene Pfarrkirche und Pfarrei oder Filialgemeinde nicht vergessen. In Bezug auf die Zierde deS Hauses deS Herr«, vor allem auch in Bezug auf die Paramente und Geräthe zur Feier der hl. Geheimnisse und für be» sonstigen GotteSbtenst sieht es in alten reinkatholischen Pfarreien manchmal recht tranrig aus. Für bie Bedürfnisse der Gemeinde und Schule bringt man schwere Opfer und hält daS für selbstverständlich; für die Kirche aber hat man fett alter Zeit nicht» zu be­zahlen brauchen u d möchte auch am liebsten weiterhin «tchtS zahlen. Mögen diese alte« Sachen auch noch so unwürdig sein, mag die Kirche von inne« und außen auch «och so dürftig auSsehe«: das ist immer so ge­wesen, da» hält noch an» und ist immer noch lang-

Erscheint täglich. Sonn- und Feiertage ausgenommen. - Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig Inserate kosten bte einspaltige Garmondzelle oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

(r) Zum Feste der Werke der Liebe.

Ein Vorschlag zur Güte von Friedrich Schnettler.

(Nachdruck verboten.)

Weihnächte«, das Fest bet Liebe mtb Menschen- freunblichkrtt Gotte», ist wiebet ba unb hat baS Neujahrsfest im Gefolge. Diese ganze ftohe Festzeit athmet in ihrem Segenstanbe, Gottesdienst unb ben Gebräuchen ben einen großen Gedanken: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, baß er feinen eingeborene» Sohn dahmgab, damit alle, die a« ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern dar ewige Leben habe»." (Joh. 3, 16.)

Und al» Frucht diese-Festes zeigt sich der Wider­schein dieser göttlichen Liebe unter de» Menschen auf der kalten Erde; Weihnachten werden die Herzen der Mensche» weit und warm; die Hände, sonst ge- wöhnt, zunächst nur für sich zu sorgen, gehen auf, und em warmer Hauch der Menschenliebe zieht über die stostige Erde und schafft überall Freude und Frieden. Weihnachten, ein rechter Familienfest, zieht den Kcei» der Familie größer; man fühlt er überall, daß alle Mensche» Brüder und Schwestern find, die eine große Gottesfamilie bilden und in dem Kinde in der «rippe ihren Bruder liebe« «nd anbeten. Daher beschenke« sich nicht nur die nächste« Ange­hörige» emer Familie, sonder« die Liebe zieht auch hier wett-x? Kreise und sucht zu Weihnachten und -MKjaYr auch jene zu erfreuen, die un» von Natur aus ferne stehen.

Geschenke ohne Zahl, passende und unpassende, werden überall «»gepriesen, aber wer die Wahl hat, hat die Qual. Wie viel unnütze und überflüssige Dinge werden nicht in dieser Züt gekauft, wie manches Geschenk tust statt der Freude eine Ent­täuschung hervor, wie mancher übereilte Kauf würde nach acht Tagen nicht mehr gemacht!

Da ist e» denn gewiß angebracht, auf eine Art von Festgeschenken z« verweisen, bei der jeder nach seinem Geschmack leicht eine Auswahl treffen kann, die beim Schenken erfreuen und in der Erinnerung ihre Frucht tragen noch für spätere Zeiten mtb sogar für bie Ewigkeit. Unsere frommen Vorfahren nannten bie Geburt bei WellheilanbeS bie „Wohlthat Christi"; dieseWohlthat Christi soll bie von ihm Er­lösten ««treibe», nun auch ihrerseits Wohlthaten zu spenden. Daher gelte als Devise: „Zum Feste der Siebe: Werke der Liebe!"

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